29.12.2020, Maun

Heute Nacht erwachten wir von einem Gewitter direkt über unser Auto. Ich habe noch nie so etwas erlebt! Die Blitze erhellten unser Bett durch das Autodach, so dass wir geblendet wurden und gleich darauf dröhnte der Donner und das Auto erzitterte vom Knall. Rechts und links von uns krachten riesige Dumpalmenblätter und ihre Tennisball grosse Früchte auf die Erde. Niggi parkte das Auto zum Glück nicht unter den Palmen. Schon die ganze Woche regnet es jeden Tag, ein kleiner Schauer oder ein Gewitter zieht vorbei, aber so stark hatten wir es bis anhin noch nicht erlebt.

Wenn es regnet, dann verwandelt sich die Umgebung in riesige Seen und Flüsse. Das Wasser kann nicht mehr von der Erde aufgenommen werden oder abfließen, weil Botswana so flach ist. Auf Straßen bleiben Autos stecken, die Besitzer lassen es stehen, um Hilfe zu holen oder abzuwarten und die dazu kommenden Autos müssen dann auch warten oder ungeduldige versuchen auf Umwegen weiterzukommen, wie wir.

Ein leerer kleiner LKW blieb auf der Piste stecken
Unsere Umfahrung endete im Schlamm und dann arbeiteten wir zwei Stunden, um das Auto aus dem Schlamm mit Hilfe von Sandblechen (zur Zeit müssten sie „Batzbleche“ heissen) zu bekommen.
Unsere Spuren nach getaner Arbeit
Zuerst muss das Auto um möglichst viel Ballast erleichtert werden, dann wenn es wieder sicher auf festen Untergrund steht, muss der Ballast wieder eingeladen und Sandbleche im Wasser (gibt es ja zu genüge) gewaschen werden. Zum Glück ist es nicht so kalt wie in Tadschikistan, wo wir einmal das Gleiche erlebt hatten, aber nur auf 4000 m Höhe und bei einer Kälte, dass mir die Finger beim Waschen der Sandbleche fast abfroren.

Aber das Wasser ist ein Segen. Alle in Botswana freuen sich nach fast 3 jähriger Trockenheit auf das Nass. Botswana erscheint in einem satten Grün und wir können das Gras fast wachsen sehen.

Baobabs strecken keine kahlen Äste gegen den Himmel
Annemone
Büsche mit filigranen Blüten
Wilde Kürbisse blühen

Der Regen kommt nicht wie in den Tropen pünktlich am Nachmittag, sondern überrascht einen beim Zubereiten des Essen. Es braucht Regenschirm und Abfalltonnendeckel zum Schutz vom Koch und Feuer.

Als Belohnung gibt es die letzte Schokolade aus der Schweiz
Und ein Nickerchen
Ein Woodland Kingfisher nistet vom November bis April in Botswana

Weihnachten feierten wir im Elephant Sand Camp, einem besonderen Camp, das viele Wasserlöcher in seiner Umgebung gelegt hatte, um den riesigen Durst, der dort lebenden Elefanten zu stillen, und wo Elefanten ihr Spa geniessen können. Mit einem kühlen Bier in der Hand, konnten wir Elefanten beobachten und zusehen, wie sie im Wasser sich vergnügten und planschten.

Das Weihnachtsmenu bestand aus Fleisch, das der Besitzer Mike gekonnt den ganzen Morgen grillte. Wir sind hier in einem Land, das für Vegetarier nicht so einfach ist.

Unterwegs besuchten wir eine Krokodilfarm. Der Besitzer zeigte uns seine Farm und sprach so liebevoll und respektvoll von seinen 1600 Tieren, erzählte so enthusiastisch von seiner Arbeit und seiner Forschung über die Aufzucht von Krokodilen, erklärte begeistert die Anatomie und das Leben der Reptilien, dass selbst Niggi nach der Führung fand, es war phantastisch.

So klein wie mein Daume sind die Eier
Ein paar Monate später kann man sie noch streicheln, aber dann
Werden sie einfach zu gross
Sie warten auf das Huhn
Krokodilfleisch wird in Botswana geschätzt, die Haut kommt nach Europa für Taschen, Schuhe oder Jacken
Auf der Farm wird auch die Leopardschildkröte gezüchtet

In den nächsten Tage wollen wir nach Namibia, Windhoek reisen. Der Regen verhindert zur Zeit das Weiterreisen in Botswana. Auf alle Fälle wollen wir im Mai wieder in dieses wunderschöne Land reisen, falls es geht. Inshallah!

19.12.2020 Maun

Diese Woche war für uns eine spezielle Woche. Der Montag fing super an, wir schenkten uns als Weihnachtsgeschenk einen einstündigen Helikopterflug über das Okavangodelta. Früh morgens, als die Sonne aufgegangen war und das Licht noch für das Fotografieren gut war, ging es los. Natürlich war ich sehr aufgeregt und nervös in so einen kleinen Helikopter ohne ! Seitentüren einzusteigen, nur gesichert mit Sicherheitsgurten wie in einem Auto.

Niggi meinte, sitz du nur vorne neben dem Pilot, da hast du eine bessere Aussicht. Ich glaube, das war nicht der Grund, der hintere Sitz war teilweise vom Gehäuse besser geschützt und er hatte wohl auch ein mulmiges Gefühl, nur wollte er es nicht zugeben.

Die letzte Siedlung vor dem Nationalpark Okavango, noch ganz verschlafen

Und dann erreichten wir das Delta. Nach der Trockenzeit, die dieses Jahr von April bis Anfang Dezember gedauert hat, war das Delta ausgetrocknet. Die letzte Woche hat es aber zum ersten Mal wieder geregnet und wir sahen das Delta im üppigen Grün.

Neues Gras schmeckt für Zebras und Gnus einfach am besten
In den noch wenigen Wasserlöcher sammeln sich Büffeln für das morgendliche Schlammbad

Zurück auf der Erde empfang uns ein gut getarntes Chamäleon.

Nun dachten wir die Regenzeit, die seit einer Woche begonnen hatte, ging so weiter, wie wir es erlebt hatten, am Nachmittag ein kleines Gewitter, aber dann Sonne, die schnell die Spuren des Regens verdampfen lässt. So machten wir uns in den Moremi Nationalpark auf. Wir wussten nur nicht, welches Abenteuer uns dort erwartet, keinen Kontakt mit der Aussenwelt, keine Touristen, keine Autos von Touroperators, einfach alleine mit ein paar wilden Tieren.

