01.07.2022 Holm, Norwegen, 2 m über dem Meer

Schon ist es Juli! Und die Zeit drängt, wollen wir anfangs September doch wieder in Sarnen sein! So viel ist noch zu sehen und an das Nordkap wollen wir doch auch noch! Ich weiss es nicht, wie die vielen Touristen aus Deutschland in drei Wochen Ferien zum Nordkap und zurück fahren können. Für mich unverständlich! Für Schweden haben wir zwei Wochen gebraucht und haben sooooo viel nicht gesehen!

Grüne Strecke. Rote Strecke ist Planung.

Vor drei Tagen überquerten wir die Grenze in der Nähe von Strömsund. Die letzten Nächte in Schweden genossen wir noch an Seen mit Baden und Lagerfeuer.

Kaum über der Grenze erwartete uns Berge, Schnee und Wasserfälle. Und Fjorde! Und nochmals Fjorde!

Seen, Fjorde so nicht zu unterscheiden, nur das Wasser im Fjord ist salzhaltig. Das habe ich heute gekostet, als ich in der kalten Nordsee badete.
Die Strassen schlängeln sich den Fjorden entlang. Brücken oder Fähren überwinden das Meer. ( Ganz klein und weit in der Ferne sieht man eine von den unzähligen Brücken.)

Wohnmobile überfallen Norwegen, das wie Schweden „wild Campen“ erlaubt. So freundliche Informationstafeln habe ich noch nie in einem Land gesehen, um das Besetzen von Rastplätzen zu verhindern.

Nach Graffiti gibt es hier eine andere Darstellung von Kreativität im öffentlichen Raum: Gummimuster auf der Strasse mit dem Auto ziehen. Es muss furchtbar stinken, wenn diese Abdrücke mit angezogenen Bremsen auf die Strassen „gemalt“ werden. Aber es braucht auch fahrerisches Können!

Nordnorwegen, das sind Berge. Wunderbar für Niggi. Endlich kann er uphill stürmen und muss nicht wie in Schweden stundenlang in der Ebene tschalpen.

Ab und zu sehen wir auch Tiere. Leider nicht so wie in Afrika.

Lachse
Fuchs
ein scheues Ren im Fellwechsel

Dafür Blumen!

Moosglöckchen, das zu Ehren von Linné seinen Namen bekommen hat: Linnaea boralis. Es kommt wie der botanische Namen „borealis“ sagt, aus dem Norden kommend, in nördlichen Regionen Eurasiens und Nordamerika vor. Falls jemand immer noch nicht Herrn Linné kennt, sollte meinen letzten Blog von Öresund lesen.
Natürlich freue ich mich, wenn ich wieder einmal eine Orchidee sehe, wie das gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata), das eigentlich gar nicht so selten ist.
Dagegen ist das Fuchs‘Knabenkraut ( Dactylorhiza fuchsii) eher seltener.
So habe ich mich wahnsinnig gefreut den rundblättrigen Sonnentau (Drosera rotundifolia) zu finden, eine fleischfressende Pflanze, die nur in Sümpfen und Mooren gedeiht. Sie fängt ihr Beute, kleine Insekten, mit dem klebrigen Saft aus ihren Blättern und verdaut dann diese. Sie braucht den Stickstoff von ihnen, weil Moore stickstoffarme Böden sind.
Um ihre Grösse abzuschätzen, habe ich den Deckel von einer kleinen Wasserflasche daneben gelegt.

27.06.2022, Östersund

Rechtzeitig zum Midsommer wurde es richtig heiss. Der Sommer begann! Jeden Tag ist nun fast 30° warm und das Baden in den warmen Moorseen erfrischt mich. Bevor wir Småland verliessen und Richtung Stockholm fuhren, mussten wir noch Michel aus Lönneberga besuchen, eine meiner Lieblingsfiguren von Astrid Lindgren. Wie haben wir über seine Missgeschicke gelacht, als ich die Bücher am Abend Simone und Florian vorlas, damals als sie noch klein waren. Ob es die Fahnenstange auf dem Hof Katthult noch gibt, wo Michel seine kleine Schwester Klein-Ida hochzog, damit sie das nächste Städtchen Mariannelund sehen konnte oder den Tischlerschuppen, wo er für seinen Unfug eingesperrt wurde und Holzmännchen aus Langeweile schnitzte?

Der Hof Katthult, wo Michel „lebte“
Ja, hoch ragt die Fahnenstange vor dem Hof
Auch seine unzähligen Holzmännchen sind im Schuppen aufgereiht
Einzigartig! Nur die Figur vom Pfarrer fehlt, denn das gehört sich nicht, meinte Michels Mutter Alma und versteckte diese.

Stockholm besichtigten wir nicht wie üblich wie die anderen Städte als Tunnelratte mit Hilfe der „tunnelbana“, sondern wir mieteten uns ein „cykel“, um die vielen Inseln, auf welche die Stadt verteilt ist, zu erkunden.

„Gamla Stan“, die Altstadt, eher ein Freilichtmuseum für Touristen

Als Kind träumte ich als Piratin Schiffe zu kapern und Gold zu rauben, das ich Armen verteilen könnte.

Puppen, die meinen Traum zeigen

Später konnte ich im Traum den Nobelpreis in der Svenska Akademien entgegen nehmen und meinen Namen im Nobel Prize Museum sehen,

heute war ich wie so viele anderen Touristen vor dem Gebäude und erinnerte mich an meine Träume.

Dafür tranken wir in einem Plüsch-Café mit einer guten Auswahl von Torten
stilvoll Kaffee.

Durch die engen Gassen zu radeln, Plätze entdecken, Kuriositäten zu finden war spannend.

