12.05.2018 Samarkand

Das öffentliches Bestaunen des Autos hält sich in Grenzen. Kamen in Kasachstan immer Menschen, vor allem Männer, vorbei und wollten das Auto sehen, sind die Usbeker gleichgültiger. Sie sind keine Nomaden, sie bauen an. Das sieht man an die riesigen Felder und Obstplantagen. In den Städten sind die Parkanlagen prächtig mit Blumenrabatten gestaltet. Es wird gewässert und gejätet, es wird geputzt. Wir haben noch kein Land gesehen, das so saubere Strassen, Städte hat. Kein Plastik (fast kein Plastik, nur hin und wieder, um ehrlich zu sein) liegt am Strassenrand, keine Plastikfelder zeigen den Ortseingang, Ortsausgang. Wir staunen!

In Sharhisabz waren wir in einer Moschee, wo gerade ein Mann mit einem blauen Becher Wasser über ein Grabstein fliessen liess. Durch das viele Wasser der vielen Jahrzehnten gab es eine Rinne und am Ende des Grabsteins eine kleine Vertiefung. Alle Kinder wurden aufgefordert zu trinken. Es ist sicher für die Gesundheit.

Wir werden viel angesprochen und manchmal kommt es zu einem Gespräch, wie gestern in einem Café mit zwei Russinnen. Die Mutter war in meinem Alter und die Tochter um die Dreissig. Natürlich konnten sie kein Englisch und wir nur ein paar Brocken Russisch. Trotzdem quatschten wir über eine halbe Stunde. Die Gespräche laufen eigentlich immer so ab:Zuerst muss ich mit Händen und Füssen unsere Reiseroute, unseren Campingcar erklären, dann werden Fotos gezeigt, aber dieser Teil dieses Gespräch ist eher bewundern. Wenn es aber dann dazu übergeht, die Familienverhältnisse zu erklären, dann wird es sehr emotionell und herzlich. Wir „alten“ Frauen haben das gleiche Thema. Wir zeigen uns gegenseitig Fotos von Kinder und vor allem von den Enkelkinder. Die Frauen haben volles Verständnis, wenn ich zeige, dass mir das Herz ganz schwer ist und ich meine Familie vermisse. Übrigens ist der kurze Film von E., wie sie sich schämt, der Hit!

Samarkand ist die grösste und schönste Stadt der Seidenstrasse. Sie war zu Timurs Zeiten Hauptstadt und wie bei unseren Königen, sollten die Medresen, die Moscheen und Mausoleen alles übertreffen.

Auch im Innern sind die Räume mit Fliessen geschmückt, mit Gold bemalt, um die Herrlichkeit Allahs und dessen Herrscher zu zeigen.

Samarkand ist eine Universitätsstadt und nein, es zieht mich nicht mehr dorthin!

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