Zuerst ging die Strasse noch einiger Massen gut, einfach sehr sandig, streckenweise mit tiefen Sandlöcher, wo wir uns fragten, sollen wir Luft ablassen, um so besser durch den Sand schlingern zu können, aber dann waren wieder grosse Wasserstellen zu durchqueren, die wieder aufgeblasene grosse Reifen erforderten, so wurde der Weg nie langweilig und wir hatten etwas zu diskutieren.

Endlich am Abend erreichten wir den Campingplatz „Third Bridge“.

First Bridge
Sie hält!
Jetzt zur Regenzeit haben alle Tiere Junge, da es genügend Futter hat. Dieses junge Gnu war erst ein paar Stunden alt und konnte fast noch nicht richtig stehen. Man konnte noch die Nabelschnur am Bauch sehen.
Schwangerer Tüpfelhyäne, die ihren Bauch im Schlamm kühlte

Am Abend gelang es Niggi noch ein kleines Holzkohlenfeuer und das Abendessen war gerettet.

Aber dann …. fing es an in Strömen zu gießen. Die ganze Nacht schüttete es. Zum Glück waren wir in der Nähe der Piste, so dass wir aus der nassen Wiese herausfahren konnten. Und nun ging das Abenteuer los. Die Piste im Nationalpark war durch den starken Regenfall mit Wasser bedeckt. Vor jedem Loch wussten wir nicht, gelangen wir durch das Wasser oder bleiben wir im Loch stecken, weil der Untergrund schlammig ist oder weil ein riesiges Loch auf uns wartet oder liegt ein grosser Stein im Wasser, der uns einen Platten beschert. 60 km in Schritttempo, 60 km ohne jemand zu sehen, 60 km mit Hippos, die sich in den Schlammlöchern neben der Piste suhlten, 60 km mit Elefanten, die genüsslich die frischen Blätter von den Bäumen rissen und mampften. 5 Stunden harte Arbeit für Niggi, der konzentriert fuhr, 5 Stunden hielt ich verkrampft die Halterung der Seitentüre fest, 5 Stunden spürten wir beide unseren hohen Adrenalinspiegel im Blut, 5 Stunden Stress.

Wir waren so froh, als wir am Gate waren, den Nationalpark verlassen konnten ohne stecken geblieben zu sein. Aufatmend dachten wir, auf der Hauptstraße nach Maun sei es besser. Die Wellblechpiste ist frisch geschoben worden und das Wasser könnte an den Seitenrändern ablaufen. Denkste! Die Strasse war nur breiter, keine Hippos oder Elefanten kreuzten unseren Weg, dafür mussten wir weiter durch tiefe Seen fahren.

In Maun angekommen kauften wir erst einmal Wein und Bier, da wegen Corona die Alkohol verkaufende Geschäfte nur Donnerstag und Freitag von 9:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet sein dürfen. Wir wollten für die nächsten Regentage gerüstet sein.

Es lässt sich gut mit 3 Besuchern den Regennachmittag in unserem Auto verbringen. Selbst Toto der Hund von Réné hatte Platz. Wegen Corona hielten wir Sozial Distanz, Niggi und ich teilten uns einen Sitz.

12.06.2020, Maun

Auf dem Campingplatz ruhen sich Mungos aus
White-browed Robin-Chat picken unsere Brotreste auf

Nachdem Niggi mit Medizinbomben die Plasmodien in seinem Blut bekämpfen konnte und so nicht mehr unter Fieberschübe litt, machten wir uns auf den Weg in den Chobe NP. Keine Autos kreuzten unsere Wege, keine Touristen waren auf sightseeing tours, nur wir! Es war komisch, als wir auf dem Campground kamen und ein Wächter uns die Plätze zeigte, wo wir schlafen könnten, nämlich überall, und uns ermahnte auf Löwen und Elefanten aufzupassen, die dann auch sofort durch den Campingplatz marschierten, um ihren Standort zu verteidigen.

Beim Abendbad

Wir genossen allein den Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen ging es auf die Pirsch und sahen Giraffen, Giraffen, Giraffen.

Selbst auf der Strasse und noch dazu liegend!
Nicht nur Giraffen lieben den Chobe Fluss
Auch Kudus
Paviane
Southern Carmine Bee-Eater
Lilac breasted Roller
Skarabäus bei der Arbeit

Strassenschilder weisen darauf hin, dass wir in einem Elefantenland sind.

Eine Leopard Schildkröte kreuzte unseren Weg und dann kam er auch noch leibhaftig selbst vorbei

Der Chobe Nationalpark ist riesig und wir kommen uns sehr klein vor. Wir suchten nach 3 000 Jahre alten Felsbilder. Wo sind sie nur?

Gefunden!
Jetzt zur Regenzeit wandern 25 000 Zebras in den Süden des NP. Wir zählten über hunderte und dann hörten wir auf. Gnus ziehen gerne mit Zebras.

Diese Büffel versperrten uns den Weg. Wie kommen wir weiter, war doch die Strasse von mit Wasser gefüllten Löcher versperrt. Solche Löcher sind extrem gefährlich, weiss man nicht wie tief sie sind und wie der Untergrund ist. Wir wollten nicht zwischen Büffel im Morast stecken bleiben. Zum Glück waren sie sehr friedlich aufgelegt und wanderten ein Stück von der Strasse weg. Zählen konnte ich sie nicht, da es hunderte waren. Die Ebene war schwarz von Büffeln.

Nun sind wir in Maun (ausgesprochen Ma-un) angekommen und wir geniessen den Luxus von frisch gezapften kalten Bier. Außerdem können wir sehr viele Dinge wie Gas auffüllen erledigen.

Gas wird per Hand in unsere festinstallierte Gasflasche gepumpt

Heute möchte ich mit einer Karte von Sambia den Blog beenden, damit ihr wisst, wo wir uns herumtreiben.

01.12.2020, Lusaka

Lang ist es her, dass ich euch etwas berichten konnte, aber wir waren im Outback und so wurde mein Blogg immer mehr hinausgezögert, bis ich wieder ein vernünftiges Netz habe, nämlich hier in Lusaka, in Lukasa einem sehr schönem Camp.

Bei uns weihnachtet es auch. Die Mails sind geschmückt, Kinderspielsachen werden am Eingang ausgestellt, Turkey oder Rollschinken liegen in der Gefriertruhe bereit und Weihnachtslieder schallt es aus den Lautsprecher, während draussen es 30° heiß ist.

