08.08.2020, Roccadeterighi, UNESCO 3+4

Ich sitze draußen in Schorts am Morgentisch und Niggi hilft unseren Freunden aus Obwalden Früchte ernten. Es ist wunderbar warm und wir genießen die milden, warmen Sommertag in der Toscana.

Unser 3. UNESCO Welterbe Stop war Brescia. Wir standen früh auf, damit wir noch am Morgen das Museum Santa Guilia besuchen können, einen Rundgang um dem Campitolium unternehmen und weiter fahren können.

Denkste, wir vergaßen, dass es noch Corona Zeit herrscht. UNESCO Welterbe muss verdient werden! Zuerst war das Museum zu! Um 11:00 Uhr am Morgen! Einlass um 12:00 Uhr. O.k. Gehen wir also zu den Ausgrabungsstätten um den Campitolium, denken wir, das wird ja zugänglich sein. Das römische Theater war zu, okay, wegen Renovation.

römischer Tempel
Römisches Theater

Also weiter, barocken Dom ansehen (nicht UNESCO), Kaffee trinken, menschenleeren Domplatz erleben, zurück zum Museum Santa Guilia.

Wirklich pünktlich um 12:00 wurden die Pforten geöffnet und versteckt hinter der Maske konnten wir Ticket erstehen. 10 weitere Kulturbegeisterte wollten mit uns das Museum besuchen. Nur mit einer Museumswärterin konnten wir, unsere kleine Gruppe, die einzelnen Räume ansehen, und bekamen auf Italienisch erklärt, was wir sahen. Unsere Aufpasserin hielt uns zusammen und achtete darauf, dass Niggi nicht zu schnell das Museum durchrast.

Römischer Mosaikboden
Santa Guilia

Danach ging es weiter nach San Giminiano, das wir vor 42 Jahren auf unserer Hochzeitsreise entdeckten. Damals war es noch nicht UNESCO Kulturerbe. In unserer Erinnerung ragten die Türme in den Himmel, Nebel verdeckte die Spitzen, einsam durchstreiften wir die Gassen, eine Bar war geöffnet, wo wir unseren Kaffe trinken und in Zellophan eingepackte Biscotti erstehen konnten.

5 der vielen Türme
Heute können Italiener wieder alleine ihr Kulturhotspot ohne Bustouristen aus aller Welt besuchen
Zum Sommer gehört ein Sonnenschutz
Der Dom ist ausgemalt, einfach wunderschön
Ausblick in die toskanische Hügellandschaft

Und dann ging es nach Roccadeterighi, um Freunde zu besuchen.

Es gibt noch Familien, die in mittelalterlichen Städtchen wohnen.

04.08.2020 UNESCO Welterbe 1. + 2.

Gestern konnte ich nicht weiterschreiben, das Internet wollte auch schlafen gehen.

Am 6.Tag unserer Velotour kamen wir in Lausanne an. Was für einen tollen Ausblick hatten wir!

Mit Volldampf sausten wir die Laveaux hinunter.

Und dann ging es mit dem Zug heim.

In Sarnen angekommen dachten wir unser nächstes Projekt aus: Alle UNESCO Kulturgüter in Italien besuchen. Jetzt wo keine, fast keine Touristen in Italien sind, gehen wir nach Italien. Venedig ohne Kreuzfahrtschiffe, ohne Massentourismus, San Marco wie vor 40 Jahren erleben, neue italienische Weltkulturgüter, die wir verpasst haben, weil wir lieber woanders waren.

Crespi d‘Adda , ein „Juwel der Industriearchaelogie“, war unser 1. Halt. EinIndustrieller lies am Fluss Adda eine Fabrikanlage mit Stadt für die Arbeiterfamilien errichten, um dort Baumwolle und Tuch zu produzieren. Zum Dorf gehörte Warmwasserversorgung, Schule, Arzt, Kirche und Geschäfte. Natürlich sollte es ästhetisch schön aussehen.

