14.10. Omsk, westsibirische Tiefebene

Heute begann der Tag wie schon des öfteren in den letzten Tagen mit der Frage, wie spät ist es. Zum Glück gibt es Handys mit automatischer Zeitangleichung! Wir haben wieder 1 Stunde gewonnen. Verloren? Seit unserer Abfahrt in Irkutsk wurden nicht nur der Abstand nach Hause geringer, sondern auch der Zeitunterschied. Drei Mal mussten wir in den letzten Tagen alle Uhren im Auto um 1 Stunde verstellen.

So schnell wie die Uhrzeiten sich verändern, so langsam zieht sich die Fahrt. Es sind immer noch 4500 km zu fahren! Seit 2 Tagen fahren wir durch die westsibirische Tiefebene, die 7 mal so groß wie Deutschland ist. Durch Sumpf! Beidseitig der Straße Schilf, Wasser, Birken, Schilf, Wasser, kahle Birken,… Keine Dörfer, kaum Felder.

Dafür hat der Lastwagenverkehr zugenommen. Obwohl die transsibirische Eisenbahn sehr viel Güter transportiert, wir haben einmal 2 Lokomotiven mit 70 Wagons beladen mit je 2 Container gezählt, ist die Anzahl der Lastwagen gestiegen, die Städte werden größer, mehr Menschen, mehr Ware. Das Autofahren artet in Arbeit aus, 5,6,7 Lastwägen zu überholen.

Wir übernachten nicht mehr wild, einsam, an selbst ausgewählten schönen Plätzen, sondern auch wir rasten auf Lastwagen Parkplätze (mit Dusche), wenn möglich geteert, und wenn nicht, dann so, auf demjenigen mit weniger Sumpf. Keine Wühlplätze! Wie alles in Sibirien sind die Parkplätze riesig, 30 bis 50 Chauffeure verbringen mit uns eine ruhige Nacht, denn nachts wird nicht gefahren.

Zivilisation hat auch etwas schönes! Nachdem wir Lesosibirsk, das Holzfällerstädtchen mitten in der Taiga verlassen hatten, gelangten wir nach Tomsk und aßen erst einmal Austern in einem richtig schönem, zaristischem Restaurant.

Tomsk ist berühmt für seine wunderschönen Holzhäuser aus dem letzten Jahrhundert.

Von dort ging es weiter nach Novosibirsk, das mit über 1,5 Million Einwohner die 4. gröcßte Stadt in ganz Russland ist. Diese Stadt entstand nur, weil man beim Bau der transsibirischen Eisenbahn einen günstigen Platz für die Überquerung des Ob, einem der mächtigen Flüsse Sibiriens.

Dank Internet hatten wir 2 Karten für das Ballette „Peer Gynt“ erstanden. Was für eine tolle Vorstellung! Was für ein Balsam für unsere Kulturseele!

Wir übernachteten mitten im Zentrum nahe der Oper und dem Mariott, im Jugendstil, um gleich nach derm Ballett ins warme Bett steigen zu können.

Normale Menschen reisen mit der Bahn nach Novosibirsk und kommen an den berühmtesten Bahnhof der transsibirischen Eisenbahn an.

In Russland, nein schon seit Georgien, schmücken die Städte ihre Straßen mit Standbilder, sei es von historisch wichtigen Personen (Lenin)

oder von Künstler (hier Niggi mit Anton Tschechow)

oder ironisch.

Von Novosibirsk ging es nach Omsk, das sich für die 400 Jahresfeier seit der Stadtgründung herausgeputzt hat.

Wie auch in den anderen Städten Russlands werden die Kirchen wieder aufgebaut

und im Innern mit Ikonen prächtig gestaltet.

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