Nachdem Niggi es geschafft hatte, das Auto zu reparieren und der Vierradantrieb und der Geländegang wieder zu geschaltet werden konnte, verließen wir Lusaka und fuhren in den Kasanka Nationalpark, der eigentlich nur ein kleiner Park ist, aber in November und Dezember eine Besonderheit vorzeigen kann, nämlich die grösste Säugetiermigration der Welt. Anfangs November kommen mehr als 5 Millionen Flughunde (Afrikanischer Palmenflughund, Straw-coloured Fruit Bat, wie Fledermäuse aussehend) aus Zentralafrika in den Kasanka NP, um dort zu gebären und ihre Jungen grosszuziehen. Jeden Abend, wenn die Sonne untergeht, kann man in diesen zwei Monaten beobachten, wie sie in die Umgebung fliegen, um Futter, d.h. Früchte zu finden und am frühen Morgen, wenn die Sonne aufgeht, wieder zurückkehren, um sich auszuruhen. Wenn man bedenkt, dass die Tiere jede Nacht die Hälfte ihres Körpergewichts fressen und ein Tier durchschnittlich 230 g schwer ist, dann fressen diese 5 Millionen Tiere jede Nacht 575 t Früchte. In der Umgebung von 100 km verspeisen sie die Wildfrüchte und die Früchte der Obstplantangen auf.

Das wollten wir natürlich sehen, wie der Himmel schwarz von Flughunden wird, wenn sie den Park verlassen oder wieder zurückkehren.

Ohne zusammenzustossen fliegen die Flughunde weg
Ganz eng hängen sie in den Bäumen, deren Äste manchmal vom Gewicht der Flughunde abbrechen, ein gefundenes Fressen für Schlangen und Leoparden

Auf dem Campground im NP freundeten wir uns mit zwei südafrikanischen Familien an, die mit ihren Kindern auch dieses Spektakel ansehen wollten. Wir grillten zusammen und spielten mit den Kindern „Uno“, so dass die Zeit schnell verflog bis wir abends und früh morgens zu den Ort, wo die Flughunde tagsüber in den Bäumen hängend schlafen, fahren konnten.

Aber nicht nur die Tiere waren faszinierend, sondern auch die Pflanzenwelt beeindruckte uns. In der Umgebung wuchsen Leberwurstbäume und der Name für diesen Baum ist wirklich bezeichnend.

Eine mittlere Leberwurst
Lilien am Wegrand
Eine sehr stachlige Raupe geniesst die Blüte

Vom NP ging es zum Lake Wakawaka. Wir dachten, es ist ein kleiner Ausflug, aber denkste, die Straße war so schlecht, entweder staubig oder mit Wasser wurde der Staub zu Morast oder LKWs spurten die Strasse zu zwei tiefen Rinnen, so dass wir wenn wir in die Rinnen gelangten auf der Mittelspur aufsaßen. So zuckelten wir mit 20 km/h vorwärts.

Als wir endlich wieder auf der Asphaltstraße kamen, meinte Niggi, die Fahrt der beiden letzten Tagen hätte gezeigt, dass die Reparatur gelungen wäre und wir wieder off road fahren könnten, und wozu hätten wir ein Allradauto, wenn wir nur langweilige Teerstrassen fahren würden. Er würde so gerne die Escarpement road durch den Southern Luangwa NP fahren. Ob ich dabei wäre? Was sprach dafür? Die Regenzeit hatte noch nicht eingesetzt und die Flussdurchfahrten wären machbar, da es noch wenig Wasser hat und die grossen Sanddurchquerungen wären durchführbar, weil es doch schon ein bisschen geregnet hat und der Sand so schwerer ist. Außerdem versprach Niggi, dieses Mal die Luft abzulassen, falls wir einsanden würden.

Also wagen wir es, meinte ich und dachte, hoffentlich können wir mit noch jemanden diese Strecke fahren. Ein Wunschtraum bei so wenigen Touristen! Aber wer kommt uns entgegen, Freunde, die wir vor einem Jahr in Nairobi kennengelernt und seit damals keinen Kontakt hatten, da unsere Reisepläne durch Corona verändert wurde.

Jutta und Gerd fahren ein MAN und der ist 2,5 m breit und 4 m hoch, ein richtiger Elefant im Gegenzug zu unserem niedlichen Bänz. Auch sie fanden die Idee super, diese abenteuerliche Strasse zu fahren und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg zur berühmten Escarpment Road, eine Strasse für Allradprofis, wie es in den Reiseführern heisst. Der erste Teil bis zum Scoutcamp am Rande des noch 1180 m hohen Escarpment ging super, Straßenarbeiter bauten gerade die Strasse und der Blick hinab in das Luangwatal war spektakulär.

Kinder im Scoutcamp

Dann kam das Erwachen. Der Abstieg von 1180 m auf 750 m in das Luangwatal ist nur 5 km lang, aber die Strasse ist sehr ausgewaschen, steinig, sehr steil, mit engen Serpentinen versehen. Das hieß für mich, Strasse bauen, Löcher mit Steinen auffüllen, Steine wegschleppen, während Niggi in Schritttempo die Strasse herunterbremste. Bänz leistete Superarbeit! Er kraxelte hinab, manchmal nur auf drei oder sogar nur auf 2 Rädern stehend!

Auch Jutta musste die Leistung von ihrem Elefanten dokumentieren
Todmüde! Nach 3 Stunden Straßenarbeiten
Angekommen am Gate vom Southern Luangwa NP

Am Gate vom NP genossen wir den Abend und dachten, so das wäre geschafft. Aber der nächste Tag zeigte, was es heisst, mit einem Dinosaurier durch einen Nationalpark zu fahren, der für Toyotas oder für Bänz angelegt ist.

Die 1. Flussdurchfahrt, gar nicht so schwierig
Alle 2 m die Diskussion, wollen wir und wie wollen wir den Baum fällen
Fällen, zum Glück geht die Motorsäge ….

So ging das alle paar Meter! Am Morgen um 6 Uhr war es noch angenehm kühl und die Motorsäge sprang sofort an. Welch himmlisches Geräusch! Aber nach zwei Stunden, als es gegen 40° wurde, gab sie den Geist auf, da das Benzin verdampfte. Es blieb uns nichts anderes übrig, als mit vereinten Kräften die Bäume weg zu drücken, weg zu zerren oder mit der Manchete zu fällen. Am Mittag nach 6 Stunden Fahrt hatten wir sage und schreibe 20 km geschafft und wir waren fix und fertig.

So entschieden wir uns, dass Niggi und ich zum Ausgang des NP fahren und dort Hilfe holen sollen, denn wir hatten mit unserem kleinen Bänz keine Schwierigkeiten auf der Piste.

Nur dieser Elefantenbulle drohte uns, wackelte mit den Ohren, trompetete, was wollt ihr denn hier? Wir mussten den Rückwärtsgang einlegen und zeigen, dass wir einsehen, dass er stärker ist.

