01.12.2020, Lusaka

Lang ist es her, dass ich euch etwas berichten konnte, aber wir waren im Outback und so wurde mein Blogg immer mehr hinausgezögert, bis ich wieder ein vernünftiges Netz habe, nämlich hier in Lusaka, in Lukasa einem sehr schönem Camp.

Bei uns weihnachtet es auch. Die Mails sind geschmückt, Kinderspielsachen werden am Eingang ausgestellt, Turkey oder Rollschinken liegen in der Gefriertruhe bereit und Weihnachtslieder schallt es aus den Lautsprecher, während draussen es 30° heiß ist.

Nachdem Niggi es geschafft hatte, das Auto zu reparieren und der Vierradantrieb und der Geländegang wieder zu geschaltet werden konnte, verließen wir Lusaka und fuhren in den Kasanka Nationalpark, der eigentlich nur ein kleiner Park ist, aber in November und Dezember eine Besonderheit vorzeigen kann, nämlich die grösste Säugetiermigration der Welt. Anfangs November kommen mehr als 5 Millionen Flughunde (Afrikanischer Palmenflughund, Straw-coloured Fruit Bat, wie Fledermäuse aussehend) aus Zentralafrika in den Kasanka NP, um dort zu gebären und ihre Jungen grosszuziehen. Jeden Abend, wenn die Sonne untergeht, kann man in diesen zwei Monaten beobachten, wie sie in die Umgebung fliegen, um Futter, d.h. Früchte zu finden und am frühen Morgen, wenn die Sonne aufgeht, wieder zurückkehren, um sich auszuruhen. Wenn man bedenkt, dass die Tiere jede Nacht die Hälfte ihres Körpergewichts fressen und ein Tier durchschnittlich 230 g schwer ist, dann fressen diese 5 Millionen Tiere jede Nacht 575 t Früchte. In der Umgebung von 100 km verspeisen sie die Wildfrüchte und die Früchte der Obstplantangen auf.

Das wollten wir natürlich sehen, wie der Himmel schwarz von Flughunden wird, wenn sie den Park verlassen oder wieder zurückkehren.

Ohne zusammenzustossen fliegen die Flughunde weg
Ganz eng hängen sie in den Bäumen, deren Äste manchmal vom Gewicht der Flughunde abbrechen, ein gefundenes Fressen für Schlangen und Leoparden

Auf dem Campground im NP freundeten wir uns mit zwei südafrikanischen Familien an, die mit ihren Kindern auch dieses Spektakel ansehen wollten. Wir grillten zusammen und spielten mit den Kindern „Uno“, so dass die Zeit schnell verflog bis wir abends und früh morgens zu den Ort, wo die Flughunde tagsüber in den Bäumen hängend schlafen, fahren konnten.

Aber nicht nur die Tiere waren faszinierend, sondern auch die Pflanzenwelt beeindruckte uns. In der Umgebung wuchsen Leberwurstbäume und der Name für diesen Baum ist wirklich bezeichnend.

Eine mittlere Leberwurst
Lilien am Wegrand
Eine sehr stachlige Raupe geniesst die Blüte

Vom NP ging es zum Lake Wakawaka. Wir dachten, es ist ein kleiner Ausflug, aber denkste, die Straße war so schlecht, entweder staubig oder mit Wasser wurde der Staub zu Morast oder LKWs spurten die Strasse zu zwei tiefen Rinnen, so dass wir wenn wir in die Rinnen gelangten auf der Mittelspur aufsaßen. So zuckelten wir mit 20 km/h vorwärts.

Als wir endlich wieder auf der Asphaltstraße kamen, meinte Niggi, die Fahrt der beiden letzten Tagen hätte gezeigt, dass die Reparatur gelungen wäre und wir wieder off road fahren könnten, und wozu hätten wir ein Allradauto, wenn wir nur langweilige Teerstrassen fahren würden. Er würde so gerne die Escarpement road durch den Southern Luangwa NP fahren. Ob ich dabei wäre? Was sprach dafür? Die Regenzeit hatte noch nicht eingesetzt und die Flussdurchfahrten wären machbar, da es noch wenig Wasser hat und die grossen Sanddurchquerungen wären durchführbar, weil es doch schon ein bisschen geregnet hat und der Sand so schwerer ist. Außerdem versprach Niggi, dieses Mal die Luft abzulassen, falls wir einsanden würden.

Also wagen wir es, meinte ich und dachte, hoffentlich können wir mit noch jemanden diese Strecke fahren. Ein Wunschtraum bei so wenigen Touristen! Aber wer kommt uns entgegen, Freunde, die wir vor einem Jahr in Nairobi kennengelernt und seit damals keinen Kontakt hatten, da unsere Reisepläne durch Corona verändert wurde.

Jutta und Gerd fahren ein MAN und der ist 2,5 m breit und 4 m hoch, ein richtiger Elefant im Gegenzug zu unserem niedlichen Bänz. Auch sie fanden die Idee super, diese abenteuerliche Strasse zu fahren und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg zur berühmten Escarpment Road, eine Strasse für Allradprofis, wie es in den Reiseführern heisst. Der erste Teil bis zum Scoutcamp am Rande des noch 1180 m hohen Escarpment ging super, Straßenarbeiter bauten gerade die Strasse und der Blick hinab in das Luangwatal war spektakulär.

Kinder im Scoutcamp

Dann kam das Erwachen. Der Abstieg von 1180 m auf 750 m in das Luangwatal ist nur 5 km lang, aber die Strasse ist sehr ausgewaschen, steinig, sehr steil, mit engen Serpentinen versehen. Das hieß für mich, Strasse bauen, Löcher mit Steinen auffüllen, Steine wegschleppen, während Niggi in Schritttempo die Strasse herunterbremste. Bänz leistete Superarbeit! Er kraxelte hinab, manchmal nur auf drei oder sogar nur auf 2 Rädern stehend!