Verfolgt uns das Kreuzfahrtschiff „AIDA“ aus Kopenhagen?
Stadthus (Stadthaus)

Hungrig suchten wir die Saluhall (Markthalle) in Östermalm auf. Einfach phantastisch, was man dort alles einkaufen kann. Wer die Wahl hat, hat auch die Qual!

Der Dom von Uppsala zählt zu den ältesten Kirchen in Schweden. Majestätisch ragt er im Zentrum gegen den Himmel. Hier wird das Grab vom heiligen Erik verehrt.

In diesem vergoldetem Silberschrein liegen die Gebeine vom schwedischen Nationalheiligen Erik, der niemals von Rom heilig gesprochen wurde.
Ob er so aussah?
Auch andere Berühmtheiten wie Carl von Linné wurden hier im Dom begraben.

Linné kennt jeder Biologe, jede Biologin, eigentlich jeder, der sich für die Systematik der Pflanzen und Tiere interessiert, so auch Niggi (eigentlich notgedrungen, da er eine eigene Taxonomie aufgestellt hat, nämlich essbare und nicht essbare Pflanzen und Tiere, die bis heute nicht anerkannt ist).

In der Schweiz gibt es Konditoreien wie Cafė Öchslin in Einsiedeln, die leckere Pinguine (eigentlich Raben) herstellen. Wahre Wunderwerke des Genusses! So finde ich es toll, dass auch schwedische Konditoren seinen Berühmtheiten besonderes Gepäck kreieren.

Und diese im passendem stilvollen Café anbieten.

Bis ins 11. Jahrhundert wurden Grabsteine mit Runen beschriftet. Wer konnte dies lesen?

Nach den vielen Jahren, in denen ich meinen Schülerinnen und Schülern versuchte beizubringen, welche Bedeutung Linné mit seiner Aufstellung der binären Nomenklatur in der Biologie hat, musste ich doch auch zu seinem Sommerhäuschen wie seine damaligen Studenten pilgern. Linné hat selber 8000 Pflanzen mit zweiteiligen Namen versehenen und konnte so L. hinter dem lateinischen Namen schreiben, um zu zeigen, dass die Pflanze von ihm bestimmt wurde und sie es ihm verdanken, diesen Namen zu tragen.

Sommerhäuschen von Linné, wohin seine Studenten im Sommer von Uppsala aus wanderten. Immerhin wären es heute 13 km!
Lilium martagon (Türkenbund) in seinem Garten.
Danach suchten wir uns ein Plätzchen an einem der viiielen Seen.
Es sieht nur so aus, als ob es bayerische Knödel gegeben hätte. Nein, das ist eine Spezialität aus Ödland, gefüllte Knödel, die mit Preiselbeeren gegessen werden. Niggi meinte lakonisch dazu „gewöhnungsbedürftig“.
Immer wieder tauchen in Mittelschweden Stabkirchen auf, die schöne Bemalungen im Innenraum haben. Leider waren sie jedes Mal geschlossen. Ein anderes Mal …..

Und dann kam die Wiese aller Wiesen! Wir fühlten uns ins Namaqualand, Südafrika, genau vor einem Jahr zurückversetzt.

Nur dieses Mal wurde die Wiese von Glockenblumen blau verzaubert.
Lockerrispige Glockenblume (Campanula petulant)

Durch Flachsanbau und damit durch die Herstellung von Leinen wurden die Bauern in der Gegend von Böllnas so reich, dass sie ihre Häuser wie Schlösser bauten und innen dekorierten, um ihren Reichtum zu zeigen und zu beweisen, dass dies mit Gottes Hilfe geschah.

Von Hand gemalte Papiertapeten schmückten die Räume
Zur Hochzeit, Beerdigung oder Taufe wurde der Tisch reich gedeckt
Romantische Wandmalereien ersetzten Bilder
Und zum Schluss unserer Besichtigung wurde im Garten uns der Hochzeitsmarsch vorgespielt, den jeder Schwede oder Schwedin mitsummen kann.

19.06.2022 irgendwo an einen der vielen Seen in Småland

Wenn man in fremde Länder reist, muss man sich auch mit den verschiedenen Währungen, Umtauschkursen auseinander setzen. Früher fuhren wir mit mehreren Geldbörsen, für jedes Land einen anderen, in die Ferien. Heute ist es einfacher, der Euro gilt für fast allen Ländern Europas, ausser Schweiz, Dänemark, Schweden und Norwegen. ( Die anderen Länder zähle ich nicht auf, da wir nur Skandinavien bereisen.) Nostalgische Gefühle stellen sich ein, wenn wir wieder einen anderen Geldbeutel aus dem Safe holen.

Fragt man mich, wie dänische Geldscheine aussehen, muss ich passen. Wir brauchten nur unsere Kreditkarte! Strassenmusikanten bezahlten wir mit Euro, die sie auch höflich entgegennahmen. Sie könnten die Scheine gut umwechseln, meinten sie.

Dagegen erlebten wir es in Norddeutschland umgekehrt. Bezahlung mit Kreditkarte funktionierte nicht. Einmal wollte Niggi in einem Sportladen eine teure Regenjacke erstehen, was einer Sensation gleich kommt, aber unsere Kreditkarte wollte der Inhaber nicht, so dass wir unverrichteter Dinge das Geschäft verlassen mussten. Wenn die wüsten, welche Einmaligkeit sie verpassten!

Für Schweden habe ich ein wenig Geld in der Schweiz gewechselt, aber wir bekommen das Geld nicht los, nicht weil es hier so billig ist, sondern weil Bezahlungen nur mit Karte funktionieren.

Vo Kopenhagen war Malmö unsere erste Station. Hier ruhten wir uns aus und wuschen Wäsche, kauften im Einkausparadies ein, standen vor den Kühlregalen mit Milch und fragten uns, was ist Milch. Ausserdem liess ich mich in das schwedische Gesundheitsnetz aufnehmen, damit ich zum Zahnarzt gehen konnte. Dabei besuchten wir Malmö und unternahmen eine kleine Sightseeingtour.