Nicht nur wir hatten es heiss

Im Croq Valley Camp am Luangwa Fluss waren wir an unserem Ziel angekommen und konnten ein Auto mieten. So fuhr Niggi mit 2 starken Männer am nächsten Tag zurück zu unseren Freunden und gemeinsam schafften sie es durch den Park zu fahren. Abends bei einer Flasche kühlen Bier waren wir froh, diese Strecke hinter uns zu haben. Abenteuer sind dann gut, wenn sie heil überstanden sind.

Am nächsten Morgen wurden wir von zwei sich streitenden Hippobullen geweckt. Der rechte hat dann gesiegt, er konnte sein Maul mehr aufreißen und so seine Zähne besser zeigen. Als er wieder ins Wasser zu den anderen Hippos stieg, fing der Tratsch sofort an. 5 Minuten wurde der Kampf von den anderen im Wasser kommentiert.

So fuhren wir nach Lusaka durch aber tausende Schmetterlinge,

tauschten die Vorderreifen mit den Hinterreifen, die sehr gelitten hatten,

kauften ein, machten einen COVID Test und schon ging es nach Livingston, Richtung Botswana.

Victoria Fälle, gesehen von
Royal Livingston Hotel
mit einer wunderschönen Bar

Am 3. Dezember haben wir die Grenze nach Botswana geschafft und sind in Kasanke am Chobe River angekommen. Wir hatten schon die ersten Besucher …

Heute morgen, 4. Dezember wachte Niggi mit Fieber auf. COVID kann es ja nicht sein, haben wir beide doch negative Testergebnisse. Zum Glück kann man hier in der Apotheke einen Malariatest kaufen und so war die Selbstdiagnose schnell gestellt. Malaria! Nun heisst es für ihn, die nächsten 3 Tage Bomben gegen Malaria einnehmen.

Was wollen wir nächstens machen? Wir wollen Chobe Nationalpark und das Okavango-Delta besuchen.

14.11.2020 Luangwa Nationalpark

Gestern war ein besonderer Tag! Den ganzen Tag arbeitete Niggi unter dem Auto, um die Tipps von unseren Freunden aus der Schweiz und Deutschland , die per WhatsApp eintrudelten, wie wir die Probleme unseres Auto beheben könnten, umzusetzen. Während ich Wäsche wusch, was hier richtig Freude macht, viel Wasser und nasse Wäsche trocknet augenblicklich. Nur die Affen müssen überzeugt werden, dass sie hier nichts verloren haben.

Zusätzlich versuchte ich Spotlight hochzuladen. Ich lese gerne die englisch sprachige Zeitschrift, um mein Englisch aufzubessern. Mit mäßigem Erfolg, aber immerhin, oder?

Um 16.00 Uhr holte uns der Fahrer für ein Night-Gamedrive ab. Wir wollten gemütlich Tiere ansehen, also nicht selbst fahrend auf die Pirsch gehen, und außerdem muss man mit eigenem Auto um 18.00 Uhr aus dem Park sein, gerade wenn es langsam dunkel und spannend wird. Die Bürokratie war schnell geregelt, so dass wir schon im Park waren, bevor wir es richtig mitbekommen haben. Giraffen,

Kudus,

Warzenschweine begrüßten uns. Und da war auch der Leopard, schlafend auf dem Baum, gelassen den Schwanz herunter hängend, unbekümmert von den ansammelnden Paparazzis. (Wir entdeckten ihn, weil schon zwei Tourautos darunter standen und wir das Klicken der Kamara hörten.)

Auch wir bewunderten ihn, was für ein schönes Tier wir doch sehen durften! Verewigten ihn und machten uns bequem, denn wir wollten beobachten, wie er am Abend zur Jagd geht. Gott sein Dank hatte er Hunger und wartete nicht auf die vollkommene Dunkelheit, um auf die Pirsch zu gehen, sondern als langsam die Dämmerung kam, putzte, streckte und gähnte er sich und stieg gemächlich vom Baum.

Ganz nah an unserem Auto ging er zu den nächsten Büschen,

ruhte sich ein wenig aus

und gelangte allmählich zu seinem Jagdrevier, eine Ebene mit vielen Impalas. Es wurde stockdunkel und wir verloren leider seine Spur.

Auch unser Führer konnte ihn trotz Scheinwerfer nicht mehr entdecken. Nur Impalas, Hippos und Büffel schauten uns im Licht kurz an.

Um 20.00 Uhr kamen wir zurück zu unserem Camp, aßen eine Pizza und gingen zufrieden ins Bett, wegen des tollen Erlebnisses oder wegen des vollen Magens oder dem Bier sei dahin gestellt.

12.11.2020, Luangwa-Tal, am südlichen Gate vom South Luangwa NP

Endlich habe ich ein wenig Zeit und vor allem wifi um euch zu schreiben. Es ist gar nicht so einfach, ohne wifi zu leben und ohne kommunizieren zu können, so hat man sich daran gewöhnt, überall und zu jeder Zeit in Kontakt zu sein, schreiben, telefonieren oder Kurznachrichten verfassen zu können.

Zuerst waren in Tansania Wahlen, so dass alle Leitungen von der Regierung gekappt wurden, damit die Wahlen ruhig verlaufen können. So gelangten wir über die Grenze nach Sambia mit vollen Sim-Karten. Leider können wir keinen belangen oder wegen fast 2 wöchiger Pause des Internets reklamieren, damit wir Geld zurückerstattet bekämen.

Hier in Sambia waren wir im outback, so dass wir auch kein Netz hatten. Zum Glück schenkte ein deutsches Ehepaar, das aus Sambia kam und wir in Tansania trafen, uns ihre Sim-Karten, so dass wir jetzt endlich mit euch kommunizieren können, denn eigentlich sollte das Camp, auf dem wir jetzt stehen, wifi haben, aber …..

Das Camp heißt Croc Valley Lodge und verdient wirklich diesen Namen. Es liegt am Luangwa Flusses in Mfuwe, am südlichen Eingang des South Luangwa NP und ich sitze im Schatten unseres Bukarus und sehe mindestens 10 Krokodile am gegenüberliegenden Ufer am Strand liegen. Natürlich nicht mit blossem Auge, sondern mit einem Fernglas kann ich diese Tiere beobachten, wie sie still vor sich hin dösen und hoffen, dass ein dummes Tier vor ihre Schnauze vorbei tanzt, und sie zuschnappen können. Wahnsinnig interessant! Alle halbe Stunde hinschauen und nichts hat sich verändert. Wie beruhigend!
Dafür ist es im Wasser lebendiger. Da tummeln sich 50 und mehr Hippos, grunzen ab und zu etwas vor sich hin, wendeln sich mit dem Schwänzchen Duftmarken ins Gesicht, tauchen auf und unter und haben es schön miteinander. Sie müssen sich mit seines gleichen auskommen, denn der Luangwa hat fast kein Wasser und so gibt es nur Tümpel, Pools, die tief genug für sie sind und die sie sich teilen müssen. Der nächste Tümpel ist natürlich schon von einem anderen Hippo Clan besetzt.

