29.12.2020, Maun

Heute Nacht erwachten wir von einem Gewitter direkt über unser Auto. Ich habe noch nie so etwas erlebt! Die Blitze erhellten unser Bett durch das Autodach, so dass wir geblendet wurden und gleich darauf dröhnte der Donner und das Auto erzitterte vom Knall. Rechts und links von uns krachten riesige Dumpalmenblätter und ihre Tennisball grosse Früchte auf die Erde. Niggi parkte das Auto zum Glück nicht unter den Palmen. Schon die ganze Woche regnet es jeden Tag, ein kleiner Schauer oder ein Gewitter zieht vorbei, aber so stark hatten wir es bis anhin noch nicht erlebt.

Wenn es regnet, dann verwandelt sich die Umgebung in riesige Seen und Flüsse. Das Wasser kann nicht mehr von der Erde aufgenommen werden oder abfließen, weil Botswana so flach ist. Auf Straßen bleiben Autos stecken, die Besitzer lassen es stehen, um Hilfe zu holen oder abzuwarten und die dazu kommenden Autos müssen dann auch warten oder ungeduldige versuchen auf Umwegen weiterzukommen, wie wir.

Ein leerer kleiner LKW blieb auf der Piste stecken
Unsere Umfahrung endete im Schlamm und dann arbeiteten wir zwei Stunden, um das Auto aus dem Schlamm mit Hilfe von Sandblechen (zur Zeit müssten sie „Batzbleche“ heissen) zu bekommen.
Unsere Spuren nach getaner Arbeit
Zuerst muss das Auto um möglichst viel Ballast erleichtert werden, dann wenn es wieder sicher auf festen Untergrund steht, muss der Ballast wieder eingeladen und Sandbleche im Wasser (gibt es ja zu genüge) gewaschen werden. Zum Glück ist es nicht so kalt wie in Tadschikistan, wo wir einmal das Gleiche erlebt hatten, aber nur auf 4000 m Höhe und bei einer Kälte, dass mir die Finger beim Waschen der Sandbleche fast abfroren.

Aber das Wasser ist ein Segen. Alle in Botswana freuen sich nach fast 3 jähriger Trockenheit auf das Nass. Botswana erscheint in einem satten Grün und wir können das Gras fast wachsen sehen.

Baobabs strecken keine kahlen Äste gegen den Himmel
Annemone
Büsche mit filigranen Blüten
Wilde Kürbisse blühen

Der Regen kommt nicht wie in den Tropen pünktlich am Nachmittag, sondern überrascht einen beim Zubereiten des Essen. Es braucht Regenschirm und Abfalltonnendeckel zum Schutz vom Koch und Feuer.

Als Belohnung gibt es die letzte Schokolade aus der Schweiz
Und ein Nickerchen
Ein Woodland Kingfisher nistet vom November bis April in Botswana

Weihnachten feierten wir im Elephant Sand Camp, einem besonderen Camp, das viele Wasserlöcher in seiner Umgebung gelegt hatte, um den riesigen Durst, der dort lebenden Elefanten zu stillen, und wo Elefanten ihr Spa geniessen können. Mit einem kühlen Bier in der Hand, konnten wir Elefanten beobachten und zusehen, wie sie im Wasser sich vergnügten und planschten.

Das Weihnachtsmenu bestand aus Fleisch, das der Besitzer Mike gekonnt den ganzen Morgen grillte. Wir sind hier in einem Land, das für Vegetarier nicht so einfach ist.

Unterwegs besuchten wir eine Krokodilfarm. Der Besitzer zeigte uns seine Farm und sprach so liebevoll und respektvoll von seinen 1600 Tieren, erzählte so enthusiastisch von seiner Arbeit und seiner Forschung über die Aufzucht von Krokodilen, erklärte begeistert die Anatomie und das Leben der Reptilien, dass selbst Niggi nach der Führung fand, es war phantastisch.

So klein wie mein Daume sind die Eier
Ein paar Monate später kann man sie noch streicheln, aber dann
Werden sie einfach zu gross
Sie warten auf das Huhn
Krokodilfleisch wird in Botswana geschätzt, die Haut kommt nach Europa für Taschen, Schuhe oder Jacken
Auf der Farm wird auch die Leopardschildkröte gezüchtet

In den nächsten Tage wollen wir nach Namibia, Windhoek reisen. Der Regen verhindert zur Zeit das Weiterreisen in Botswana. Auf alle Fälle wollen wir im Mai wieder in dieses wunderschöne Land reisen, falls es geht. Inshallah!

19.12.2020 Maun

Diese Woche war für uns eine spezielle Woche. Der Montag fing super an, wir schenkten uns als Weihnachtsgeschenk einen einstündigen Helikopterflug über das Okavangodelta. Früh morgens, als die Sonne aufgegangen war und das Licht noch für das Fotografieren gut war, ging es los. Natürlich war ich sehr aufgeregt und nervös in so einen kleinen Helikopter ohne ! Seitentüren einzusteigen, nur gesichert mit Sicherheitsgurten wie in einem Auto.

Niggi meinte, sitz du nur vorne neben dem Pilot, da hast du eine bessere Aussicht. Ich glaube, das war nicht der Grund, der hintere Sitz war teilweise vom Gehäuse besser geschützt und er hatte wohl auch ein mulmiges Gefühl, nur wollte er es nicht zugeben.

Die letzte Siedlung vor dem Nationalpark Okavango, noch ganz verschlafen

Und dann erreichten wir das Delta. Nach der Trockenzeit, die dieses Jahr von April bis Anfang Dezember gedauert hat, war das Delta ausgetrocknet. Die letzte Woche hat es aber zum ersten Mal wieder geregnet und wir sahen das Delta im üppigen Grün.

Neues Gras schmeckt für Zebras und Gnus einfach am besten
In den noch wenigen Wasserlöcher sammeln sich Büffeln für das morgendliche Schlammbad

Zurück auf der Erde empfang uns ein gut getarntes Chamäleon.