„Turning Torso„ vom Santiago Calatrava, das neue Wahrzeichen Von Malmö

Eine uralte Apotheke aus dem 16. Jh liess uns an unsere Freunde Anja und Walti denken., vor allem heisst sie auch Löwenapotheke.

Und schon ging es nach Ystad. Nach einem Bummel durch die Stadt mit sehr vielen und alten Fachwerkhäusern

Dieses ist das älteste und stammt aus dem Ende des 15. Jh.

kamen wir zum Hafen, wo getanzt wurde. Natürlich schwangen wir unsere Beine beim Foxtrott mit, bei den heimischen Square Dance mussten wir aber passen.

Es fällt uns auf, dass die Schweden sehr viel Liebe in Details zeigen.

Selbst im Teeladen begrüsst uns die Queen. Very British!

Und das Cafė erinnert uns an ein gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer.

Das Fahren durch Südschweden ist zur Zeit einmalig! Rechts und links der Strasse blühen Lupinien, nein, ich muss fast sagen „sie wuchern wie Unkraut“ am Strassenrand.

So war es nicht schwer diese Blumen zu fotografieren. Dagegen war das Suchen und Finden von Orchideen auf Öland schwieriger. Und noch dazu ein Foto aufzunehmen bei dem Wind! Haben wir doch unsere Kamera zur Reparatur in der Schweiz gelassen.

Magerwiese auf Öland
Gefunden!
Aus Versehen ein Selfie!
Ich will euch nur vier von sieben Arten zeigen: Dactylorhiza incarnate,
Plantanthera chlorantha
Neotinea ustulata und
mein ganzer Stolz! Das Finden von Ophrys insectifera, deren Blüten wie Hummelweibchen aussehen und so Hummelmännchen anlocken, die mit den vermeintlichen Weibchen Sex haben wollen. Die Männchen werden so aber ausgetrickst und begattern nicht Hummelweibchen, sondern bestäuben die Orchideenblüte.

Öland und Gotland sind die beiden grössten schwedischen Ostseeinseln. Der „Långe Jan“ (42 m) im Süden von Öland ist der höchste und älteste Leuchtturm Schwedens.

Eigentlich ist der „Långe Jan“ jung (Baujahr 1785). Heute besuchten wir die Kirche „Dädesjö gamla kyrka“ auf dem Festland, deren Deckenmalerei aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammt.

Wenn wir schon in Südschweden sind, dann müssen wir auch ins „Glasreich“ fahren. Also nichts wie hin zu Kosta-Boda und Orrefors. Da es wieder einmal kalt und regnerisch war, hatten wir nichts gegen die Wärme der Glashütten einzuwenden.

Design und Handwerk
Wir konnten eine Künstlerin bei der Arbeit zusehen
Glas wird wie ein Luftballon aufgeblasen
Im Kosta Boda Art Hotel ist selbst die Bar ganz aus Glas gebaut
Fischdekoration in der Bartheke
Kunst aus Glas verschönert die Bar

Am schönsten finden wir die langen Abende. Erst um 22.00 Uhr geht die Sonne unter.

So kann am Abend noch schnell ein Bad genommen werden. Was wäre ein Sommer ohne ein Bad in einem See? (Aussentemperatur: 15°, Wassertemperatur: nicht viel mehr).

„Wunderbar“ kalt

11.06.2022 Kopenhagen

Fragt uns jemand nach dem Wetter, dann ist es so wie wir es erwartet haben, regnerisch, kalt, dazwischen sonnig und warm. Zum Glück haben wir schon Erfahrung aus Schottland, so dass der Grill sofort angeworfen wird, wenn das Wetter es gerade zu lässt.

Gummistiefel sind ein „Muss“ auf dieser Reise
Eine halbe Stunde später
Niggi probiert unseren neuen Gasgrill aus.
Flensburg hat uns sehr gefallen

Aber lange hielten wir es in dieser Stadt nicht aus, denn das nächste Ziel war Dänemark, um über die erste lange Brücke, die Storebæltsbroen, zu fahren und den Brobizz auszuprobieren.

Anfahrt auf die 6,8 km lange Brücke
Rückblick

Es hat funktioniert! An der Mautstelle hörten wir nur ein kleines „Piep“ und schon waren wir entlassen. Phantastisch! Jetzt warten wir nur noch auf die Abrechnung ….

Der nächste wichtige Stellplatz war der am Kreuzfahrt-Hafen in Kopenhagen. Von dort konnten wir die Stadt per öffentlichen Verkehr erkunden. Diese Stadt hat uns angetan! Ruhig und entspannt verläuft das Stadtleben. Kommt es daher, dass man im Stadtteil „Freistadt Christiania“ Cannabis zum sofortigen Genuss frei kaufen kann?

Wahrzeichen von Christianshaven, indem Christiania liegt
Mir hat diese Wandmalerei als Wahrzeichen von Christiania gefallen
dagegen fand Niggi den riesigen hölzernen Wächter eindrücklich

Begeistert sind wir durch die Stadt gestreift und haben den ältesten Teil der Stadt besichtigt,

die „neueren“ Prachtbauten bewundert

und uns hinterfragt, haben wir nicht auch so ein ähnliches Gebäude in Luzern?

die neue Oper in Kopenhagen

Es war ein schöner Tag und das Erleben dieser Stadt zu Fuss oder vom Schiff aus machte Spass.

Natürlich besuchten wir „die kleine Meerjungfrau“, nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen, die eines der kleinsten Wahrzeichen der Welt ist.
Sie und wir waren nicht alleine!

Überhaupt war die ganze Stadt auf den Beinen. Bei einem so schönen Wetter muss man Party feiern, ausgehen, promenieren, den Abend draussen verbringen. Selbst in der Ostsee konnten wir Dänen schwimmen sehen!!!