Heute hat hier in Nordsambia die Regenzeit begonnen. Der ganze Vormittag war bewölkt und kühl, so um die 25 Grad und gegen Mittag kam Wind auf, Donner grollte und dann hörte man den Regen von weiten auf die Wellblechdächer prasseln, immer näher kommend, bis der Regen auch bei uns auf das Dach trommelte. Aber es dauerte nicht lange, nach einer Viertelstunde war der der Spuk vorbei und eine eigenartige dunstige Glocke hat die Umgebung umhüllt. Alles atmet auf und wartet auf mehr Wasser. Die Äcker sind schon vorbereitet und nun soll der Regen die harte Arbeit belohnen.

Wir sind so froh, dass die Regenzeit erst heute begonnen hat, wo wir wieder die Asphaltstraße erreicht haben, denn als wir vor 3 Tagen von der Asphaltstraße abbogen und auf die Piste zum North Luangwa NP gelangten, dachten wir, was kann uns mit einem solchen Auto überhaupt passieren, unser Bänz rollt und rollt, Pisten, Wellblech, sandige Stellen oder Flussdurchquerungen können uns keinen Schrecken einjagen. Aber als wir durch den North Luangwa NP fuhren und probierten, ob der 4-Rad und ob der Geländegang zugeschaltet werden kann, mussten wir feststellen, nichts von beiden geht.

Die Durchquerung des Luangwa war so ein wenig schwierig und problematisch für uns. Zuerst wurde uns von dem gegenüberliegenden Ufer aus zugerufen, wir wären in dieser Spur goldrichtig, denn die Pontonbrücke, die nur 10 m entfernt ist, sei kaputt (von schweren Touristen Autos?) und wir müssen durch den Fluss, der gar nicht tief ist. Außerdem leben Hippos nur ein paar Meter stromaufwärts und auch Krokodile lungern hier nicht herum. Also los zum Fluss. Aber schon am Anfang sahen wir, dass es schwierig werden könnte, denn zum Wasser war eine weite Strecke des weichen, sandigen Flussbettes zu durchqueren. Und wirklich ein paar Meter und wir steckten fest. Eingesandet! Also mitten in der Mittagshitze, bei 40 Grad, wie könnte es anders sein, Sandbleche auspacken, Schaufel herausziehen, Räder frei schaufeln, Sandbleche unter die Räder legen und los geht es, ein paar Sandblechspuren entlang hoppeln und … feststecken. Ein paar Dorfbewohner kamen, halfen uns die Sandbleche aus dem heissen Sand zu ziehen, Räder auszubuddeln, vor die Räder zu legen. Schweiss rann über unsere Gesichter. Da hatte einer die glorreiche Idee zu sagen, am Mittag käme eine Traktor, der die kaputte Pontonbrücke abbaut, der könnte doch uns durch den Sand ziehen… Tatsächlich kaum hatte er es gesagt, kam mit einem himmlischen Geratter ein Traktor. Schnell mit einer Abschleppkette die beiden Fahrzeuge verbinden und schon ging es ohne Probleme durch den tiefen Sand und durch das Wasser auf die gegenüberliegende Seite das Ufer hinauf.

Die kaputte Pontonbrücke, das hätten wir geschafft !

Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich im dortige Bushcamp. Am Abend sahen wir in einem sicheren Abstand vor dem Eingang des Camps einen Elefanten genüsslich Blätter mampfen und bei Einbruch der Dunkelheit machten wir uns parat, um um 8 Uhr im Bett zu liegen. Kein Licht, kein e-Book, keine heruntergeladene Zeitschrift auf dem i-Pad lies uns den Abend geniessen, denn nur ein bisschen Licht zog 100-te von Insekten, Falter an und das Bett wurde nicht mehr von uns beiden alleine besetzt.

Am Morgen um 4 Uhr weckte uns der Wecker, als es hell wurde, und so fuhren wir um 6 Uhr los, die schönste Fahrt von Sambia zu erleben. Die Fahrt am Luangwa zählt zu den Highlights einer Sambia Tour. Es geht durch lichte Wälder den Fluss entlang, ein paar Dörfer, ein paar Tiere wie Elefant, Warzenschwein, Wasserböcke, Impalas sehen uns zu und schon kommt die nächste Flussdurchquerung, der nächste Absturz, der einem den Adrenalinspiegel hoch treibt, wenn man ein 4-Radantrieb oder Geländegang nicht mehr hat. Aber wie gesagt, wir hatten Glück, die Regenzeit war noch nicht eingetroffen, die Flüsse waren noch ausgetrocknet und sandige Stellen, Abhänge meisterte Niggi mit Bänz mit Erfahrung und Geschwindigkeit.

Superbrücke
Hippos im Luangwa Pool
Felder sind für den Regen vorbereitet

So gelangten wir hier her und versuchen herauszubekommen, was unserem Bänz fehlt. Niggi ist in Kontakt mit diversen Freunden in Deutschland und in der Schweiz und wir hoffen, dass wir die Probleme eingrenzen und lösen können.

Schon als wir am 22. Oktober in Arusha waren, organisierten wir einen Ausflug von Moshi aus in die Serengeti und zum Ngorongoro Krater. Für mich war das enorm wichtig diesen Nationalpark zu besuchen, hatte ich als Kind keine Sendung von Bernard Grzimek verpasst, wenn er von seinen Erlebnissen aus Tansania mit einem Schimpansen auf dem Schoss oder einem Geparden zu seinen Füssen erzählte. Die Landschaft vom Ngorongoro Krater ist faszinierend und auch die Fahrt in den Krater ist beeindruckend. Durch ein Fernglas konnten wir sogar ein Nashorn sehen. Eine halbstündige Überquerung der Piste vor unserer Nase durch hunderte von Gnus, die hintereinander gemütlich auf die andere Strassenseite wollten und grundsätzlich den gleichen Weg wie der vorherige Artgenosse nahmen, war das Highlight dieses Ausfluges. Selbst Zebra mussten warten, bis sie ein Lücke in der Gnu-Schlange fanden, um erfolgreich die Strassenseite zu wechseln.

Am Ngorogoro-Krater
Kori Bustard
Hunderte Gnus überquerten die Straße um zum Wasser zu gelangen
Schabrackenschakal
Ein kleiner Schakal wagt sich aus dem Versteck
Von unserem Touroperator mussten die Bremsen im Ngorogorokrater schnell mal repariert werden ….