Nun dachten wir die Regenzeit, die seit einer Woche begonnen hatte, ging so weiter, wie wir es erlebt hatten, am Nachmittag ein kleines Gewitter, aber dann Sonne, die schnell die Spuren des Regens verdampfen lässt. So machten wir uns in den Moremi Nationalpark auf. Wir wussten nur nicht, welches Abenteuer uns dort erwartet, keinen Kontakt mit der Aussenwelt, keine Touristen, keine Autos von Touroperators, einfach alleine mit ein paar wilden Tieren.

Zuerst ging die Strasse noch einiger Massen gut, einfach sehr sandig, streckenweise mit tiefen Sandlöcher, wo wir uns fragten, sollen wir Luft ablassen, um so besser durch den Sand schlingern zu können, aber dann waren wieder grosse Wasserstellen zu durchqueren, die wieder aufgeblasene grosse Reifen erforderten, so wurde der Weg nie langweilig und wir hatten etwas zu diskutieren.

Endlich am Abend erreichten wir den Campingplatz „Third Bridge“.

First Bridge
Sie hält!
Jetzt zur Regenzeit haben alle Tiere Junge, da es genügend Futter hat. Dieses junge Gnu war erst ein paar Stunden alt und konnte fast noch nicht richtig stehen. Man konnte noch die Nabelschnur am Bauch sehen.
Schwangerer Tüpfelhyäne, die ihren Bauch im Schlamm kühlte

Am Abend gelang es Niggi noch ein kleines Holzkohlenfeuer und das Abendessen war gerettet.

Aber dann …. fing es an in Strömen zu gießen. Die ganze Nacht schüttete es. Zum Glück waren wir in der Nähe der Piste, so dass wir aus der nassen Wiese herausfahren konnten. Und nun ging das Abenteuer los. Die Piste im Nationalpark war durch den starken Regenfall mit Wasser bedeckt. Vor jedem Loch wussten wir nicht, gelangen wir durch das Wasser oder bleiben wir im Loch stecken, weil der Untergrund schlammig ist oder weil ein riesiges Loch auf uns wartet oder liegt ein grosser Stein im Wasser, der uns einen Platten beschert. 60 km in Schritttempo, 60 km ohne jemand zu sehen, 60 km mit Hippos, die sich in den Schlammlöchern neben der Piste suhlten, 60 km mit Elefanten, die genüsslich die frischen Blätter von den Bäumen rissen und mampften. 5 Stunden harte Arbeit für Niggi, der konzentriert fuhr, 5 Stunden hielt ich verkrampft die Halterung der Seitentüre fest, 5 Stunden spürten wir beide unseren hohen Adrenalinspiegel im Blut, 5 Stunden Stress.

Wir waren so froh, als wir am Gate waren, den Nationalpark verlassen konnten ohne stecken geblieben zu sein. Aufatmend dachten wir, auf der Hauptstraße nach Maun sei es besser. Die Wellblechpiste ist frisch geschoben worden und das Wasser könnte an den Seitenrändern ablaufen. Denkste! Die Strasse war nur breiter, keine Hippos oder Elefanten kreuzten unseren Weg, dafür mussten wir weiter durch tiefe Seen fahren.

In Maun angekommen kauften wir erst einmal Wein und Bier, da wegen Corona die Alkohol verkaufende Geschäfte nur Donnerstag und Freitag von 9:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet sein dürfen. Wir wollten für die nächsten Regentage gerüstet sein.

Es lässt sich gut mit 3 Besuchern den Regennachmittag in unserem Auto verbringen. Selbst Toto der Hund von Réné hatte Platz. Wegen Corona hielten wir Sozial Distanz, Niggi und ich teilten uns einen Sitz.

12.06.2020, Maun

Auf dem Campingplatz ruhen sich Mungos aus
White-browed Robin-Chat picken unsere Brotreste auf

Nachdem Niggi mit Medizinbomben die Plasmodien in seinem Blut bekämpfen konnte und so nicht mehr unter Fieberschübe litt, machten wir uns auf den Weg in den Chobe NP. Keine Autos kreuzten unsere Wege, keine Touristen waren auf sightseeing tours, nur wir! Es war komisch, als wir auf dem Campground kamen und ein Wächter uns die Plätze zeigte, wo wir schlafen könnten, nämlich überall, und uns ermahnte auf Löwen und Elefanten aufzupassen, die dann auch sofort durch den Campingplatz marschierten, um ihren Standort zu verteidigen.

Beim Abendbad

Wir genossen allein den Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen ging es auf die Pirsch und sahen Giraffen, Giraffen, Giraffen.

Selbst auf der Strasse und noch dazu liegend!
Nicht nur Giraffen lieben den Chobe Fluss
Auch Kudus
Paviane
Southern Carmine Bee-Eater
Lilac breasted Roller
Skarabäus bei der Arbeit

Strassenschilder weisen darauf hin, dass wir in einem Elefantenland sind.

Eine Leopard Schildkröte kreuzte unseren Weg und dann kam er auch noch leibhaftig selbst vorbei

Der Chobe Nationalpark ist riesig und wir kommen uns sehr klein vor. Wir suchten nach 3 000 Jahre alten Felsbilder. Wo sind sie nur?

Gefunden!
Jetzt zur Regenzeit wandern 25 000 Zebras in den Süden des NP. Wir zählten über hunderte und dann hörten wir auf. Gnus ziehen gerne mit Zebras.

Diese Büffel versperrten uns den Weg. Wie kommen wir weiter, war doch die Strasse von mit Wasser gefüllten Löcher versperrt. Solche Löcher sind extrem gefährlich, weiss man nicht wie tief sie sind und wie der Untergrund ist. Wir wollten nicht zwischen Büffel im Morast stecken bleiben. Zum Glück waren sie sehr friedlich aufgelegt und wanderten ein Stück von der Strasse weg. Zählen konnte ich sie nicht, da es hunderte waren. Die Ebene war schwarz von Büffeln.

Nun sind wir in Maun (ausgesprochen Ma-un) angekommen und wir geniessen den Luxus von frisch gezapften kalten Bier. Außerdem können wir sehr viele Dinge wie Gas auffüllen erledigen.

Gas wird per Hand in unsere festinstallierte Gasflasche gepumpt

Heute möchte ich mit einer Karte von Sambia den Blog beenden, damit ihr wisst, wo wir uns herumtreiben.

