01.12.2020, Lusaka

Lang ist es her, dass ich euch etwas berichten konnte, aber wir waren im Outback und so wurde mein Blogg immer mehr hinausgezögert, bis ich wieder ein vernünftiges Netz habe, nämlich hier in Lusaka, in Lukasa einem sehr schönem Camp.

Bei uns weihnachtet es auch. Die Mails sind geschmückt, Kinderspielsachen werden am Eingang ausgestellt, Turkey oder Rollschinken liegen in der Gefriertruhe bereit und Weihnachtslieder schallt es aus den Lautsprecher, während draussen es 30° heiß ist.

Nachdem Niggi es geschafft hatte, das Auto zu reparieren und der Vierradantrieb und der Geländegang wieder zu geschaltet werden konnte, verließen wir Lusaka und fuhren in den Kasanka Nationalpark, der eigentlich nur ein kleiner Park ist, aber in November und Dezember eine Besonderheit vorzeigen kann, nämlich die grösste Säugetiermigration der Welt. Anfangs November kommen mehr als 5 Millionen Flughunde (Afrikanischer Palmenflughund, Straw-coloured Fruit Bat, wie Fledermäuse aussehend) aus Zentralafrika in den Kasanka NP, um dort zu gebären und ihre Jungen grosszuziehen. Jeden Abend, wenn die Sonne untergeht, kann man in diesen zwei Monaten beobachten, wie sie in die Umgebung fliegen, um Futter, d.h. Früchte zu finden und am frühen Morgen, wenn die Sonne aufgeht, wieder zurückkehren, um sich auszuruhen. Wenn man bedenkt, dass die Tiere jede Nacht die Hälfte ihres Körpergewichts fressen und ein Tier durchschnittlich 230 g schwer ist, dann fressen diese 5 Millionen Tiere jede Nacht 575 t Früchte. In der Umgebung von 100 km verspeisen sie die Wildfrüchte und die Früchte der Obstplantangen auf.

Das wollten wir natürlich sehen, wie der Himmel schwarz von Flughunden wird, wenn sie den Park verlassen oder wieder zurückkehren.

Ohne zusammenzustossen fliegen die Flughunde weg
Ganz eng hängen sie in den Bäumen, deren Äste manchmal vom Gewicht der Flughunde abbrechen, ein gefundenes Fressen für Schlangen und Leoparden

Auf dem Campground im NP freundeten wir uns mit zwei südafrikanischen Familien an, die mit ihren Kindern auch dieses Spektakel ansehen wollten. Wir grillten zusammen und spielten mit den Kindern „Uno“, so dass die Zeit schnell verflog bis wir abends und früh morgens zu den Ort, wo die Flughunde tagsüber in den Bäumen hängend schlafen, fahren konnten.

Aber nicht nur die Tiere waren faszinierend, sondern auch die Pflanzenwelt beeindruckte uns. In der Umgebung wuchsen Leberwurstbäume und der Name für diesen Baum ist wirklich bezeichnend.

Eine mittlere Leberwurst
Lilien am Wegrand
Eine sehr stachlige Raupe geniesst die Blüte

Vom NP ging es zum Lake Wakawaka. Wir dachten, es ist ein kleiner Ausflug, aber denkste, die Straße war so schlecht, entweder staubig oder mit Wasser wurde der Staub zu Morast oder LKWs spurten die Strasse zu zwei tiefen Rinnen, so dass wir wenn wir in die Rinnen gelangten auf der Mittelspur aufsaßen. So zuckelten wir mit 20 km/h vorwärts.

Als wir endlich wieder auf der Asphaltstraße kamen, meinte Niggi, die Fahrt der beiden letzten Tagen hätte gezeigt, dass die Reparatur gelungen wäre und wir wieder off road fahren könnten, und wozu hätten wir ein Allradauto, wenn wir nur langweilige Teerstrassen fahren würden. Er würde so gerne die Escarpement road durch den Southern Luangwa NP fahren. Ob ich dabei wäre? Was sprach dafür? Die Regenzeit hatte noch nicht eingesetzt und die Flussdurchfahrten wären machbar, da es noch wenig Wasser hat und die grossen Sanddurchquerungen wären durchführbar, weil es doch schon ein bisschen geregnet hat und der Sand so schwerer ist. Außerdem versprach Niggi, dieses Mal die Luft abzulassen, falls wir einsanden würden.

Also wagen wir es, meinte ich und dachte, hoffentlich können wir mit noch jemanden diese Strecke fahren. Ein Wunschtraum bei so wenigen Touristen! Aber wer kommt uns entgegen, Freunde, die wir vor einem Jahr in Nairobi kennengelernt und seit damals keinen Kontakt hatten, da unsere Reisepläne durch Corona verändert wurde.

Jutta und Gerd fahren ein MAN und der ist 2,5 m breit und 4 m hoch, ein richtiger Elefant im Gegenzug zu unserem niedlichen Bänz. Auch sie fanden die Idee super, diese abenteuerliche Strasse zu fahren und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg zur berühmten Escarpment Road, eine Strasse für Allradprofis, wie es in den Reiseführern heisst. Der erste Teil bis zum Scoutcamp am Rande des noch 1180 m hohen Escarpment ging super, Straßenarbeiter bauten gerade die Strasse und der Blick hinab in das Luangwatal war spektakulär.

Kinder im Scoutcamp

Dann kam das Erwachen. Der Abstieg von 1180 m auf 750 m in das Luangwatal ist nur 5 km lang, aber die Strasse ist sehr ausgewaschen, steinig, sehr steil, mit engen Serpentinen versehen. Das hieß für mich, Strasse bauen, Löcher mit Steinen auffüllen, Steine wegschleppen, während Niggi in Schritttempo die Strasse herunterbremste. Bänz leistete Superarbeit! Er kraxelte hinab, manchmal nur auf drei oder sogar nur auf 2 Rädern stehend!

Todmüde! Nach 3 Stunden Straßenarbeiten
Angekommen am Gate vom Southern Luangwa NP

Am Gate vom NP genossen wir den Abend und dachten, so das wäre geschafft. Aber der nächste Tag zeigte, was es heisst, mit einem Dinosaurier durch einen Nationalpark zu fahren, der für Toyotas oder für Bänz angelegt ist.

