29.03.2020 Sarnen, Schweiz

Sarnersee
Hier in der Nähe wohnen wir

Ich sitze in unserem Zimmer in der Alters-WG bei unserem Freund in Sarnen, Niggi vergnügt sich mit seinem neuen Spielzeug „Digital Kamera“ und unser geliebtes Reisemobil „Bänz“ steht einsam und verlassen in Nairobi auf dem Campingplatz „Jungel Junction“ unter der Obhut von Chris. Morgen würde unser Flug um 10:00 zurück nach Nairobi gehen und ich würde euch weiter von unserer Reise berichten, wenn nicht …..

Am Anfang der Coronakrise konnten wir uns nicht entscheiden, sollen wir jetzt nach Nairobi fliegen oder hier in der Schweiz ausharren, aber bis wir langsam darüber diskutierten, war der Virus schneller und nahm uns die Entscheidung ab. Seit zwei Wochen sind wir hier daheim und dürfen nur noch einkaufen, spazieren gehen und Fahrrad fahren.

Leere Straßen, kein Verkehr, alle sind Stubenhocker geworden
Spielplätze sind gesperrt

Wir flogen am 14. Februar in die Schweiz, um unser Heimweh nach unseren Kindern und Enkelkinder zu lindern, um unsere Familien zu besuchen, um mit Freunden zu quatschen und die soziale Kontakte in Deutschland und in der Schweiz zu pflegen. Vier Wochen später leben wir in einer Zeit der Social Distance und unsere Kinder und Enkelkinder sehen wir über Skype und WhatsApp ist das wichtigste Medium geworden, um ein wenig mit der Außenwelt zu kommunizieren.

Wir hoffen, dass ihr, unsere lieben vielen Freunde auf der ganzen Welt, sicher und wohlauf seid. Wir wünschen euch viel Geduld, Energie und viel Glück in dieser schweren Zeit. Wir hoffen, dass bald die Krise beendet ist und wir zurück in ein normales Leben finden, wo wir zusammen lachen und tratschen, sich besuchen und miteinander essen können.

Zur Zeit wurde die Welt entschleunigt, Hausarrest auferlegt. Wir sind froh und dankbar, hier sein zu können. Wir können kochen, in der Umgebung spazieren gehen, und ab und zu treffen wir Menschen, die wir in gebührenden Abstand von zwei Metern grüßen und kurz sich mit ihnen austauschen können, wie es ihnen geht, was sie machen. Ein bisschen mehr als WhatsApp und viel weniger als ein gemütlicher Plausch in einem Café.

Der Frühling ist da und wir erfreuen uns an die wunderschönen Pflanzen.

Eins wissen wir noch nicht, konnte die Mandarin Ente nicht mehr nach Hause, nach China, fliegen, weil die Grenzen zu sind

oder war es die Liebe, die sie hier bleiben lässt….

06.02.2020, Mbuyu Beach Lodge

Wir sind wieder am Indischen Ozean angelangt (blauer Punkt).

Nun sitze ich am Strand, höre die Wellen und kann fast nicht auf das Meer schauen, so hell gleissend wird das Licht vom Meer und Strand reflektiert. Aber es ist angenehm warm, der Wind erfrischt und ich habe wieder einmal Zeit und Muse zu schreiben.

Eigentlich wollten wir bis zu unserem Heimflug am nächsten Freitag (14.02.), worauf wir uns schon soooo lange freuen, den Mount Kenia besteigen, eigentlich wollten wir den Osten Kenias bereisen, eigentlich …..

Auf Reisen erlebt man sehr schnell, dass es nicht immer so funktioniert wie man es geplant hat. Plan B im voraus in der Tasche haben, flexibel auf neue Situationen reagieren, heißt die Devise. Im November glaubten wir es perfekt zu planen, erst nach Tansania zu reisen und im Januar in der Trockenzeit den Mount Kenia zu besteigen, denn dann wäre das Klima perfekt und wir hätten eine tolle Aussicht, ein angenehmes Trekking, kein Schnee, …. Aber das Wetter, der Regen und die Kälte, 10° am Fuße des Berges auf 2000 m Höhe, vermieste uns die Freude auf ein langes Trekking auf die Spitze, die doch über 4300 m liegt. Der Wetterbericht über wochenlangen Schnee und Regen liess uns bibbern.