01.12.2020, Lusaka

Lang ist es her, dass ich euch etwas berichten konnte, aber wir waren im Outback und so wurde mein Blogg immer mehr hinausgezögert, bis ich wieder ein vernünftiges Netz habe, nämlich hier in Lusaka, in Lukasa einem sehr schönem Camp.

Bei uns weihnachtet es auch. Die Mails sind geschmückt, Kinderspielsachen werden am Eingang ausgestellt, Turkey oder Rollschinken liegen in der Gefriertruhe bereit und Weihnachtslieder schallt es aus den Lautsprecher, während draussen es 30° heiß ist.

Nachdem Niggi es geschafft hatte, das Auto zu reparieren und der Vierradantrieb und der Geländegang wieder zu geschaltet werden konnte, verließen wir Lusaka und fuhren in den Kasanka Nationalpark, der eigentlich nur ein kleiner Park ist, aber in November und Dezember eine Besonderheit vorzeigen kann, nämlich die grösste Säugetiermigration der Welt. Anfangs November kommen mehr als 5 Millionen Flughunde (Afrikanischer Palmenflughund, Straw-coloured Fruit Bat, wie Fledermäuse aussehend) aus Zentralafrika in den Kasanka NP, um dort zu gebären und ihre Jungen grosszuziehen. Jeden Abend, wenn die Sonne untergeht, kann man in diesen zwei Monaten beobachten, wie sie in die Umgebung fliegen, um Futter, d.h. Früchte zu finden und am frühen Morgen, wenn die Sonne aufgeht, wieder zurückkehren, um sich auszuruhen. Wenn man bedenkt, dass die Tiere jede Nacht die Hälfte ihres Körpergewichts fressen und ein Tier durchschnittlich 230 g schwer ist, dann fressen diese 5 Millionen Tiere jede Nacht 575 t Früchte. In der Umgebung von 100 km verspeisen sie die Wildfrüchte und die Früchte der Obstplantangen auf.

Das wollten wir natürlich sehen, wie der Himmel schwarz von Flughunden wird, wenn sie den Park verlassen oder wieder zurückkehren.

Ohne zusammenzustossen fliegen die Flughunde weg
Ganz eng hängen sie in den Bäumen, deren Äste manchmal vom Gewicht der Flughunde abbrechen, ein gefundenes Fressen für Schlangen und Leoparden

Auf dem Campground im NP freundeten wir uns mit zwei südafrikanischen Familien an, die mit ihren Kindern auch dieses Spektakel ansehen wollten. Wir grillten zusammen und spielten mit den Kindern „Uno“, so dass die Zeit schnell verflog bis wir abends und früh morgens zu den Ort, wo die Flughunde tagsüber in den Bäumen hängend schlafen, fahren konnten.

Aber nicht nur die Tiere waren faszinierend, sondern auch die Pflanzenwelt beeindruckte uns. In der Umgebung wuchsen Leberwurstbäume und der Name für diesen Baum ist wirklich bezeichnend.

Eine mittlere Leberwurst
Lilien am Wegrand
Eine sehr stachlige Raupe geniesst die Blüte

Vom NP ging es zum Lake Wakawaka. Wir dachten, es ist ein kleiner Ausflug, aber denkste, die Straße war so schlecht, entweder staubig oder mit Wasser wurde der Staub zu Morast oder LKWs spurten die Strasse zu zwei tiefen Rinnen, so dass wir wenn wir in die Rinnen gelangten auf der Mittelspur aufsaßen. So zuckelten wir mit 20 km/h vorwärts.

Als wir endlich wieder auf der Asphaltstraße kamen, meinte Niggi, die Fahrt der beiden letzten Tagen hätte gezeigt, dass die Reparatur gelungen wäre und wir wieder off road fahren könnten, und wozu hätten wir ein Allradauto, wenn wir nur langweilige Teerstrassen fahren würden. Er würde so gerne die Escarpement road durch den Southern Luangwa NP fahren. Ob ich dabei wäre? Was sprach dafür? Die Regenzeit hatte noch nicht eingesetzt und die Flussdurchfahrten wären machbar, da es noch wenig Wasser hat und die grossen Sanddurchquerungen wären durchführbar, weil es doch schon ein bisschen geregnet hat und der Sand so schwerer ist. Außerdem versprach Niggi, dieses Mal die Luft abzulassen, falls wir einsanden würden.

Also wagen wir es, meinte ich und dachte, hoffentlich können wir mit noch jemanden diese Strecke fahren. Ein Wunschtraum bei so wenigen Touristen! Aber wer kommt uns entgegen, Freunde, die wir vor einem Jahr in Nairobi kennengelernt und seit damals keinen Kontakt hatten, da unsere Reisepläne durch Corona verändert wurde.

Jutta und Gerd fahren ein MAN und der ist 2,5 m breit und 4 m hoch, ein richtiger Elefant im Gegenzug zu unserem niedlichen Bänz. Auch sie fanden die Idee super, diese abenteuerliche Strasse zu fahren und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg zur berühmten Escarpment Road, eine Strasse für Allradprofis, wie es in den Reiseführern heisst. Der erste Teil bis zum Scoutcamp am Rande des noch 1180 m hohen Escarpment ging super, Straßenarbeiter bauten gerade die Strasse und der Blick hinab in das Luangwatal war spektakulär.

Kinder im Scoutcamp

Dann kam das Erwachen. Der Abstieg von 1180 m auf 750 m in das Luangwatal ist nur 5 km lang, aber die Strasse ist sehr ausgewaschen, steinig, sehr steil, mit engen Serpentinen versehen. Das hieß für mich, Strasse bauen, Löcher mit Steinen auffüllen, Steine wegschleppen, während Niggi in Schritttempo die Strasse herunterbremste. Bänz leistete Superarbeit! Er kraxelte hinab, manchmal nur auf drei oder sogar nur auf 2 Rädern stehend!

Auch Jutta musste die Leistung von ihrem Elefanten dokumentieren
Todmüde! Nach 3 Stunden Straßenarbeiten
Angekommen am Gate vom Southern Luangwa NP

Am Gate vom NP genossen wir den Abend und dachten, so das wäre geschafft. Aber der nächste Tag zeigte, was es heisst, mit einem Dinosaurier durch einen Nationalpark zu fahren, der für Toyotas oder für Bänz angelegt ist.