Die 1. Flussdurchfahrt, gar nicht so schwierig
Alle 2 m die Diskussion, wollen wir und wie wollen wir den Baum fällen, zum Glück geht die Motorsäge

So ging das alle paar Meter! Am Morgen um 6 Uhr war es noch angenehm kühl und die Motorsäge sprang sofort an. Welch himmlisches Geräusch! Aber nach zwei Stunden, als es gegen 40° wurde, gab sie den Geist auf, da das Benzin verdampfte. Es blieb uns nichts anderes übrig, als mit vereinten Kräften die Bäume weg zu drücken, weg zu zerren oder mit der Manchete zu fällen. Am Mittag nach 6 Stunden Fahrt hatten wir sage und schreibe 20 km geschafft und wir waren fix und fertig.

So entschieden wir uns, dass Niggi und ich zum Ausgang des NP fahren und dort Hilfe holen sollen, denn wir hatten mit unserem kleinen Bänz keine Schwierigkeiten auf der Piste.

Nur dieser Elefantenbulle drohte uns, wackelte mit den Ohren, trompetete, was wollt ihr denn hier? Wir mussten den Rückwärtsgang einlegen und zeigen, dass wir einsehen, dass er stärker ist.

Im Croq Valley Camp am Luangwa Fluss waren wir an unserem Ziel angekommen und konnten ein Auto mieten. So fuhr Niggi mit 2 starken Männer am nächsten Tag zurück zu unseren Freunden und gemeinsam schafften sie es durch den Park zu fahren. Abends bei einer Flasche kühlen Bier waren wir froh, diese Strecke hinter uns zu haben. Abenteuer sind dann gut, wenn sie heil überstanden sind.

Am nächsten Morgen wurden wir von zwei sich streitenden Hippobullen geweckt. Der rechte hat dann gesiegt, er konnte sein Maul mehr aufreißen und so seine Zähne besser zeigen. Als er wieder ins Wasser zu den anderen Hippos stieg, fing der Tratsch sofort an. 5 Minuten wurde der Kampf von den anderen im Wasser kommentiert.

So fuhren wir nach Lusaka durch aber tausende Schmetterlinge,

tauschten die Vorderreifen mit den Hinterreifen, die sehr gelitten hatten,

kauften ein, machten einen COVID Test und schon ging es nach Livingston, Richtung Botswana.

Victoria Fälle, gesehen von
Royal Livingston Hotel
mit einer wunderschönen Bar

Am 3. Dezember haben wir die Grenze nach Botswana geschafft und sind in Kasanke am Chobe River angekommen. Wir hatten schon die ersten Besucher …

Heute morgen, 4. Dezember wachte Niggi mit Fieber auf. COVID kann es ja nicht sein, haben wir beide doch negative Testergebnisse. Zum Glück kann man hier in der Apotheke einen Malariatest kaufen und so war die Selbstdiagnose schnell gestellt. Malaria! Nun heisst es für ihn, die nächsten 3 Tage Bomben gegen Malaria einnehmen.

Was wollen wir nächstens machen? Wir wollen Chobe Nationalpark und das Okavango-Delta besuchen.

14.11.2020 Luangwa Nationalpark

Gestern war ein besonderer Tag! Den ganzen Tag arbeitete Niggi unter dem Auto, um die Tipps von unseren Freunden aus der Schweiz und Deutschland , die per WhatsApp eintrudelten, wie wir die Probleme unseres Auto beheben könnten, umzusetzen. Während ich Wäsche wusch, was hier richtig Freude macht, viel Wasser und nasse Wäsche trocknet augenblicklich. Nur die Affen müssen überzeugt werden, dass sie hier nichts verloren haben.

Zusätzlich versuchte ich Spotlight hochzuladen. Ich lese gerne die englisch sprachige Zeitschrift, um mein Englisch aufzubessern. Mit mäßigem Erfolg, aber immerhin, oder?

Um 16.00 Uhr holte uns der Fahrer für ein Night-Gamedrive ab. Wir wollten gemütlich Tiere ansehen, also nicht selbst fahrend auf die Pirsch gehen, und außerdem muss man mit eigenem Auto um 18.00 Uhr aus dem Park sein, gerade wenn es langsam dunkel und spannend wird. Die Bürokratie war schnell geregelt, so dass wir schon im Park waren, bevor wir es richtig mitbekommen haben. Giraffen,

Kudus,

Warzenschweine begrüßten uns. Und da war auch der Leopard, schlafend auf dem Baum, gelassen den Schwanz herunter hängend, unbekümmert von den ansammelnden Paparazzis. (Wir entdeckten ihn, weil schon zwei Tourautos darunter standen und wir das Klicken der Kamara hörten.)

Auch wir bewunderten ihn, was für ein schönes Tier wir doch sehen durften! Verewigten ihn und machten uns bequem, denn wir wollten beobachten, wie er am Abend zur Jagd geht. Gott sein Dank hatte er Hunger und wartete nicht auf die vollkommene Dunkelheit, um auf die Pirsch zu gehen, sondern als langsam die Dämmerung kam, putzte, streckte und gähnte er sich und stieg gemächlich vom Baum.

Ganz nah an unserem Auto ging er zu den nächsten Büschen,

ruhte sich ein wenig aus

und gelangte allmählich zu seinem Jagdrevier, eine Ebene mit vielen Impalas. Es wurde stockdunkel und wir verloren leider seine Spur.

Auch unser Führer konnte ihn trotz Scheinwerfer nicht mehr entdecken. Nur Impalas, Hippos und Büffel schauten uns im Licht kurz an.

Um 20.00 Uhr kamen wir zurück zu unserem Camp, aßen eine Pizza und gingen zufrieden ins Bett, wegen des tollen Erlebnisses oder wegen des vollen Magens oder dem Bier sei dahin gestellt.

12.11.2020, Luangwa-Tal, am südlichen Gate vom South Luangwa NP

Endlich habe ich ein wenig Zeit und vor allem wifi um euch zu schreiben. Es ist gar nicht so einfach, ohne wifi zu leben und ohne kommunizieren zu können, so hat man sich daran gewöhnt, überall und zu jeder Zeit in Kontakt zu sein, schreiben, telefonieren oder Kurznachrichten verfassen zu können.

