21.02.2021, Cornie Camp, Nähe Epupa Falls, Grenze Angola

Heute ist Sonntag und wir haben nach fast 2 Wochen Wüste entschlossen einen Ruhetag am Fluss Kuene einzulegen, chillen, schreiben und Wäsche zu waschen.

Nach Swakopmund ging es weiter der Küste entlang zu der zweit größten Robbenkolonie (Arctocephalus pusillus) an der Südafrikanischen Küste, wo sich nur bis zu 100 000 Tiere sich in einer Bucht tummeln. Die größte Kolonie ist in Südafrika mit einer halben Million ! Tiere.

Schon von weitem haben wir das wie Ziegen Gemeckere anhörende Rufen der jungen Seehunde vernommen und vor allem den Geruch der Tiere wahrgenommen.

Sich Sonnen nach einem Tauchgang im eiskaltem Benguelastrom tut gut!
Wo ist meine Mami?
Endlich darf ich trinken!

Auf der Fahrt von der Küstenwüste in die Landwüste begleiteten uns Welwitschias, die hier scheinbar ihren Traum an Lebensbedingungen gefunden haben, viel Platz, viel Sonne und viel Nebel, keine Konkurrenz.

Größte Welwitschia mirabilis die wir entdeckten!
Blühende weibliche Welwitschia, welch ein Glück sie zu finden!
Blätter so dick und hart, dass selbst hier in der Wüste kein Tier sie anknabbern möchte.
Eine besonders schöne Welwitschia mirabilis in der Abendsonne.

Wenn wir Tiere der Wüste sehen und beobachten können, dann fällt mir der Film von Walt Disney „die Wüste lebt“ ein, der mich als Kind sehr beeindruckte.

Klippschliefer (Procavia capensis)
Plötzlich flogen an die 30 Braunadler um uns!

Schon früher lebten hier Menschen vom Stamm, der Damara und San, als Jäger oder später auch als Nomaden mit ihren Tieren. Ihre Felsmalereien und Felsgravuren geben uns ein wenig Hinweis, wie sie damals gelebt und welche Tiere sie gejagt haben.

Oryx, gut an den Hörnern zu erkennen. Schön auf dieser Darstellung ist auch der lange Schweif des Tieres zu sehen!
„White Lady“, ich finde die Bezeichnung richtig. Warum soll nicht einmal eine Frau, Wert gewesen sein, als Schamanin oder Hirtin abgebildet zu werden?
Felsgravuren mit Fußabdruck! Soll der Fuß die Unterschrift des Künstlers sein?
Beweis, dass die damaligen Bewohner auch gerne reisten: ein Pinguin von der Küste.
Nicht ein Löwe, sondern ein Mann, der sich als Löwe verkleidet hat, um Jagdbeute zu erbitten. Oder sich zu bedanken? Gut erkennbar, dass es sich um einen Menschen handelt, sind die 5 Zehen und der überlange Schwanz.
Zum Glück haben schon andere Menschen die Gravuren in der Wüste entdeckt! Übrigens ein weiteres UNESCO World Heritage können wir abhaken.

Und dann ging es wieder einmal auf 4×4 Routen weg von jeder Zivilisation hinein in die Einsamkeit der Wüste und ein weiteres Abenteuer stand uns bevor.

Zuerst erfreuten wir uns an das sprießende Grün!

Nach 2 Tagen kamen wir in das Hoanib Valley. Die Route führte direkt im Flusslauf des Hoanib weiter, was in der Wüste normal ist, weil ja Flüsse selten bis kein Wasser führen oder weil die Flussläufe prähistorisch entstanden waren. Da es aber im Januar so stark geregnet hatte, war die Piste zugewachsen und kaum zu erkennen. Schilf, höher als unser Auto musste durchquert werden. Und plötzlich ging es nicht mehr weiter. Ein riesiger, tiefer See im Flusslauf versperrte uns den Weg. Also zurück, neue Route finden. Aber immer wieder erwiesen sich die neuen Routen als Sackgassen. Berge rechts und links verengten das Tal. Was jetzt? Wie kommen wir aus dem Tal? Zum Glück sahen wir eine neue Route auf der Landkarte, die auch aus dem Tal führte, nur mit 50 km Umweg. Eigentlich nicht schlimm, nur waren wir mit wenig Sprit von der letzt möglichen Tankstelle gefahren, damit wir nicht zu viel Gewicht mitführten. Schaffen wir die 50 km Umweg? Selbst Niggi runzelte die Stirn und atmete tief ein und aus. Es bleibt uns nichts anderes übrig, meinte er. Also zurück zur Abzweigung! Aber denkste, so schnell ging es dieses Mal nicht, denn Niggi, schon leicht müde, es war auch schon 36° heiss, machte im Sand einen Fehler und schon steckten wir fest. Nun hieß es in der Hitze, Räder ausbuddeln, Sandbleche legen, 1 m fahren, Sandbleche finden, Sandbleche ausgraben, Sand von den Rädern schaufeln, Sandbleche platzieren, 1 m rollen, Sandbleche suchen, …… Das ganze Spiel wiederholten wir fünf mal.