Heute legte das Kreuzfahrtschiff AIDA am Nachbarstellplatz an. Ein kleiner Grössenvergleich! O.k. Unser Bänz hat nur 1 Kabine für uns zwei, während das Schiff 2600 Kabinen zur Verfügung stellt, für das Personal nicht mitgerechnet.

31.05.2022, Skandinavien – on the road again

Tessin , Mohnwiese

Bevor wir wieder ein grösseres Projekt in Angriff nehmen können, wie an das Nordkap zu fahren, brauchen wir Urlaub.

Nachdem Ausflug in den Sudan kamen wir keinen einzigen Moment zur Ruhe. Nicht nur wir waren so froh unseren Bänz wieder in die Arme schliessen zu können, sondern auch die Motorfahrzeugkontrolle wollte ihn unbedingt sehen. Nur fanden sie unser Baby wäre zu schwer und verweigerten die Fahrzeugpapiere. Abspecken! hiess es. Bei der nächsten Vorführung kam alles heraus, was nicht notwendig ist wie z.B. Reserverad, Wagenheber. Nun waren die Kontrolleure zufrieden. Wir liessen aber das Gewicht trotzdem in den Fahrzeugpapieren auf 3.880 t anheben, denn wir haben unseren Hausrat erweitert. Wir wollen ja neuerdings noch unsere Fahrräder mitschleppen.

Dank guter Tips von Freunden fuhren wir an den Lago Maggiore und schon am 1. Urlaubstag ging es strampeln die Maggia entlang.

Ein wilder Fluss, der sich seinen Weg tief in das Tal eingrub, auf beiden Seiten hochragende Berge, mit dichten Wälder, lies uns an manchen Stellen vor der Wildheit der Natur frösteln, obwohl die Sonne uns wärmte. Ein gut angelegter Fahrradweg führte uns am Fluss entlang und trotz der Enge des Tales kamen wir kaum mit der Strasse in Berührung, wo Autofahrer das selbe Ziel anstrebten, nach Cavergno zu gelangen, wo sich das Tal verzweigt, noch enger wird, und man das Gefühl bekommt die Berge berühren sich.

Alte Steinbrücken verbinden die Flussseiten
Schlanke Kirchtürme ragen bis in den Himmel
Immer wieder mussten wir anhalten, um Kerzen in Kirchen anzuzünden.
Wilde Feuerlilien leuchten am Wegesrand
Nach der Fahrradtour genossen wir die Abendstimmung am See.

Nicht nur Fahrrad fahren war angesagt, sondern auch Wandern im Verzascatal. Mit dem Bus ging es nach Sognono und von dort dem Fluss entlang zurück nach Lavertezzo. Steinmännchen zeigten uns den Weg.

Zur Belohnung gab es nach der erfolgreichen Wanderung ein kühles Bier.

Erholt, ausgeruht freuen wir uns auf das neue Abenteuer „Skandinavien“. Vom südlichsten Zipfel Afrikas geht es zum nördlichsten Ort von Europa. Wir freuen uns auf die neue Reise, auf neue Plätze, auf neue Landschaften, auf neue Menschen. Wir freuen uns auf Unbekanntes! Schon der erste Halt in Paderborn überrascht uns. Eine Stadt lädt uns ein zu bleiben.

Dom von Paderborn

Wie schnell sich etwas ändern kann, zeigen uns durch ein Tornado entwurzelte Bäume. Eine Schneise der Verwüstung zieht durch die Stadt. Über 1000 Bäume wurden durch die Gewalt des Sturmes gefällt, Häuser, Autos zerstört. Und das geschah vor einer Woche! Geschockt und traurig verlassen wir Paderborn.

06.06.2022, Flensburg

Unser TomTom ist gerade ausgestiegen. Zum Glück haben wir eine zweite Möglichkeit zu navigieren, nämlich mich.

Ich schreibe unseren Blog für unsere Familie, Freuende und Interessierte. Ich bin mir bewusst, dass er für Reiseinformationen nichts taugt, es ist eine Beschreibung von unserem täglichem Leben auf unseren Reisen, was wir erleben, wie es uns geht. Dagegen gibt es Superblogs mit vielen Informationen und Hinweisen, richtig zum Reisen zu gebrauchen. Wir fanden für Skandinavien den Nordlandblog.de, der uns gut über die Mautgebühren an den Fähren, Brücken und Autobahnen hinwies. Wir besuchten gerade unsere Freunde in Norddeutschland und dachten, super, jetzt noch schnell so ein „Brobizz“ bestellen, eine Prepaidkarte für Fähren in Norwegen kaufen und schon könnten wir gut gerüstet nach Skandinavien weiterreisen.

Denkste! Das Gerät „Brobizz“, das an der Windschutzscheibe klebt und automatisch die Mautgebühren von der Kreditkarte abrechnet, wurde von Dänemark nach Norddeutschland an die Adresse unserer Freunde gesendet mit der Höchstgeschwindigkeit von 2 Wochen. Die Prepaidkarte brauchte auch so lange von Bergen (Norwegen), da sie den Weg über die Schweiz, Sarnen nahm.

An dieser Stelle möchte ich mich an alle Helfer und Helferinnen, die uns im Hintergrund unterstützen, danken. 🙏🏻🙏🏻🙏🏻 Ohne ihre Hilfeleistungen könnten wir nicht so unsere verrückten Ideen in die Tat umsetzen.

Zwei Wochen in Norddeutschland ist nicht langweilig. Zuerst konnten wir einen schönen Ausflug in einen Gartenpark mit unseren Freunden unternehmen, die genauso sich für Blumen begeistern können, und mit uns an Rhododendrons und Azaleen erfreuen. Wahnsinn diese Blütenpracht!

