30.01.2021, Oranje-River, Noordoewer

Juhu, der 100. Vogel wurde von mir bestimmt und ist auf meiner Liste gespeichert worden! (Ich weiss, für jeden Ornithologen ein pipifax!) In Äthiopien hatte ich mir drei Apps, nämlich eMammals, eTrees, eBirds vom südlichen Afrika heruntergeladen und seit dem wird beobachtet, bestimmt und in Listen gespeichert. Niggi findet es manchmal zu viel des Guten, wenn er mal wieder ein Bremsmanöver einleiten muss, wenn ich ein Tier, eine besondere Pflanze am Wegrand sehe, aber er freut sich auch, wenn wir das Lebewesen benennen können und gibt den Tieren oft einen neuen Namen, wie zum Beispiel für den Northern Black Korhan (Weissflügeltrappe), der bei Störung auffliegt und laut zeternd mitfliegt, bis er seine Meinung genügend kundgetan hat und abdreht, den nennt er Reklamirie.

Ist er nicht farbenprächtig? Southern Red Bishop (schon der Name!), auf deutsch Oryxweber. Ein so schönes Männchen kann nicht nur ein Weibchen haben, nein bis zu sieben zählt sein Harem.

Auch die Nester der Sociable Weaver (Siedelweber) bewundern wir immer wieder. Selbst in Köcherbäumen, Aloe dichotoma, werden riesige Einfamilienreihenhäusernester gemeinsam gebaut, zusammen wird auch gegessen, aber geschlafen wird getrennt!

Sociable Weaver mit leicht hellblauen Schnabel und schwarzer Gesichtsmaske
Da brauchen sie gute Ortskenntnisse, dass sie ihr Nest finden

Wir sind am Oranje-Fluss, dem zweit längsten Fluss Afrikas, an der Grenze zu Südafrika. Wir könnten über den Fluss waten, schwimmen und dann wären wir in einem anderen Land, aber tun es natürlich nicht, denn in Coronazeiten verstehen die Behörden keinen Spass. Uns kommt es wie in Tatschikistan vor, als wir nach Afghanistan über den Punjab sehen konnten und den Menschen zu winkten, aber die Gemeinschaft der Menschen wurde politisch von dem Fluss getrennt.

Auf unsere Fahrt hierher, mussten wir natürlich wie es sich für Schweizer gehört den Vulkan Brukkaros besteigen, der sich aus einer Ebene erhebt, die nach dem vielen Regen blüht. Welche Pracht!

Um 6:00 Uhr machten wir uns auf den Weg, denn um 10:00 Uhr erreichte das Thermometer schon die 30° Marke und dann wurde es so heiss, dass ein gemütliches Wandern nicht mehr möglich war. Außerdem bläst der Wind so stark, dass man mit dem Trinken nicht mehr nachkommt.

Das nächste Highlight war der Köcherbaumwald in der Nähe von Keetmanshoop. Da kann man ja nicht vorbei fahren, oder? Auf steinigem Untergrund, kaum Wasser, junge, alte Pflanzen, nicht mehr zum Zählen, sehr frühmorgens wandern und bestaunen und dann geht es schon weiter.

Langsam wird es richtig heiss. Der Morgen ist angenehm kühl, aber gegen Mittag wird es 40° heiss, so dass wir die Klimaanlage im Auto schätzen. Erst gegen Abend um 6:00 Uhr kühlt es sich ab. Nach der abendlichen Dusche muss man sich ganz schnell abtrocknen, sonst wird das Badetuch nicht nass.

So bewundern wir den Fish River Canyon, den zweit größten Canyon der Welt nach dem Gran Canyon in den USA, am Vormittag, wenn das Licht noch nicht so grell ist und vor allem, wenn es noch nicht so heiss ist. In den Canyon zu steigen, ist von November bis April strengstens verboten, schon viele Menschen sind dann verdurstet. Vorsichtig schaue ich 500 m hinab. Weil es so stark regnete, führt der Fluss Wasser, nicht klar, sondern mit viel Sediment.

Heute konnte ich mich im Oranje-Fluss abkühlen und morgen geht das Abenteuer weiter. Wir wollen eine Kanufahrt unternehmen, natürlich mit Guide.

Abendstimmung im Köcherwald

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