21.08.2020, Assisi

Manchmal werden wir gefragt, welche Tour habt ihr gemacht, könnt ihr nicht eine Landkarte zeigen. Voila, hier ist unser Trip durch Italien bis heute. Die Sternchen sind UNESCO Welterbestätte in Italien. Nicht alle haben wir besuchen können, sei es, dass sie nicht auf unserer Tour waren, sei es, dass es uns zu viel wurde, oder sei es, dass wir schon öfters dort waren.

Am Mittwoch, den 19.08.2020 besuchten wir eines der absoluten Highlights unserer Tour, nämlich Pompeji (dt.), Pompei (it.), Pompeii (lat.). Nicht nur für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, sondern bis anhin besuchten jährlich 3 Millionen Touristen die Totenstadt am Vesuv, das sind fast 10 000 pro Tag. Wir haben aber Glück! Keine Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Neapel, keine Busse, kein Massentourismus! Nicht umsonst wird gesagt, Pompeji wird heute zum 2. Mal zerstört, das 1. Mal durch Naturgewalten und das 2. Mal jetzt durch den Ansturm der Menschen.

Wir campierten vis-à-vis des Eingangs und so waren wir mit ein paar wenigen Gleichgesinnten am Ticketschalter und konnten unter dem Blick des „Wächters“ die Stadt betreten.

Es war wunderschön in der Kühle des Morgens durch die Gassen zu schlendern und sich das Leben zur Römerzeit vorzustellen.

Die Straßen waren in der Römerzeit nicht so leer wie heute. Die vielen Karren, Kutschen schliffen Fahrspuren in die Straßen und für die Fussgänger gab es erhöhte Übergänge, Zebrastreifen, damit diese sicher und mit sauberen Füßen die Straßen überqueren konnten. Bürgersteige waren auch erhöht, damit die Römer und Römerinnen nicht überfahren wurden.

In einer römischen Stadt durfte kein Amphitheater fehlen, wo Theater aufgeführt wurden. Nicht umsonst hieß es, Brot und Spiele halten die Bevölkerung in Ruhe.

Auch eine Arena gehörte zu einer „lebenswerten“ Stadt, wo Gladiatoren auf Leben oder Tod kämpften

Die Häuser in Pompeji gehörten reichen römischen Familien, die vor der Sommerhitze und der damit verbundenen schlechten Stadtluft aus Rom in Sommer hier her zogen. Außerdem war das Umland durch die Vulkanerde des Vesuvs sehr fruchtbar und so fehlte es nicht an Nahrungsmittel. Diese Landvillen waren groß, hatten mehrere Räume, manchmal einen kleinen Garten, Brunnen zum Kühlen des Hauses.

Granatäpfelbusch wie zu Römerzeit im Garten

Natürlich schmückte man das Haus mit Bildern und Statuen.

Vorratsraum mit Amphoren Behälter, in den Olivenöl, Wasser und Wein aufbewahrt wurden
Amphoren, Krüge, nur ein winziger Teil wird heute in Pompeji gezeigt. Das meiste ist im Nationalmuseum in Neapel zu sehen.
Böden wurden mit Mosaik ausgestattet
Von der Straße war ersichtlich, wer hier wohnt
Ein sehr reicher Römer hat sich sogar seinen Patio mit Säulen ausstatten lassen

Der Vesuv, der Reichtum der Stadt brachte, löschte diese auch 79 nach Christus aus. Unter 25 m hohen Schutt und Asche lag die Stadt 1500 Jahre bis sie wieder entdeckt wurde. Die meisten Bewohner flüchteten bei den ersten Eruptionen, aber dennoch wurden etliche überrascht.

Tempel an der großen Piazza
Ist es der Auftraggeber, der aus dem Pferd schaut?

Nach 3 Stunden sind wir müde und es wird schon sehr heiss, Hunger plagt uns, so verabschieden wir uns vom Wächter, der stoisch auf die neue Stadt mit ihrem Hafen sieht.

Auch Erdwespen haben Durst

Gerne hätten wir noch die Mysterienvilla besucht, aber diese war wegen COVID-19 gesperrt. Aber wir klagen nicht, das ist ein Grund irgendeinmal nochmals nach Pompei zu reisen. Außerdem fehlt ja uns noch Neapel, auch UNESCO, das wir gerne wieder gesehen hätten. Darum habe ich hier ein Foto von der Villa von Wikipedia eingeschmuggelt.

So ging es weiter nach Marmore, in die Nähe von Treni, wo der größte Wasserfall Europas 165 m herabstürzt und in der Nacht beleuchtet wird. Es muss gesagt werden, dass dieser Wasserfall künstlich geschaffen wurde. Schon die Römer haben den Fluss so umgeleitet, dass er in einen See fließt, um den vom Fluss bedingten Sumpf in der Ebene trocken zu legen. Malaria herrschte damals in den Sümpfen, weswegen die Dörfer in die Berge an den Hängen gebaut wurde. Deswegen gibt es heute noch „Sichelzellanämie“, eine Erbkrankheit, im Süden von Italien, die mischerbige Personen vor Malaria schützt.

Schon Goethe bewunderte den Wasserfall auf seiner Reise in Italien, vielleicht nicht gerade als Lightshow in der Nacht wie wir

Nach einem gemütlichen Morgen ging es weiter nach Spoleto, wo die Basilikum San Salvatore zum Weltkulturerbe gehört. Aber ich wollte lieber den Dom besuchen und das letzte gemalte Bild vor seinem Tod von Filippo Lippi ansehen.

Nachdem wir andächtig dieses Wunderwerk gewürdigt und unsere Kerzen angezündet hatten, ging es nach Assisi. Eigentlich waren wir schon einmal vor Jahren hier, aber wir mussten nochmals die von Giotto ausgemalte Kirche ansehen. Fresken von Giotto sind schon von einmaliger Schönheit.

Eine der vielen Kirchen in Assisi
Selbst ein griechischer Tempel wurde in eine Kirche umgewandelt
Die oberste Kirche vom hl. Franziskus von Assisi. Ganz unten liegt dir Krypta zu seinem Grab und dazwischen ist noch eine Kirche gebaut, die von Giotto ausgemalt wurde.
Von Giotto gemaltes Bild „Grablegung von Jesus“
So verbringen wir diese Nacht auf einem Campingplatz mit Sicht über das Tal von Assisi

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