Also kein in Pose gestelltes Gipfelphoto! Plan B, lass uns doch den Osten bereisen! Denkste, ersten ist die Luft nicht nur bleihaltig, weil die al-Shabaab Kämpfer aktiv sind, sondern es wimmelt auch von fliegenden Wanderheuschrecken in Nord- und Westkenia, die schlimmste Plage seit 70 Jahren. Kahlgefressene Felder, grosse Heuschrecken überall, verzweifelte Menschen und nicht helfen können, das wollen wir nicht erleben.

Was sollen wir tun? Die Zeit bis zum Abflug in Nairobi verbringen? Zum Glück gibt es immer wieder Treffen mit anderen Touristen, die einem von einer wunderschönen Loge vorschwärmen. Das ist Plan C.

So sind wir hier am Meer angelangt, genießen den Stand und das Wasser. Endlich kann ich mir den Wusch, im marinen Nationalpark, am Corallen Riff zu schnorcheln, erfüllen.

Danach geht es zur Lodge zurück! Am Straßenrand muss ich kurz warten, aber allein bin ich nicht. Schulkinder gönnen sich vor dem Nachhauseweg auch eine Pause.

Es ist Apérozeit. Selbst die Kühe wandern nach Hause.

22.01.2020, Eldoret

Vielleicht erinnert ihr euch, dass wir schon einmal am 5./6.11. in Eldoret waren.

Unsere Reise von Masai Mara führte uns zuerst westwärts. Wir wollten in Lela nordwärts zum Victoriasee fahren, aber die starken Regenfälle liessen den Fluss Migori über die Ufer treten.

Da half auch diskutieren nichts,

umkehren war die einzige Lösung und nordwärts über Kilgoris zum Victoriasee reisen.

Das“Mittelmeer Ostafrikas“ wird von Kenia, Tansania und Uganda geteilt. Wie so vielen Seen auf der Welt geht es dem See nicht so gut. Eine immense Bevölkerungsexplosion, damit verbundene Überfischung, Verschmutzung, alles überwuchernde eingeschleppte Wasserhyazinthen reduzieren den Sauerstoffgehalt im Wasser, Aussetzung von fremden Fischarten wie den Nilbarsch hat die einheimischen Fische (Talapia) reduziert. Weil es weniger Tilapia gibt, nehmen die Wasserschnecken zu und die Krankheit Bilharziose lässt das Baden vergessen. Wasserschnecken sind die Zwischenwirte vom Saugwürmer, deren Larven an der Wasseroberfläche auf den Wirt Mensch warten. Schon beim Waten im Wasser können die Larven in die Haut eindringen und sich zur Harnblase vorarbeiten. Dies führt zu Blasenkrebs.

Das umliegende Agrarland ist sehr fruchtbar, aber die vielen Menschen sind sehr arm. Selbst die kleinsten Fische werden gefangen, auf der Straße getrocknet und verkauft.

Zur Zeit ist Maisernte. Auch Mais wird auf riesengroßen Plastikplanen auf dem Boden getrocknet. Hühner picken genüsslich Körner auf und geben so nebenbei ihr Kot auf die Ernte ab, Motorradfahrer vermeiden den Umweg und fahren über die Körner, LKWs werden mit gefüllten Säcken beladen. Warum außerhalb der Planen mit dem Mais parkieren, wenn es einfacher ist mitten herein auf die Planen zu fahren? Der Mais wird dann in die Mühlen gebracht, wo er gemahlen wird. Aus Maismehl wird Ugali, das Nationalessen von Kenia, Tansania gekocht.

Die HIV Rate um den Victoriasee ist doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt, weil es sich eingebürgert hat, dass die Fischer „Fish for Sex“ den Frauen anbieten, die den Fisch weiterverkaufen und diese so die Erwerbskosten durch „Sex for Fish“ reduzieren. Obwohl der Staat Kondome kostenlos verteilt und Aufklärung betreibt, ist Schutz bei Sex verpönt.

Von einem schön gelegenem Campingplatz buchten wir eine kleine Segeltour.

Leider mussten die Segel eingestrichen werden

und mit rudern ging es weiter.

Trotzdem kann man ja schnell mit vorbeifahrenden Fischer quatschen.

Auch vom Strand aus werden Fische per Netz gefangen.

Vom Victoriasee ging es in den Kakamega Forest, wo wir am 17.01. übernachteten. Ganz luxuriös! Ganz englisch, amerikanisch nobel, auf einer alten Missionsstation mitten im Regenwald! Es war so wunderschön dort, der Garten war phantastisch angelegt, da mussten wir bleiben!