Niggi wurde dann doch zu kribbelig, so dass wir die Wartezeit mit einem Ausflug nach Ditzum und Norddeich an der Nordsee verkürzten.

Ditzum
Endlich Matjesbrötchen und Bier. (Es ist mein Bierglas! Niggis Bierflasche sah anders aus)
Strandkörbe sind bei diesem Klima äusserst wichtig, Schutz vor Wind und Sand
Dagegen lieben die Kitsurfer den Wind
Kopf eines Pottwals, der vor ein paar Jahren hier strandete.

Und dann ging es endlich gestern los. Von unseren Freunden Abschied zu nehmen, fiel uns dann doch nicht so leicht, sodass wir erst gegen Mittag wegfuhren und am Nachmittag in Hamburg ankamen. Wir fanden einen Stellplatz am Hafen neben dem Fischmarkt (stillgelegt), direkt bei St. Pauli und so konnten wir mit vielen Hamburgern am Pfingstsonntag promenieren und auf den Beginn unserer Reise mit einem Bier anstossen.

Alter Fischmarkt
Elbphilharmonie
Niggi bewunderte einen Ferrari und ich eher die Fahrer

Heute geht es Richtung Flensburg.

11.-30.03.22, Sudan zum zweiten Mal

Liebe Freunde!

Eine turbulente Zeit liegt hinter uns. Seit Mitte Januar wirbeln wir um uns und um die Welt. Wir nehmen uns etwas vor, organisieren es auf das Kleinste und dann kommt es anders als wir denken. Und jedes Mal erscheint zu guter Letzt die Glücksfee und wir haben wieder Schwein gehabt. Langsam geht mir der “Wirbelwind “ auf den Wecker, meine Zündschnur wird immer kürzer.

Zuerst verschob sich im Januar das Verschiffen von unserem Auto “Bänz” aus Südafrika nach Europa drei Mal ( anderer Hafen, zwei Mal ein anderer Termin). Zum Glück war Mercedes Benz in East-London so freundlich, unser Auto zum Hafen zu bringen, während wir schon Schweizer Luft atmeten. Glück gehabt!

Dann verschob sich die Ankunftszeit vom Bänz in Zeebrugge mehrere Male ( Sturm in der Nordsee, …). Drei Wochen später, am Montag den 7.März, konnten wir ihn einlösen, in die Schweiz zurückfahren und am Mittwoch, zwei Tage später, in die Garage zur Beauty-Behandlung bringen, PCR-Test über uns ergehen lassen und Freitag nach Khartoum, in den Sudan fliegen. Wieder Glück gehabt, der Test war negativ.

Es klingt gar nicht so aufregend. Aber kurz vor der Fahrt nach Zeebrugge hatte ich einen fast Bandscheibenvorfall, gedoppt mit Schmerzmitteln konnte ich die Zugfahrt überstehen und der Physiotherapeut half mir mit Übungen meine Kreuzschmerzen zu ertragen. Glück gehabt, war ja nur ein “fast” Bandscheibenvorfall.

Am Freitag, den 11. März war es so weit! Wir können unseren Traum, in den Sudan zu fliegen und die Felsbilder vom Djebel Uweinat an der Libyschen/ägyptischen Grenze zu besichtigen, erfüllen. Seit 42 Jahren warten wir auf diese Gelegenheit!

Wir fuhren mit dem Zug zum Zürich Flughafen. Alles wunderbar! Da kam die nächste Überraschung, der Flug nach Istanbul verschob sich wegen Schneesturm am Bosporus um etliche Stunden. Glück gehabt, die Restaurants sind offen.

Schnee und Eis in Istanbul

Natürlich hatten wir den Anschlussflug nach Khartoum verpasst. Das Hotel von türkisch Airways liegt im Zentrum von Istanbul, sicher sehr schön, nur wir hatten zu kurzen Aufenthalt, um je eine Stunde Hin-und Rückfahrt zu erleben. So durften wir auf dem Boden im Flughafengebäude kurz schlafen. Glück für meinen Rücken!

Über Kairo gelangten wir nach Khartoum, wo wir am Samstagabend landeten. Und unsere Gepäck auch! Glück gehabt!

Unser Expeditionsleiter Andras holte uns ab, ein paar Bettwanzen genossen mein süßes Blut und schon am nächsten Morgen ging es nordwärts in die Wüste.

Blick aus unserem Hotelzimmer in Khartoum
Vor unserem Hotel
Natürlich musste vorher noch Obst eingekauft werden.
Ob die Ziegen wissen, dass sie bald auf dem Tisch landen?

Bevor es in die Wüste ging fuhren wir nordwärts zu einem 3000 Jahre alten Tempel.

Amun-Tempel von Soleb, einer der größten Tempel in Sudan
Was das heissen soll?
Die Macht des Pharao wurde durch Sklaven dokumentiert
Zum letzten Mal konnten wir in einem Haus schlafen
Dann ging es in die Wüste. Gleich zu Beginn musste ein Reifen gewechselt werden.

Wir, sechs Touristen aus der Schweiz, Ungarn, England und Frankreich, unser Expeditionsleiter und unser sudanesischer Guide teilten sich drei Toyotas. Zusätzlich transportierte ein Toyota Pickup 1 500 Liter Treibstoff und Wasser. Zwei Wochen wollten wir in der Wüste im Grenzgebiet Libyen / Ägypten/ Sudan verbringen.

Geschlafen wurde in Zelten, gegessen und getrunken am Boden
Am Morgen bereiteten unsere Fahrer Tee oder Kaffee
Die Wüste ist voller Überraschungen. Nicht nur Faustkeile wurden gefunden,
sondern auch ein Lastwagen aus dem 2. Weltkrieg mit canadischen Reifen
Natürlich musste das Fahren sofort ausprobiert werden

Dann passierte es! Schon am 5. Tag unserer Reise explodierte der Kühler vom Pickup. (Glück gehabt! Und nicht im Grenzgebiet Libyen/Ägypten/Sudan)

Auch wiederum zum Glück hatten wir ja noch drei Autos und wir brauchten uns nicht zu fürchten wie das Kamel zu enden.