Zuerst waren in Tansania Wahlen, so dass alle Leitungen von der Regierung gekappt wurden, damit die Wahlen ruhig verlaufen können. So gelangten wir über die Grenze nach Sambia mit vollen Sim-Karten. Leider können wir keinen belangen oder wegen fast 2 wöchiger Pause des Internets reklamieren, damit wir Geld zurückerstattet bekämen.

Hier in Sambia waren wir im outback, so dass wir auch kein Netz hatten. Zum Glück schenkte ein deutsches Ehepaar, das aus Sambia kam und wir in Tansania trafen, uns ihre Sim-Karten, so dass wir jetzt endlich mit euch kommunizieren können, denn eigentlich sollte das Camp, auf dem wir jetzt stehen, wifi haben, aber …..

Das Camp heißt Croc Valley Lodge und verdient wirklich diesen Namen. Es liegt am Luangwa Flusses in Mfuwe, am südlichen Eingang des South Luangwa NP und ich sitze im Schatten unseres Bukarus und sehe mindestens 10 Krokodile am gegenüberliegenden Ufer am Strand liegen. Natürlich nicht mit blossem Auge, sondern mit einem Fernglas kann ich diese Tiere beobachten, wie sie still vor sich hin dösen und hoffen, dass ein dummes Tier vor ihre Schnauze vorbei tanzt, und sie zuschnappen können. Wahnsinnig interessant! Alle halbe Stunde hinschauen und nichts hat sich verändert. Wie beruhigend!
Dafür ist es im Wasser lebendiger. Da tummeln sich 50 und mehr Hippos, grunzen ab und zu etwas vor sich hin, wendeln sich mit dem Schwänzchen Duftmarken ins Gesicht, tauchen auf und unter und haben es schön miteinander. Sie müssen sich mit seines gleichen auskommen, denn der Luangwa hat fast kein Wasser und so gibt es nur Tümpel, Pools, die tief genug für sie sind und die sie sich teilen müssen. Der nächste Tümpel ist natürlich schon von einem anderen Hippo Clan besetzt.

Heute hat hier in Nordsambia die Regenzeit begonnen. Der ganze Vormittag war bewölkt und kühl, so um die 25 Grad und gegen Mittag kam Wind auf, Donner grollte und dann hörte man den Regen von weiten auf die Wellblechdächer prasseln, immer näher kommend, bis der Regen auch bei uns auf das Dach trommelte. Aber es dauerte nicht lange, nach einer Viertelstunde war der der Spuk vorbei und eine eigenartige dunstige Glocke hat die Umgebung umhüllt. Alles atmet auf und wartet auf mehr Wasser. Die Äcker sind schon vorbereitet und nun soll der Regen die harte Arbeit belohnen.

Wir sind so froh, dass die Regenzeit erst heute begonnen hat, wo wir wieder die Asphaltstraße erreicht haben, denn als wir vor 3 Tagen von der Asphaltstraße abbogen und auf die Piste zum North Luangwa NP gelangten, dachten wir, was kann uns mit einem solchen Auto überhaupt passieren, unser Bänz rollt und rollt, Pisten, Wellblech, sandige Stellen oder Flussdurchquerungen können uns keinen Schrecken einjagen. Aber als wir durch den North Luangwa NP fuhren und probierten, ob der 4-Rad und ob der Geländegang zugeschaltet werden kann, mussten wir feststellen, nichts von beiden geht.

Die Durchquerung des Luangwa war so ein wenig schwierig und problematisch für uns. Zuerst wurde uns von dem gegenüberliegenden Ufer aus zugerufen, wir wären in dieser Spur goldrichtig, denn die Pontonbrücke, die nur 10 m entfernt ist, sei kaputt (von schweren Touristen Autos?) und wir müssen durch den Fluss, der gar nicht tief ist. Außerdem leben Hippos nur ein paar Meter stromaufwärts und auch Krokodile lungern hier nicht herum. Also los zum Fluss. Aber schon am Anfang sahen wir, dass es schwierig werden könnte, denn zum Wasser war eine weite Strecke des weichen, sandigen Flussbettes zu durchqueren. Und wirklich ein paar Meter und wir steckten fest. Eingesandet! Also mitten in der Mittagshitze, bei 40 Grad, wie könnte es anders sein, Sandbleche auspacken, Schaufel herausziehen, Räder frei schaufeln, Sandbleche unter die Räder legen und los geht es, ein paar Sandblechspuren entlang hoppeln und … feststecken. Ein paar Dorfbewohner kamen, halfen uns die Sandbleche aus dem heissen Sand zu ziehen, Räder auszubuddeln, vor die Räder zu legen. Schweiss rann über unsere Gesichter. Da hatte einer die glorreiche Idee zu sagen, am Mittag käme eine Traktor, der die kaputte Pontonbrücke abbaut, der könnte doch uns durch den Sand ziehen… Tatsächlich kaum hatte er es gesagt, kam mit einem himmlischen Geratter ein Traktor. Schnell mit einer Abschleppkette die beiden Fahrzeuge verbinden und schon ging es ohne Probleme durch den tiefen Sand und durch das Wasser auf die gegenüberliegende Seite das Ufer hinauf.

Die kaputte Pontonbrücke, das hätten wir geschafft !

Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich im dortige Bushcamp. Am Abend sahen wir in einem sicheren Abstand vor dem Eingang des Camps einen Elefanten genüsslich Blätter mampfen und bei Einbruch der Dunkelheit machten wir uns parat, um um 8 Uhr im Bett zu liegen. Kein Licht, kein e-Book, keine heruntergeladene Zeitschrift auf dem i-Pad lies uns den Abend geniessen, denn nur ein bisschen Licht zog 100-te von Insekten, Falter an und das Bett wurde nicht mehr von uns beiden alleine besetzt.

