14.09. Cjusker Trakt (Altaij Gebirge, Sibirien, Richtung Mongolei)

Wir sind in Sibirien, bis jetzt nur Südsibirien, aber wir können uns nicht an den riesengroßen, zur Zeit leuchtend gelben Birken, grünen Tannen satt sehen. Vom Issyk Kul See waren es ja nur 1300 km Straße.

In Semej, dem letzten Ort in Kasachstan, verprasselten wie die letzten Tenge am Markt und an der Tankstelle.

Semej (Kasachstan) ist so russisch! Menschen, Häuser, Kultur!

ОптикА (Optika) heißt Optiker.

Plattenbauten und im Untergeschoss Geschäfte.

Der Grenzübertritt war schnell, kein Warten, keine Schikane. Es wird langsam langweilig!

Russland ist riesig! Km-lange Getreide- und Sonnenblumenfelder.

Habe mir ein paar Blumen zur Zierde unseres Autos geklaut.

In der ersten größeren Stadt, in Barnaul, bewunderten wir die erste russisch-orthodoxene Kirche und die kleinen sibirischen Holzhäuser mit den blauen oder weißen Fensterrahmen.

Und was konnten wir am Straßenrand erstehen? Pilze. Es gab natürlich eine Kochumstellung am Abend, Pilze mit Nudeln (nicht Nudeln mit Pilze!). Kleinere Mengen gab es nicht!

Immer wieder muss eine Kirche besucht und Kerzen angezündet werden.

Ganz in Holz!

Die Straße Richtung Mongolei gehört zu den schönsten Highways der Welt und das Altaij Gebirge zählt zur UNESCO Weltnaturerbe.

Heute morgen entdeckten wir das Geschenk von Väterchen Frost, das er uns über Nacht brachte. Unser Auto sprang nicht an, die Heizung ging nicht. In der Nacht war es -5° C, nur !, aber genug, dass der kasachische Diesel gelierte. So lagen wir im Bett bis die Sonne den Innenraum genügend aufheizte, denn gleichzeitig ging unser Gas zu Ende, so dass auch erst die Gasflasche ausgetauscht werden musste. Mit der Zeit ging unsere Heizung, der Tee wärmte von Innen und mit dem restlichen Gas aus der Gasflasche machten wir ein Feuerchen unter dem Tank. Gegen Mittag rollten wir weiter. Jetzt ist im Tank russisches Diesel, hoffentlich winterhart! Mal sehen.

11.04.2018 Пока Россия (Tschüss Russland)

Nach einem Ruhetag an der Wolga,

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dem russisch orthodoxen Ostersonntag, mit wunderbaren blauen Himmel, aber noch kaltem Wind, fuhren wir Richtung Astachan, in der Nähe zur Grenze nach Kasachstan. Seit wir aus Grosny fuhren ist es eben, flach. Stundenlang fahren wir an riesengrossen Schafherden (500 und mehr Tiere) und frei laufenden Kuhherden vorbei. Ab und zu kann man getrockenen, geräucherten Fisch aus der Wolga am Strassenrand kaufen.

In Astachan nehmen wir zum ersten Mal ein Hotelzimmer, weil Niggi die russische Grippe 🤧 😷 hatte. Als wir aus dem Hotel kommen spricht uns zwei Frauen aus Obwalden ! Und Luzern an! Sie würden auch Ferien machen! Wie klein die Welt ist!

Natürlich mussten wir den Kreml und die Kirche Mutter entschlafen besuchen und unsere Kerzen anzünden.

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Eingangstor zum Kreml

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Und nun hiess es Abschied von Russland zu nehmen, noch eine Flasche Wodka kaufen und dann ging es zur Grenze Russland – Kasachstan.

06.04.18 Wolgograd

Wir haben uns kurzfristig entschieden einen kleinen Umweg zu fahren und Wolgograd zu besuchen. Einerseits müssen wir den geschichtlichen Ort sehen und aber wollen wir ein wenig von Russland spüren – das wirkliche Russland nicht Tschetschenien und Dagestan welches an der Route nach Kasachstan liegt. Die Fahrt geht während 800 km über Ebene, kein merklicher Hügel und es wird immer kälter. Wolgograd ist eine sehr graue Stadt, etwa 30 km zieht sie sich der Wolga entlang, rundherum viel Industrie (und nicht grad von der saubersten Art) und endlos viele Plattenbauten.