Von Serengeti fuhren wir zügig Richtung Sambia.

Baobab am Wegrand

Die Grenzüberquerung war durch die Hilfe von Oskar gar nicht schwierig, so dass wir den Rekord von 1 1/ 2 Stunden für eine afrikanische Grenzüberschreitung erreichten. Oskar organisierte im Voraus einen negativen COVID-Test und füllte Zollpapiere aus, so dass wir nur zur Passkontrolle und ein Visa beantragen mussten.

Hier im Croc Valley Camp ist es langsam Abend. Aperitif heisst es nun, ein kühles Bier für Niggi und für mich ein Savannah, einem Cider. Und dann können wir so ausgerüstet das Abendleben am Fluss mit Elefanten, Affen, Hippos …. genießen.

24.10.2020, Moshi / Arusha

Am Mittwoch, den 22.10. hieß es Abschied von Chris und seiner Crew, in Jungle Junction, Nairobi, zu nehmen. Wie immer ist für uns “good bye” zu sagen schwierig, einerseits haben wir Freundschaften geknüpft, andererseits freuen wir uns, dass unser Abenteuer weitergeht. Ich komme mir vor wie Lukas, der Lokomotivführer, mit Emma und Jim Knopf und seiner Molli, die zu neuen Ufer aufbrechen, um die Wilde 13 zu finden, neugierig, aber auch ängstlich, weil sie nicht wissen, was auf ihnen zukommt. Auf alle Fälle tätschelte ich Bänz Motorhaube, sagte ihm “na, my boy, wollen wir?” und freudig heulte sein Motor auf als Niggi den Zündschlüssel drehte.

Wir fuhren von Nairobi die Mombassa Road entlang, dieses Mal dank Corona ohne viel Stau, und bogen zum Amboseli Nationalpark ab, auf einer super schönen Strasse. Das tut gut, einfach zu rollen und die Aussicht zu geniessen. Am Abend übernachteten wir auf einem kleinen Camp, der Amboseli Eco Lodge. Eigentlich war es wegen Mangel an Touristen geschlossen, aber die Eigentümer waren froh uns zu sehen, öffneten für uns das Tor und so schliefen wir wohlbehütet in der Wildnis.

Am nächsten Tag ging es zum Grenzübergang Kenia/Tansania. Was wird uns dort erwarten? Niggi war ganz nervös. Umsonst, die Keniagrenze zu überqueren war in einer halben Stunde vorbei. Ein Stein fiel uns vom Herzen. War unser Auto seit 8 Monaten in Kenia und wir in Europa, da kann schon Unangenehmes anfallen. Auch die tansianischen Beamten waren freundlich. Zuerst mussten wir in das Gesundheitszelt. Zum zweiten Mal half uns unser negativer Coronatest aus der Schweiz mit dem Stempel und Unterschrift von unserem Kantonsarzt. Fieber wurde uns gemessen und wir unterzeichneten einen Zettel, dass wir gesund sind. Dann ging es zur Immigration und eine halbe Stunde später hatten wir ein dreimonatiges Visum im Pass. War es das wirklich? Nur 1 Stunde? Kann es das gewesen sein? Wo bleiben die Schwierigkeiten bei afrikanischen Grenzübergängen? Die Diskussionen mit Beamten?

Wir hatten Recht, so einfach kann das nicht gewesen sein. Beim Zoll für die Einfuhr von Autos kam es endlich zu Diskussionen und Schwierigkeiten, wie sie an Grenzen üblich sind. Wir hatten nämlich unser Carnet de passage in Nairobi verlängern lassen und der kenianische Automobilclub hat es auch mit Stempel und Unterschrift abgesegnet, aber nur auf der Titelseite und nicht auf jeder noch verbleibenden Seite, die im jeweiligen Land bleibt. So meinte unsere Zollbeamtin, das könne sie nicht akzeptieren. Nach längerem hin und her, kam sie doch auf die glorreiche Idee unser Auto kurzfristig zu importieren, was 60 Dollar für 3 Monate kostet. Nun wir zahlten diese zusätzliche Gebühr und wir konnten einreisen. Trotzdem war unser Grenzübertritt einmalig, dauerte er nicht länger als 3 1/2 Stunden!

So kamen wir am Abend nach Moshi und fanden auch Shungu, den Besitzer der Lion B&B Lodge, der uns empfohlen worden war. Noch ein Bier, den Kilimandscharo begrüßen und dann hieß es ins Bett zu gehen.

Kili ohne Wolken von Moshi aus

Gestern hieß es zuerst wie üblich Geld wechseln und Simkarte besorgen. Den Nachmittag verbrachten wir ruhig und faul mit unseren Lodgebewohnern, Pippi und Bob.

Pippi
Pippi und Bob

Heute fuhren wir nach Arusha, unserem Ausgangsort für unsere morgige beginnenden dreitägigen Safari in den Serengeti Nationalpark. Wir lassen unseren Bänz in Arusha und fahren mit einer Gruppe durch den Park, weil das günstiger als alleine auf Entdeckungsfahrt zu gehen kommt. Mal sehen wie das wird. In Arusha mussten wir natürlich Mount Meru mit einer Flasche Bier begrüßen.

Es ist ein Highlight hier in Arusha zu sein, denn der Clocktower Platz ist genau der Mittelpunkt der Strecke von Kairo nach Kapstadt. Wir haben die Hälfte unserer Durchquerung geschafft!

21.10.2020 Wieder in Afrika!

Vor einem Monat waren wir noch in Italien und jetzt fahren wir Richtung Tansania. Trotz Corona! ging unsere Rückkehr zu unserem Bänz enorm schnell.

Anfangs Oktober lasen wir in den Reisebloggs, dass die ersten Overlander Tansania / Kenia – Grenze erfolgreich überquerten. Nichts wie hin ! war unser 1. Gedanke bevor die Grenzen wieder geschlossen werden, bevor Schweiz auf die Schwarze Liste kommt und wir 10 Tage in Nairobi in Quarantäne müssen, bevor kein Flugzeug mehr Nairobi ansteuert. So buchte Niggi den Flug für den Samstag, 17.Oktober und dann artete unsere Abreise ein wenig in Hektik aus. Koffer packen, Abschied nehmen von unserer Familie, von unseren Alters-WG-Gspänli und von unseren Freunden, Wohnmobil verkaufen, Covid-19-Test machen. Eigenartiger Weise hatte ich 2 Tage vor dem Stochern in der Nase Kopfweh, mir war es übel, mir war es komisch zumute und vor allem war ich unendlich müde. Hatte ich mich kurz vor unserer Abreise angesteckt? 2 Tage später hatte ich einen positiven Bescheid, ich bin negativ. Juhui!