Eingang zur Fabrik
Links Fabrikhallen – rechts Häuser der Arbeiter
Jede Halle bekam das gleiche Emblem
Ein Friedhof durfte nicht fehlen -mit dem Mausoleum der Familie Crespi

Dann ging es weiter zu unserem 2. Objekt ins Val Carmonica am Lago d‘Iseo, zu den Felsbildern, die um 8000 Jahre entstanden sind.

Val Carmonica
Pferd mit Reiter
Boot? Fisch?

Ich habe nur 2 der 140 000 Felsgravuren gezeigt. Sorry! Dafür habe ich es interessant gefunden, dass Frauen in der Nähe noch am Brunnen auf dem Stein Wäsche waschen.

Am Abend schlenderten wir nach so viel Kultur durch das Dorf Pisogne am Lago d‘Iseo.

Pisogne bei Nacht
Nach getaner Arbeit plaudert man in der Kühle auf der Straße
Die Natur wuchert und erobert sich wieder das Städtchen

03.08.2020 Start UNESCO Welterbe-Projekt Italien

Die ersten beiden Juliwochen haben wir mit Familie in der Schweiz verbracht. Zuerst waren wir am Sarnersee mit Tochter und Enkelkinder, dann am Thunersee mit Kinder und Enkelkinder campen. Es war wunderschön und wir alle genossen diese Ferienstimmung auf Campingplätze. Aber danach hieß es, wieder zu sich selber finden, denn jetzt gab es kein Kinderlärm, keine Glace verschmierte Münder, kein „muss ich jetzt wirklich – bin gerade so schön am Spielen“ mehr.

Also sattelten wir unsere Velos und schon ging es über Luzern – Willisau auf dir Route 99, die Herzroute. Ich gebe es zu, von Sarnen nach Luzern nahmen wir den Zug, weil es in Obwalden so geregnet hat. Ein Freund schrieb uns, seid ihr schon unterwegs? In Luzern scheint die Sonne! Dafür stoppten wir in Willisau nicht und radelten bis nach Langenthal, so dass wir am Abend stolz berichten konnten, 60 km geschafft. Von dort konnte uns keiner mehr bremsen. In 6 Tagen erreichten wir Lausanne.

Die Herzroute beginnt eigentlich in Rorschach und endet nach 13 Etappen in Lausanne. Niggi meinte, die Route 99 heißt so, weil sie direkt diagonal von Ost nach West durch die Schweiz führt. Für mich klang das sehr reizvoll, aber schon nach einem Tag auf der Route von Langenthal nach Burgdorf wusste ich, dass dies nur eine Werbekampagne ist. Die Route führt die Hügel rauf und runter. Gut, wenn ich also rauf gestrampelt bin, wusste ich, es geht wieder erholsam mit Höllenkarachau bergabwärts. Das perfide war aber, kaum sauste ich wie ein Pfeil herab, schon zeigte der Wegweiser „Abbiegen“ und es ging bergauf. Schluss mit dem Spaß, es ging weiter mit Strampeln und Keuchen. Deshalb heißt diese Strecke „Herzroute“, weil das Herz, Kondition gefragt ist.

Aber es war schon etwas für das Herz, für die Seele. Jeden Tag hielten wir so oft irgendwo an und sagten, wie schön ….

Eines der vielen wunderschönen Bauernhäusern im Emmental
Dazu passend das Stöckli
Bauerngärten, einfach phantastisch

Auch wir machten einen Boxenstop in der Emmentaler Schaukäserei, um uns kulinarisch mit Käse verwöhnen zu lassen.

Falls jemand auch dorthin kommt, sie produzieren …….

Die Landschaft war kolossal! Immer wieder staunten wir, wie schön das Schweizer Mittelland ist. Aber auch die Städtchen waren eine Entdeckung wert.