Todmüde! Nach 3 Stunden Straßenarbeiten
Angekommen am Gate vom Southern Luangwa NP

Am Gate vom NP genossen wir den Abend und dachten, so das wäre geschafft. Aber der nächste Tag zeigte, was es heisst, mit einem Dinosaurier durch einen Nationalpark zu fahren, der für Toyotas oder für Bänz angelegt ist.

Die 1. Flussdurchfahrt, gar nicht so schwierig
Alle 2 m die Diskussion, wollen wir und wie wollen wir den Baum fällen, zum Glück geht die Motorsäge

So ging das alle paar Meter! Am Morgen um 6 Uhr war es noch angenehm kühl und die Motorsäge sprang sofort an. Welch himmlisches Geräusch! Aber nach zwei Stunden, als es gegen 40° wurde, gab sie den Geist auf, da das Benzin verdampfte. Es blieb uns nichts anderes übrig, als mit vereinten Kräften die Bäume weg zu drücken, weg zu zerren oder mit der Manchete zu fällen. Am Mittag nach 6 Stunden Fahrt hatten wir sage und schreibe 20 km geschafft und wir waren fix und fertig.

So entschieden wir uns, dass Niggi und ich zum Ausgang des NP fahren und dort Hilfe holen sollen, denn wir hatten mit unserem kleinen Bänz keine Schwierigkeiten auf der Piste.

Nur dieser Elefantenbulle drohte uns, wackelte mit den Ohren, trompetete, was wollt ihr denn hier? Wir mussten den Rückwärtsgang einlegen und zeigen, dass wir einsehen, dass er stärker ist.

Im Croq Valley Camp am Luangwa Fluss waren wir an unserem Ziel angekommen und konnten ein Auto mieten. So fuhr Niggi mit 2 starken Männer am nächsten Tag zurück zu unseren Freunden und gemeinsam schafften sie es durch den Park zu fahren. Abends bei einer Flasche kühlen Bier waren wir froh, diese Strecke hinter uns zu haben. Abenteuer sind dann gut, wenn sie heil überstanden sind.

Am nächsten Morgen wurden wir von zwei sich streitenden Hippobullen geweckt. Der rechte hat dann gesiegt, er konnte sein Maul mehr aufreißen und so seine Zähne besser zeigen. Als er wieder ins Wasser zu den anderen Hippos stieg, fing der Tratsch sofort an. 5 Minuten wurde der Kampf von den anderen im Wasser kommentiert.

So fuhren wir nach Lusaka durch aber tausende Schmetterlinge,

tauschten die Vorderreifen mit den Hinterreifen, die sehr gelitten hatten,

kauften ein, machten einen COVID Test und schon ging es nach Livingston, Richtung Botswana.

Victoria Fälle, gesehen von
Royal Livingston Hotel
mit einer wunderschönen Bar

Am 3. Dezember haben wir die Grenze nach Botswana geschafft und sind in Kasanke am Chobe River angekommen. Wir hatten schon die ersten Besucher …

Heute morgen, 4. Dezember wachte Niggi mit Fieber auf. COVID kann es ja nicht sein, haben wir beide doch negative Testergebnisse. Zum Glück kann man hier in der Apotheke einen Malariatest kaufen und so war die Selbstdiagnose schnell gestellt. Malaria! Nun heisst es für ihn, die nächsten 3 Tage Bomben gegen Malaria einnehmen.

Was wollen wir nächstens machen? Wir wollen Chobe Nationalpark und das Okavango-Delta besuchen.

14.11.2020 Luangwa Nationalpark

Gestern war ein besonderer Tag! Den ganzen Tag arbeitete Niggi unter dem Auto, um die Tipps von unseren Freunden aus der Schweiz und Deutschland , die per WhatsApp eintrudelten, wie wir die Probleme unseres Auto beheben könnten, umzusetzen. Während ich Wäsche wusch, was hier richtig Freude macht, viel Wasser und nasse Wäsche trocknet augenblicklich. Nur die Affen müssen überzeugt werden, dass sie hier nichts verloren haben.

Zusätzlich versuchte ich Spotlight hochzuladen. Ich lese gerne die englisch sprachige Zeitschrift, um mein Englisch aufzubessern. Mit mäßigem Erfolg, aber immerhin, oder?

Um 16.00 Uhr holte uns der Fahrer für ein Night-Gamedrive ab. Wir wollten gemütlich Tiere ansehen, also nicht selbst fahrend auf die Pirsch gehen, und außerdem muss man mit eigenem Auto um 18.00 Uhr aus dem Park sein, gerade wenn es langsam dunkel und spannend wird. Die Bürokratie war schnell geregelt, so dass wir schon im Park waren, bevor wir es richtig mitbekommen haben. Giraffen,

Kudus,

Warzenschweine begrüßten uns. Und da war auch der Leopard, schlafend auf dem Baum, gelassen den Schwanz herunter hängend, unbekümmert von den ansammelnden Paparazzis. (Wir entdeckten ihn, weil schon zwei Tourautos darunter standen und wir das Klicken der Kamara hörten.)

Auch wir bewunderten ihn, was für ein schönes Tier wir doch sehen durften! Verewigten ihn und machten uns bequem, denn wir wollten beobachten, wie er am Abend zur Jagd geht. Gott sein Dank hatte er Hunger und wartete nicht auf die vollkommene Dunkelheit, um auf die Pirsch zu gehen, sondern als langsam die Dämmerung kam, putzte, streckte und gähnte er sich und stieg gemächlich vom Baum.