Am Morgen um 4 Uhr weckte uns der Wecker, als es hell wurde, und so fuhren wir um 6 Uhr los, die schönste Fahrt von Sambia zu erleben. Die Fahrt am Luangwa zählt zu den Highlights einer Sambia Tour. Es geht durch lichte Wälder den Fluss entlang, ein paar Dörfer, ein paar Tiere wie Elefant, Warzenschwein, Wasserböcke, Impalas sehen uns zu und schon kommt die nächste Flussdurchquerung, der nächste Absturz, der einem den Adrenalinspiegel hoch treibt, wenn man ein 4-Radantrieb oder Geländegang nicht mehr hat. Aber wie gesagt, wir hatten Glück, die Regenzeit war noch nicht eingetroffen, die Flüsse waren noch ausgetrocknet und sandige Stellen, Abhänge meisterte Niggi mit Bänz mit Erfahrung und Geschwindigkeit.

Superbrücke
Hippos im Luangwa Pool
Felder sind für den Regen vorbereitet

So gelangten wir hier her und versuchen herauszubekommen, was unserem Bänz fehlt. Niggi ist in Kontakt mit diversen Freunden in Deutschland und in der Schweiz und wir hoffen, dass wir die Probleme eingrenzen und lösen können.

Schon als wir am 22. Oktober in Arusha waren, organisierten wir einen Ausflug von Moshi aus in die Serengeti und zum Ngorongoro Krater. Für mich war das enorm wichtig diesen Nationalpark zu besuchen, hatte ich als Kind keine Sendung von Bernard Grzimek verpasst, wenn er von seinen Erlebnissen aus Tansania mit einem Schimpansen auf dem Schoss oder einem Geparden zu seinen Füssen erzählte. Die Landschaft vom Ngorongoro Krater ist faszinierend und auch die Fahrt in den Krater ist beeindruckend. Durch ein Fernglas konnten wir sogar ein Nashorn sehen. Eine halbstündige Überquerung der Piste vor unserer Nase durch hunderte von Gnus, die hintereinander gemütlich auf die andere Strassenseite wollten und grundsätzlich den gleichen Weg wie der vorherige Artgenosse nahmen, war das Highlight dieses Ausfluges. Selbst Zebra mussten warten, bis sie ein Lücke in der Gnu-Schlange fanden, um erfolgreich die Strassenseite zu wechseln.

Am Ngorogoro-Krater
Kori Bustard
Hunderte Gnus überquerten die Straße um zum Wasser zu gelangen
Schabrackenschakal
Ein kleiner Schakal wagt sich aus dem Versteck
Von unserem Touroperator mussten die Bremsen im Ngorogorokrater schnell mal repariert werden ….

Von Serengeti fuhren wir zügig Richtung Sambia.

Baobab am Wegrand

Die Grenzüberquerung war durch die Hilfe von Oskar gar nicht schwierig, so dass wir den Rekord von 1 1/ 2 Stunden für eine afrikanische Grenzüberschreitung erreichten. Oskar organisierte im Voraus einen negativen COVID-Test und füllte Zollpapiere aus, so dass wir nur zur Passkontrolle und ein Visa beantragen mussten.

Hier im Croc Valley Camp ist es langsam Abend. Aperitif heisst es nun, ein kühles Bier für Niggi und für mich ein Savannah, einem Cider. Und dann können wir so ausgerüstet das Abendleben am Fluss mit Elefanten, Affen, Hippos …. genießen.

24.10.2020, Moshi / Arusha

Am Mittwoch, den 22.10. hieß es Abschied von Chris und seiner Crew, in Jungle Junction, Nairobi, zu nehmen. Wie immer ist für uns “good bye” zu sagen schwierig, einerseits haben wir Freundschaften geknüpft, andererseits freuen wir uns, dass unser Abenteuer weitergeht. Ich komme mir vor wie Lukas, der Lokomotivführer, mit Emma und Jim Knopf und seiner Molli, die zu neuen Ufer aufbrechen, um die Wilde 13 zu finden, neugierig, aber auch ängstlich, weil sie nicht wissen, was auf ihnen zukommt. Auf alle Fälle tätschelte ich Bänz Motorhaube, sagte ihm “na, my boy, wollen wir?” und freudig heulte sein Motor auf als Niggi den Zündschlüssel drehte.

Wir fuhren von Nairobi die Mombassa Road entlang, dieses Mal dank Corona ohne viel Stau, und bogen zum Amboseli Nationalpark ab, auf einer super schönen Strasse. Das tut gut, einfach zu rollen und die Aussicht zu geniessen. Am Abend übernachteten wir auf einem kleinen Camp, der Amboseli Eco Lodge. Eigentlich war es wegen Mangel an Touristen geschlossen, aber die Eigentümer waren froh uns zu sehen, öffneten für uns das Tor und so schliefen wir wohlbehütet in der Wildnis.

Am nächsten Tag ging es zum Grenzübergang Kenia/Tansania. Was wird uns dort erwarten? Niggi war ganz nervös. Umsonst, die Keniagrenze zu überqueren war in einer halben Stunde vorbei. Ein Stein fiel uns vom Herzen. War unser Auto seit 8 Monaten in Kenia und wir in Europa, da kann schon Unangenehmes anfallen. Auch die tansianischen Beamten waren freundlich. Zuerst mussten wir in das Gesundheitszelt. Zum zweiten Mal half uns unser negativer Coronatest aus der Schweiz mit dem Stempel und Unterschrift von unserem Kantonsarzt. Fieber wurde uns gemessen und wir unterzeichneten einen Zettel, dass wir gesund sind. Dann ging es zur Immigration und eine halbe Stunde später hatten wir ein dreimonatiges Visum im Pass. War es das wirklich? Nur 1 Stunde? Kann es das gewesen sein? Wo bleiben die Schwierigkeiten bei afrikanischen Grenzübergängen? Die Diskussionen mit Beamten?

Wir hatten Recht, so einfach kann das nicht gewesen sein. Beim Zoll für die Einfuhr von Autos kam es endlich zu Diskussionen und Schwierigkeiten, wie sie an Grenzen üblich sind. Wir hatten nämlich unser Carnet de passage in Nairobi verlängern lassen und der kenianische Automobilclub hat es auch mit Stempel und Unterschrift abgesegnet, aber nur auf der Titelseite und nicht auf jeder noch verbleibenden Seite, die im jeweiligen Land bleibt. So meinte unsere Zollbeamtin, das könne sie nicht akzeptieren. Nach längerem hin und her, kam sie doch auf die glorreiche Idee unser Auto kurzfristig zu importieren, was 60 Dollar für 3 Monate kostet. Nun wir zahlten diese zusätzliche Gebühr und wir konnten einreisen. Trotzdem war unser Grenzübertritt einmalig, dauerte er nicht länger als 3 1/2 Stunden!