Was nun? Was sollen wir tun? Wie geht es weiter?

In der Wüste gibt es kein Wasser zum Rasieren.

Wir schleppen das Auto ab. In der Nähe, in 50 km Entfernung, gab es ein “Cafė “, ein Treffpunkt für die Fahrer der Route Libyen – Sudan.

Das “Café” mit noch anderen liegengebliebenen Autos
Warentransport aus/nach Libyen
Unser Mechaniker ist bereit für die Rückfahrt, um einen neuen Kühler zu organisieren, umzukehren und den Pickup zu reparieren
Andras (rechts), unser Organisator, diskutiert mit Gábor das weitere Vorgehen
Bevor es zurück geht, wird nochmals getankt

Mit schweren Herzen entscheiden wir zum Nil zurück zu fahren, um dann mit drei Autos in einer nicht so ganz verlassenem Teil der sudanesischen Wüste Felsbilder anzusehen, falls ein weiteres Auto den Geist aufgibt.

Der Nil, ein Wunder in der Wüste
Felstafeln am Nil zeigen die Zollstationen der Pharaonen
Da Brücken fehlen können mit kleinen Fähren der Nil überquert werden. Schnell wird mit Sand noch eine Rampe gebaut und schon kommt der erste Lastwagen
Nachdem unsere drei Autos geladen wurden fand dieser kleine Transporter noch Platz
Stromschnellen und unterschiedliche Wasserstände verunmöglichen die Schifffahrt auf dem Nil
Dank dem Nil kann an den Ufern Weizen und Gemüse angebaut werden
Am schönsten für mich sind die Dattelpalmen
Unterwegs bei einem Kaffeehalt
Sie kochte uns einen wunderbaren Kaffee
In Kerma besuchten wir ein wunderschönes Museum, das mit Hilfe Der Schweiz aufgebaut wurde.
Falls jemand sich näher für das Projekt interessiert, hier die Web-Seite.
Das alltägliche Leben in den Dörfern finde ich ebenso interessant wie der Besuch von archäologische Stätten
Zuerst wollten sie sich nicht fotografieren lassen als ich um ein Foto bat,
dann fanden sie es auch lustig.
Kinder freuen sich jedes Mal, wenn sie fotografiert werden.
Es ist eine Augenweide, blühende Bougainvillea (Drillingsblumen) in den Dörfern zu sehen.
Und dann ging es zu den Pyramiden von Merowe,
wo wir zwei Pharaonengräber besichtigen konnten.
Staunend sahen wir uns die Gräber an.
Viel ist noch zu entdecken, viel liegt noch unter dem Sand begraben,
aber die Neuzeit braucht auch Platz am Nil.
eine kurze Nilfahrt
verlassener Bahnhof in der Wüste

Und dann kam die böse Überraschung. In der Wüste wurde Gold entdeckt! Riesige Bagger tragen die obere Wüstenerde ab, verfrachten diese auf LKWs, um in Mühlen das Gestein klein zu mahlen und Gold mit Nilwasser auszuwaschen. Dabei entstehen Schutthalden.

Selbst “Straßen” werden zugeschüttet und wir müssen umkehren und eine neue Route finden.
Junge Männer suchen mitten in der Wüste unter unmenschlichen Bedingungen mit Metalldedektoren nach Gold.
Einfache Hütten aus Plastik und Jutesäcke bieten Schutz vor Sonne, Wind, Hitze und Kälte. Es gibt kein Essen und Wasser. Mit Glück kommen Lastwagen vorbei und tauschen Gold mit Lebensmittel.
In der nächsten Goldmine erhalten wir Diesel.
Es gibt eine Autoreparaturwerkstatt. Müll liegt wie in ganz Sudan überall herum.
Männer werden zu den Goldminen transportiert. In dieser Stadt gab es nur Männer. Ich stieg deshalb nicht aus dem Auto und fotografierte durch das Fenster.
Es gibt Obst- und Gemüsehändler, die acht hundert km weit durch die Wüste ihre Waren transportiert haben.
Datteln dürfen nicht fehlen.
Dann ging es weiter. Wo es kein Gold gib, ist die Wüste noch intakt und wunderschön.
Und dann erreichen wir unser Ziel!
Noch einmal schlafen, dann ist es soweit ….
Am nächsten Tag entdecken wir die ersten Felsbilder.
Ältere sehr schön und tief eingeritzte Bilder
Neuere mit Menschen, die melken.
Rinder, Rinder, Rinder, ….
Wir suchten Abbildungen von anderen Tieren, aber vor 3000 Jahren gab es schon keine Wildtiere mehr, sei es, dass sie in dieser Gegend schon ausgerottet waren, oder sei es, dass die Künstler nur Rinder im Kopf hatten, sei es, dass sich das Klima schon so verändert hatte, sei es, dass nur Rinderbuchhaltung wichtig war, sei es,…
Vielleicht hatten sie nur eine Abbildung, die sie abkopierten. Jedenfalls kann man viel in die Gravuren hineininterpretieren.
Chris, ein Pensionär und Geologe, suchte mit uns Felsbilder.
Francis war der fleißigste beim Fotografieren. 3003 Fotos, welche Arbeit, diese zu betrachten!
Aber es war spannend und über Mittag erholten wir uns im Schatten.
Jacques, unser Senior, erst 81 Jahren liebt wie wir die Wüste.
Dann ging es schon wieder zurück zum Nil, um ein paar Ruinen anzusehen.
Brutal wird das Köpfen von eroberten Menschen gezeigt. Selbst der Löwe frisst Menschen.
Die Götter sind mit dem Pharao

Interessant war,dass die nubischen Pharaonen negroid dargestellt wurden, so wie sie aussahen, mit großen Lippen und gekräuselten Haaren. Nicht stilisiert und modellhaft wie in den späteren Zeiten in Ägypten.