Ganz nah an unserem Auto ging er zu den nächsten Büschen,

ruhte sich ein wenig aus

und gelangte allmählich zu seinem Jagdrevier, eine Ebene mit vielen Impalas. Es wurde stockdunkel und wir verloren leider seine Spur.

Auch unser Führer konnte ihn trotz Scheinwerfer nicht mehr entdecken. Nur Impalas, Hippos und Büffel schauten uns im Licht kurz an.

Um 20.00 Uhr kamen wir zurück zu unserem Camp, aßen eine Pizza und gingen zufrieden ins Bett, wegen des tollen Erlebnisses oder wegen des vollen Magens oder dem Bier sei dahin gestellt.

12.11.2020, Luangwa-Tal, am südlichen Gate vom South Luangwa NP

Endlich habe ich ein wenig Zeit und vor allem wifi um euch zu schreiben. Es ist gar nicht so einfach, ohne wifi zu leben und ohne kommunizieren zu können, so hat man sich daran gewöhnt, überall und zu jeder Zeit in Kontakt zu sein, schreiben, telefonieren oder Kurznachrichten verfassen zu können.

Zuerst waren in Tansania Wahlen, so dass alle Leitungen von der Regierung gekappt wurden, damit die Wahlen ruhig verlaufen können. So gelangten wir über die Grenze nach Sambia mit vollen Sim-Karten. Leider können wir keinen belangen oder wegen fast 2 wöchiger Pause des Internets reklamieren, damit wir Geld zurückerstattet bekämen.

Hier in Sambia waren wir im outback, so dass wir auch kein Netz hatten. Zum Glück schenkte ein deutsches Ehepaar, das aus Sambia kam und wir in Tansania trafen, uns ihre Sim-Karten, so dass wir jetzt endlich mit euch kommunizieren können, denn eigentlich sollte das Camp, auf dem wir jetzt stehen, wifi haben, aber …..

Das Camp heißt Croc Valley Lodge und verdient wirklich diesen Namen. Es liegt am Luangwa Flusses in Mfuwe, am südlichen Eingang des South Luangwa NP und ich sitze im Schatten unseres Bukarus und sehe mindestens 10 Krokodile am gegenüberliegenden Ufer am Strand liegen. Natürlich nicht mit blossem Auge, sondern mit einem Fernglas kann ich diese Tiere beobachten, wie sie still vor sich hin dösen und hoffen, dass ein dummes Tier vor ihre Schnauze vorbei tanzt, und sie zuschnappen können. Wahnsinnig interessant! Alle halbe Stunde hinschauen und nichts hat sich verändert. Wie beruhigend!
Dafür ist es im Wasser lebendiger. Da tummeln sich 50 und mehr Hippos, grunzen ab und zu etwas vor sich hin, wendeln sich mit dem Schwänzchen Duftmarken ins Gesicht, tauchen auf und unter und haben es schön miteinander. Sie müssen sich mit seines gleichen auskommen, denn der Luangwa hat fast kein Wasser und so gibt es nur Tümpel, Pools, die tief genug für sie sind und die sie sich teilen müssen. Der nächste Tümpel ist natürlich schon von einem anderen Hippo Clan besetzt.

Heute hat hier in Nordsambia die Regenzeit begonnen. Der ganze Vormittag war bewölkt und kühl, so um die 25 Grad und gegen Mittag kam Wind auf, Donner grollte und dann hörte man den Regen von weiten auf die Wellblechdächer prasseln, immer näher kommend, bis der Regen auch bei uns auf das Dach trommelte. Aber es dauerte nicht lange, nach einer Viertelstunde war der der Spuk vorbei und eine eigenartige dunstige Glocke hat die Umgebung umhüllt. Alles atmet auf und wartet auf mehr Wasser. Die Äcker sind schon vorbereitet und nun soll der Regen die harte Arbeit belohnen.

Wir sind so froh, dass die Regenzeit erst heute begonnen hat, wo wir wieder die Asphaltstraße erreicht haben, denn als wir vor 3 Tagen von der Asphaltstraße abbogen und auf die Piste zum North Luangwa NP gelangten, dachten wir, was kann uns mit einem solchen Auto überhaupt passieren, unser Bänz rollt und rollt, Pisten, Wellblech, sandige Stellen oder Flussdurchquerungen können uns keinen Schrecken einjagen. Aber als wir durch den North Luangwa NP fuhren und probierten, ob der 4-Rad und ob der Geländegang zugeschaltet werden kann, mussten wir feststellen, nichts von beiden geht.

Die Durchquerung des Luangwa war so ein wenig schwierig und problematisch für uns. Zuerst wurde uns von dem gegenüberliegenden Ufer aus zugerufen, wir wären in dieser Spur goldrichtig, denn die Pontonbrücke, die nur 10 m entfernt ist, sei kaputt (von schweren Touristen Autos?) und wir müssen durch den Fluss, der gar nicht tief ist. Außerdem leben Hippos nur ein paar Meter stromaufwärts und auch Krokodile lungern hier nicht herum. Also los zum Fluss. Aber schon am Anfang sahen wir, dass es schwierig werden könnte, denn zum Wasser war eine weite Strecke des weichen, sandigen Flussbettes zu durchqueren. Und wirklich ein paar Meter und wir steckten fest. Eingesandet! Also mitten in der Mittagshitze, bei 40 Grad, wie könnte es anders sein, Sandbleche auspacken, Schaufel herausziehen, Räder frei schaufeln, Sandbleche unter die Räder legen und los geht es, ein paar Sandblechspuren entlang hoppeln und … feststecken. Ein paar Dorfbewohner kamen, halfen uns die Sandbleche aus dem heissen Sand zu ziehen, Räder auszubuddeln, vor die Räder zu legen. Schweiss rann über unsere Gesichter. Da hatte einer die glorreiche Idee zu sagen, am Mittag käme eine Traktor, der die kaputte Pontonbrücke abbaut, der könnte doch uns durch den Sand ziehen… Tatsächlich kaum hatte er es gesagt, kam mit einem himmlischen Geratter ein Traktor. Schnell mit einer Abschleppkette die beiden Fahrzeuge verbinden und schon ging es ohne Probleme durch den tiefen Sand und durch das Wasser auf die gegenüberliegende Seite das Ufer hinauf.