Die 1. Flussdurchfahrt, gar nicht so schwierig
Alle 2 m die Diskussion, wollen wir und wie wollen wir den Baum fällen
Fällen, zum Glück geht die Motorsäge ….

So ging das alle paar Meter! Am Morgen um 6 Uhr war es noch angenehm kühl und die Motorsäge sprang sofort an. Welch himmlisches Geräusch! Aber nach zwei Stunden, als es gegen 40° wurde, gab sie den Geist auf, da das Benzin verdampfte. Es blieb uns nichts anderes übrig, als mit vereinten Kräften die Bäume weg zu drücken, weg zu zerren oder mit der Manchete zu fällen. Am Mittag nach 6 Stunden Fahrt hatten wir sage und schreibe 20 km geschafft und wir waren fix und fertig.

So entschieden wir uns, dass Niggi und ich zum Ausgang des NP fahren und dort Hilfe holen sollen, denn wir hatten mit unserem kleinen Bänz keine Schwierigkeiten auf der Piste.

Nur dieser Elefantenbulle drohte uns, wackelte mit den Ohren, trompetete, was wollt ihr denn hier? Wir mussten den Rückwärtsgang einlegen und zeigen, dass wir einsehen, dass er stärker ist.

Nicht nur wir hatten es heiss

Im Croq Valley Camp am Luangwa Fluss waren wir an unserem Ziel angekommen und konnten ein Auto mieten. So fuhr Niggi mit 2 starken Männer am nächsten Tag zurück zu unseren Freunden und gemeinsam schafften sie es durch den Park zu fahren. Abends bei einer Flasche kühlen Bier waren wir froh, diese Strecke hinter uns zu haben. Abenteuer sind dann gut, wenn sie heil überstanden sind.

Am nächsten Morgen wurden wir von zwei sich streitenden Hippobullen geweckt. Der rechte hat dann gesiegt, er konnte sein Maul mehr aufreißen und so seine Zähne besser zeigen. Als er wieder ins Wasser zu den anderen Hippos stieg, fing der Tratsch sofort an. 5 Minuten wurde der Kampf von den anderen im Wasser kommentiert.

So fuhren wir nach Lusaka durch aber tausende Schmetterlinge,

tauschten die Vorderreifen mit den Hinterreifen, die sehr gelitten hatten,

kauften ein, machten einen COVID Test und schon ging es nach Livingston, Richtung Botswana.

Victoria Fälle, gesehen von
Royal Livingston Hotel
mit einer wunderschönen Bar

Am 3. Dezember haben wir die Grenze nach Botswana geschafft und sind in Kasanke am Chobe River angekommen. Wir hatten schon die ersten Besucher …

Heute morgen, 4. Dezember wachte Niggi mit Fieber auf. COVID kann es ja nicht sein, haben wir beide doch negative Testergebnisse. Zum Glück kann man hier in der Apotheke einen Malariatest kaufen und so war die Selbstdiagnose schnell gestellt. Malaria! Nun heisst es für ihn, die nächsten 3 Tage Bomben gegen Malaria einnehmen.

Was wollen wir nächstens machen? Wir wollen Chobe Nationalpark und das Okavango-Delta besuchen.

14.11.2020 Luangwa Nationalpark

Gestern war ein besonderer Tag! Den ganzen Tag arbeitete Niggi unter dem Auto, um die Tipps von unseren Freunden aus der Schweiz und Deutschland , die per WhatsApp eintrudelten, wie wir die Probleme unseres Auto beheben könnten, umzusetzen. Während ich Wäsche wusch, was hier richtig Freude macht, viel Wasser und nasse Wäsche trocknet augenblicklich. Nur die Affen müssen überzeugt werden, dass sie hier nichts verloren haben.

Zusätzlich versuchte ich Spotlight hochzuladen. Ich lese gerne die englisch sprachige Zeitschrift, um mein Englisch aufzubessern. Mit mäßigem Erfolg, aber immerhin, oder?

Um 16.00 Uhr holte uns der Fahrer für ein Night-Gamedrive ab. Wir wollten gemütlich Tiere ansehen, also nicht selbst fahrend auf die Pirsch gehen, und außerdem muss man mit eigenem Auto um 18.00 Uhr aus dem Park sein, gerade wenn es langsam dunkel und spannend wird. Die Bürokratie war schnell geregelt, so dass wir schon im Park waren, bevor wir es richtig mitbekommen haben. Giraffen,

Kudus,

Warzenschweine begrüßten uns. Und da war auch der Leopard, schlafend auf dem Baum, gelassen den Schwanz herunter hängend, unbekümmert von den ansammelnden Paparazzis. (Wir entdeckten ihn, weil schon zwei Tourautos darunter standen und wir das Klicken der Kamara hörten.)

Auch wir bewunderten ihn, was für ein schönes Tier wir doch sehen durften! Verewigten ihn und machten uns bequem, denn wir wollten beobachten, wie er am Abend zur Jagd geht. Gott sein Dank hatte er Hunger und wartete nicht auf die vollkommene Dunkelheit, um auf die Pirsch zu gehen, sondern als langsam die Dämmerung kam, putzte, streckte und gähnte er sich und stieg gemächlich vom Baum.

Ganz nah an unserem Auto ging er zu den nächsten Büschen,

ruhte sich ein wenig aus

und gelangte allmählich zu seinem Jagdrevier, eine Ebene mit vielen Impalas. Es wurde stockdunkel und wir verloren leider seine Spur.

Auch unser Führer konnte ihn trotz Scheinwerfer nicht mehr entdecken. Nur Impalas, Hippos und Büffel schauten uns im Licht kurz an.

Um 20.00 Uhr kamen wir zurück zu unserem Camp, aßen eine Pizza und gingen zufrieden ins Bett, wegen des tollen Erlebnisses oder wegen des vollen Magens oder dem Bier sei dahin gestellt.