Afternoon Tea mit Kuchen allein im Garten.

Wieder einmal in einem großen Bett übernachten!

Und dann die Blumen!!!

Natürlich gab es Orchideen zu bewundern.

Eine kleine Rundwanderung führte uns tiefer in den Regenwald.

Zur Zeit hatte es ganz viele verschiedene Schmetterlingsarten, da sehr viele Blumen blühten.

In einem Regenwald dürfen Pilze nicht fehlen.

Nach diesem Verwöhnungstag ging es weiter in den Norden zum Mount Elgon, einem erloschenem Vulkan, der über 4000 m hoch ist. Auf den Weg zum Campingplatz (Wiese) unterhalb des Gipfels auf 3500 m begegneten uns noch ein paar sehr scheue Colobus-Affen.

Am frühen Morgen zogen wir los, um zum den Kraterrand zu kommen und nach Uganda zu schauen. Muss ich sagen, dass die Flora am Mount Elgon speziell und einfach wunderschön ist?

Blick zurück zum Auto

Blühende Distel

Strohblumen

Durch einen Lobelienwald

Und zurück in die Zivilisation!

Ein richtiger Kaffee in einem Restaurant ist ein Hochgenuss.

13.01.2020, Masai Mara

Am 8.01. fuhren wir von Nairobi westwärts zum Vulkan Suswa. Die Ausfahrt aus Nairobi war afrikanisch, total chaotisch, rechts und links wurden wir von Minibussen überholt, deren Fahrer die Einstellung hatten, jetzt ist Ralleyzeit, dazwischen kurvten Motorräder, die fanden, es ist genügend Platz dazwischen zu fahren und zuletzt wurden wir von PKWs auf der Gegenfahrbahn überholt, dessen Fahrer der Geduldsfaden geplatzt war und fanden der entgegenkommende Fahrer hat Verständnis und weicht aus oder wir würden genügend Angst haben und ihn im letzten Augenblick einbiegen lassen.

Hatten wir dann Nairobi hinter uns gelassen und freuten uns auf einen Abend in der Natur, hieß es zuerst noch auf den Vulkan zu kommen! Das musste verdient werden! 30 km bergaufwärts über Felsen, Matsch und überflutete Straßen und das nur in Schritttempo! Unser Benz zeigte was er kann. Selbst Treppensteigen oder durch tiefes Wasser waten war kein Problem, kein einziges Mal blieb er stehen und meinte, jetzt langt es.

Campen am Kraterand

Blick in den Krater

Am Morgen. Der Nebel im Krater durch Dampf aus heißen Quellen

Wir blieben gleich 2 Nächte und wanderten durch einen Akazienwald zum nächsten Gipfel.

Die „Kugeln“ an den Ästen sind Wohnhäuser von Ameisen, die bei Erschütterung sich auf den Feind stürzen und mit ihren Gift ihn zu verjagen versuchen. Manchmal sind es Kamele, Ziegen oder eben Wanderer, die sich zu nahe heranwagten.

Weiter ging es westwärts zum Masai Mara Nationalpark, dem nördlichen Teil vom Serengeti, der in Kenia liegt. Der größte Teil von der Serengeti mit dem Norogoro Krater liegt in Tansania. Wir hatten uns entschieden zum westlichsten Teil, zum Mara Triangle, zu fahren, da dieser Teil weniger touristisch ist.

Auch das musste verdient werden. Nichts ist umsonst in Kenia! Alles hat seinen Preis! Die Zufahrtsstraße ist so miserabel, das wir für die 90 km von der Hauptstraße zum Camp in der Nähe des Gates fünf Stunden brauchten. Jetzt können wir auch es verstehen, warum alle Touristen in den Nationalpark fliegen und es am Gate gleich 2 Flugpisten gibt.

Wieder wurden wir belohnt. Zebras begrüßten uns am Morgen!

Und dann war es nur noch phantastisch. Der Park ist sensationell! Wir sahen ein Nashorn! Mit unserer kleinen Kamera konnten wir es natürlich nicht fotografieren, aber durch das Fernglas es zu beobachten, genügte uns. Natürlich sahen wir ganz viele Elefanten, Giraffen, Büffel, Impalas, Thomsen Garzellen.

Wir übernachteten im Park auf dem Public Campsite, auf einer erlaubten Wiese mit Blick auf den Mara Fluss für 60 Dollar, dafür gab es auch sonst nichts.