So kamen wir am Abend nach Moshi und fanden auch Shungu, den Besitzer der Lion B&B Lodge, der uns empfohlen worden war. Noch ein Bier, den Kilimandscharo begrüßen und dann hieß es ins Bett zu gehen.

Kili ohne Wolken von Moshi aus

Gestern hieß es zuerst wie üblich Geld wechseln und Simkarte besorgen. Den Nachmittag verbrachten wir ruhig und faul mit unseren Lodgebewohnern, Pippi und Bob.

Pippi
Pippi und Bob

Heute fuhren wir nach Arusha, unserem Ausgangsort für unsere morgige beginnenden dreitägigen Safari in den Serengeti Nationalpark. Wir lassen unseren Bänz in Arusha und fahren mit einer Gruppe durch den Park, weil das günstiger als alleine auf Entdeckungsfahrt zu gehen kommt. Mal sehen wie das wird. In Arusha mussten wir natürlich Mount Meru mit einer Flasche Bier begrüßen.

Es ist ein Highlight hier in Arusha zu sein, denn der Clocktower Platz ist genau der Mittelpunkt der Strecke von Kairo nach Kapstadt. Wir haben die Hälfte unserer Durchquerung geschafft!

21.10.2020 Wieder in Afrika!

Vor einem Monat waren wir noch in Italien und jetzt fahren wir Richtung Tansania. Trotz Corona! ging unsere Rückkehr zu unserem Bänz enorm schnell.

Anfangs Oktober lasen wir in den Reisebloggs, dass die ersten Overlander Tansania / Kenia – Grenze erfolgreich überquerten. Nichts wie hin ! war unser 1. Gedanke bevor die Grenzen wieder geschlossen werden, bevor Schweiz auf die Schwarze Liste kommt und wir 10 Tage in Nairobi in Quarantäne müssen, bevor kein Flugzeug mehr Nairobi ansteuert. So buchte Niggi den Flug für den Samstag, 17.Oktober und dann artete unsere Abreise ein wenig in Hektik aus. Koffer packen, Abschied nehmen von unserer Familie, von unseren Alters-WG-Gspänli und von unseren Freunden, Wohnmobil verkaufen, Covid-19-Test machen. Eigenartiger Weise hatte ich 2 Tage vor dem Stochern in der Nase Kopfweh, mir war es übel, mir war es komisch zumute und vor allem war ich unendlich müde. Hatte ich mich kurz vor unserer Abreise angesteckt? 2 Tage später hatte ich einen positiven Bescheid, ich bin negativ. Juhui!

Das Einchecken am Flughafen verlief ohne Probleme und verlief enorm schnell, war der Flughafen doch menschenleer. Und das an einem Samstagmorgen. Erst am Gate wollte man unseren für uns kostbaren Test sehen. Kein Problem für uns, nichts wie hinein in den Flieger. Wer keinen anerkannten Bescheid dabei hatte, durfte nicht mit.

Bald ist es soweit ….

Laut Covid-19 Reglement wurde Abstand eingehalten und so kamen wir gegen Mitternacht in Nairobi an. Alle Flughafenmitarbeiter grüßten uns freundlich, Karibu Kenia! (Willkommen in Kenia!) hörten wir aus allen Munde. Fieber wurde gemessen, Visa ausgestellt, Koffer eingesammelt und schon standen wir vor der Türe, der Chauffeur von Jungle Junction empfing uns und dann konnten wir die feuchte, nach Erde und Holzfeuer duftende kenianische Luft einatmen. So schnell waren wir noch nie durch Nairobi gefahren, so hatten wir noch nie Nairobi erlebt. Fast keine Autos, keine Menschen, selbst keine Hunde waren auf der Straße. Ausgangssperre! Nur mit Genehmigung durften wir fahren. Wie gut schmeckte uns das kalte Bier auf dem Campingplatz.

Am nächsten Morgen begrüßten wir sofort unseren Bänz! 8 Monate musste er ohne uns ausharren! Starten und schon lief der Motor, ein Wohlklang in unseren Ohren, gleich dem Schnurren einer Katze, die sich freut uns wieder zu sehen.

Loslegen konnten wir nicht sofort, erst hieß es, die importierten Waren aus der Schweiz einräumen. Welcher Reichtum! Wir waren überrascht, was alles unser ist.

Gestern unternahm Niggi eine kleine Trekkingtour mit Chris und anderen Freunden. Sie merkten beim Erklimmen des Berges, dass die Regenzeit schon begonnen hat. Die Sicht auf Mount Kenia und Kilimandscharo war durch Wolken verdeckt und das Wandern in Regen machte keinen Spaß. Ja, es regnet und die Jacaranda blühen. Die Blüten sind wunderschön blau. Muss ich sagen, dass Jacaranda zu meinen Lieblingsbäume zählen?

Trekkingtour auf den Ngong
Auf dem Gipfel
Zurück in die Wärme

Nun fahren wir nach Tansania, östlich von Kilimandscharo wollen wir über die Grenze. Die ersten Giraffen, Impalas wurden von uns begrüßt. Mal sehen was der morgige Tag so bringt.

Unser 1. Apéro in der Wildnis

21.08.2020, Assisi

Manchmal werden wir gefragt, welche Tour habt ihr gemacht, könnt ihr nicht eine Landkarte zeigen. Voila, hier ist unser Trip durch Italien bis heute. Die Sternchen sind UNESCO Welterbestätte in Italien. Nicht alle haben wir besuchen können, sei es, dass sie nicht auf unserer Tour waren, sei es, dass es uns zu viel wurde, oder sei es, dass wir schon öfters dort waren.

Am Mittwoch, den 19.08.2020 besuchten wir eines der absoluten Highlights unserer Tour, nämlich Pompeji (dt.), Pompei (it.), Pompeii (lat.). Nicht nur für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, sondern bis anhin besuchten jährlich 3 Millionen Touristen die Totenstadt am Vesuv, das sind fast 10 000 pro Tag. Wir haben aber Glück! Keine Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Neapel, keine Busse, kein Massentourismus! Nicht umsonst wird gesagt, Pompeji wird heute zum 2. Mal zerstört, das 1. Mal durch Naturgewalten und das 2. Mal jetzt durch den Ansturm der Menschen.

