13.05.2019 Sarnen, Abflug Richtung Addis Abeba

Nun sitze ich im Zug nach Zürich und heute Abend geht mein Flieger nach Addis. So viel ist seit unserer Ankunft in die Schweiz am 14.04. passiert und immer wieder wurden Vorankündigungen revidiert, so dass ich manchmal nicht mehr wusste, was gilt jetzt.

Als wir am Sonntag in Zürich landeten, holte uns Florian vom Flughafen ab und wir fuhren nach Sarnen, wo Otto uns wieder anerbot, bei ihm wohnen zu können. Niggi duschte sich und fuhr dann sofort ins Kantonsspital Luzern. Dort untersuchten sie ihn und behielten ihn gleich im Spital. Seitdem leben wir getrennt, er im Spital im 12. Stock und ich in Sarnen im Unterparterre.

Die Diagnose war schnell gestellt, bakterielle Infektion der Bandscheibe zwischen den letzten beiden Lendenwirbeln. In der 1. Woche hiess es warten, ob sich die Bakterien auch außerhalb Niggi’s Körper vermehrten. Nach Lehrplan teilen sich Bakterien am idealen Ort mit idealen Bedingungen alle 20 Minuten. Das wären nach 2 Tagen so ungefähr 2.23 x 10 hoch 43. Das wäre genug, um das spezifische Antibiotikum oder Antibiotikumcocktail zu bestimmen, das diese Bakterien killen könnte. Aber die Bakterien wollten nicht.

So kam die 2. Woche und Niggi bekam die höchstwahrscheinlich wirkenden Antibiotika, nur leider fanden die Bakterien dies nicht furchterregend und vermehrten sich fleißig weiter.

Am Freitag, den 10.05., wurde Niggi operiert. Die Bandscheibe, der Nährboden der Bakterien, wurde entfernt und beide Lendenwirbel wurden mit zwei Spangen fixiert. Nun heißt es wieder warten, ob die wenigen übrig gebliebenen Bakterien vom Antibiotikum gekillt werden können.

Mit Bier aus Kamerun geht die Heilung viel schneller

Warum fliege ich dann nach Addis Abeba?

Als wir Abschied von unserem Wohnmobil nahmen, dachten wir, in einem Monat ist Niggi gesund und wir können weiterreisen. Mit Hilfe von sehr lieben Menschen konnten wir den äthiopischen Zoll überzeugen, dass wir nach einem Monat zurück seien. Was sollen wir jetzt tun? Niggi krank, das Auto in Addis, soll ich es nach Alexandria fahren, wobei ich den instabilen Sudan durchqueren müsste, allein und noch dazu als Frau? Oder sollte ich im Konvoi nach Kenia, Mombasa fahren? Beide Varianten wurden von uns verworfen, weil ich als Frau alleine in männlich orientierten Länder fahren müsste. Ausserdem gibt es einfach immer mehr Waffen. Schnell ist man zur falschen Zeit am falschen Ort.

Nun fliege ich nach Addis und versuche den Zoll zu überzeugen, dass wir erst in November weiterreisen wollen.

Über das Abenteuer werde ich die nächsten Tage berichten. Bin gespannt, wie schnell ich die Papiere mit Stempel bekommen kann.

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