In der Nähe der Tempel zogen Männer mit den Händen und mit Hilfe von Eseln das Wasser aus 70 m Tiefe.

Mit Ledersäcke wird das Wasser geschöpft.
Nun sind wir wieder in der Schweiz und genießen den Frühling,
Frühling, na ja! Aber als Nomade sind wir alle Wetter gewohnt.

02.01.-14.01.2022, Port Elisabeth

Wenn jemand zu gerne genau wissen möchte, wo Steytlerville liegt, kann ich gerne ihm die Koordinaten zusenden, sonst ist es ein kleines Dörfchen in der Karoo, Eastern Cape Provinz, auf dem Weg zum Addo Elephant NP. Wieder schwärme ich von der blühenden Halbwüste, die sich uns grün und gelb zeigt, hat es doch nach 7 Jahren wieder geregnet. Wir können uns das nicht vorstellen 7 Jahre auf Regen zu hoffen.

Nachdem wir uns von unseren Freunden verabschiedet hatten, fuhren wir zum südlichsten Landpunkt vom Kontinent Afrika, zum Cape Agulhas. Wir sind stolz auf unseren Bänz, dass er uns 60 000 km durch Afrika, von Alexandria bis hierher, geführt hat. Am 26.02.2019 konnten wir ihn endlich aus den Fängen der ägyptischen Zollbehörde befreien und seitdem brachte er uns an alle von uns gewünschten Orte, mochten sie so verrückt sein wie sie wollten. Manchmal wartete er geduldig auf unser Wiederkommen aus der Schweiz, sei es in Addis Abeba, als Niggi krank wurde und wir 6 Monate in der Schweiz waren, oder in Nairobi 9 Monate wegen Lock down der Welt, oder in Windhoek 5 Monate wegen Kinder- und Enkelkinderheimwehsehnsuchterkrankung von mir. Dafür bekam er einmal grossen Service und neue Finken in Windhoek und 7890 l Diesel tankten wir.

Cape Agulhas Leuchtturm mit Bänz

Die Attraktion von L’Agulhas ist ein riesiges Modell vom Kontinent Afrika. So gross bzw. klein ist Afrika! Es war schon lustig, dass wir in 5 Minuten unsere Reise abschreiten konnten. Sehr schnell statten wir allen Länder Afrikas einen Kurzbesuch ab, verfolgten die grossen Flüsse von der Quelle bis zur Mündung. Kein Gipfel war uns zu hoch! Mit einer Leichtigkeit berührten unsere Zehenspitzen Kilimandscharo, Mount Kenia, Emi Koussi. Mit Wehmut gedachten wir an die wegen Regen nicht durchgeführten Bergbesteigungen in den Drakensbergen. Wir erinnerten uns an die früheren Reisen und traurig gedachten wir an die vielen Regionen, die jetzt wegen militärischen Auseinandersetzungen gesperrt sind. Wie viele, freundliche, uns wohlgesinnten Menschen haben wir getroffen, die uns für Afrika schwärmen lassen. DANKE!

Wie geht es weiter? Die Ostroute zurück geht nicht mehr, weil Äthiopien und Sudan gesperrt sind, die Westroute wollen wir nicht, wir fühlen uns schon zu alt für Kongo und Nigeria, Grenze Niger – Algerien ist gesperrt, so dass wir keine „weisst-du-noch“- Erinnerungsreise durch die Sahara durchführen könnten, ausserdem ist Nordkamerun durch Boko Haram Entführungen zu unsicher. Also was nun? Wir trennen uns kurz von unserem Bänz. Er schippert am Montag, den 24.01. von East-London nach Seebrücke und wir fliegen am Samstag nach Zürich. Wir werden ihn 3 Wochen später wieder abholen können.

Wir verabschieden uns vom Atlantik
und schauen zuversichtlich in die Zukunft.

Die Küste von L‘Agluhas nach Port Elisabeth ist einfach phantastisch. Kulinarisch,

mit Trocken Eis gekühlte Austern

und botanisch wegen des Gartenroute NP, einem riesigen Stück erhaltenem Urwald.

Urwaldriesen
Eigenartige Pilze

Aber das schönste ist die Touristenattraktion „Birds of Eden“, eine der grössten Freiflug-Voliere der Welt. Einfach phantastisch! Tausende Vögel leben frei unter einem Netz, das mehr als 2 ha grosssen Urwald mit Flussschluchten überspannt. Von ganz nah konnte ich die Vögel bewundern, betrachten, bestimmen, fotografieren. Und schon war ich in einem Dilemma. Darf ich die Vögel aus dem südlichen Afrika zu meiner Liste dazuzählen oder nur die frei lebenden? Dann würde diese nicht nur 256 Arten zählen, sondern ich käme auf fast 300! Was soll’s. Der Besuch war phantastisch!

Zuerst begrüßte uns ein Flughund.
Knysna Turako (Helmturako)
Ganz nah ließ er sich fotografieren. Er kann sonst nur fliegend zwischen den Bäumen gesehen werden. Und ist endemisch für Südafrika.
Ross’s Turako. Mir kam es vor, dass er sagen würde, bin ich nicht schöner?
Nicobar Pigeon ist eine Taube!
Wer von uns ist das Weibchen? Das rote! (Eclectus Parrot)
Die Schönheit von der Caroline Wood Duck hat uns angetan.
African Grey Parrot, der für den Verkauf als Haustier in der Freiheit beinahe ausgerottet ist. Deshalb züchtet Südafrika diese Tiere. An die 100 000 Papageien werden jährlich exportiert!
Vulturine Guinea fowl (Geier-Perlhuhn wegen ihres nackten Kopfes und Halses)
Crested Guinea Fowl (Haubenperlhuhn). Der Schopf ist wirklich irre.
Night Heron (Nachtreiher), den hatte ich schon in meiner Liste, obwohl er nachtaktiv ist.