Das Einchecken am Flughafen verlief ohne Probleme und verlief enorm schnell, war der Flughafen doch menschenleer. Und das an einem Samstagmorgen. Erst am Gate wollte man unseren für uns kostbaren Test sehen. Kein Problem für uns, nichts wie hinein in den Flieger. Wer keinen anerkannten Bescheid dabei hatte, durfte nicht mit.

Bald ist es soweit ….

Laut Covid-19 Reglement wurde Abstand eingehalten und so kamen wir gegen Mitternacht in Nairobi an. Alle Flughafenmitarbeiter grüßten uns freundlich, Karibu Kenia! (Willkommen in Kenia!) hörten wir aus allen Munde. Fieber wurde gemessen, Visa ausgestellt, Koffer eingesammelt und schon standen wir vor der Türe, der Chauffeur von Jungle Junction empfing uns und dann konnten wir die feuchte, nach Erde und Holzfeuer duftende kenianische Luft einatmen. So schnell waren wir noch nie durch Nairobi gefahren, so hatten wir noch nie Nairobi erlebt. Fast keine Autos, keine Menschen, selbst keine Hunde waren auf der Straße. Ausgangssperre! Nur mit Genehmigung durften wir fahren. Wie gut schmeckte uns das kalte Bier auf dem Campingplatz.

Am nächsten Morgen begrüßten wir sofort unseren Bänz! 8 Monate musste er ohne uns ausharren! Starten und schon lief der Motor, ein Wohlklang in unseren Ohren, gleich dem Schnurren einer Katze, die sich freut uns wieder zu sehen.

Loslegen konnten wir nicht sofort, erst hieß es, die importierten Waren aus der Schweiz einräumen. Welcher Reichtum! Wir waren überrascht, was alles unser ist.

Gestern unternahm Niggi eine kleine Trekkingtour mit Chris und anderen Freunden. Sie merkten beim Erklimmen des Berges, dass die Regenzeit schon begonnen hat. Die Sicht auf Mount Kenia und Kilimandscharo war durch Wolken verdeckt und das Wandern in Regen machte keinen Spaß. Ja, es regnet und die Jacaranda blühen. Die Blüten sind wunderschön blau. Muss ich sagen, dass Jacaranda zu meinen Lieblingsbäume zählen?

Trekkingtour auf den Ngong
Auf dem Gipfel
Zurück in die Wärme

Nun fahren wir nach Tansania, östlich von Kilimandscharo wollen wir über die Grenze. Die ersten Giraffen, Impalas wurden von uns begrüßt. Mal sehen was der morgige Tag so bringt.

Unser 1. Apéro in der Wildnis

21.08.2020, Assisi

Manchmal werden wir gefragt, welche Tour habt ihr gemacht, könnt ihr nicht eine Landkarte zeigen. Voila, hier ist unser Trip durch Italien bis heute. Die Sternchen sind UNESCO Welterbestätte in Italien. Nicht alle haben wir besuchen können, sei es, dass sie nicht auf unserer Tour waren, sei es, dass es uns zu viel wurde, oder sei es, dass wir schon öfters dort waren.

Am Mittwoch, den 19.08.2020 besuchten wir eines der absoluten Highlights unserer Tour, nämlich Pompeji (dt.), Pompei (it.), Pompeii (lat.). Nicht nur für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, sondern bis anhin besuchten jährlich 3 Millionen Touristen die Totenstadt am Vesuv, das sind fast 10 000 pro Tag. Wir haben aber Glück! Keine Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Neapel, keine Busse, kein Massentourismus! Nicht umsonst wird gesagt, Pompeji wird heute zum 2. Mal zerstört, das 1. Mal durch Naturgewalten und das 2. Mal jetzt durch den Ansturm der Menschen.

Wir campierten vis-à-vis des Eingangs und so waren wir mit ein paar wenigen Gleichgesinnten am Ticketschalter und konnten unter dem Blick des „Wächters“ die Stadt betreten.

Es war wunderschön in der Kühle des Morgens durch die Gassen zu schlendern und sich das Leben zur Römerzeit vorzustellen.

Die Straßen waren in der Römerzeit nicht so leer wie heute. Die vielen Karren, Kutschen schliffen Fahrspuren in die Straßen und für die Fussgänger gab es erhöhte Übergänge, Zebrastreifen, damit diese sicher und mit sauberen Füßen die Straßen überqueren konnten. Bürgersteige waren auch erhöht, damit die Römer und Römerinnen nicht überfahren wurden.

In einer römischen Stadt durfte kein Amphitheater fehlen, wo Theater aufgeführt wurden. Nicht umsonst hieß es, Brot und Spiele halten die Bevölkerung in Ruhe.

Auch eine Arena gehörte zu einer „lebenswerten“ Stadt, wo Gladiatoren auf Leben oder Tod kämpften

Die Häuser in Pompeji gehörten reichen römischen Familien, die vor der Sommerhitze und der damit verbundenen schlechten Stadtluft aus Rom in Sommer hier her zogen. Außerdem war das Umland durch die Vulkanerde des Vesuvs sehr fruchtbar und so fehlte es nicht an Nahrungsmittel. Diese Landvillen waren groß, hatten mehrere Räume, manchmal einen kleinen Garten, Brunnen zum Kühlen des Hauses.

Granatäpfelbusch wie zu Römerzeit im Garten

Natürlich schmückte man das Haus mit Bildern und Statuen.

Vorratsraum mit Amphoren Behälter, in den Olivenöl, Wasser und Wein aufbewahrt wurden
Amphoren, Krüge, nur ein winziger Teil wird heute in Pompeji gezeigt. Das meiste ist im Nationalmuseum in Neapel zu sehen.
Böden wurden mit Mosaik ausgestattet
Von der Straße war ersichtlich, wer hier wohnt
Ein sehr reicher Römer hat sich sogar seinen Patio mit Säulen ausstatten lassen

Der Vesuv, der Reichtum der Stadt brachte, löschte diese auch 79 nach Christus aus. Unter 25 m hohen Schutt und Asche lag die Stadt 1500 Jahre bis sie wieder entdeckt wurde. Die meisten Bewohner flüchteten bei den ersten Eruptionen, aber dennoch wurden etliche überrascht.

Tempel an der großen Piazza
Ist es der Auftraggeber, der aus dem Pferd schaut?

Nach 3 Stunden sind wir müde und es wird schon sehr heiss, Hunger plagt uns, so verabschieden wir uns vom Wächter, der stoisch auf die neue Stadt mit ihrem Hafen sieht.