Burgdorf mit einer Plastik von Bernhard Luiginbuehl
Thun
Laufen, ein wunderschönes mittelalterliches Städtchen, das noch Autoparkplätze im Dorfkern anbietet
Murten mit Murtensee und Jura
Avenches mit einem Amphitheater direkt am Stadtrand. Wer kann an römischen Ruinen jeden Tag vorbei spazieren?

Wir waren nach ein paar Radltagen so fit, dass wir Umwege natürlich machten, vorausgesetzt, sie boten etwas an. So gelangten wir nach Payern, das eine der ältesten Kirchen der Schweiz besitzt und diese gerade als Museum renoviert hat.

Kirche, Kloster und Kirchhof
Die wenigen erhaltenen Wandmalereien

Rosenheim, 19.06.2020

Vor 2 Wochen wurden die Coronaregeln in der Schweiz soweit gelockert, dass wir zu der Geburtstagsfeier unsere Freundin Christa nach Steckborn an den Bodensee reisen konnten.

Apéro am Bodensee mit einem Glas „Grüner Veltliner“ nach dem Motto, wenn schon die Grenzen nach Österreich geschlossen sind, holen wir die Schmankerln des Landes zu uns.
Das Geburtstagskind und ihr Ex-Ehemann Dominik

Es war ein tolles Fest und wir sahen nach Jahren ! wieder ihre Familie. Natürlich hat uns das Eintauchen in die Vergangenheit, eine gemeinsame Saharadurchquerung 1980, überwältig. Vor 40 Jahren konnten wir als 2 junge Paare nach Tunesien und Libyen mit eigenen Landrover reisen, mit der Idee in den Nordtschad, in das Gebirge Tibesti, zu gelangen. Gut damals war der Tibesti dann doch gesperrt und die Rebellen in Nordtschad ließen keinen Touristen herein. Jahrzehnte später konnte Niggi und ich in einem kurzen friedvollen Zeitfenster im Ennedi (Nordtschad) wandern und Niggi konnte sogar den Emi Koussi (3415 m) besteigen.

Nach diesem schönen Fest ging es zurück nach Bern um die Fahrräder gegen unserer Enkelin zu tauschen und weiter zum Murtensee zu fahren.

Eskarina ruht sich während der Fahrt aus, um Abends länger aufzubleiben….

Leider war das Wetter nicht so schön, dass ein Ausflug nach Murten und ins Papiliorama (Kerzers) eingeplant wurde. Murtensee war für uns eine noch unbekannte Ecke in der Schweiz.

Endlich schön warm im Papiliorama!
Campen macht Spaß und es ist immer etwas interessantes zu beobachten
Maskentragen muss auch geübt werden

2 Tage später ging es zurück nach Bern und Enkelin wurde gegen Enkel getauscht. Welche Attraktion können wir ihm bieten, fragten wir uns. Was ist auch für ihn nebst Campen spannend? Auf zum Zürcher Zoo, wo ein neues Gehege, die Lewa Savanne, ein Nachbau von Kenia vor kurzer Zeit eröffnet wurde.

Leider nicht mit unserem Wohnmobil Richtung Savanne
Kurze Rast auf einem Termitenhügel
3 Nashörner auf einem Fleck, das haben wir bis jetzt in keinem Nationalpark gesehen
Fast wie Afrika ….
Wie in Afrika ….
Zu einem Zoobesuch gehört auch ein Abstecher zum Tiger dazu

Nach 2 Nächten ging es wieder zurück nach Bern und Enkel wurde gegen Fahrräder eingetauscht. Jetzt konnten wir den Murtensee umradeln und zum 1. Mal Murten und Avenches besuchen. Wir wussten gar nicht wie schön Murten ist.

Endlich am 15. Juni wurden die Grenzen nach Deutschland geöffnet und wir konnten nach Bayern einreisen. Natürlich nur mit Masken!

Chiemsee, Bier, Familie … Eine wunderschöne Zeit!