Wir campierten vis-à-vis des Eingangs und so waren wir mit ein paar wenigen Gleichgesinnten am Ticketschalter und konnten unter dem Blick des „Wächters“ die Stadt betreten.

Es war wunderschön in der Kühle des Morgens durch die Gassen zu schlendern und sich das Leben zur Römerzeit vorzustellen.

Die Straßen waren in der Römerzeit nicht so leer wie heute. Die vielen Karren, Kutschen schliffen Fahrspuren in die Straßen und für die Fussgänger gab es erhöhte Übergänge, Zebrastreifen, damit diese sicher und mit sauberen Füßen die Straßen überqueren konnten. Bürgersteige waren auch erhöht, damit die Römer und Römerinnen nicht überfahren wurden.

In einer römischen Stadt durfte kein Amphitheater fehlen, wo Theater aufgeführt wurden. Nicht umsonst hieß es, Brot und Spiele halten die Bevölkerung in Ruhe.

Auch eine Arena gehörte zu einer „lebenswerten“ Stadt, wo Gladiatoren auf Leben oder Tod kämpften

Die Häuser in Pompeji gehörten reichen römischen Familien, die vor der Sommerhitze und der damit verbundenen schlechten Stadtluft aus Rom in Sommer hier her zogen. Außerdem war das Umland durch die Vulkanerde des Vesuvs sehr fruchtbar und so fehlte es nicht an Nahrungsmittel. Diese Landvillen waren groß, hatten mehrere Räume, manchmal einen kleinen Garten, Brunnen zum Kühlen des Hauses.

Granatäpfelbusch wie zu Römerzeit im Garten

Natürlich schmückte man das Haus mit Bildern und Statuen.

Vorratsraum mit Amphoren Behälter, in den Olivenöl, Wasser und Wein aufbewahrt wurden
Amphoren, Krüge, nur ein winziger Teil wird heute in Pompeji gezeigt. Das meiste ist im Nationalmuseum in Neapel zu sehen.
Böden wurden mit Mosaik ausgestattet
Von der Straße war ersichtlich, wer hier wohnt
Ein sehr reicher Römer hat sich sogar seinen Patio mit Säulen ausstatten lassen

Der Vesuv, der Reichtum der Stadt brachte, löschte diese auch 79 nach Christus aus. Unter 25 m hohen Schutt und Asche lag die Stadt 1500 Jahre bis sie wieder entdeckt wurde. Die meisten Bewohner flüchteten bei den ersten Eruptionen, aber dennoch wurden etliche überrascht.

Tempel an der großen Piazza
Ist es der Auftraggeber, der aus dem Pferd schaut?

Nach 3 Stunden sind wir müde und es wird schon sehr heiss, Hunger plagt uns, so verabschieden wir uns vom Wächter, der stoisch auf die neue Stadt mit ihrem Hafen sieht.

Auch Erdwespen haben Durst

Gerne hätten wir noch die Mysterienvilla besucht, aber diese war wegen COVID-19 gesperrt. Aber wir klagen nicht, das ist ein Grund irgendeinmal nochmals nach Pompei zu reisen. Außerdem fehlt ja uns noch Neapel, auch UNESCO, das wir gerne wieder gesehen hätten. Darum habe ich hier ein Foto von der Villa von Wikipedia eingeschmuggelt.

So ging es weiter nach Marmore, in die Nähe von Treni, wo der größte Wasserfall Europas 165 m herabstürzt und in der Nacht beleuchtet wird. Es muss gesagt werden, dass dieser Wasserfall künstlich geschaffen wurde. Schon die Römer haben den Fluss so umgeleitet, dass er in einen See fließt, um den vom Fluss bedingten Sumpf in der Ebene trocken zu legen. Malaria herrschte damals in den Sümpfen, weswegen die Dörfer in die Berge an den Hängen gebaut wurde. Deswegen gibt es heute noch „Sichelzellanämie“, eine Erbkrankheit, im Süden von Italien, die mischerbige Personen vor Malaria schützt.

Schon Goethe bewunderte den Wasserfall auf seiner Reise in Italien, vielleicht nicht gerade als Lightshow in der Nacht wie wir

Nach einem gemütlichen Morgen ging es weiter nach Spoleto, wo die Basilikum San Salvatore zum Weltkulturerbe gehört. Aber ich wollte lieber den Dom besuchen und das letzte gemalte Bild vor seinem Tod von Filippo Lippi ansehen.

Nachdem wir andächtig dieses Wunderwerk gewürdigt und unsere Kerzen angezündet hatten, ging es nach Assisi. Eigentlich waren wir schon einmal vor Jahren hier, aber wir mussten nochmals die von Giotto ausgemalte Kirche ansehen. Fresken von Giotto sind schon von einmaliger Schönheit.

Eine der vielen Kirchen in Assisi
Selbst ein griechischer Tempel wurde in eine Kirche umgewandelt
Die oberste Kirche vom hl. Franziskus von Assisi. Ganz unten liegt dir Krypta zu seinem Grab und dazwischen ist noch eine Kirche gebaut, die von Giotto ausgemalt wurde.
Von Giotto gemaltes Bild „Grablegung von Jesus“
So verbringen wir diese Nacht auf einem Campingplatz mit Sicht über das Tal von Assisi

18.08.2020, Paestum, UNESCO ….

Nein, wir sind nicht in Griechenland! Wir sind immer noch in Italien und besuchen Paestum, eine griechische Kolonie von Griechen und ihre erbaute Tempeln. Es gibt einige Kulturbegeisterte wie wir, vor allem Italiener und doch ab und zu Deutsche, die vielleicht wie ich in der Schule Latein büffeln mussten und so griechische und römische Geschichte in den Lateinstunden aufgesogen haben. In das offene Museum konnten wir zuerst nicht hinein, weil Niggi seine Maske im Auto vergessen hatte, aber eine nette Italienerin schenkte uns eine und so konnten wir ohne Schwierigkeit das Gelände betreten. Wir sind wieder einmal begeistert von der Baukunst der Griechen.