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Einfahrt nach Wolgograd
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Industriehafen immer noch gefroren

Nach dem Krieg war alles zerstört, das einzige Gebäude was noch stand war die Mühle, heute ein Mahnmal.

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Nach dem sinnlosen Krieg wurde alles neu aufgebaut, schachbrettartig, breite Avenuen, Blockrabdbebauungen mit Innenhöfen und was sonst noch die Architektur für toll befindet, jedenfalls bombastisch musste es sein……  ob’s den Menschen wohl ist – fraglich.

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Innenstadt
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Lebendige Innenhöfe

Auf dem einzigen und deshalb schrecklich umkämpften Hügel wo 400‘000 Soldaten  gefallen sind (sinnloser gehts nicht), ragt heute das Denkmal „Mutter Heimat“ in den Himmel. Natürlich ist sie gleich gross wie die Freiheitsstatue!

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Mutter Heimat
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Die Garde vor den Namen der 200‘000 russischen Gefallenen – die deutschen fehlen.

Wolgograd ein tolles interessantes Erlebnis, bereit für neues:

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03.04.2018 привет Россия !

Die Nacht vom Ostersonntag auf Ostermontag haben wir bei einer sternenklaren Nacht am Fusse vom Kazbegi verbracht.

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Am Abend vorher hiess es noch arbeiten, Russland vorbereiten, Blog schreiben 😀, WhatsAppen mit der Familie. Das geht am besten in einem Restaurant mit einem besseren Internetanschluss als wir es haben und einem Glas Bier, eines der letzten für eine längere Zeit, da es nun in muslimische Staaten geht.

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Die Fahrt zur Grenze führt durch eine atemberaubende Schlucht. Der Fluss Terek grub sich jahrtausend lang durch den Grossen Kaukasus. Da diese Schlucht so eng ist, wurde schon von den Römern ein Fort errichtet, um die „Barbaren“ abzuhalten, nach Georgien einzufallen. Viele Wachtürme zeigen die Wichtigkeit der Schlucht.

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Blick zurück nach Stepantsminda, Georgien

Nun ging es zur Grnze an Hunderten von wartenden Lastwägen vorbei, mit entgegenkommenden Lastwägen., wie gesagt auf einer engen Strasse. Die Grenze ist natürlich an der engsten Stelle. Der Abschied aus Georgien ging schnell, ich durch die Passkontrolle im warmen Häuschen, Niggi draussen bei starkem Wind am Häusschen.

Ein paar Meter kam die russische Grenze. Sehr freundlich wurden wir empfangen. Viele Papiere mussten ausgefüllt werden, zum Glück waren die meisten auch auf englisch, neugierige Blicke ins Auto, anerkennende Bemerkungen für die Einrichtung und ganz grosses Kopfschütteln für unsere Reisepläne. Lachend, wer kann nur so verrückt sein, verstehen wir auch auf Russisch.

Schon 2 Stunden später ist der Spuk vorbei und wir sind in Поссия! An der Grenze tauschen wir Euro in Rubel und sind wieder reich (100 Euro = 6800 Rubel), kaufen noch eine Autoversicherung.

Dann plagt uns der Hunger. Ein Picknickplatz ohne Müll muss gefunden werden. Das haben wir dann auch am Fluss in der Nähe eines Bauernhofes. Der Bauer kommt grimmig schauend zu uns. Wir wissen es ja schon von den Georgiern, dass diese Mimik nichts Böses heisst. Wir grüssen, er starrt uns mit stechenden Augen an, wir zeigen, dass wir essen wollen, er lächelt, fragt wo wir herkommen, lacht und lädt uns freundlich zu sich ein, etwas zu trinken. Wir lehnen dankbar ab und er geht.

Next Stop Grosny, Simkarte erstehen. Das geht nicht so schnell, weil immer wieder Strassensperren uns aufhalten und von der Polizei mit Kalaschnikows unsere Papiere angesehen werden.

In Grosny haben wir wieder Glück! Zwei englisch sprechende ! Tschetschenen helfen uns eine Simkarte zu erstehen, die sie bezahlen. Das geht so ruckzuck, dass wir gar nicht mitbekommen, wie die Bezahlung vor sich geht. Sie haben noch Zeit, so zeigen sie uns die Stadt, erzählen ein wenig von sich und geben einen super Tip, wo wir übernachten können, natürlich hinter der Moschee im Zentrum der Stadt!