Wieder mobil, 31.05.2020

Am Freitag, den 14. Februar sind wir von Nairobi in die Schweiz zurückgeflogen, mit der Meinung am 30. März geht es dann wieder weiter Richtung Südafrika. Schnell noch Tschüss an alle gesagt und unser „Bänz“ bei Chris abgestellt

Unser Bänz, nicht einsam und allein in Nairobi

und schon waren wir in der Luft. Freudig begrüßten wir unsere Familie und Freunde in der Schweiz und genossen den Frühlingsanfang.

Sarnen, März 2020

Aber, wie ich als Kind oft genug von meinen Eltern gehört habe, der Mensch denkt und Gott lenkt oder es kommt immer anders als man denkt, waren diese „Wahrheiten“ nicht nur Sprüche sondern plötzlich Wirklichkeit. Der Virus Covid 19 verbreitete sich so schnell, zuerst in Italien, dann in der Schweiz und bevor wir uns entschieden hatten, hier zu bleiben oder nach Afrika zu fliegen, wurde der Flugverkehr eingestellt und am 16. März wurde der Lockdown ausgerufen. Alles stand still! Bleib zu Hause, hieß es. Alle über 65 Jahre gehören der Risikogruppe an, bei der die Lungenentzündung tödlich enden kann. So auch wir beide.

Leere Straßen in Sarnen, kein Auto, keine Menschen

Wir konnten bei unserem Freund in Sarnen weiterhin wohnen und er organisierte unseren Einkauf, so dass wir wirklich 3 Wochen keinen persönlichen Kontakt mit anderen Menschen hatten. Er war streng und wir sind ihm enorm dankbar, dass er unseren Eigensinn „selber einzukaufen“ eingeschränkt hatte, denn wir steckten uns nicht an.

Persönlich ging es uns gut, konnten wir in dieser schlimmen Zeit spazierengehen oder Fahrrad fahren, immer mit der Devise, Abstand zu anderen Menschen halten, Hände bei der Rückkehr zu waschen.

Wege wurden gesperrt, um Menschansammlungen zu vermeiden

Wir erlebten einen wunderbaren Frühlingsanfang am Sarnersee.

Dank moderner Kommunikationsmitteln konnten wir mit unserer Familie in Kontakt bleiben, konnten Home Schooling unserer Enkel mitverfolgen und bekamen endlos viele Videos und Fotos von unseren Freunden mit Berichten, wie es ihnen geht und welche schöne Wanderung sie unternommen hatten.

Aber wir waren nicht die einzigen, die in der Schweiz gestrandet waren und den Weiterflug nicht antreten konnten.

Mandarinente am Sarnersee

Nach einem Monat erstand sich Niggi ein E-Bike um nicht nur die nähere Umgebung unsicher zu machen, sondern auch die weiteren Berge zu erforschen.

Mit der Zeit wurde auch uns bewusst, dass die Pandemie nicht so schnell vorüber geht und wir auch den Sommer hier in Zentraleuropa verbringen werden. Am Donnerstag, den 7. Mai sahen wir uns Mobilhomes an, am nächsten Tag am Freitag kauften wir eines und Montag holten wir unseres ab. Unser Entscheidung fiel auf ein Fiat Ducato Adria.

Juidihui! Wir sind wieder mobil. Wir können wieder von „fernen“ Orten träumen, natürlich bis jetzt nur in der Schweiz, aber ….

Als erstes fuhren wir ins Engadin, um die Freiheit zu genießen und das Auto näher kennenzulernen. Es war einfach phantastisch die letzten beiden Monate innerhalb von 2 Stunden nochmals zu erleben. Auf den Pässen Schnee, kalter Wind, keine Pflanzen und dann ins Engadin zu kommen, das uns mit Frühling begrüßte.

Nun planen wir wieder zu reisen, freuen uns auf den 15. Juni, wenn die Grenzen nach Deutschland, Österreich und Frankreich geöffnet werden. So haben wir uns entschlossen den Blog wieder auferstehen zu lassen, damit unsere Familie und Freunden an unsere Erlebnisse teilnehmen können.