Nach 2 Stunden war es geschafft! Nun konnten wir zurück fahren. Da, was hören wir? Ein Landcruiser kommt uns entgegen, Einheimische auf unsere Route. Wir berichten von dem Problem „See“ und er meint, er wisse vielleicht eine versteckte, zugewachsene Route. Wir sollen doch nachfahren. Und wirklich, durch Schilf, Busch kämpfend erreichen wir wieder die Route. Einmal mehr schwörte ich mir, keine abgelegenen Pisten zu fahren.

Kaum waren wir auf der Piste, musste der Reifen von unseren Helfern gewechselt werden. Gerne helfen wir dieses Ungemach behelfen.

Nun schnuppern wir angolanische Luft und bewundern die Landschaft, die Natur. Der Fluss bildet die von Menschen gezogene Grenze.

Hier stimmt der Name des Gebirges: Zebraberge
Halbzahme Stachelschweine werden in einem Camp gefüttert

11.02.2021, Swakopmund

Gestern war ein toller Tag für mich! Mein Bruder organisierte eine Videokonferenz und meine ganze Familie nahm teil! Früher erhielten wir ab und zu einen Luftpostbrief, den wir nach langem Anstehen in der Hauptpost in einer Hauptstadt unter „poste restante“ in einer Kiste fanden oder auch nicht, sortiert in der Abteilung „Mr, Mrs, Herr, Frau, Familie, Niklaus, Sibylle, An“ unter dem strengen Blick der Postangestellten.

Danach speisten Niggi und ich fürstlich: bayerisches! Krustenbrot mit deutscher Butter, Gelbwurst oder Metwurst, mit Essiggurken und Senf! Klingt für euch allen selbstverständlich, für uns einmalig. Das geht nur, weil wir in Swakopmund sind, dem südlichsten deutschen Badeort, wo wirklich mehrheitlich deutsch gesprochen wird und in den Supermärkten Rollmops und Sauerkraut verkauft wird. Die Geschichte ist hier ein wenig stehen geblieben oder anders verlaufen als im restlichen Namibia.

Vom Oranje-River fuhren wir nach Oranjemund, dem südlichsten Punkt an der Küste von Namibia, ein Ort, der seit einiger Zeit wieder als Tourist besucht werden darf und nicht mehr als Sperrgebiet gilt. Der Fluss Oranje hat Diamanten von Südafrika seit Jahrhunderten mitgeführt und an seiner Mündung abgelagert, die jetzt hier gesucht wird, natürlich streng von der staatlichen Diamantenförderungs-Gesellschaft. Unser Auto wurde auch nach Diamanten durchsucht, aber wer kann diese schon finden!

Ein Sperrgebiet hat auch Vorteile, Orynx dürfen nicht gejagt werden und können sich auf dem Spielplatz vergnügen

Der Benguela Strom, der von der Antarktis kommend an der Küste von Namiba entlang strömt, führt sehr kaltes Wasser mit, das sauerstoff- und nährstoffreich ist, aber dazu führte, dass eine riesige Wüste an der Küste entstand. So tummeln sich Pelikane, Flamingo, African Pinguine, Damara Seeschwalben, Südafrikanische Seerobben am Strand, gleichzeitig findet man Wüstenpflanzen und ich war wieder in meinem Element, beobachten, bestimmen und auflisten.

Mesembryanthemum

Wenn wir reisen, dann befassen wir uns auch mit der Geschichte des Landes. Die Deutschen haben sehr stark ihre Spuren im Bau der Küstenstädte hinterlassen. Es ist selten, dass man in Afrika so schöne Städtchen wie Lüderitz oder Swakopmund mit Häusern um 1900 errichtet, geschmückt mit Jugendstilelementen, findet.