Auch Erdwespen haben Durst

Gerne hätten wir noch die Mysterienvilla besucht, aber diese war wegen COVID-19 gesperrt. Aber wir klagen nicht, das ist ein Grund irgendeinmal nochmals nach Pompei zu reisen. Außerdem fehlt ja uns noch Neapel, auch UNESCO, das wir gerne wieder gesehen hätten. Darum habe ich hier ein Foto von der Villa von Wikipedia eingeschmuggelt.

So ging es weiter nach Marmore, in die Nähe von Treni, wo der größte Wasserfall Europas 165 m herabstürzt und in der Nacht beleuchtet wird. Es muss gesagt werden, dass dieser Wasserfall künstlich geschaffen wurde. Schon die Römer haben den Fluss so umgeleitet, dass er in einen See fließt, um den vom Fluss bedingten Sumpf in der Ebene trocken zu legen. Malaria herrschte damals in den Sümpfen, weswegen die Dörfer in die Berge an den Hängen gebaut wurde. Deswegen gibt es heute noch „Sichelzellanämie“, eine Erbkrankheit, im Süden von Italien, die mischerbige Personen vor Malaria schützt.

Schon Goethe bewunderte den Wasserfall auf seiner Reise in Italien, vielleicht nicht gerade als Lightshow in der Nacht wie wir

Nach einem gemütlichen Morgen ging es weiter nach Spoleto, wo die Basilikum San Salvatore zum Weltkulturerbe gehört. Aber ich wollte lieber den Dom besuchen und das letzte gemalte Bild vor seinem Tod von Filippo Lippi ansehen.

Nachdem wir andächtig dieses Wunderwerk gewürdigt und unsere Kerzen angezündet hatten, ging es nach Assisi. Eigentlich waren wir schon einmal vor Jahren hier, aber wir mussten nochmals die von Giotto ausgemalte Kirche ansehen. Fresken von Giotto sind schon von einmaliger Schönheit.

Eine der vielen Kirchen in Assisi
Selbst ein griechischer Tempel wurde in eine Kirche umgewandelt
Die oberste Kirche vom hl. Franziskus von Assisi. Ganz unten liegt dir Krypta zu seinem Grab und dazwischen ist noch eine Kirche gebaut, die von Giotto ausgemalt wurde.
Von Giotto gemaltes Bild „Grablegung von Jesus“
So verbringen wir diese Nacht auf einem Campingplatz mit Sicht über das Tal von Assisi

18.08.2020, Paestum, UNESCO ….

Nein, wir sind nicht in Griechenland! Wir sind immer noch in Italien und besuchen Paestum, eine griechische Kolonie von Griechen und ihre erbaute Tempeln. Es gibt einige Kulturbegeisterte wie wir, vor allem Italiener und doch ab und zu Deutsche, die vielleicht wie ich in der Schule Latein büffeln mussten und so griechische und römische Geschichte in den Lateinstunden aufgesogen haben. In das offene Museum konnten wir zuerst nicht hinein, weil Niggi seine Maske im Auto vergessen hatte, aber eine nette Italienerin schenkte uns eine und so konnten wir ohne Schwierigkeit das Gelände betreten. Wir sind wieder einmal begeistert von der Baukunst der Griechen.

Aber bevor wir Paestum erreichten waren wir zuerst im Osten von Italien und sahen uns dort UNESCO Weltkulturerbe an. Zuerst Castel Monte, eine von dem Stauferkaiser Friedrich II., einem Enkel von Friedrich Barbarossa, erbaute Burg in Puglia. Mich hatte in der Schule schon immer Friedrich II. beeindruckt, sein Leben und sein Werk, besonders, wie er als in Sizilien aufgewachsener Adeliger nach Deutschland reiste und dort zum König und danach zum deutschen Kaiser römischer Nation gekrönt wurde, immer im Streit mit dem Papst, der Kreuzzüge veranstalten wollte und Jerusalem so in seine Macht bekommen wollte und Friedrich lieber die Erbin von Jerusalem heiratete und so Jerusalem erbte.

Die Burg ist in einem 8-Eck gebaut und hat 8 Türme, einfach perfekt in der Symmetrie.

Danach ging es weiter nach Bari, das uns enorm gefallen hat, obwohl es nicht zu UNESCO Welterbe gezählt wird. Bari und seine lebendige Altstadt, seinem Dom, wo der heilige Nikolaus begraben ist, dessen Gebeine aus Myrta von den Normannen gestohlen wurde und in Bari nochmals beigesetzt wurde, aus religiösen Gründen, aus Furcht der Zerstörung seines Grabes durch die Mohammedaner und, ich meine, aus geschäftlichen Gründen, denn ein Wallfahrtsort verdient gut an seine Pilger, Touristen.

Enge Gassen der Altstadt von Bari
Altstadt von Bari
Frauen sitzen in den Gassen und bereiten von Hand Orchiette her

Wir können uns gut vorstellen, hier in Bari einmal eine Wohnung zu mieten, um die Stadt näher kennenlernen zu können.

Von dort ging es zum nächsten UNESCO Ort, nach Alberobello, nach Trulli. Ich muss gleich sagen, dass uns dieser Ort mit seinen berühmten Rundhäusern sehr enttäuschte, sei es, weil Massen von italienischen Touristen laut plappernd sich für Selfies in Pose setzend Wege versperrte, kleine Hunde an der Leine kläfften, Souvenirläden das Gleiche feilboten, oder weil wir keinen Sinn für italienisches Gefühl für Tourismus und Ferien haben, da Italiener sich nur in overcrowded Orten wahrscheinlich wohl fühlen, am Strand, an Orten, wo sie lauthals diskutieren und miteinander gestikulieren können, mit oder ohne Maske. Wir haben schon gelernt, dass eine italienische Familie 1 oder 2 Hunde besitzt und manchmal 1 oder 2 Kinder haben. Familien mit 3 Kinder sind kinderreich. Hunde sind aber ein „Mast“, um Streichelimpulse und Verwöhnungsverhalten ausleben zu können.

Die Nacht verbrachten wir wild campend mit Blick auf Matera, unserem nächsten UNESCO Ziel.

Matera bei Tag

Diese Stadt hat uns sehr gefallen, erinnerte sie uns an Städte in Maghreb. Die Altstadt besitzt nur sehr wenige Souvenirläden, einige Hotels, Restaurants, Cafés und kleine Läden und wir konnten treppauf, treppab, durch kleine Gassen Felsenkirchen mit wunderschönen Fresken besuchen.

Diese Türe erinnert uns an unseren Tod

Nun hieß es Abschied von Südosten Italiens zu nehmen. Ein kurzer Abstecher im Nationalpark von Pollina und Sila ging es nach Reggio di Calabria. Dort kehrten wir um und nun geht es nordwärts, eben nach Paestum.