Eiger, Mönch und Jungfrau

24.10.2019, abends

Heute haben wir einen enormen Weg hinter uns. Sage und schreibe 20 km! Wie gestern mussten wir einen Ruhetag einlegen. Die Straßen sind blockiert wegen inneren Unruhen. So übernachten wir luxeriös in Sabana Beach Resort am Langano See. Gestern nahm uns der Abaiya-Shala-Nationalpark auf. Die jungen Oromo, in deren Gebiet wir sind, sind aufgebracht und nervös, weil ihnen die politische Entwicklung nicht gefällt.

So genießen wir die erzwungene Ruhepause und arbeiten an unseren Projekten wie Add Blue ein- und ausschalten, Motorsteuerungfehler löschen, WordPress schreiben und vor allem ein neues Moskitonetz schneidern. Wir hoffen, dass wir morgen früh mehr Glück haben mit dem Weiterkommen.

23.12.2018, Sarnen

Unsere Reiseroute mit dem Auto.

Seit fast einem Monat sind wir wieder „daheim“. Es ist einfach überwältigend so viele Freunde, Bekannte zu treffen und zu hören, schön euch zu sehen, ist die Reise gut verlaufen, bleibt ihr oder wohin geht es als nächstes. Wir haben euren Blog verfolgt, es war spannend eure Berichte zu lesen. Dann erzählen wir von einigen wunderbaren Erlebnissen, von den liebenswürdigen Menschen und tauchen in unseren Erinnerungen ein. Wir sind enorm dankbar für diese Begegnungen auf unserer Reise und freuen uns, das Gute weitergeben zu können.

Wir können bei einem Freund wohnen, der uns grosszügig sein Haus zur Verfügung stellt und uns als WG- Bewohner grossmütig aufgenommen hat. Super, denn so haben wir einen ruhigen Ort unsere nächste Reise in Angriff zu nehmen.

Wir planen mit einem befreundeten Ehepaar, die den gleichen Mercedes Sprinter haben wie wir, im Februar eine Reise nach Südafrika zu starten. Wir wollen die Ostroute nehmen, d.h. die Länder Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, … durchqueren, um nach Kapstadt zu gelangen. Und schon geht die Arbeit los, Schiffsreise nach Ägypten suchen und buchen, Pässe und Impfpässe kontrollieren, Visa beantragen, Moskitonetz einbauen, ……

Anfangs Dezember konnte Niggi noch den Schnee geniessen und ein paar schöne Skitouren unternehmen, aber seit 2 Tagen vernichtet Wärme und Regen das weisse Wunder. Klimaveränderung kann nicht geleugnet werden.

Bild von der Hohmatt ( Obwalden) Richtung Berner Oberland

Wir wünschen allen frohe, besinnliche und friedliche Weihnachten 🎄 und einen guten Start ins Neue Jahr 🎉.

12.11. Daheim in der Schweiz

Nach 9 Monaten sind wir wieder in der Schweiz angekommen. Wir genießen jede Minute mit unseren Kinder und Enkelkinder. Langsam nehmen wir Kontakt mit unseren Freunden auf. Wir haben ja Zeit! Manchmal habe ich das Gefühl, als ob ein schwerer Theatervorhang die Reise und das Jetzt trennt. Wir können ihn kurz aufziehen und auf eine Bühne blicken, wo wir Szenen von Orten und Menschen sehen können, Begegnungen, die durch unsere Erinnerung lebendig werden, aber nur für kurze Zeit, dann fällt der Vorhang wieder zu und wir sind wieder im Jetzt, das uns bekannt ist.

Am liebsten möchte ich die Reise genauso wiederholen und den vielen Menschen nochmals danken, die uns so gut aufgenommen hatten, nur durch sie hatten wir so viele tolle Erlebnisse und haben so gute Erinnerungen. Uns ist es bewusst, wie viel Glück wir hatten. Nur durch die offene Art und Weise der dort lebenden Menschen haben wir Länder entdecken können, können wir jetzt von Städte und Dörfer berichten.