12.11.2020, Luangwa-Tal, am südlichen Gate vom South Luangwa NP

Endlich habe ich ein wenig Zeit und vor allem wifi um euch zu schreiben. Es ist gar nicht so einfach, ohne wifi zu leben und ohne kommunizieren zu können, so hat man sich daran gewöhnt, überall und zu jeder Zeit in Kontakt zu sein, schreiben, telefonieren oder Kurznachrichten verfassen zu können.

Zuerst waren in Tansania Wahlen, so dass alle Leitungen von der Regierung gekappt wurden, damit die Wahlen ruhig verlaufen können. So gelangten wir über die Grenze nach Sambia mit vollen Sim-Karten. Leider können wir keinen belangen oder wegen fast 2 wöchiger Pause des Internets reklamieren, damit wir Geld zurückerstattet bekämen.

Hier in Sambia waren wir im outback, so dass wir auch kein Netz hatten. Zum Glück schenkte ein deutsches Ehepaar, das aus Sambia kam und wir in Tansania trafen, uns ihre Sim-Karten, so dass wir jetzt endlich mit euch kommunizieren können, denn eigentlich sollte das Camp, auf dem wir jetzt stehen, wifi haben, aber …..

Das Camp heißt Croc Valley Lodge und verdient wirklich diesen Namen. Es liegt am Luangwa Flusses in Mfuwe, am südlichen Eingang des South Luangwa NP und ich sitze im Schatten unseres Bukarus und sehe mindestens 10 Krokodile am gegenüberliegenden Ufer am Strand liegen. Natürlich nicht mit blossem Auge, sondern mit einem Fernglas kann ich diese Tiere beobachten, wie sie still vor sich hin dösen und hoffen, dass ein dummes Tier vor ihre Schnauze vorbei tanzt, und sie zuschnappen können. Wahnsinnig interessant! Alle halbe Stunde hinschauen und nichts hat sich verändert. Wie beruhigend!
Dafür ist es im Wasser lebendiger. Da tummeln sich 50 und mehr Hippos, grunzen ab und zu etwas vor sich hin, wendeln sich mit dem Schwänzchen Duftmarken ins Gesicht, tauchen auf und unter und haben es schön miteinander. Sie müssen sich mit seines gleichen auskommen, denn der Luangwa hat fast kein Wasser und so gibt es nur Tümpel, Pools, die tief genug für sie sind und die sie sich teilen müssen. Der nächste Tümpel ist natürlich schon von einem anderen Hippo Clan besetzt.

Heute hat hier in Nordsambia die Regenzeit begonnen. Der ganze Vormittag war bewölkt und kühl, so um die 25 Grad und gegen Mittag kam Wind auf, Donner grollte und dann hörte man den Regen von weiten auf die Wellblechdächer prasseln, immer näher kommend, bis der Regen auch bei uns auf das Dach trommelte. Aber es dauerte nicht lange, nach einer Viertelstunde war der der Spuk vorbei und eine eigenartige dunstige Glocke hat die Umgebung umhüllt. Alles atmet auf und wartet auf mehr Wasser. Die Äcker sind schon vorbereitet und nun soll der Regen die harte Arbeit belohnen.

Wir sind so froh, dass die Regenzeit erst heute begonnen hat, wo wir wieder die Asphaltstraße erreicht haben, denn als wir vor 3 Tagen von der Asphaltstraße abbogen und auf die Piste zum North Luangwa NP gelangten, dachten wir, was kann uns mit einem solchen Auto überhaupt passieren, unser Bänz rollt und rollt, Pisten, Wellblech, sandige Stellen oder Flussdurchquerungen können uns keinen Schrecken einjagen. Aber als wir durch den North Luangwa NP fuhren und probierten, ob der 4-Rad und ob der Geländegang zugeschaltet werden kann, mussten wir feststellen, nichts von beiden geht.

Die Durchquerung des Luangwa war so ein wenig schwierig und problematisch für uns. Zuerst wurde uns von dem gegenüberliegenden Ufer aus zugerufen, wir wären in dieser Spur goldrichtig, denn die Pontonbrücke, die nur 10 m entfernt ist, sei kaputt (von schweren Touristen Autos?) und wir müssen durch den Fluss, der gar nicht tief ist. Außerdem leben Hippos nur ein paar Meter stromaufwärts und auch Krokodile lungern hier nicht herum. Also los zum Fluss. Aber schon am Anfang sahen wir, dass es schwierig werden könnte, denn zum Wasser war eine weite Strecke des weichen, sandigen Flussbettes zu durchqueren. Und wirklich ein paar Meter und wir steckten fest. Eingesandet! Also mitten in der Mittagshitze, bei 40 Grad, wie könnte es anders sein, Sandbleche auspacken, Schaufel herausziehen, Räder frei schaufeln, Sandbleche unter die Räder legen und los geht es, ein paar Sandblechspuren entlang hoppeln und … feststecken. Ein paar Dorfbewohner kamen, halfen uns die Sandbleche aus dem heissen Sand zu ziehen, Räder auszubuddeln, vor die Räder zu legen. Schweiss rann über unsere Gesichter. Da hatte einer die glorreiche Idee zu sagen, am Mittag käme eine Traktor, der die kaputte Pontonbrücke abbaut, der könnte doch uns durch den Sand ziehen… Tatsächlich kaum hatte er es gesagt, kam mit einem himmlischen Geratter ein Traktor. Schnell mit einer Abschleppkette die beiden Fahrzeuge verbinden und schon ging es ohne Probleme durch den tiefen Sand und durch das Wasser auf die gegenüberliegende Seite das Ufer hinauf.

Die kaputte Pontonbrücke, das hätten wir geschafft !

Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich im dortige Bushcamp. Am Abend sahen wir in einem sicheren Abstand vor dem Eingang des Camps einen Elefanten genüsslich Blätter mampfen und bei Einbruch der Dunkelheit machten wir uns parat, um um 8 Uhr im Bett zu liegen. Kein Licht, kein e-Book, keine heruntergeladene Zeitschrift auf dem i-Pad lies uns den Abend geniessen, denn nur ein bisschen Licht zog 100-te von Insekten, Falter an und das Bett wurde nicht mehr von uns beiden alleine besetzt.