Aber bevor wir Paestum erreichten waren wir zuerst im Osten von Italien und sahen uns dort UNESCO Weltkulturerbe an. Zuerst Castel Monte, eine von dem Stauferkaiser Friedrich II., einem Enkel von Friedrich Barbarossa, erbaute Burg in Puglia. Mich hatte in der Schule schon immer Friedrich II. beeindruckt, sein Leben und sein Werk, besonders, wie er als in Sizilien aufgewachsener Adeliger nach Deutschland reiste und dort zum König und danach zum deutschen Kaiser römischer Nation gekrönt wurde, immer im Streit mit dem Papst, der Kreuzzüge veranstalten wollte und Jerusalem so in seine Macht bekommen wollte und Friedrich lieber die Erbin von Jerusalem heiratete und so Jerusalem erbte.

Die Burg ist in einem 8-Eck gebaut und hat 8 Türme, einfach perfekt in der Symmetrie.

Danach ging es weiter nach Bari, das uns enorm gefallen hat, obwohl es nicht zu UNESCO Welterbe gezählt wird. Bari und seine lebendige Altstadt, seinem Dom, wo der heilige Nikolaus begraben ist, dessen Gebeine aus Myrta von den Normannen gestohlen wurde und in Bari nochmals beigesetzt wurde, aus religiösen Gründen, aus Furcht der Zerstörung seines Grabes durch die Mohammedaner und, ich meine, aus geschäftlichen Gründen, denn ein Wallfahrtsort verdient gut an seine Pilger, Touristen.

Enge Gassen der Altstadt von Bari
Altstadt von Bari
Frauen sitzen in den Gassen und bereiten von Hand Orchiette her

Wir können uns gut vorstellen, hier in Bari einmal eine Wohnung zu mieten, um die Stadt näher kennenlernen zu können.

Von dort ging es zum nächsten UNESCO Ort, nach Alberobello, nach Trulli. Ich muss gleich sagen, dass uns dieser Ort mit seinen berühmten Rundhäusern sehr enttäuschte, sei es, weil Massen von italienischen Touristen laut plappernd sich für Selfies in Pose setzend Wege versperrte, kleine Hunde an der Leine kläfften, Souvenirläden das Gleiche feilboten, oder weil wir keinen Sinn für italienisches Gefühl für Tourismus und Ferien haben, da Italiener sich nur in overcrowded Orten wahrscheinlich wohl fühlen, am Strand, an Orten, wo sie lauthals diskutieren und miteinander gestikulieren können, mit oder ohne Maske. Wir haben schon gelernt, dass eine italienische Familie 1 oder 2 Hunde besitzt und manchmal 1 oder 2 Kinder haben. Familien mit 3 Kinder sind kinderreich. Hunde sind aber ein „Mast“, um Streichelimpulse und Verwöhnungsverhalten ausleben zu können.

Die Nacht verbrachten wir wild campend mit Blick auf Matera, unserem nächsten UNESCO Ziel.

Matera bei Tag

Diese Stadt hat uns sehr gefallen, erinnerte sie uns an Städte in Maghreb. Die Altstadt besitzt nur sehr wenige Souvenirläden, einige Hotels, Restaurants, Cafés und kleine Läden und wir konnten treppauf, treppab, durch kleine Gassen Felsenkirchen mit wunderschönen Fresken besuchen.

Diese Türe erinnert uns an unseren Tod

Nun hieß es Abschied von Südosten Italiens zu nehmen. Ein kurzer Abstecher im Nationalpark von Pollina und Sila ging es nach Reggio di Calabria. Dort kehrten wir um und nun geht es nordwärts, eben nach Paestum.

11.08.2020, Vieste an der Adria, UNESCO Welterbe 5, 6 + 7

Nachdem wir 2 Abende exzellent in der Toscana verköstigt wurden, fuhren wir am Samstag nach Tarquinia, zu unserem nächsten UNESCO Stop, das nicht so weit von Roccadeterighi liegt. Dieses Mal waren Etruskische Gräber und das Tarquinia National Museum auf unserer Liste. Da es sehr, sehr heiss war, gingen wir zuerst ins Museum. Nur sehr wenige Besucher waren im Museum, dank Corona? oder dank der Hitze?, jedenfalls war es einmalig, die Sarkophage und den Toten mitgegebenen Gegenstände zu bewundern, ohne dass jemand Selfies aufnahm oder den Blick störte.

Sarkophage wurden reich verziert
Der Tote wurde auf dem Sargdeckel abgebildet
Es gab auch zu damaliger Zeit Personen mit Gewichtsproblemen
Das Highlight aus der Sammlung: die fliegenden Pferde

Danach fuhren wir zu den Etrusker Gräber, die am Stadtrand liegen. Da wir so wenige Besucher waren, mussten wir nicht bei den einzelnen Gräber warten, die unter der Erde liegen, bis wir die Treppe herabsteigen konnten. Unten konnten wir so lange wie wir wollten die farbig ausgemalten Grabstätten bewundern, deren Sarkophage wir kurz vorher im Museum sahen.

Eingang zu einem Grab
Die Bilder zeigten Szenen aus dem Leben der Etrusker oder Mythen
In diesen Steinpilzen fand man Krüge, Vasen, Schmuck und andere Gegenstände, die der Tote im anderen Leben gebrauchen könnte

Natürlich wurden nicht alle Etrusker so beerdigt, sondern nur reiche Adelige konnten sich verewigen.

Am nächsten Tag, am Sonntag, fuhren wir nach Tivoli, das östlich vom Rom liegt, um dort die Villa d‘Este zu besuchen. Die Villa ist ein beispielloses Zeugnis von dem damaligen Reichtum der Kirche. Ein Kardinal d‘Este fand es würdig ein Schloss mit Hunderten von Brunnen zu besitzen, damit er in der Kühle der Wasserbecken lustwandeln und sich erfreuen konnte.

Nach nur 15 Minuten anstehen konnten wir unsere Tickets kaufen. Diese „lange“ Wartezeit war bedingt, weil nur 1 Person zur Kasse gehen konnte und mit Karte zahlte.

