4.11.2019, Lake Baringo, Nordkenia

Montag ist ja Waschtag, so auch bei uns. Wir gönnen uns einen „Ruhetag“ mit Autoputzen, Wäsche waschen,

Vögel beobachten (fotografieren)

und vor allem bestimmen. Ist es der Southern red-billed Hornbill oder der Southern yellow-billed Hornbill?

Diese frechen Vögel haben auch keine Angst und benutzen unser Auto zum Turteln und sich Brotstücke zu verfüttern. Außerdem muss ja noch im Autospiegel das Aussehen kontrolliert werden. Bin ich der schönste?

Und schon sind wir am Diskutieren, handelt es sich beim Vogel mit schwarzem Schnabel um das Männchen? Um das Weibchen, das gefüttert wird? Ist der rot schnabelige das Männchen, weil er so eitel ist und zuerst im Spiegel sich beobachtet hat? Handelt es sich beim Schwarzschnabeligen um eine Variation, weil im Vogelbuch nichts über schwarzschnabelige Hornbills steht?

Hier um das Camp gibt es so viele Vogelarten, dass ich auf meine Kosten komme, diese zu bestimmen. Wenn ich daran denke, wie Florian sich nerven würde, macht Niggi gute Miene zu meinem Enthuasmus.

Goldschwänziger Specht

Der heutige Morgen fing schon früh an. Wir wurden am frühen Morgen als die Sonne aufging für eine Bootstour abgeholt.

Frauen waren schon auf, um Wasser zu holen. Schließlich gehört dies zu ihrem Job wie Holzsammeln und schleppen, kochen und Kinder erziehen, Garten anpflanzen und …

Gleich zu Anfang sahen wir weissbrüstige Kormorane

Krokodile, die hier eher klein sind und sich von Fische ernähren.

Die Hippos-Foto gelangen mir nicht, aber das macht nichts, denn wir werden diese monströse Tiere noch oft genug zu sehen bekommen, wie heute in der Morgendämmerung vor unserem Auto. (Ein kleiner Hippo-Jugendlicher!).

Aber das Beste war, dass der Führer Fisch von einem Fischer kaufte, der den Fisch entweidete und mit einem Balsahozstückchen füllte. Dann paddelte der Fischer mit seinem Balsaboot und seinen Rudern aus Plastik davon.

Ja und was machten wir mit dem toten Fisch, der im Wasser dank Balsaholz nicht untergehen konnte? Wir fuhren zu einem Fischadlernest. Unser Führer pfiff, um die Aufmerksamkeit des Vogels zu gewinnen, warf den Fisch ins Wasser und dann konnten wir Flug, Fangen und Fressen beobachten.

Ihr fragt euch sicher, wo wir alles nach der Ankunft in Kenia waren.

Zuerst ging es zum Lake Turkana, der wunderschön grün oder blau aus der Wüste in Nordkenia sich erhebt. Auf den Weg dorthin durchquerten wir den größten Windpark Afrikas. Übrigens die Straße ist nur! hier super, weil die Windräder gewartet werden muss.

Lake Turkana

Sollen wir hier übernachten? Bei 40° C Außentemperatur und keinem Schatten? Nein, entschieden wir uns. Schnell die Füße waschen, Krokodile austricksen, Fisch kaufen und zurück an ein Schattenplätzchen

und den Fisch mit Safranrisotto und Tomatensalat verzehren.

Nach einem Mittagsschlaf ging es weiter durch die Wüste, die uns total gefangen genommen hat. Dank kleiner Regenzeit haben wir noch nie so eine blühende und grüne Wüste und Halbwüste gesehen.

Dafür sind die Straßen nicht immer so angenehm. Flussdurchfahrten und Matschdurchquerungen machte die Fahrt abenteuerlich.

Anhalterinnen sind dankbar nicht den Weg zum nächsten Ort zu laufen.

So kamen wir zu unserem letzten Übernachtungsplatz, am Ende der Welt.

Niggi versuchte noch auf den heiligen Berg der Samburu zu laufen, aber er erwies sich als nicht geeignet.

30.10.2019, Kenia, Marsabit

Gestern sind wir von Moyale (Grenzort) kommend nach Kenia eingereist. 3 Wochen, von 8.10. bis 29.10 waren wir in Äthiopien. Das Land ist riesengross und noch nicht alles haben wir gesehen, vor allem der Osten kann von uns noch entdeckt werden. Aber das ein anderes Mal.

Die Zollformalitäten begannen sehr gut, schnell war der Stempel im Pass für die Ausreise. Nun hieß es in den 1. Stock zum Autoausreisezoll zu gehen und hier begann die Problematik. Wir mussten 3 1/2 Stunden warten, weil wir keine amharrische Schrift lesen können. Ja, wir haben alles richtig gemacht, um unser Auto so lange Zeit in Äthiopien stehen lassen zu können, die Zollformalitäten waren o.k., nur … ja nur auf den wichtigen Schreiben und auf den versiegelten Briefkuvert stand auf amharrisch: an den Zoll von Metmeta (unser Einreisegrenzort von Sudan kommend). Jetzt fand die Ausreise in Moyale statt und die Zollbeamten meinten, sie sind nicht zuständig. Wir dagegen meinten, 1. Ist das nicht unser Fehler, sondern vom Hauptzoll in Addis, denn auf unseren Einreisepapieren steht Moyale, 2. können wir keine äthiopische Schrift lesen, 3. fahren wir nicht fast 2000 km nach Metmeta und 4. sind wir schon ausgereist und können gar nicht mehr nach Äthiopien, wir sind im Transit. Eine telefonische Rücksprache mit Addis konnten die Beamten leider nicht vornehmen, weil die Telefonnummer auf dem so wichtigen Schreiben nicht mehr richtig war.

Eine Entscheidung zu treffen ist nicht einfach und braucht seine Zeit, eben 3 1/2 Stunden. Kurz vor dem Mittagessen bekamen wir die Ausreisestempeln und so gelangten wir nach Kenia, in deren Mittagspause. Die kenianischen Zollbeamte waren sehr nett und wir hätten auch sehr schnell einreisen können, wären da nicht Computerprobleme gewesen. Aber auch das war nach 3 Stunden gelöst und wir waren in Kenia.

So sieht die Straße von der Grenze nach Marsabit aus! Super! Kein Loch! Keine Tiere, keine Menschen auf der Straße. Keine Ben Hures, die Wagenrennen veranstalten.

Der Abend zeigte es aber doch, dass wir in Afrika sind. Große Käfer umschwirrten die Badezimmerlampe und stürzten ab und zu auf mich und riesige Heuschrecken besuchten uns.

Schon auf der Fahrt zur Grenze „wuchsen“ die Termitenhügel rechts und links der Straße entlang, einer größer als der andere.

Auch wechselte der Baustil schon im Süden von Äthiopien, verzierte Rundhütten, die mit Akaziendornengestrüpp gesichert werden.

Am Ende unserer Äthopienreise genossen wir noch einmal in einem sehr guten Restaurant Injera, das Nationalgericht.

Wir hätten auch selber kochen können. Selbst frische Milch hätten wir kaufen können, aufbewahrt in den gelben Kanister. Niggi meinte, er nimmt nur uperisierte Milch in sein Müsli.

Nun freuen wir uns auf Kenia, mit seinen wilden Tieren. Vor der Grenze sahen wir das 1. Zebra!

Es ist gerade die kleine Regenzeit und am Nachmittag regnet es kurz. So ist die Wüste in Nordkenia grün und es blüht.