Am Morgen um 4 Uhr weckte uns der Wecker, als es hell wurde, und so fuhren wir um 6 Uhr los, die schönste Fahrt von Sambia zu erleben. Die Fahrt am Luangwa zählt zu den Highlights einer Sambia Tour. Es geht durch lichte Wälder den Fluss entlang, ein paar Dörfer, ein paar Tiere wie Elefant, Warzenschwein, Wasserböcke, Impalas sehen uns zu und schon kommt die nächste Flussdurchquerung, der nächste Absturz, der einem den Adrenalinspiegel hoch treibt, wenn man ein 4-Radantrieb oder Geländegang nicht mehr hat. Aber wie gesagt, wir hatten Glück, die Regenzeit war noch nicht eingetroffen, die Flüsse waren noch ausgetrocknet und sandige Stellen, Abhänge meisterte Niggi mit Bänz mit Erfahrung und Geschwindigkeit.

Superbrücke
Hippos im Luangwa Pool
Felder sind für den Regen vorbereitet

So gelangten wir hier her und versuchen herauszubekommen, was unserem Bänz fehlt. Niggi ist in Kontakt mit diversen Freunden in Deutschland und in der Schweiz und wir hoffen, dass wir die Probleme eingrenzen und lösen können.

Schon als wir am 22. Oktober in Arusha waren, organisierten wir einen Ausflug von Moshi aus in die Serengeti und zum Ngorongoro Krater. Für mich war das enorm wichtig diesen Nationalpark zu besuchen, hatte ich als Kind keine Sendung von Bernard Grzimek verpasst, wenn er von seinen Erlebnissen aus Tansania mit einem Schimpansen auf dem Schoss oder einem Geparden zu seinen Füssen erzählte. Die Landschaft vom Ngorongoro Krater ist faszinierend und auch die Fahrt in den Krater ist beeindruckend. Durch ein Fernglas konnten wir sogar ein Nashorn sehen. Eine halbstündige Überquerung der Piste vor unserer Nase durch hunderte von Gnus, die hintereinander gemütlich auf die andere Strassenseite wollten und grundsätzlich den gleichen Weg wie der vorherige Artgenosse nahmen, war das Highlight dieses Ausfluges. Selbst Zebra mussten warten, bis sie ein Lücke in der Gnu-Schlange fanden, um erfolgreich die Strassenseite zu wechseln.

Am Ngorogoro-Krater
Kori Bustard
Hunderte Gnus überquerten die Straße um zum Wasser zu gelangen
Schabrackenschakal
Ein kleiner Schakal wagt sich aus dem Versteck
Von unserem Touroperator mussten die Bremsen im Ngorogorokrater schnell mal repariert werden ….

Von Serengeti fuhren wir zügig Richtung Sambia.

Baobab am Wegrand

Die Grenzüberquerung war durch die Hilfe von Oskar gar nicht schwierig, so dass wir den Rekord von 1 1/ 2 Stunden für eine afrikanische Grenzüberschreitung erreichten. Oskar organisierte im Voraus einen negativen COVID-Test und füllte Zollpapiere aus, so dass wir nur zur Passkontrolle und ein Visa beantragen mussten.

Hier im Croc Valley Camp ist es langsam Abend. Aperitif heisst es nun, ein kühles Bier für Niggi und für mich ein Savannah, einem Cider. Und dann können wir so ausgerüstet das Abendleben am Fluss mit Elefanten, Affen, Hippos …. genießen.

29.03.2020 Sarnen, Schweiz

Sarnersee
Hier in der Nähe wohnen wir

Ich sitze in unserem Zimmer in der Alters-WG bei unserem Freund in Sarnen, Niggi vergnügt sich mit seinem neuen Spielzeug „Digital Kamera“ und unser geliebtes Reisemobil „Bänz“ steht einsam und verlassen in Nairobi auf dem Campingplatz „Jungel Junction“ unter der Obhut von Chris. Morgen würde unser Flug um 10:00 zurück nach Nairobi gehen und ich würde euch weiter von unserer Reise berichten, wenn nicht …..

Am Anfang der Coronakrise konnten wir uns nicht entscheiden, sollen wir jetzt nach Nairobi fliegen oder hier in der Schweiz ausharren, aber bis wir langsam darüber diskutierten, war der Virus schneller und nahm uns die Entscheidung ab. Seit zwei Wochen sind wir hier daheim und dürfen nur noch einkaufen, spazieren gehen und Fahrrad fahren.

Leere Straßen, kein Verkehr, alle sind Stubenhocker geworden
Spielplätze sind gesperrt

Wir flogen am 14. Februar in die Schweiz, um unser Heimweh nach unseren Kindern und Enkelkinder zu lindern, um unsere Familien zu besuchen, um mit Freunden zu quatschen und die soziale Kontakte in Deutschland und in der Schweiz zu pflegen. Vier Wochen später leben wir in einer Zeit der Social Distance und unsere Kinder und Enkelkinder sehen wir über Skype und WhatsApp ist das wichtigste Medium geworden, um ein wenig mit der Außenwelt zu kommunizieren.

Wir hoffen, dass ihr, unsere lieben vielen Freunde auf der ganzen Welt, sicher und wohlauf seid. Wir wünschen euch viel Geduld, Energie und viel Glück in dieser schweren Zeit. Wir hoffen, dass bald die Krise beendet ist und wir zurück in ein normales Leben finden, wo wir zusammen lachen und tratschen, sich besuchen und miteinander essen können.

Zur Zeit wurde die Welt entschleunigt, Hausarrest auferlegt. Wir sind froh und dankbar, hier sein zu können. Wir können kochen, in der Umgebung spazieren gehen, und ab und zu treffen wir Menschen, die wir in gebührenden Abstand von zwei Metern grüßen und kurz sich mit ihnen austauschen können, wie es ihnen geht, was sie machen. Ein bisschen mehr als WhatsApp und viel weniger als ein gemütlicher Plausch in einem Café.

Der Frühling ist da und wir erfreuen uns an die wunderschönen Pflanzen.

Eins wissen wir noch nicht, konnte die Mandarin Ente nicht mehr nach Hause, nach China, fliegen, weil die Grenzen zu sind

oder war es die Liebe, die sie hier bleiben lässt….