Die kaputte Pontonbrücke, das hätten wir geschafft !

Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich im dortige Bushcamp. Am Abend sahen wir in einem sicheren Abstand vor dem Eingang des Camps einen Elefanten genüsslich Blätter mampfen und bei Einbruch der Dunkelheit machten wir uns parat, um um 8 Uhr im Bett zu liegen. Kein Licht, kein e-Book, keine heruntergeladene Zeitschrift auf dem i-Pad lies uns den Abend geniessen, denn nur ein bisschen Licht zog 100-te von Insekten, Falter an und das Bett wurde nicht mehr von uns beiden alleine besetzt.

Am Morgen um 4 Uhr weckte uns der Wecker, als es hell wurde, und so fuhren wir um 6 Uhr los, die schönste Fahrt von Sambia zu erleben. Die Fahrt am Luangwa zählt zu den Highlights einer Sambia Tour. Es geht durch lichte Wälder den Fluss entlang, ein paar Dörfer, ein paar Tiere wie Elefant, Warzenschwein, Wasserböcke, Impalas sehen uns zu und schon kommt die nächste Flussdurchquerung, der nächste Absturz, der einem den Adrenalinspiegel hoch treibt, wenn man ein 4-Radantrieb oder Geländegang nicht mehr hat. Aber wie gesagt, wir hatten Glück, die Regenzeit war noch nicht eingetroffen, die Flüsse waren noch ausgetrocknet und sandige Stellen, Abhänge meisterte Niggi mit Bänz mit Erfahrung und Geschwindigkeit.

Superbrücke
Hippos im Luangwa Pool
Felder sind für den Regen vorbereitet

So gelangten wir hier her und versuchen herauszubekommen, was unserem Bänz fehlt. Niggi ist in Kontakt mit diversen Freunden in Deutschland und in der Schweiz und wir hoffen, dass wir die Probleme eingrenzen und lösen können.

Schon als wir am 22. Oktober in Arusha waren, organisierten wir einen Ausflug von Moshi aus in die Serengeti und zum Ngorongoro Krater. Für mich war das enorm wichtig diesen Nationalpark zu besuchen, hatte ich als Kind keine Sendung von Bernard Grzimek verpasst, wenn er von seinen Erlebnissen aus Tansania mit einem Schimpansen auf dem Schoss oder einem Geparden zu seinen Füssen erzählte. Die Landschaft vom Ngorongoro Krater ist faszinierend und auch die Fahrt in den Krater ist beeindruckend. Durch ein Fernglas konnten wir sogar ein Nashorn sehen. Eine halbstündige Überquerung der Piste vor unserer Nase durch hunderte von Gnus, die hintereinander gemütlich auf die andere Strassenseite wollten und grundsätzlich den gleichen Weg wie der vorherige Artgenosse nahmen, war das Highlight dieses Ausfluges. Selbst Zebra mussten warten, bis sie ein Lücke in der Gnu-Schlange fanden, um erfolgreich die Strassenseite zu wechseln.

Am Ngorogoro-Krater
Kori Bustard
Hunderte Gnus überquerten die Straße um zum Wasser zu gelangen
Schabrackenschakal
Ein kleiner Schakal wagt sich aus dem Versteck
Von unserem Touroperator mussten die Bremsen im Ngorogorokrater schnell mal repariert werden ….

Von Serengeti fuhren wir zügig Richtung Sambia.

Baobab am Wegrand

Die Grenzüberquerung war durch die Hilfe von Oskar gar nicht schwierig, so dass wir den Rekord von 1 1/ 2 Stunden für eine afrikanische Grenzüberschreitung erreichten. Oskar organisierte im Voraus einen negativen COVID-Test und füllte Zollpapiere aus, so dass wir nur zur Passkontrolle und ein Visa beantragen mussten.

Hier im Croc Valley Camp ist es langsam Abend. Aperitif heisst es nun, ein kühles Bier für Niggi und für mich ein Savannah, einem Cider. Und dann können wir so ausgerüstet das Abendleben am Fluss mit Elefanten, Affen, Hippos …. genießen.

29.03.2020 Sarnen, Schweiz

Sarnersee
Hier in der Nähe wohnen wir

Ich sitze in unserem Zimmer in der Alters-WG bei unserem Freund in Sarnen, Niggi vergnügt sich mit seinem neuen Spielzeug „Digital Kamera“ und unser geliebtes Reisemobil „Bänz“ steht einsam und verlassen in Nairobi auf dem Campingplatz „Jungel Junction“ unter der Obhut von Chris. Morgen würde unser Flug um 10:00 zurück nach Nairobi gehen und ich würde euch weiter von unserer Reise berichten, wenn nicht …..

Am Anfang der Coronakrise konnten wir uns nicht entscheiden, sollen wir jetzt nach Nairobi fliegen oder hier in der Schweiz ausharren, aber bis wir langsam darüber diskutierten, war der Virus schneller und nahm uns die Entscheidung ab. Seit zwei Wochen sind wir hier daheim und dürfen nur noch einkaufen, spazieren gehen und Fahrrad fahren.