Wie geht es weiter? Wohin zieht es uns hin? Na, das werdet ihr wieder auf unserem Blogg weiterverfolgen können, wenn wir es selber wissen und veröffentlichen.

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Kiew, Höhlenkloster

24.10. Kiew, Ukraine

Wir kommen der Schweiz immer näher!

Von Omsk brauchten wir 3 Tage nach Samara, das an der Wolga liegt. Wir wollten russische Freunde, die wir in Mangystau, Kasachstan, kennengelernt hatten, besuchen.

Wolga, in der Nähe von Samara

Aber zuerst mussten wir über den Ural, dem Gebirge das Europa von Asien trennt. Für uns erscheint der südliche Ural nicht sehr hoch, der höchste Punkt mass nur 900 m, aber wenn man wochenlang durch eine Ebene fährt, dann wirken die Höhenunterschiede immens. Auch wirkt sich dies klimatisch aus. Wir konnten uns in der ersten Schneeballschlacht unsere Geschicklichkeit testen.

Waren wir froh endlich im Grossstadtstau von Samara zu stecken, hieß es doch, endlich nicht mehr fahren zu müssen. Ich weiß nicht, wie die Lastwagenfahrer dies aushalten, morgens aufstehen, fahren, Kaffee trinken, fahren, Mittagspause, fahren, Teepause, fahren, Schlafplatz suchen. Kaum Schritte und am Abend ist man müde.

Am Abend besuchten wir mit unseren Freunden die berühmte Bierbrauerei von Samara und testeten das Shiguli Bier, das nach den Bergen in der Nähe Samaras benannt wurde und assen Krebse, die mit Kümmel gekocht worden sind. Hmm!

Samara by night vom 24. Stockwerk.

Wir durften unser Rollinghome im Hof abstellen und bei ihnen in der Wohnung übernachten und von da an liefen wir. Welche Wohltat.

Am nächsten Abend gingen wir in die Oper und sahen die Oper „Barbier von Sevilla“ von Rossini an. Das Angebot von klassischer Kunst ist einfach einmalig in Russland.

Nun hieß es noch mit den anderen Freunden das Wiedersehen mit Wodka zu feiern.

Es wurde ein gemütlicher Abend mit stimmungsvoller Musik und Reisefilmen aus Kasachstan und der Wildnis Sibiriens. Ein Traum! Wilde Landschaften, Einsamkeit, Bären, keine Menschen, Fische, die ins Boot springen, Pilze, Abenteuer pur.

Leider mussten wir „pacca“, tschüss, sagen. Diese Gastfreundschaft werden wir nicht so schnell vergessen!

Dann ging es weiter. Zum letzten Mal erlebten wir die riesige Weite Russlands, bis wir die Grenze Ukraine überqueren konnten. Der Grenzübergang war nach 2 Stunden abgeschlossen und wir waren im 13. Land, seit unserem Reisestart.

Nun sind wir in Kiew und übernachten im Hof eines Hotels mitten in der Stadt. Gestern sind wir angekommen. Niggi träumte von einer Dusche und einer Rasur. Danach hieß es zur Oper zu eilen und Tickets für das Ballett „Spartakus“ von Aram Chatschaturjan zu erstehen. Ein Ballett mit russischer Musikund russischer Aufführung. Wo kann ein Ballett mit 60 männlichen Tänzer und ebenso vielen Tänzerinnen aufgeführt werden?

Auch wir versuchen es wieder einmal ein Selfie aufzunehmen

Hier ein paar Impressionen von Kiew, das uns sehr gefällt, nicht nur weil wir ein Ballett besuchen, japanisch essen, heiße Schokolade trinken konnten,…

Blick auf den Dnjepr
Bürgerhaus aus dem vorherigen Jahrhundert, keine Seltenheit
Alt und neu neben einander
Riesige Wandmalereien, die Stadt liebt Kunst
St. Sofia- Kathedrale (UNESCO Kulturerbe)
St. Sofia-Kathedrale
Menschen, die für die Unabhängigkeit Ukraines ihr Leben liessen. Sie werden nicht vergessen.