06.02.2020, Mbuyu Beach Lodge

Wir sind wieder am Indischen Ozean angelangt (blauer Punkt).

Nun sitze ich am Strand, höre die Wellen und kann fast nicht auf das Meer schauen, so hell gleissend wird das Licht vom Meer und Strand reflektiert. Aber es ist angenehm warm, der Wind erfrischt und ich habe wieder einmal Zeit und Muse zu schreiben.

Eigentlich wollten wir bis zu unserem Heimflug am nächsten Freitag (14.02.), worauf wir uns schon soooo lange freuen, den Mount Kenia besteigen, eigentlich wollten wir den Osten Kenias bereisen, eigentlich …..

Auf Reisen erlebt man sehr schnell, dass es nicht immer so funktioniert wie man es geplant hat. Plan B im voraus in der Tasche haben, flexibel auf neue Situationen reagieren, heißt die Devise. Im November glaubten wir es perfekt zu planen, erst nach Tansania zu reisen und im Januar in der Trockenzeit den Mount Kenia zu besteigen, denn dann wäre das Klima perfekt und wir hätten eine tolle Aussicht, ein angenehmes Trekking, kein Schnee, …. Aber das Wetter, der Regen und die Kälte, 10° am Fuße des Berges auf 2000 m Höhe, vermieste uns die Freude auf ein langes Trekking auf die Spitze, die doch über 4300 m liegt. Der Wetterbericht über wochenlangen Schnee und Regen liess uns bibbern.

Also kein in Pose gestelltes Gipfelphoto! Plan B, lass uns doch den Osten bereisen! Denkste, ersten ist die Luft nicht nur bleihaltig, weil die al-Shabaab Kämpfer aktiv sind, sondern es wimmelt auch von fliegenden Wanderheuschrecken in Nord- und Westkenia, die schlimmste Plage seit 70 Jahren. Kahlgefressene Felder, grosse Heuschrecken überall, verzweifelte Menschen und nicht helfen können, das wollen wir nicht erleben.

Was sollen wir tun? Die Zeit bis zum Abflug in Nairobi verbringen? Zum Glück gibt es immer wieder Treffen mit anderen Touristen, die einem von einer wunderschönen Loge vorschwärmen. Das ist Plan C.

So sind wir hier am Meer angelangt, genießen den Stand und das Wasser. Endlich kann ich mir den Wusch, im marinen Nationalpark, am Corallen Riff zu schnorcheln, erfüllen.

Danach geht es zur Lodge zurück! Am Straßenrand muss ich kurz warten, aber allein bin ich nicht. Schulkinder gönnen sich vor dem Nachhauseweg auch eine Pause.

Es ist Apérozeit. Selbst die Kühe wandern nach Hause.

22.01.2020, Eldoret

Vielleicht erinnert ihr euch, dass wir schon einmal am 5./6.11. in Eldoret waren.

Unsere Reise von Masai Mara führte uns zuerst westwärts. Wir wollten in Lela nordwärts zum Victoriasee fahren, aber die starken Regenfälle liessen den Fluss Migori über die Ufer treten.

Da half auch diskutieren nichts,

umkehren war die einzige Lösung und nordwärts über Kilgoris zum Victoriasee reisen.

Das“Mittelmeer Ostafrikas“ wird von Kenia, Tansania und Uganda geteilt. Wie so vielen Seen auf der Welt geht es dem See nicht so gut. Eine immense Bevölkerungsexplosion, damit verbundene Überfischung, Verschmutzung, alles überwuchernde eingeschleppte Wasserhyazinthen reduzieren den Sauerstoffgehalt im Wasser, Aussetzung von fremden Fischarten wie den Nilbarsch hat die einheimischen Fische (Talapia) reduziert. Weil es weniger Tilapia gibt, nehmen die Wasserschnecken zu und die Krankheit Bilharziose lässt das Baden vergessen. Wasserschnecken sind die Zwischenwirte vom Saugwürmer, deren Larven an der Wasseroberfläche auf den Wirt Mensch warten. Schon beim Waten im Wasser können die Larven in die Haut eindringen und sich zur Harnblase vorarbeiten. Dies führt zu Blasenkrebs.

Das umliegende Agrarland ist sehr fruchtbar, aber die vielen Menschen sind sehr arm. Selbst die kleinsten Fische werden gefangen, auf der Straße getrocknet und verkauft.

Zur Zeit ist Maisernte. Auch Mais wird auf riesengroßen Plastikplanen auf dem Boden getrocknet. Hühner picken genüsslich Körner auf und geben so nebenbei ihr Kot auf die Ernte ab, Motorradfahrer vermeiden den Umweg und fahren über die Körner, LKWs werden mit gefüllten Säcken beladen. Warum außerhalb der Planen mit dem Mais parkieren, wenn es einfacher ist mitten herein auf die Planen zu fahren? Der Mais wird dann in die Mühlen gebracht, wo er gemahlen wird. Aus Maismehl wird Ugali, das Nationalessen von Kenia, Tansania gekocht.

Die HIV Rate um den Victoriasee ist doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt, weil es sich eingebürgert hat, dass die Fischer „Fish for Sex“ den Frauen anbieten, die den Fisch weiterverkaufen und diese so die Erwerbskosten durch „Sex for Fish“ reduzieren. Obwohl der Staat Kondome kostenlos verteilt und Aufklärung betreibt, ist Schutz bei Sex verpönt.

Von einem schön gelegenem Campingplatz buchten wir eine kleine Segeltour.

Leider mussten die Segel eingestrichen werden

und mit rudern ging es weiter.

Trotzdem kann man ja schnell mit vorbeifahrenden Fischer quatschen.

Auch vom Strand aus werden Fische per Netz gefangen.

Vom Victoriasee ging es in den Kakamega Forest, wo wir am 17.01. übernachteten. Ganz luxuriös! Ganz englisch, amerikanisch nobel, auf einer alten Missionsstation mitten im Regenwald! Es war so wunderschön dort, der Garten war phantastisch angelegt, da mussten wir bleiben!

Afternoon Tea mit Kuchen allein im Garten.

Wieder einmal in einem großen Bett übernachten!