Ausblick aus der Villa.
Ein kleines Detail am Fußboden der Terrasse der prächtig ausgestatteten Villa
So ein Brunnen ist auch gut um den Durst zu löschen
Villa d‘Este
Von oben betrachtet
Terrasse mit den hundert Brunnen
Einer von Niggis Lieblingsbrunnen
Dieser war sicherlich einer der Lieblingsbrunnen des Kardinals

Dann ging es weiter zur Adriaküste nach Monte Sant‘ Angelo, unserem nächsten UNESCO Ziel, einem Dorf, das wie so viele Dörfer und Städtchen in Italien am Felsen „geklebt“ wurden, nur das dieses ganz in Weiss gehalten wurde und uns so an die Städte des Maghreb erinnerte. In diesem Städtchen gibt es unzählige Kirchen. Eine ist die berühmte Wallfahrtskirche St. Michael, die aus der Zeit der Normannen stammt.

Ein besonderer sechseckiger Glockenturm zeigt den Kircheingang zur St. Michaelskirche
Die Kirche selbst ist eine Felsenkirche, tief unter der Erde, in einer Höhle
Kreuz über 1000 Jahre alt

Nach dieser harten Arbeit haben wir ein wenig Ruhe verdient. So ging es weiter nach Vieste um das Dolce far niente am Meer zu genießen.

08.08.2020, Roccadeterighi, UNESCO 3+4

Ich sitze draußen unter der Bergola in Schorts am Morgentisch und Niggi hilft unseren Freunden aus Obwalden Früchte ernten. Es ist wunderbar warm und wir genießen die milden, warmen Sommertage in der Toscana.

Unser 3. UNESCO Welterbe Stop war Brescia. Wir standen früh auf, damit wir noch am Morgen das Museum Santa Guilia besuchen können, einen Rundgang um dem Campitolium unternehmen und weiter fahren können.

Denkste, wir vergaßen, dass es noch Corona Zeit herrscht. UNESCO Welterbe muss verdient werden! Zuerst war das Museum zu! Um 11:00 Uhr am Morgen! Einlass um 12:00 Uhr. O.k. Gehen wir also zu den Ausgrabungsstätten um den Campitolium, denken wir, das wird ja zugänglich sein. Das römische Theater war zu, okay, wegen Renovation.

römischer Tempel
Römisches Theater

Also weiter, barocken Dom ansehen (nicht UNESCO), Kaffee trinken, menschenleeren ! Domplatz erleben, zurück zum Museum Santa Guilia.

Wirklich pünktlich um 12:00 wurden die Pforten geöffnet und versteckt hinter der Maske konnten wir Tickets erstehen. 10 weitere Kulturbegeisterte wollten mit uns das Museum besuchen. Nur mit einer Museumswärterin konnten wir, unsere kleine Gruppe, die einzelnen Räume ansehen, und bekamen auf Italienisch erklärt, was wir sahen. Unsere Aufpasserin hielt uns zusammen und achtete darauf, dass Niggi nicht zu schnell durch das Museum rast.

Römischer Mosaikboden
Santa Guilia

Danach ging es weiter nach San Giminiano, das wir vor 42 Jahren auf unserer Hochzeitsreise entdeckten. Damals war es noch nicht UNESCO Kulturerbe. In unserer Erinnerung ragten die Türme in den Himmel, Nebel verdeckte die Spitzen, einsam durchstreiften wir die Gassen, eine Bar war geöffnet, wo wir unseren Kaffe trinken und in Zellophan eingepackte Biscotti erstehen konnten.

5 der vielen Türme
Heute können Italiener wieder alleine ihr Kulturhotspot ohne Bustouristen aus aller Welt besuchen
Zum Sommer gehört ein Sonnenschutz
Der Dom ist ausgemalt, einfach wunderschön
Ausblick in die toskanische Hügellandschaft

Und dann ging es nach Roccadeterighi, um Freunde zu besuchen.

Es gibt noch Familien, die in mittelalterlichen Städtchen wohnen.

04.08.2020 UNESCO Welterbe 1. + 2.

Gestern konnte ich nicht weiterschreiben, das Internet wollte auch schlafen gehen.

Am 6.Tag unserer Velotour kamen wir in Lausanne an. Was für einen tollen Ausblick hatten wir!

Mit Volldampf sausten wir die Laveaux hinunter.

Und dann ging es mit dem Zug heim.

In Sarnen angekommen dachten wir unser nächstes Projekt aus: Alle UNESCO Kulturgüter in Italien besuchen. Jetzt wo keine, fast keine Touristen in Italien sind, gehen wir nach Italien. Venedig ohne Kreuzfahrtschiffe, ohne Massentourismus, San Marco wie vor 40 Jahren erleben, neue italienische Weltkulturgüter, die wir verpasst haben, weil wir lieber woanders waren.

Crespi d‘Adda , ein „Juwel der Industriearchaelogie“, war unser 1. Halt. EinIndustrieller lies am Fluss Adda eine Fabrikanlage mit Stadt für die Arbeiterfamilien errichten, um dort Baumwolle und Tuch zu produzieren. Zum Dorf gehörte Warmwasserversorgung, Schule, Arzt, Kirche und Geschäfte. Natürlich sollte es ästhetisch schön aussehen.

Eingang zur Fabrik
Links Fabrikhallen – rechts Häuser der Arbeiter
Jede Halle bekam das gleiche Emblem
Ein Friedhof durfte nicht fehlen -mit dem Mausoleum der Familie Crespi

Dann ging es weiter zu unserem 2. Objekt ins Val Carmonica am Lago d‘Iseo, zu den Felsbildern, die um 8000 Jahre entstanden sind.

Val Carmonica
Pferd mit Reiter
Boot? Fisch?

Ich habe nur 2 der 140 000 Felsgravuren gezeigt. Sorry! Dafür habe ich es interessant gefunden, dass Frauen in der Nähe noch am Brunnen auf dem Stein Wäsche waschen.

Am Abend schlenderten wir nach so viel Kultur durch das Dorf Pisogne am Lago d‘Iseo.

Pisogne bei Nacht
Nach getaner Arbeit plaudert man in der Kühle auf der Straße
Die Natur wuchert und erobert sich wieder das Städtchen