Und diese Sightseeing-Tour werden wir nicht machen!

14.10. Omsk, westsibirische Tiefebene

Heute begann der Tag wie schon des öfteren in den letzten Tagen mit der Frage, wie spät ist es. Zum Glück gibt es Handys mit automatischer Zeitangleichung! Wir haben wieder 1 Stunde gewonnen. Verloren? Seit unserer Abfahrt in Irkutsk wurden nicht nur der Abstand nach Hause geringer, sondern auch der Zeitunterschied. Drei Mal mussten wir in den letzten Tagen alle Uhren im Auto um 1 Stunde verstellen.

So schnell wie die Uhrzeiten sich verändern, so langsam zieht sich die Fahrt. Es sind immer noch 4500 km zu fahren! Seit 2 Tagen fahren wir durch die westsibirische Tiefebene, die 7 mal so groß wie Deutschland ist. Durch Sumpf! Beidseitig der Straße Schilf, Wasser, Birken, Schilf, Wasser, kahle Birken,… Keine Dörfer, kaum Felder.

Dafür hat der Lastwagenverkehr zugenommen. Obwohl die transsibirische Eisenbahn sehr viel Güter transportiert, wir haben einmal 2 Lokomotiven mit 70 Wagons beladen mit je 2 Container gezählt, ist die Anzahl der Lastwagen gestiegen, die Städte werden größer, mehr Menschen, mehr Ware. Das Autofahren artet in Arbeit aus, 5,6,7 Lastwägen zu überholen.

Wir übernachten nicht mehr wild, einsam, an selbst ausgewählten schönen Plätzen, sondern auch wir rasten auf Lastwagen Parkplätze (mit Dusche), wenn möglich geteert, und wenn nicht, dann so, auf demjenigen mit weniger Sumpf. Keine Wühlplätze! Wie alles in Sibirien sind die Parkplätze riesig, 30 bis 50 Chauffeure verbringen mit uns eine ruhige Nacht, denn nachts wird nicht gefahren.

Zivilisation hat auch etwas schönes! Nachdem wir Lesosibirsk, das Holzfällerstädtchen mitten in der Taiga verlassen hatten, gelangten wir nach Tomsk und aßen erst einmal Austern in einem richtig schönem, zaristischem Restaurant.

Tomsk ist berühmt für seine wunderschönen Holzhäuser aus dem letzten Jahrhundert.

Von dort ging es weiter nach Novosibirsk, das mit über 1,5 Million Einwohner die 4. gröcßte Stadt in ganz Russland ist. Diese Stadt entstand nur, weil man beim Bau der transsibirischen Eisenbahn einen günstigen Platz für die Überquerung des Ob, einem der mächtigen Flüsse Sibiriens.

Dank Internet hatten wir 2 Karten für das Ballette „Peer Gynt“ erstanden. Was für eine tolle Vorstellung! Was für ein Balsam für unsere Kulturseele!

Wir übernachteten mitten im Zentrum nahe der Oper und dem Mariott, im Jugendstil, um gleich nach derm Ballett ins warme Bett steigen zu können.

Normale Menschen reisen mit der Bahn nach Novosibirsk und kommen an den berühmtesten Bahnhof der transsibirischen Eisenbahn an.

In Russland, nein schon seit Georgien, schmücken die Städte ihre Straßen mit Standbilder, sei es von historisch wichtigen Personen (Lenin)

oder von Künstler (hier Niggi mit Anton Tschechow)

oder ironisch.

Von Novosibirsk ging es nach Omsk, das sich für die 400 Jahresfeier seit der Stadtgründung herausgeputzt hat.

Wie auch in den anderen Städten Russlands werden die Kirchen wieder aufgebaut

und im Innern mit Ikonen prächtig gestaltet.