21.01.2021 Windhoek, Teil 1

Schon so lange habe ich euch nicht geschrieben und erzählt, was wir erleben. Es tut unserer Seele gut, dass wir nicht in Vergessenheit geraten sind, wie aus den Augen, aus dem Sinn, (das darf ich schon einmal sagen, gell), wenn wir von überall Anfragen bekommen, wie geht es euch? wo seid ihr?

Uns geht es blendend! Wir sind in einem Vorhimmelparadies, in Namibia, nach vielen Dezember-, Januarregen. (Es regnet immer noch und alle finden es ist langsam genug, da alle Stauseen über 100 % voll sind und sehr viele Straßen zerstört sind. Das sind Kosten und das in dieser Corona bedingter schlechter Wirtschaftslage.)

Zum zweiten ! Frühstück gibt es bayerische Brotzeit, wie es sich gehört mit süßem Senf, und für Niggi dazu ein kleines Helles zum Genießen. Wir schwelgen zwischen zünftigen Mahlzeiten und Einsamkeiten in der Wüste Namib. Das einzige Negative, (man muss ja immer etwas zum Bremsen der Euphorie bekennen), ist, dass wir unser Englisch nicht mehr praktizieren können, es wird deutsch gesprochen.

Am 31. Dezember verließen wir Botswana mit einem negativen PCR-Test in der Tasche. Der Grenzübertritt dauerte nur 2 1/2 Stunden, ohne Ärger, Warten, Diskussionen, eine Rekordzeit! In Namibia begrüßten uns sociable weavers, sehr unscheinbare kleine Vögel, die aber zusammen zu Hunderten Reihenhäusernester bauen und miteinander leben.Und wenn kein Baum zur Verfügung steht, was in der Trockensavanne sehr schnell möglich ist, wird zusammen eine Telefonstange oder Elektromasten auserkoren.

Auch konnten wir lange ein pale chanting goshawk Pärchen beim Jagen beobachten.

Das neue Jahr wollten wir gerne ein wenig feiern, so entschlossen wir uns in ein Game Lodge (Lodge mit Wildtieren) zu besuchen und uns ein wenig verwöhnen zu lassen. Und das in der Wüste!, was gar nicht ungewöhnlich hier in Namibia ist. Namibia ist ein Highlight für Touristen. Campingplätze mit eignem Bad, eigenem Trog für den Abwasch, eigener Grillstelle und der Nachbar gerade noch in Sichtweite.

Natürlich versuchen die Lodges auch Wildtiere zu schützen. Diese ist bekannt für ihre Geparden. Wir waren von der Arbeit mit diesen Tieren enorm begeistert.

Ich durfte auch ein Kätzchen streicheln.

Bald hieß es aber wieder back to the Road, die hier super sind. Selbst die Nebenstraßen, die Pisten, sind phantastisch, kaum Wellblech und perfekt unterhalten.

Jetzt war Wüste angesagt und es stimmt, jetzt kommen viele Pflanzenfotos, aber es ist ein Erlebnis der besonderen Art, wenn die Wüste blüht. Wie viele verschiedene Arten sich an die Lebensbedingungen der Trockenheit angepasst haben und wie wir auf Pflanzen reagieren. Grün heisst Leben, Farben dienen zum Anlocken um sich fortpflanzen zu können. Und das in kurzer Zeit, denn bald ist das Wasser versickert oder verdunstet, denn bald muss wieder eine lange Dürreperiode ausgehalten werden.

Aloe! Eine Blütenpflanze / kein Baum!

Wasser kann auch im Stamm gesammelt werden.

Auch Tiere genießen das viele Grün.

Einen besonderen Campingplatz, in Felsen angelegt, fanden wir und wir fühlten uns wie Höhlenbewohner, nur luxuriöser, mit Warmwasser Dusche und Toilette.

Ein Trekking führte uns zu einem uralten Köcherbaum, der kein Baum, sondern eine Aloe, eine Blütenpflanze ist.

Auch hier waren wir nicht allein, sondern die Hunde der Lodgebesitzer begleiteten uns, die zur Belohnung Wasser und Fleisch bekamen. Liebe geht ja durch den Magen!

Nun kam der Höhepunkt meines botanischem Lebens! Seit meinem Studium an der Uni Zürich träume ich davon, einmal in meinem Leben Welwischia mirabilis in der Natur, wild, sehen zu dürfen, die nur hier in Namibia, in der Namibwüste (und Südangola) vorkommt. Sie ist die einzige Art ihrer Gattung und ihrer Familie, eine Pflanze, die ein lebendes Fossil ist, die Merkmale von Nadelbäume und Blattpflanzen besitzt, also in der Evolution zwischen diesen beiden stecken blieb.

Zuerst mussten wir Flüsse durchqueren,

Euphorbien bewundern, die wie Kakteen aussehen,

Flechten bestaunen, die vertrocknet erscheinen, aber mit ein paar Tropfen Wasser sich strecken und zeigen, welche Kraft in ihnen steckt,

oder den Dollarbusch, dessen Blätter wie Münzen aussehen.

Aber dann kam sie! Welwitschia mirabilis! Ist sie nicht wunderbar?!

Dieses Individuum ist 1 500 Jahre alt!

Es ist ein Baum mit Jahresringen, wie der verholzte Stamm es beweist.

Wie beim Nadelbaum sind die Geschlechter getrennt.

Weibliche Pflanze mit Zapfen

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