Leere Straßen, kein Verkehr, alle sind Stubenhocker geworden
Spielplätze sind gesperrt

Wir flogen am 14. Februar in die Schweiz, um unser Heimweh nach unseren Kindern und Enkelkinder zu lindern, um unsere Familien zu besuchen, um mit Freunden zu quatschen und die soziale Kontakte in Deutschland und in der Schweiz zu pflegen. Vier Wochen später leben wir in einer Zeit der Social Distance und unsere Kinder und Enkelkinder sehen wir über Skype und WhatsApp ist das wichtigste Medium geworden, um ein wenig mit der Außenwelt zu kommunizieren.

Wir hoffen, dass ihr, unsere lieben vielen Freunde auf der ganzen Welt, sicher und wohlauf seid. Wir wünschen euch viel Geduld, Energie und viel Glück in dieser schweren Zeit. Wir hoffen, dass bald die Krise beendet ist und wir zurück in ein normales Leben finden, wo wir zusammen lachen und tratschen, sich besuchen und miteinander essen können.

Zur Zeit wurde die Welt entschleunigt, Hausarrest auferlegt. Wir sind froh und dankbar, hier sein zu können. Wir können kochen, in der Umgebung spazieren gehen, und ab und zu treffen wir Menschen, die wir in gebührenden Abstand von zwei Metern grüßen und kurz sich mit ihnen austauschen können, wie es ihnen geht, was sie machen. Ein bisschen mehr als WhatsApp und viel weniger als ein gemütlicher Plausch in einem Café.

Der Frühling ist da und wir erfreuen uns an die wunderschönen Pflanzen.

Eins wissen wir noch nicht, konnte die Mandarin Ente nicht mehr nach Hause, nach China, fliegen, weil die Grenzen zu sind

oder war es die Liebe, die sie hier bleiben lässt….

06.02.2020, Mbuyu Beach Lodge

Wir sind wieder am Indischen Ozean angelangt (blauer Punkt).

Nun sitze ich am Strand, höre die Wellen und kann fast nicht auf das Meer schauen, so hell gleissend wird das Licht vom Meer und Strand reflektiert. Aber es ist angenehm warm, der Wind erfrischt und ich habe wieder einmal Zeit und Muse zu schreiben.

Eigentlich wollten wir bis zu unserem Heimflug am nächsten Freitag (14.02.), worauf wir uns schon soooo lange freuen, den Mount Kenia besteigen, eigentlich wollten wir den Osten Kenias bereisen, eigentlich …..

Auf Reisen erlebt man sehr schnell, dass es nicht immer so funktioniert wie man es geplant hat. Plan B im voraus in der Tasche haben, flexibel auf neue Situationen reagieren, heißt die Devise. Im November glaubten wir es perfekt zu planen, erst nach Tansania zu reisen und im Januar in der Trockenzeit den Mount Kenia zu besteigen, denn dann wäre das Klima perfekt und wir hätten eine tolle Aussicht, ein angenehmes Trekking, kein Schnee, …. Aber das Wetter, der Regen und die Kälte, 10° am Fuße des Berges auf 2000 m Höhe, vermieste uns die Freude auf ein langes Trekking auf die Spitze, die doch über 4300 m liegt. Der Wetterbericht über wochenlangen Schnee und Regen liess uns bibbern.

Also kein in Pose gestelltes Gipfelphoto! Plan B, lass uns doch den Osten bereisen! Denkste, ersten ist die Luft nicht nur bleihaltig, weil die al-Shabaab Kämpfer aktiv sind, sondern es wimmelt auch von fliegenden Wanderheuschrecken in Nord- und Westkenia, die schlimmste Plage seit 70 Jahren. Kahlgefressene Felder, grosse Heuschrecken überall, verzweifelte Menschen und nicht helfen können, das wollen wir nicht erleben.

Was sollen wir tun? Die Zeit bis zum Abflug in Nairobi verbringen? Zum Glück gibt es immer wieder Treffen mit anderen Touristen, die einem von einer wunderschönen Loge vorschwärmen. Das ist Plan C.

So sind wir hier am Meer angelangt, genießen den Stand und das Wasser. Endlich kann ich mir den Wusch, im marinen Nationalpark, am Corallen Riff zu schnorcheln, erfüllen.

Danach geht es zur Lodge zurück! Am Straßenrand muss ich kurz warten, aber allein bin ich nicht. Schulkinder gönnen sich vor dem Nachhauseweg auch eine Pause.

Es ist Apérozeit. Selbst die Kühe wandern nach Hause.

22.01.2020, Eldoret

Vielleicht erinnert ihr euch, dass wir schon einmal am 5./6.11. in Eldoret waren.

Unsere Reise von Masai Mara führte uns zuerst westwärts. Wir wollten in Lela nordwärts zum Victoriasee fahren, aber die starken Regenfälle liessen den Fluss Migori über die Ufer treten.

Da half auch diskutieren nichts,

umkehren war die einzige Lösung und nordwärts über Kilgoris zum Victoriasee reisen.

Das“Mittelmeer Ostafrikas“ wird von Kenia, Tansania und Uganda geteilt. Wie so vielen Seen auf der Welt geht es dem See nicht so gut. Eine immense Bevölkerungsexplosion, damit verbundene Überfischung, Verschmutzung, alles überwuchernde eingeschleppte Wasserhyazinthen reduzieren den Sauerstoffgehalt im Wasser, Aussetzung von fremden Fischarten wie den Nilbarsch hat die einheimischen Fische (Talapia) reduziert. Weil es weniger Tilapia gibt, nehmen die Wasserschnecken zu und die Krankheit Bilharziose lässt das Baden vergessen. Wasserschnecken sind die Zwischenwirte vom Saugwürmer, deren Larven an der Wasseroberfläche auf den Wirt Mensch warten. Schon beim Waten im Wasser können die Larven in die Haut eindringen und sich zur Harnblase vorarbeiten. Dies führt zu Blasenkrebs.