Und dann die Blumen!!!

Natürlich gab es Orchideen zu bewundern.

Eine kleine Rundwanderung führte uns tiefer in den Regenwald.

Zur Zeit hatte es ganz viele verschiedene Schmetterlingsarten, da sehr viele Blumen blühten.

In einem Regenwald dürfen Pilze nicht fehlen.

Nach diesem Verwöhnungstag ging es weiter in den Norden zum Mount Elgon, einem erloschenem Vulkan, der über 4000 m hoch ist. Auf den Weg zum Campingplatz (Wiese) unterhalb des Gipfels auf 3500 m begegneten uns noch ein paar sehr scheue Colobus-Affen.

Am frühen Morgen zogen wir los, um zum den Kraterrand zu kommen und nach Uganda zu schauen. Muss ich sagen, dass die Flora am Mount Elgon speziell und einfach wunderschön ist?

Blick zurück zum Auto

Blühende Distel

Strohblumen

Durch einen Lobelienwald

Und zurück in die Zivilisation!

Ein richtiger Kaffee in einem Restaurant ist ein Hochgenuss.

13.01.2020, Masai Mara

Am 8.01. fuhren wir von Nairobi westwärts zum Vulkan Suswa. Die Ausfahrt aus Nairobi war afrikanisch, total chaotisch, rechts und links wurden wir von Minibussen überholt, deren Fahrer die Einstellung hatten, jetzt ist Ralleyzeit, dazwischen kurvten Motorräder, die fanden, es ist genügend Platz dazwischen zu fahren und zuletzt wurden wir von PKWs auf der Gegenfahrbahn überholt, dessen Fahrer der Geduldsfaden geplatzt war und fanden der entgegenkommende Fahrer hat Verständnis und weicht aus oder wir würden genügend Angst haben und ihn im letzten Augenblick einbiegen lassen.

Hatten wir dann Nairobi hinter uns gelassen und freuten uns auf einen Abend in der Natur, hieß es zuerst noch auf den Vulkan zu kommen! Das musste verdient werden! 30 km bergaufwärts über Felsen, Matsch und überflutete Straßen und das nur in Schritttempo! Unser Benz zeigte was er kann. Selbst Treppensteigen oder durch tiefes Wasser waten war kein Problem, kein einziges Mal blieb er stehen und meinte, jetzt langt es.

Campen am Kraterand

Blick in den Krater

Am Morgen. Der Nebel im Krater durch Dampf aus heißen Quellen

Wir blieben gleich 2 Nächte und wanderten durch einen Akazienwald zum nächsten Gipfel.

Die „Kugeln“ an den Ästen sind Wohnhäuser von Ameisen, die bei Erschütterung sich auf den Feind stürzen und mit ihren Gift ihn zu verjagen versuchen. Manchmal sind es Kamele, Ziegen oder eben Wanderer, die sich zu nahe heranwagten.

Weiter ging es westwärts zum Masai Mara Nationalpark, dem nördlichen Teil vom Serengeti, der in Kenia liegt. Der größte Teil von der Serengeti mit dem Norogoro Krater liegt in Tansania. Wir hatten uns entschieden zum westlichsten Teil, zum Mara Triangle, zu fahren, da dieser Teil weniger touristisch ist.

Auch das musste verdient werden. Nichts ist umsonst in Kenia! Alles hat seinen Preis! Die Zufahrtsstraße ist so miserabel, das wir für die 90 km von der Hauptstraße zum Camp in der Nähe des Gates fünf Stunden brauchten. Jetzt können wir auch es verstehen, warum alle Touristen in den Nationalpark fliegen und es am Gate gleich 2 Flugpisten gibt.

Wieder wurden wir belohnt. Zebras begrüßten uns am Morgen!

Und dann war es nur noch phantastisch. Der Park ist sensationell! Wir sahen ein Nashorn! Mit unserer kleinen Kamera konnten wir es natürlich nicht fotografieren, aber durch das Fernglas es zu beobachten, genügte uns. Natürlich sahen wir ganz viele Elefanten, Giraffen, Büffel, Impalas, Thomsen Garzellen.

Wir übernachteten im Park auf dem Public Campsite, auf einer erlaubten Wiese mit Blick auf den Mara Fluss für 60 Dollar, dafür gab es auch sonst nichts.

Am Morgen fuhren wir zum Mara Fluss. Und da wurde die Safari zu einem besonderem Erlebnis. Zuerst sahen wir 10 Hyänen, die sich immer mehr einem Löwenversteck näherten, wo ein Aas lag. Wann kommen wir zum Essen, schienen sie sich zu fragen.

Auch Schakale strichen hungrig herum, bereit sich ein Stückchen Fleisch zu ergattern.

Aber Löwen sind nicht sehr freizügig, wenn sie endlich ein Tier erbeuten konnten. Nur jede 24. Jagd ist erfolgreich!

Nun wurden wir nicht nur von den Tieren beeindruckt. Auch ein Tourist fand, er möchte am Morgen einen kleinen Spaziergang zum Fluss unternehmen und wanderte die Straße zwischen Hyänen entlang. Zum Glück sah dies ein Ranger und gabelte ihn auf, bevor wir ihn in unser Auto einladen konnten.

Der Masai Mara NP ist so berühmt, weil hier jedes Jahr tausende von Tiere aus Südserengeti in den nördlichen Teil wandern und den Fluss Mara überqueren. Dann beginnt ein Festmahl für Krokodile.

Auch Hippos leben im Fluss.

In der Nacht verlassen die Hippos den Fluss um zu grasen. Mein Schuh (Größe 38) ist kleiner als derjenige von Mamma Hippo. Der kleine stammt von ihrem Baby.

Wir sahen so viele verschiedene Arten von Tieren. Nur eine kleine Auswahl kann ich zeigen.

Topimännchen

Topiweibchen mit Junge

Impala

Southern Ground-Hornbill

Thompson Garzelle und Graureiher

Wasserbock

Herde von Wasserböcken

Kronenkranich

Und eine Menge von Warzenschweine, die bei der Flucht wie eine Radioantenne ihren Schwanz aufstellen. Einfach immer wieder toll dies zu beobachten.