Am Morgen fuhren wir zum Mara Fluss. Und da wurde die Safari zu einem besonderem Erlebnis. Zuerst sahen wir 10 Hyänen, die sich immer mehr einem Löwenversteck näherten, wo ein Aas lag. Wann kommen wir zum Essen, schienen sie sich zu fragen.

Auch Schakale strichen hungrig herum, bereit sich ein Stückchen Fleisch zu ergattern.

Aber Löwen sind nicht sehr freizügig, wenn sie endlich ein Tier erbeuten konnten. Nur jede 24. Jagd ist erfolgreich!

Nun wurden wir nicht nur von den Tieren beeindruckt. Auch ein Tourist fand, er möchte am Morgen einen kleinen Spaziergang zum Fluss unternehmen und wanderte die Straße zwischen Hyänen entlang. Zum Glück sah dies ein Ranger und gabelte ihn auf, bevor wir ihn in unser Auto einladen konnten.

Der Masai Mara NP ist so berühmt, weil hier jedes Jahr tausende von Tiere aus Südserengeti in den nördlichen Teil wandern und den Fluss Mara überqueren. Dann beginnt ein Festmahl für Krokodile.

Auch Hippos leben im Fluss.

In der Nacht verlassen die Hippos den Fluss um zu grasen. Mein Schuh (Größe 38) ist kleiner als derjenige von Mamma Hippo. Der kleine stammt von ihrem Baby.

Wir sahen so viele verschiedene Arten von Tieren. Nur eine kleine Auswahl kann ich zeigen.

Topimännchen

Topiweibchen mit Junge

Impala

Southern Ground-Hornbill

Thompson Garzelle und Graureiher

Wasserbock

Herde von Wasserböcken

Kronenkranich

Und eine Menge von Warzenschweine, die bei der Flucht wie eine Radioantenne ihren Schwanz aufstellen. Einfach immer wieder toll dies zu beobachten.

29.11.2019 Diani Beach, vor der Grenze nach Tansania

Wo sind wir gestern gelandet?

Wir haben am Indischen Ozean beschlossen wie richtige Touristen Strandurlaub mit Faulenzen, Fitness, Sönnelen im Schatten, gutem Essen zu machen. So landeten wir in einem Resort, das unsere Wünsche erfüllt und uns verwöhnt.

Blick aus unserem Fenster

Weißer Strand mit Kokosnuss-Palmen

Mitten in der Hotelanlage steht ein riesiger Baobab, einer meiner Lieblingsbäume und zum ersten Mal sehe ich seine Früchte. Ich weiß jetzt auch warum ich ihn so liebe, heißt er doch afrikanischer Affenbrotbaum (Geografie, Zoologie, Ernährungswissenschaft und Botanik in einem Namen!) und gehört er doch zu der Familie der Malvengewächse. Malven wuchern in unserem Garten in Sarnen erfolgreich und wir bringen immer wieder Malvensamen aus aller Welt in die Schweiz.

Nach dem Besuch des Tsavo-West Nationalpark fuhren wir Richtung Mombassa und beschlossen erst einmal unser Auto total zu reinigen, was hieß 2 Tage zu arbeiten. Aber nicht nur wir achten auf unser Häuschen. Männliche Webvögel bauen zu jeder Brutzeit ein neues Nest. Ist es nicht fachmännisch gebaut, dann würdigt das Weibchen diesem keinen Blick und das Männchen muss von vorne anfangen.

Aber nicht alle Webvögel bauen solche perfekte Nester. Es gibt Arten, die es nicht so genau nehmen.

Kleine Geckos besuchten uns.

Dann beschlossen wir nach Lamu zu fahren, eine Stadt aus 1001 Nacht, die zu den UNESCO Weltkulturerbe gehört und an der somalischen Grenze liegt. 300 km, am Abend vor der letzten Etappe, übernachteten wir am Ozean am Strand.

Der Besitzer vom Campingplatz meinte nur lakonisch, ob unser Besitz oder unser Leben uns nur 1 Dollar wert sei, denn soviel kostet eine Kugel den somalischen Terroristen, die den Weg nach Lamu kontrollieren. Außerdem könnten wir nur in einer Begleitung mit einer Militäreskorte die letzten 200 km fahren. Besser wäre von Malindi nach Lamu zu fliegen.

Also zurück nach Malindi und dort buchten wir übers Internet einen Flug und konnten mit der Empfehlung vom Campingplatzbesitzer auf dem Parkplatz des Mawindi Fishing Club übernachten.