Das umliegende Agrarland ist sehr fruchtbar, aber die vielen Menschen sind sehr arm. Selbst die kleinsten Fische werden gefangen, auf der Straße getrocknet und verkauft.

Zur Zeit ist Maisernte. Auch Mais wird auf riesengroßen Plastikplanen auf dem Boden getrocknet. Hühner picken genüsslich Körner auf und geben so nebenbei ihr Kot auf die Ernte ab, Motorradfahrer vermeiden den Umweg und fahren über die Körner, LKWs werden mit gefüllten Säcken beladen. Warum außerhalb der Planen mit dem Mais parkieren, wenn es einfacher ist mitten herein auf die Planen zu fahren? Der Mais wird dann in die Mühlen gebracht, wo er gemahlen wird. Aus Maismehl wird Ugali, das Nationalessen von Kenia, Tansania gekocht.

Die HIV Rate um den Victoriasee ist doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt, weil es sich eingebürgert hat, dass die Fischer „Fish for Sex“ den Frauen anbieten, die den Fisch weiterverkaufen und diese so die Erwerbskosten durch „Sex for Fish“ reduzieren. Obwohl der Staat Kondome kostenlos verteilt und Aufklärung betreibt, ist Schutz bei Sex verpönt.

Von einem schön gelegenem Campingplatz buchten wir eine kleine Segeltour.

Leider mussten die Segel eingestrichen werden

und mit rudern ging es weiter.

Trotzdem kann man ja schnell mit vorbeifahrenden Fischer quatschen.

Auch vom Strand aus werden Fische per Netz gefangen.

Vom Victoriasee ging es in den Kakamega Forest, wo wir am 17.01. übernachteten. Ganz luxuriös! Ganz englisch, amerikanisch nobel, auf einer alten Missionsstation mitten im Regenwald! Es war so wunderschön dort, der Garten war phantastisch angelegt, da mussten wir bleiben!

Afternoon Tea mit Kuchen allein im Garten.

Wieder einmal in einem großen Bett übernachten!

Und dann die Blumen!!!

Natürlich gab es Orchideen zu bewundern.

Eine kleine Rundwanderung führte uns tiefer in den Regenwald.

Zur Zeit hatte es ganz viele verschiedene Schmetterlingsarten, da sehr viele Blumen blühten.

In einem Regenwald dürfen Pilze nicht fehlen.

Nach diesem Verwöhnungstag ging es weiter in den Norden zum Mount Elgon, einem erloschenem Vulkan, der über 4000 m hoch ist. Auf den Weg zum Campingplatz (Wiese) unterhalb des Gipfels auf 3500 m begegneten uns noch ein paar sehr scheue Colobus-Affen.

Am frühen Morgen zogen wir los, um zum den Kraterrand zu kommen und nach Uganda zu schauen. Muss ich sagen, dass die Flora am Mount Elgon speziell und einfach wunderschön ist?

Blick zurück zum Auto

Blühende Distel

Strohblumen

Durch einen Lobelienwald

Und zurück in die Zivilisation!

Ein richtiger Kaffee in einem Restaurant ist ein Hochgenuss.

13.01.2020, Masai Mara

Am 8.01. fuhren wir von Nairobi westwärts zum Vulkan Suswa. Die Ausfahrt aus Nairobi war afrikanisch, total chaotisch, rechts und links wurden wir von Minibussen überholt, deren Fahrer die Einstellung hatten, jetzt ist Ralleyzeit, dazwischen kurvten Motorräder, die fanden, es ist genügend Platz dazwischen zu fahren und zuletzt wurden wir von PKWs auf der Gegenfahrbahn überholt, dessen Fahrer der Geduldsfaden geplatzt war und fanden der entgegenkommende Fahrer hat Verständnis und weicht aus oder wir würden genügend Angst haben und ihn im letzten Augenblick einbiegen lassen.

Hatten wir dann Nairobi hinter uns gelassen und freuten uns auf einen Abend in der Natur, hieß es zuerst noch auf den Vulkan zu kommen! Das musste verdient werden! 30 km bergaufwärts über Felsen, Matsch und überflutete Straßen und das nur in Schritttempo! Unser Benz zeigte was er kann. Selbst Treppensteigen oder durch tiefes Wasser waten war kein Problem, kein einziges Mal blieb er stehen und meinte, jetzt langt es.

Campen am Kraterand

Blick in den Krater

Am Morgen. Der Nebel im Krater durch Dampf aus heißen Quellen

Wir blieben gleich 2 Nächte und wanderten durch einen Akazienwald zum nächsten Gipfel.

Die „Kugeln“ an den Ästen sind Wohnhäuser von Ameisen, die bei Erschütterung sich auf den Feind stürzen und mit ihren Gift ihn zu verjagen versuchen. Manchmal sind es Kamele, Ziegen oder eben Wanderer, die sich zu nahe heranwagten.

Weiter ging es westwärts zum Masai Mara Nationalpark, dem nördlichen Teil vom Serengeti, der in Kenia liegt. Der größte Teil von der Serengeti mit dem Norogoro Krater liegt in Tansania. Wir hatten uns entschieden zum westlichsten Teil, zum Mara Triangle, zu fahren, da dieser Teil weniger touristisch ist.

Auch das musste verdient werden. Nichts ist umsonst in Kenia! Alles hat seinen Preis! Die Zufahrtsstraße ist so miserabel, das wir für die 90 km von der Hauptstraße zum Camp in der Nähe des Gates fünf Stunden brauchten. Jetzt können wir auch es verstehen, warum alle Touristen in den Nationalpark fliegen und es am Gate gleich 2 Flugpisten gibt.

