13.04.2019, Addis Abeba

Wir haben es geschafft! Mit viel Glück und sehr viel Unterstützung von Freunden hier in Addis Abeba haben wir Zollprobleme lösen können und können heute schon in die Schweiz fliegen und morgen am Sonntag unsere Familie in die Arme nehmen. Wir freuen uns riesig. Es war eine gute Entscheidung so schnell wie möglich nach Addis zu reisen. Wir hatten so ein Glück die Grenze passiert zu haben, denn kurz darauf kam es zum Putsch in Sudan und die Grenze war geschlossen. Wir hatten ja schon in Port Sudan befürchtet, dass es brenzlig werden könnte, war das Militär schon ein wenig nervös und sperrte Strassen ab.

Nach der Grenze ging es nach Gonder. Leider konnten wir den schönen Norden von Äthiopien nicht besuchen, der ein kulturelles Highlight darstellt. Fast 2000 Jahre alte christliche Kirchen, die heute noch von Gläubigen als Gebetsstätte besucht werden. Aber wir hatten das Ziel so schnell wie möglich nach Addis zu gelangen. Trotzdem wurde in Gonder kurz gehalten, um das 1. Bier und Wein zu kaufen. Wir mussten noch durch den Markt, was ein absolutes Erlebnis war. Zwischen Pferdetaxis, Tuktuk, Händler und Lastwagen kam es zu einem friedlichen Schieben und Tricksen um jeden verfügbaren Platz.

Aber auch das Hochland beeindruckte uns.

Aber es war harte Arbeit, die Strecke zu fahren. Jede Stunde mussten wir abwechseln. Denn in Äthiopien gibt es viele Menschen und Dörfer. Die Dörfer sind entlang der Straße angelegt und alles, auch wirklich alles ist und lebt auf der Strasse. So muss man Hühnern, Schafen, Ziegen, Hunde, Eseln, Pferden, Eselfuhrwerken, Kühen, Kälber, Tuktuks, Lastwägen, Menschen ausweichen, denn alle haben ihre eigene Geschwindigkeit. Selbst Paviane versperrten uns einmal den Weg. Wir konnten diese Szene nicht fotografieren, weil die Strasse 1000 Höhenmeter zu einer Brücke über den blauen Nil in vielen Serpentinen herunterging und nach der Brücke wieder 1000 m hinauf ins Hochland führte, was sich ja gar nicht so schlimm anhört, wenn man nicht weiß, in welchem Zustand diese Strasse war. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 20 km, d.h. wir holperten, ruckelten, stolperten von einem Loch zum nächsten.

So kamen wir gestern Mittag in Addis an. Ein Freund gab uns eine Adresse und so stauten wir das 1.Mal am Morgen durch die Stadt, um Hilfe zu erbitten. Wir sind immer wieder erstaunt und enorm dankbar über die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft für unsere ausgefallenen Probleme. So halfen sie uns das richtige Gebäude mit dem richtigen Büro und den richtigen Schreibtisch beim Zoll zu finden, um die Auskunft zu bekommen, dass wir einen sicheren Parkplatz in Addis finden müssen, wenn wir ausfliegen wollen und das Auto hier bleiben soll. Nicht ein Hotel, wie wir es vorschlugen, sondern am besten in der Botschaft. Also nichts wie hin. Wieder durch die Stadt im Nachmittagsstau, bei einem Regenschauer zur Botschaft, die Freitag Nachmittag geschlossen war. Was jetzt? Wir erinnerten uns an die Freundlichkeit und Verständnis von den Mercedes Garagen in Zentralasien. So nichts wie stauend hin. Welcher Empfang! Der General Manager begrüßte uns auf schweizerdeutsch! Wieder erlebten wir enorme Großzügigkeit. Gar kein Problem! Wir können unser Auto in der Mercedes Vertretung parken und bekamen dies für den Zoll schriftlich mit Unterschrift und Stempel. Der Zoll akzeptierte dies heute morgen (arbeitet Samstag morgen!) und wir bekamen eine Bestätigung vom Zoll (mit Stempel und Unterschrift und Eintrag ins große Buch), dass das Fahrzeug temporär alleine hier bleiben darf.

Wir freuen uns auf den Flug heute Nacht!

09.04.2019, An der Grenze nach Äthiopien

Nun ist Arbeit angesagt. Es ist 46.5° heiß (keine Übertreibung!) und ich lasse die Klimaanlage laufen, während Niggi in verschiedene Büros versucht, die richtigen Stempel zu bekommen.