Fang des Tages, alle warteten, auch die Clubkatze

Thunfisch

Alle Fische werden gewogen!

Am nächsten Tag ging es zum Flughafen und da kam die Enttäuschung, wir stehen nicht auf der Passagierliste und das Flugzeug ist voll. Nichts zu machen!

So machen wir uns wieder auf zurück nach Mombassa zu fahren

und Richtung Tansania zu fahren. Wir setzen mit der Fähre von Mombassa zur Südküste.

Und werden eigentlich untypisch für Kenya empfangen.

Wir haben Zeit, so beschließen wir ein kleines Reservat zu besuchen mit dem tollen Namen „Shimba Hills“.

Also gleich gesagt, Löwen gibt es schon lange nicht mehr hier. Die einzige Giraffe sahen wir nicht. Viele Tiere starben wegen Hunger der umliegenden Dörfer und an der Tsetse-Fliege, die wir nicht in unser Haus ließen.

Dafür konnten wir von ganz Nahe den „Little Bee-Eater“ beobachten.

Im Reservat gab es einen kleinen 2,5 km langen Trail zu einem Wasserfall, den wir nur in Begleitung zweier Rangers mit Gewehren als Schutz vor wilden Tieren wie Leoparden oder Elefanten wandern konnten.

So sind wir hier und genießen die Happy Hour am Meer.

16.11.2019, Nationalpark Tsavo-West

Schon so lange ist es her, 10Tage, dass wir etwas zu berichten bzw. auch Internet hatten, um euch zu schreiben.

Nach dem Städtchen Eldoret fuhren wir ostwärts Richtung Nairobi, aber schon nach 150 km in Nakuru meinte Niggi, jetzt braucht er Pause. Der Linksverkehr mit linksgesteuertem Auto bei einem starkem Verkehr mit selbstmörderischen hochgegeschwindigkeitsfahrenden PKW-Autolenker, langsam dahintrottenden überbeladenen LKW-Fahrer und mit dazwischen liegenden Pumps, die man manchmal an die Käufer erkennt, die in der Mitte der Straßen stehen und ihre Ware an die langsam holpernden Autoinsassen feilbieten, oder gar nicht, weil sie so schwarz wie die Straßen sind, um Autofahrer zu überraschen, das erfordert Konzentration vom Lenker und Beifahrer, denn LKWs können nur überholt werden, wenn der Beifahrer sein Gesicht ans Fenster drückt, um rechts vom riesengroßen, langsamen, mit kaum Geschwindigkeit fahrenden LKW vorbeischauen versucht und sein o.k. gibt. Oder es tönt so, nein noch nicht, LKW mit einer Schlange von Autos kommt entgegen, oder neiiiiiin, Kamikaze PKW.

So übernachteten wir am Lake Elementeita, einen von drei Seen im Riffvalley, mit vielen Flamingos, Pelikane, Ibisse, …. Eine Frauengruppe genoss zusammen ein verlängertes Weekend und bestaunten unser „Haus“.

Es wurde gescherzt, gelacht, Kinder geherzt, fotografiert, Selfies aufgenommen und viele Fragen an uns gestellt, einfach ein Frauenpalaver abgehalten.

Am nächsten Tag gelangten wir nach Nairobi und stellten unser „Haus“ für drei Tage auf dem Campingplatz mit dem tollen Namen „Jungel Junction“ ab.

Jeder könnte meinen, dass wir auf einem Campingplatz mit diesem Namen von Wildtieren und Urwald umgeben gewesen wären, aber so war das nicht. Leider? Nun der Campingplatz liegt im vornehmsten Viertel von Nairobi mit schönen Villen, wunderbarer Vegetation und Sicherheitspersonal, Alarmanlagen, hohen Mauern, Stacheldraht, privaten Strassenkontrollen, vielen Pumps, um Schnellfahrer zu belehren, wo sie sich aufhalten, kaum Verkehr, keine Gehupe. Übrigens, gehupt wird in Kenia selten! Kann ein ägyptischer Autofahrer nur dann fahren, wenn er gleichzeitig auf die Hupe drückt, muss ein äthiopischer Lenker hupen, weil alle auf der Straße leben und laufen, sei es Tiere oder Menschen, so braucht ein Kenianer nur seine Hupe im äußersten Notfall, weil Tiere so erzogen wurden, neben der Straße zu laufen und zu grasen, sich nicht auf der Straße auszuruhen und auf kürzestem Weg schnell die Straße zu überqueren.