Wieder wurden wir belohnt. Zebras begrüßten uns am Morgen!

Und dann war es nur noch phantastisch. Der Park ist sensationell! Wir sahen ein Nashorn! Mit unserer kleinen Kamera konnten wir es natürlich nicht fotografieren, aber durch das Fernglas es zu beobachten, genügte uns. Natürlich sahen wir ganz viele Elefanten, Giraffen, Büffel, Impalas, Thomsen Garzellen.

Wir übernachteten im Park auf dem Public Campsite, auf einer erlaubten Wiese mit Blick auf den Mara Fluss für 60 Dollar, dafür gab es auch sonst nichts.

Am Morgen fuhren wir zum Mara Fluss. Und da wurde die Safari zu einem besonderem Erlebnis. Zuerst sahen wir 10 Hyänen, die sich immer mehr einem Löwenversteck näherten, wo ein Aas lag. Wann kommen wir zum Essen, schienen sie sich zu fragen.

Auch Schakale strichen hungrig herum, bereit sich ein Stückchen Fleisch zu ergattern.

Aber Löwen sind nicht sehr freizügig, wenn sie endlich ein Tier erbeuten konnten. Nur jede 24. Jagd ist erfolgreich!

Nun wurden wir nicht nur von den Tieren beeindruckt. Auch ein Tourist fand, er möchte am Morgen einen kleinen Spaziergang zum Fluss unternehmen und wanderte die Straße zwischen Hyänen entlang. Zum Glück sah dies ein Ranger und gabelte ihn auf, bevor wir ihn in unser Auto einladen konnten.

Der Masai Mara NP ist so berühmt, weil hier jedes Jahr tausende von Tiere aus Südserengeti in den nördlichen Teil wandern und den Fluss Mara überqueren. Dann beginnt ein Festmahl für Krokodile.

Auch Hippos leben im Fluss.

In der Nacht verlassen die Hippos den Fluss um zu grasen. Mein Schuh (Größe 38) ist kleiner als derjenige von Mamma Hippo. Der kleine stammt von ihrem Baby.

Wir sahen so viele verschiedene Arten von Tieren. Nur eine kleine Auswahl kann ich zeigen.

Topimännchen

Topiweibchen mit Junge

Impala

Southern Ground-Hornbill

Thompson Garzelle und Graureiher

Wasserbock

Herde von Wasserböcken

Kronenkranich

Und eine Menge von Warzenschweine, die bei der Flucht wie eine Radioantenne ihren Schwanz aufstellen. Einfach immer wieder toll dies zu beobachten.

06.01.2020, Wieder in Nairobi

Zuerst einmal wünschen wir allen „Happy New Year“!

Die letzten Tage des Jahres verbrachten wir mit Wanderungen durch den Regenwald in Masumbai. Es gehört zu einen der schönsten Erlebnissen von uns sich durch einen intakten Urwald zu kämpfen, einmal mit einem Führer, der den Weg mit Manchetenhieben herausschlug oder alleine ohne Erleichterung einer Manchete den Weg zu finden und über Wurzeln zu stolpern, durch Matsch und kleinen Flüsschen den Weg zu erobern.

Urwaldbäume haben ein spezielles Wurzelwerk, da die Humusschicht sehr gering ist. Sie konkurrieren mit den Nachbarn um Nährstoffe und die Bäume müssen sich gleichzeitig stabilisieren, denn die Wurzeln ragen nicht tief in den Boden. So war die „Erfindung“ von Stelzwurzeln erfolgreich.

Natürlich bewunderten und bestaunten wir die Vielzahl der Pflanzen

Blumen

Orchidee, die am Stamm eines Baumes wächst

und Pilze, manche sogar essbar!

Mit jedem Schritt entdeckten wir wieder etwas Neues. Ein Baum, der sich mit Dornen vor Fressfeinden wehrt.

Kaffeepflanzung

Und so viele bunte Schmetterlinge! Diese wunderschönen Tiere sind äußerst schwierig zu fotografieren. Niggi gelang es bei einem.

Wieder zurück beim Farmhaus Masumbai, das heute ein Hotel ist.

Bis vor 2 Jahren wurde hier erfolgreich Tee gepflanzt und gewonnen, aber weil die Straße nach Masumbai so schlecht geworden ist und die Lastwägen nicht die Teeblätter abholen konnten, und weil die Teefabrik in Bumbuli, dem nächst größerem Ort, schloss, werden die Teepflanzen von Wicken überwuchert. Bestenfalls werden Bohnen auf den Pflückwegen gepflanzt. Es tut einem richtig weh, dass die Dörfler kein Geld mehr verdienen können.

Und nun haben wir doch noch auf den Weg nach Nairobi den Kilimanjaro gesehen!

29.12.2019, Masumbai, Usambara Mountains

So leicht, wie das Foto einem Glauben machen möchte, geht WordPress schreiben oft nicht. Das Netz ist langsam und meine Geduld zu warten, bis ein Foto hochgeladen ist, hält sich in Grenzen. Den ganzen Tag am Laptop verbringe ich nicht, zu schön ist es hier.

So unternahmen wir vom Mambo View Point aus eine zweitägige Wanderung mit einer Übernachtung in einem Frauenkonfient.

Der Morgen war nach einer regenreichen Nacht klar und wir schritten wohl gelaunt mit unserem Führer durch Felder und Wälder.