Der Weg nach Äthiopien muss verdient werden, nicht löchrige Strassen lassen uns Slalom fahren, sondern Gruben sind in den Straßen eingegraben und manchmal wissen wir nicht, wie wir sie umfahren können. Dafür wechselt die Landschaft immer mehr in ein Hochland über. Hügel, viele Rinderherden, viele Schafherden, aber leider nehmen die Kamelherden ab. Gestern noch habe ich riesige Kamelherden bewundern dürfen. Der 1. Baobab hat uns begrüßt und viele Bienenfresser beobachteten uns von den Strommasten herab.

Hier noch ein paar Fotos aus Port Sudan am Roten Meer, wo wir uns ein Wenig das Ferienleben am Meer genossen haben. Fisch essen, Crevetten geniessen, Schnorcheln, Volleyball spielen, gemeinsam singen am Abend,…

Bevor wir das Dolce va niente in Port Sudan geniessen konnten, besuchten wir noch die Grabmäler der nubischen Pharaonen, schwarze Pharaonen, die über Ägypten 100 Jahre geherrscht haben.

Auch Ein Kamm hält im Haar.

7.04. Kassala (2. Teil).

Die Strasse nach Port Sudan und hierher nach Kassala ist eine Slalomstrecke. Immer wieder gibt es tiefe Löcher. Auf dem Hinweg nach Port Sudan habe ich manchmal gedacht, müssen alle Löcher auf meiner Seite sein? Und auf dem Rückweg kamen die gleichen Gedanken auf! Zum Glück ist die Strasse nicht stark befahren, trotzdem muss man enorm aufpassen und wissen, wer ist hinter mir, wer ist vor mir, wo ist das nächste Loch, passt es unter das Auto oder soll ich es lieber rechts oder links umfahren. Die Umgebung ist abwechslungsreich, einmal Wüste, dann eher Sahelzone, mehr grüne Schirmakazien, dann Wüste mit riesigen grauen Steine wie Elefantenrücken, ab und zu helle 🐪, Ziegen und Menschen, die einem zu winken. Gibt es Wasser, so wird Hirse angepflanzt. Wo Hirse gibt, da gibt es Mäuse und Raubvögel. Wunderbar, wie sie über die Felder schweben, Zeit genug um sie zu beobachten.

Gestern kochte ich Ghackts mit Hörnli (deutsch: Hörnchen mit Hackfleischsosse). Dank Gefrierfach hatte ich noch gefrorenes Hackfleisch aus Luxor und mit dem Dampftopf wurde die Garzeit bei sehr hoher Temperatur verkürzt. Als Dessert gab es eine Honigmelone, die so schmeckte wie ihr Name sagt! Zur Zeit gibt es viele Früchte und Gemüse. Bananen kaufe ich kiloweise ein, am Mittag gibt es Mango, so süss, wie wir sie nicht kennen.

7.4. Auf dem Weg nach Kassala zur Grenze nach Äthiopien (1. Teil)

Viel hat sich in den letzten Tagen ereignet und ich kam einfach nicht zum Bloggen, denn wie Niggi so immer sagt, we have / had a lazy net ( oder hatten gar keins). Gestern haben wir uns entschieden nach Khartum, dem nächsten Flughafen, zu fahren, alleine, ohne Heidi und Werner, die lieber Kassala als Khartum ansehen wollten, und wir hatten uns entschlossen, so bald wie möglich in die Schweiz zurück zu fliegen, weil Niggi einfach immer noch trotz Pharmaka so starke Rückenschmerzen hat. Ausserdem bekam er mal wieder am Abend Fieber. Heute morgen verabschiedeten wir uns in Port Sudan schweren Herzens von Heidi und Werner. Es war schön mit ihnen zu reisen, wir haben viel gelacht, „geschnurrt“, „palavert“, nicht gejazzt, nicht gespielt, und trotzdem gesellige Abende verbracht. Wir sind vor allem Heidi dankbar für ihre morgendlichen Yogaübungen und ihr Wissen über Schmerzbehandlungen.

So fuhren wir von Port Sudan los. Aber, wie ihr uns kennt, entschliessen wir uns schnell und ändern auch dementsprechend rasant unsere Pläne. Hatten wir am Morgen noch vor, von Khartum zurück zu kehren, bogen wir nach Kassala ab, um schnellsten nach Abis Abeba zu gelangen und dann von dort heim zu fliegen. Äthiopien ist einfach touristischer und es gibt non-Stop Flüge nach Frankfurt. Ausserdem haben wir ein äthiopisches Visa mit mehrmaligem Einreisen.