Shopping malls sind super in Nairobi. Was soll ich mehr sagen?

Um Geld anders auszugeben, fuhren wir südwärts zu unserem 1. Nationalpark, dem Amboseli Nationalpark, der eigentlich eher ein Tierpark ist, so viele Elefanten, Zebras, Impalas, Gnus etc. hat es, dass die Kamera nach dem 10. Elefant weggelegt wurde und Niggi meinte, schon wieder ….

Checkliste der möglichen zu entdeckenden Tiere

Wir übernachteten im Park, damit wir bei Sonnenaufgang zur Pirsch antreten konnten. Niggi fuhr zum Weg zum Camp beinahe eine Giraffe an, die plötzlich in einer Kurve stand, und am Morgen im Camp beinahe einen Elefanten.

Auch wenn die Tiere die vielen Autos gewohnt sind, die tagtäglich den Park besuchen, können sie doch ungeduldig werden, wenn man zu lange für das ideale Foto braucht, wie der Elefant, der die Ohren stellte, um uns zu sagen, haut ab, ich will meine Ruhe haben. Verständlich!

Das Foto mit Elefant im Vordergrund und Kilimandscharo im Hintergrund konnten wir leider nicht aufnehmen, da wir Regenzeit haben und der Berg sich immer hinter Wolken versteckte. Aber ein Gnu fand sich bereit vor dem Kilimandscharo zu posieren.

Zum Glück ist der Amboseli Nationalpark so flach, so dass wir die vielen stehenden Besucherautos orten konnten, die so mitteilten, da gibt es interessante Tiere zu sehen. Die Touristenbusse verfügen über Funkgeräte und übermitteln sich gegenseitig, wo interessante Tiere zu sehen sind. Und das sahen wir:

Der König der Tiere vor dem Kilimandscharo!

Am nächsten Tag fuhren wir zum Tsavo-West Nationalpark. Nach einigen Schwierigkeiten erreichten wir ihn wohlbehalten.

Andere Tierarten waren zu entdecken wie Dikdik.

War der Amboseli Nationalpark flach, sumpfig und mit vielen Seen, so ist der Tsavo-West hügelig und grün.

Das Highlight war die Beobachtung eines Leopardenmännchen, der auf seinen Lieblingsbaum eine erbeutete Antilope vor den gefräßigen Hyänen auf einer Astgabel versteckte.

Faul lag er am Abend auf dem Ast, alle vier Beine von sich gestreckt, aber am Morgen als wir ihn wieder besuchten, machte er sich zu einem Morgenspaziergang auf. So konnte auch ich ihn noch mit meiner kleinen Kamera ablichten.

6.11.2019, Eldoret

Eldoret ist die 5. größte Stadt in Kenia und für uns ein kleines Schlaraffenland, Supermärkte mit Butter, Käse, Milch, Speck und vieles mehr. Zum Glück ist der Stauraum im Auto begrenzt, so dass mein Shoppingenthuasmus nicht überhand nimmt.

Wir übernachten in einem paradiesisch schönem Camp mit gepflegten Garten, heißer ! Dusche und kaltem Bier.

Ein Unimog von „MuzToo“ ist auch da

und wir freuen uns wieder einmal schweizerdeutsch reden zu können und von Osch (Kirgistan) zu schwärmen, wo wir unser Auto letztes Jahr in ihrer Firma unterstellen durften. Manchmal sind wir selber baff, wie klein die Welt ist.

Heute habe ich doch tatsächlich eine für mich neue Frucht probiert.

Eine Art von Stafeli (Stachelanone), die nach Salatgurke verfeinert mit Zitronengeschmack schmeckte.

Niggi hatte lieber als Nachspeise Papaya gehabt, die wirklich köstlich war.

Auf der Hinfahrt musste wieder einmal ein Stop für eine wunderschöne Pflanze eingelegt werden, einer Glockenblume mit Landebahn für Bienen.

Schon in der Wüste in Nordkenia am Lake Turkana gab es Wüstenlilien zu bewundern, die ähnlich unserem Türkenbund die Blüte geöffnet hatten.

Habe ich euch schon mit dem Foto von einem Kori Bustard gelangweilt?

Ich finde es einfach faszinierend Flora und Fauna zu erleben, die ich als Kind aus Abenteuerbücher kennenlernen durfte.

Zebra am Straßenrand