Weg durch einen Rest eines Regenwaldes

Durch einen Wald zu laufen ist in den Tropen sehr abenteuerlich. Ganz klein kommt man sich unter den Urwaldriesen vor. Lianen lassen an Tarzan denken. Leider verschwinden die Wälder durch Abholzung zur Gewinnung von Feuerholz, Baumaterial oder für Landgewinnung immer mehr. Unser Führer erzählte uns von seiner Familie. Seine Großmutter sei jetzt 98 Jahre alt und nur 2 Kinder von 11 starben. Wenn man bedenkt, dass diese 9 Kinder nur 5 Kinder haben und diese nur 4, dann sind es doch immerhin 180 Menschen in 3 Generationen, Menschen, die ernährt werden müssen.

Doch bald regnete es wieder und Regenwolken zogen auf.

Die Aufgabe der Frauen ist es nebst Garten- und Feldarbeit, sich um Haushalt zu kümmern, Kinder zu gebären und zu tragen, Feuerholz und Wasser zu schleppen.

Größere Bäume werden zu Bauholz zersägt

und mit Lastautos weiter transportiert, falls sie funktionstüchtig sind.

Immer wieder mussten wir Ameisenstrassen mit einen großen Schritt überqueren. So klein wie die Arbeiterinnen erscheinen, sind doch dagegen die begleitenden Soldaten größer und sehr bissig und können einen recht zwicken.

Trotz dem vielen Regen gibt es sehr viele Blumen. Auch Büsche und Bäume blühen.

Als wir von unserer Wanderung zurückkehrten war Markttag in Mambo.

Die Ware wie hier Maniokwurzeln werden auf der Straße schön in Haufen gelegt und dann wird gewartet, bis jemand darüber stolpert.

Die Ware wird zum Dorf getragen oder mit Motorrädern, picki picki genannt, transportiert, die manchmal sehr farbenfroh geschmückt sind.

Motorradhaltestellen sind auch Männertreffpunkte, wie kann es auch anders sein!

Ein Schuster stellte seine Ware aus Altreifen aus.

Am Abend gab es vor der Lodge eine Aufführung vom Kinderzirkus. Der Musiklehrer sang in sein „Mikrophon“, Trommeln gaben den Rhythmus an und Mädchen zeigten ihre Kunststücke.

Zuschauer dürfen dann natürlich nicht fehlen.

Auch hier hieß es langsam Abschied zu nehmen. Wir haben es sehr genossen, Weihnachten an einen so schönen Ort verbringen zu dürfen. Schnell noch ein Abschiedsfoto mit Wachhund aufnehmen und dann ging es weiter nach Mazumbai.

Für die 67 km nach Lushoto brauchten wir nur 3 1/2 Stunden, also eine nicht so schlechte Straße, hatten wir doch eine Geschwindigkeit von 20 km/h. Wir übernachteten in Lushoto, denn wir wussten, dass die Straße nach Masumbai schlechter ist. Für die 55 km Lushoto – Soni – Bumbuli – Masumbai brauchten wir 5 Stunden, wobei wir das Ziel Masumbai von Bumbuli aus mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 km/h erreichten. Niggi war als Fahrer gefordert!

Jetzt sind wir fast ein Monat in Tansania und sind mit unserer Rundreise fast fertig.

Wir wollen das neue Jahr hier in Masumbai begrüßen, einem kleinen wunderschönen Ort umgeben von einem Regenwald.

Dieser Regenwald ist noch intakt dank dessen, dass der Besitzer diesen der Universität von Dar es Salam schenkte.

Schon die Fahrt durch den Wald war nicht nur wegen der Straße abenteuerlich, sondern auch die Bäume ließen uns immer wieder anhalten und wir kamen aus dem Staunen nicht heraus.

Die Reste der großen Teeplantage von Masumbai sind noch zu sehen.

Am Hang Teepflanzen

Kurz vor der Einfahrt begrüßten uns Black and White Colobus.

Wilde Amaryllis

22.12.2019, Mambo View Point (3. Teil)

Landschaftlich gefiel uns der Park sehr gut. Er ist ursprünglicher und hat viel weniger Touristen. Am Fluss „Great Ruaha“ gibt es Krokodile, Flusspferde (kein Foto), Eisvögel (Pied Kingfisher), Webvögel, Perlhühner.

Perlhühner

Ganz stolz sind wir auf die Aufnahmen von „Lila brested Roller“.

Wie gesagt, Löwen haben wir jeden Tag gesehen,

aber Kudu, Schakal und Fledermausohren Fuchs war für uns spektakulärer.

Plötzlich befahl unser Führer den Fahrer zu halten. Er zeigte uns einen Baum, dessen Frucht einer geschälten Banane gleicht.

Leider waren 3 Tage schnell herum. Unsere Reise ging weiter nach Dodoma, der neuen Hauptstadt von Tansania. Die Hauptstadt gibt es erst 2 Jahren und ist eher ein verschlafenes kleines Städtchen, aber seit 3 Wochen besitzt es ein Supermarkt (mall). Auch für uns ein Highlight, weil wir unseren Vorrat an Milch, Käse, Wein und Äpfel (für unser Morgenmüsli) auffüllen konnten.

In der Nähe gibt es Felsmalereien zu besichtigen (UNESCO Kulturerbe), also nichts wie dahin.

Es wurden 150-450 Felsmalereien auf einer Fläche von 2300 km2 entlang des afrikanischen Grabenbruches gefunden. Nur 3 Stellen sind heute für Besucher erreichbar.

Nun sind wir wieder in den Tropen angelangt und die Pflanzenwelt nimmt mich wieder gefangen. Ein Baum mit zwei verschieden farbigen Blüten habe ich noch nie gesehen.

Auf den Weg hierher zum Mambo View Point sahen wir zum ersten Mal den Mount Meru. Kurz darauf verzog sich der Himmel und es regnete ….

Wir wünschen allen Frohe Weihnachten. Merry Christmas!