Wir freuen uns bald in der Schweiz zu sein und unsere Familie in die Arme schliessen zu können, vor allem Niggi, dessen Geduld mit seinen Schmerzen mehr und mehr abnimmt und hofft, die richtige Therapie zu bekommen. Ich bin ein wenig traurig, weil ich mich in Sudan verliebt habe. Ich finde diese Land so schön und erst die Menschen! Diese sind so extrem freundlich und lachen einen ständig an. Sie sind so arm und doch zeigen Sie eine Lebensfreude und können diese weitergeben. Ausserdem wird der Temperaturunterschied extrem sein. Hatten wir doch heute 40° und selbst am Abend sank die Temperatur nur gering.

31.03.2019, Karima (Sudan)

In Assuan besuchten wir noch den Botanischen Garten, der auf einer kleinen Insel mitten Im Nil angelegt wurde. Vom wem? Natürlich von einem Engländer in der Kolonialzeit.

Und dann ging es zum Highlight Abu Simbel, am Nasser Staudamm. Ich finde, es ist zwei Mal ein Weltkulturerbe, einmal der Tempel selbst, den Ramses erbauen lies, um seinen südlichen Nachbarn zu zeigen, wie mächtig Ägypten und diePharaonen sind und zum zweiten, wie der Tempel in den 60-er Jahre vor der Überflutung des Nasser Sees gerettet wurde. Der ganze Tempel, Stein für Stein, wurde einfach 200 m höher verlegt.

Bei Sonnenaufgang erstrahlte der Sandstein kurz rot.

Schon am Eingang wurde den damaligen Besuchern gezeigt, wie Nubier und ander Völker in die Sklaverei geführt wurden.

Kriegerische Szenen durften in einem Abschreckungstempel nicht fehlen.

Und dann ging es Richtung Sudan. Über den Landweg ist es zur Zeit nicht möglich, aber mit der Fähre über den Lake Nasser. Direkt bei der Tempelanlage ist der Touristenhafen, wo die Militärfähre ablegt. Mit Hilfe von 2 Fixern, einen für den ägyptischen, der andere für den sudanesischen Zoll schafften wir die Einreise in „nur“ 5 Stunden.

Kurz nach der Grenze in der Wüste am Nil schlugen wir das Nachtlager auf. Der Sternenhimmel ließ uns die Wartezeit vergessen. Einfach phantastisch wieviele Sterne es gibt!

Am nächsten Tag waren wir in der 1.Ortschaft Wadi Halfa, um das wichtigste zu Erstehen, nämlich eine SIM-Karte. Und siehe da, nach einer Stunde englisch-arabische Konversation waren wir up to date. Eigentlich wollten wir uns noch Registrieren lassen, aber da es Freitag war, war die Passkontrolle zu.

Werner und Heidi fragten nach dem Weg.

Immer wieder kamen wir zum grünen Streifen am Nil.

26.03.2019, Assuan

Gestern hatten wir mal wieder einen Arbeitstag eingeplant. Wir planten wie gewohnt, aus Erfahrung, einen vollen Tag ein. Am Morgen ging es schon früh um 9.00 Uhr zum Traffic Department los, um das „Certificate of no fines“ zu bekommen, d.h. dass wir keine nicht bezahlte Verkehrsbusse in Ägypten bei der Ausreise haben. Die Adresse hatten wir vom iOverlander, einem super App für Reisende. Nun ging das enorm rasch im 1. Büro, kaum waren wir drinnen, hatten wir schon eine Quittung von 10 EPfund (60 Rappen), dass wir keine Strafe hätten. Im 1. Stock mussten wir noch den Stempel vom Boss holen, das nur 1 1/2 h Wartezeit erforderte.

Dann ging es mit der Überraschung weiter. Wir fuhren zur Touristenpolizei, um das Permit für Abu Simbel und Weiterfahrt zur Grenze nach Sudan zu erhalten. Das hat 5 Minuten gedauert. Nein, keine ägyptische 5 Minuten, sondern schweizerische! Der Beamte fotokopierte unsere Pässe, unsere Unterlagen, steckte die Kopien in einem Umschlag, schrieb die richtigen Informationen dazu (so hoffe ich es, da wir ja schlecht arabisch lesen können), und schon waren wir draussen. Einmalig!