Also, ich könnte noch viel ! mehr Fotos euch zeigen, aber ich weiß nicht, ob ihr so viel Geduld habt wie Niggi. Zum Schluss unserer Reise wollten wir noch einen Nationalpark besuchen, ohne zu fotografieren, einfach nur genießend beobachten. Naja, ein Foto habe ich dann doch noch gemacht, als unzählige Elefanten in einem kleinen Wasserloch baden gingen und schwimmend sich amüsierten. Wie kleine Kinder genossen sie das Wasser, spritzten sich an, versuchten sich gegenseitig zu tauchen, ließen andere nicht ans Ufer kommen, halfen den jüngsten, den Babys ans rutschige Ufer, einfach ein Getümmel.

30.12.2021 – 01.01.2022, Gainsbaai

Wir haben uns in ein Hotel einquartiert, werden mit leckeren Frühstück verwöhnt, das uns ins Zimmer gebracht wird (social distance), spazieren am Meer, schreiben Blogg (endlich wifi, natürlich mit Unterbrechungen, wir sind ja immer noch in Afrika!), gehen ins Restaurant (ich muss nicht kochen), lesen, faulenzen, haben es einfach schön!

Bucht von Gainsbaai

Sylvester feiern wir mit unseren Freunden Marlis und Kurt im Garten eines Restaurant mit feinem Essen

tollen Gesprächen
und Tanz.

Wir wünschen allen ein gutes Neues Jahr! Bleibt gesund!

21.-29.12.2021, Gansbaai

Nach dem vielen Regen und Kälte wollten wir etwas von dem südlichen Sommer erleben. In unseren Gedanken sahen wir uns am Strand am Indischen Ozean liegen, lesen und die Füße ins Meer tauchen. So planten wir “schnell” die 400 km nach Coffee Bay, an die “wild coast” zu fahren. Wir brauchten für diese Strecke zwei Tage, da ganz Südafrika in die Sommerferien fuhren und außerdem regnete es fast den ganzen Tag. Es erinnerte uns sehr an daheim.

Oft werden wir von der Kreativität der Südafrikaner überrascht, wie hier vom Erbauer dieses Wohnhauses
Im Coffee Bay besuchen wir das berühmte “Hole in the Wall”, einem natürlichem Bogen, der durch die Kraft der Gezeiten durch einen Sandsteinfelsen gebrochen wurde. Wir denken an unseren Freund Felix Peter, der sich immer wieder für solche Naturbegebenheiten begeistern konnte.
“Hole in the Wall”
Der Regen begleitet uns und Niggi lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

Dank moderner Kommunikationsmittel sind wir in Kontakt mit Freunden, die zur Zeit auch Südafrika besuchen. Wir verabreden uns, Sylvester gemeinsam in Gansbaai zu feiern, nur 1500 km von Coffee Bay entfernt. Wir berechnen 7 Tage für diese Strecke und so bleiben wir nicht faul am Strand liegen. On the road again!

In Südafrika gibt es viele kleine Nationalparks und dank unserer “wild carte”, einer Eintrittskarte, die ein ganzes Jahr gültig ist, brauchen wir kein Eintritt zu zahlen. Die Campingplätze sind dort auch super, so planen wir gleich 3 Parks zu besuchen.

Der erste, der Camdeboo NP ist berühmt für seine Felsformationen, dem “Valley of Desolution”. Wir bewundern die Aussicht, gehen kurz auf die Pirsch und schon geht es weiter zum nächsten Nationalpark.

Der Karoo NP (Höhepunkt in der Halbwüstenlandschaft) bleibt uns als derjenige im Gedächtnis, der wegen Regen alle Straßen geschlossen hat, außer derjenige zum Campingplatz. Normalerweise regnet es im Dezember 84 mm. Nur diese Jahr fiel an einem Tag 100 mm. Strassen und Hänge rutschten ab. Wir blieben trotzdem zwei Nächte. Warum? Auf den Campingplätzen in den NP gibt es immer Waschmaschinen und Trockner. Das war das erste Mal, dass Waschtag vor Tierbeobachtung auf dem Programm stand.

Warum nicht ein weiteres “World Heritage Site” besuchen? Wirklich etwas Besonderes stand uns bevor.

Durch enge Schluchten fahren,
auf Serpentinen den Pass erklimmen,
Felsformationen bestaunen,
in eine wilde Landschaft schauen.
Und für mich? Riesenprotea (Protea cynaroides) bestaunen,
Protea-Wald (!) (Protea roupelliae) bewundern,
Delosperma cooperi, eine bodenbedeckende sukkulente Pflanze bestimmen,
blühende Rundblättrige Dickblatt (Cotyledon orbiculata) im Fynbosch betrachten.
Sind die Blüten nicht wunderschön?

Der dritte Nationalpark auf unserer Fahrt war der seht kleine Bontebok NP, der nur 20 km2 groß ist, aber der berühmt für den Schutz der Buntböcke ist.

Buntböcke leben in Fynbos-Vegetation. Für mich war es auch erstaunlich, dass die Jungtiere erst einfarbig hellbraun sind.

Und dann waren wir wieder in der Walker Bay, vis-a-vis von Hermanus , wo wir Ende August versucht hatten, Wale zu beobachten, die sich leider in diesem Jahr entschieden hatten, mehr Richtung Mossel Bay sich zu zeigen.

Mit nicht Corona konformen Umarmung begrüßten wir unsere Freunde. Warum nicht mit Fisch und Chips das Wiedersehen feiern?