Währenddessen war Niggi beim Coiffeur, weil er immer noch Schmerzen beim Gehen und Stehen hat, und wir nicht wussten, wie lange wir beschäftigt sind.

Uns gefällt es gut in Assuan. Der Nil,

die nubische Kultur gibt der Stadt eine andere Atmosphäre. Den Nachmittag verbrachten wir in einem nubischen Dorf auf der anderen Seite vom Nil.

1. Katarak

Die Häuser sind farbig und werden auch mit Töpfen

oder wir hier mit Nilkrokodile geschmückt.

Natürlich darf ein Touristenmark mit Gewürzen, Tee, Stoffe, Teppiche etc. nicht fehlen.

Im Hotel sind sie auch sehr nett und schmücken die Betten mit Blüten.

24.03.2019, Edfu

Lange ist es her, das ich bloggen konnte! Es ist 2:00 Uhr morgens und wieder einmal weckte uns die Polizei, hier können wir nicht übernachten, sie zeigt uns einen besseren Platz. Kennen wir schon, hatten es doch schon in Iran erlebt. Es ist nicht böswillig, sondern dient zu unserem Schutz, meinen sie.

Gestern sind wir endlich von Luxor nach Edfu aufgebrochen, nur 110 km weiter, aber für Niggi eine Kraftleistung. Warum? Am Sonntag, den 17.03., wollten wir einen Ausflug in das Tal der Könige, auf der anderen Seite von Luxor unternehmen. Aber Niggi wachte mit hohem Fieber auf und konnte sich kaum rühren. Er hatte unheimliche Schmerzen im Rücken. So blieb ich mit ihm im Hotel. Da es am Montag eher schlimmer war, hiess es, eine Klinik aufsuchen. Die Diagnose lautete, Blasenentzündung, kleine Nierensteine. Wie in der Schweiz verließen wir das Spital mit sehr vielen Medikamente. Nur ging es ihm nicht besser. Am Mittwoch fuhren wir wieder ins Krankenhaus und nun lautete die Diagnose Muskelverspannung im Lendenbereich. Mit neuen, sehr vielen Medikamenten ging es heim ins Hotel. Zum Glück konnte Niggi wieder ins Bett. Alle waren sehr freundlich zu uns. Der Besitzer fuhr uns ins Spital, das Zimmerpersonal schmückte das Bett mit Blumen und jeder wünschte ihm „gute Besserung“. Gut, wir verbrachten viel Zeit im Hotel, aber wir konnten auch sehr viel erledigen wie Tischdecke kürzen, Wasserschlauch kaufen, Auto putzen,…

Was wir gelernt haben? Es gibt alles in Luxor, wer sucht, kann es mit Glück finden.

Aber am meisten hat Niggi Heidi geholfen, unsre mitreisende Freundin. Sie ist Homöopathin in Ruhestand, aber „gelernt ist gelernt“. Mit Kügelchen, Schröpfen, Fieberthermometer, gute Ratschläge und Fussreflexmassage half sie Niggi den Schmerz zu reduzieren. Auch das Internet half, so besuchte ich Massagekurse im YouTube, denn mit den Rückenschmerzen kam noch Ischiasschmerzen dazu.

Nun fuhren wir gestern weiter nach Edfu, Richtung Assuan, und besuchten den Horus-Tempel. Wieder ein kleines Highlight der altägyptischen Baukunst.

Der Tempel wurde im Laufe der Jahrhunderte durch den Wüstensand eingegraben und vergessen. Erst in der Neuzeit hat ein Archäologe ihnausgebuddelt, so dass wir ihn heute gut erhalten bewundern können.

Selbst die Farben kann man noch sehen!

Horus, der Gott mit dem Falkenkopf mit seiner Mutter und Vater.

Nach dem Tempelbesuch fragten wir nach einem sicheren Parkplatz zum Übernachten. Am Ende der Niluferpromenade hiess es, da gäbe es keine Probleme. Also nichts wie hin. Nach mehreren telefonischen Rückfragen an die Polizei und an die nächst Höheren bekamen wir das O.K. Nur jetzt um 2:00 Uhr wechselte die Meinung der Polizei (Ablösung?), d.h wir wurden geweckt, das Auto musste fahrbereit umgebaut werden, und es wurde uns ein besserer, sicherer Platz (150 m weiter) gezeigt.