Lüderitz
Strasse in Lüderitz
Keine Seltenheit deutsch beschriftete Häuser
Swakopmund
Swakopmund
Wunderschön verziertes Haus in Swakopmund

An der Uni Zürich hatte ich als Diplomarbeit den täglichen Temperaturverlauf bei Lithops erforscht. In einer riesengrossen Klimakammer auf dem Dach des Instituts im Botanischen Garten hatte ich die mit Temperaturfühlern gespickten kleinen Pflanzen den namibischen Wüstenklima ausgesetzt, am Tag unter sengender Sonne und in der eiskalten Nacht unter sternklaren Himmel. 40 Jahre danach wollte ich diese Pflanzen in ihrem Lebensraum finden. Zuerst besuchten wir das „Lithops Research and Conservation Foundation Center“ in Alte Kalköfen. Eine wahre Pracht an südafrikanischen und namibischen Lithops.

Lithops, hier ganz einfach zu finden. Sie werden auch lebende Steine geannt, so einmalig sind sie in ihrer Umgebung getarnt.

Auf einer Farm, wo wir übernachteten, erzählten wir ihnen von meinem Interesse an Pflanzen, insbesondere an Lithops. Sie meinten, natürlich kennen sie diesen Enthusiasmus an Lithops, hätten sie doch auch Lithops auf einer Ebene ihrer 16 000 ha grossen Farm, nur wüssten sie nicht, ob die Lithops die 7! jährige Trockenzeit überlebt hätten, aber da es ja diesen Januar wieder einmal ! geregnet hätte, könnten sie sich vorstellen, dass wir eine Pflanze finden könnten. Und wirklich unsere Schatzsuche hatte Erfolg!

Nach einer Stunde unter brennender Sonne auf dem Feld der Farm habe ich zwei ganz junge Pflanzen gefunden!

Jetzt geht es nordwärts Richtung Etosha Nationalpark!

30.01.2021, Oranje-River, Noordoewer

Juhu, der 100. Vogel wurde von mir bestimmt und ist auf meiner Liste gespeichert worden! (Ich weiss, für jeden Ornithologen ein pipifax!) In Äthiopien hatte ich mir drei Apps, nämlich eMammals, eTrees, eBirds vom südlichen Afrika heruntergeladen und seit dem wird beobachtet, bestimmt und in Listen gespeichert. Niggi findet es manchmal zu viel des Guten, wenn er mal wieder ein Bremsmanöver einleiten muss, wenn ich ein Tier, eine besondere Pflanze am Wegrand sehe, aber er freut sich auch, wenn wir das Lebewesen benennen können und gibt den Tieren oft einen neuen Namen, wie zum Beispiel für den Northern Black Korhan (Weissflügeltrappe), der bei Störung auffliegt und laut zeternd mitfliegt, bis er seine Meinung genügend kundgetan hat und abdreht, den nennt er Reklamirie.

Ist er nicht farbenprächtig? Southern Red Bishop (schon der Name!), auf deutsch Oryxweber. Ein so schönes Männchen kann nicht nur ein Weibchen haben, nein bis zu sieben zählt sein Harem.

Auch die Nester der Sociable Weaver (Siedelweber) bewundern wir immer wieder. Selbst in Köcherbäumen, Aloe dichotoma, werden riesige Einfamilienreihenhäusernester gemeinsam gebaut, zusammen wird auch gegessen, aber geschlafen wird getrennt!

Sociable Weaver mit leicht hellblauen Schnabel und schwarzer Gesichtsmaske
Da brauchen sie gute Ortskenntnisse, dass sie ihr Nest finden

Wir sind am Oranje-Fluss, dem zweit längsten Fluss Afrikas, an der Grenze zu Südafrika. Wir könnten über den Fluss waten, schwimmen und dann wären wir in einem anderen Land, aber tun es natürlich nicht, denn in Coronazeiten verstehen die Behörden keinen Spass. Uns kommt es wie in Tatschikistan vor, als wir nach Afghanistan über den Punjab sehen konnten und den Menschen zu winkten, aber die Gemeinschaft der Menschen wurde politisch von dem Fluss getrennt.

Auf unsere Fahrt hierher, mussten wir natürlich wie es sich für Schweizer gehört den Vulkan Brukkaros besteigen, der sich aus einer Ebene erhebt, die nach dem vielen Regen blüht. Welche Pracht!

Um 6:00 Uhr machten wir uns auf den Weg, denn um 10:00 Uhr erreichte das Thermometer schon die 30° Marke und dann wurde es so heiss, dass ein gemütliches Wandern nicht mehr möglich war. Außerdem bläst der Wind so stark, dass man mit dem Trinken nicht mehr nachkommt.

Das nächste Highlight war der Köcherbaumwald in der Nähe von Keetmanshoop. Da kann man ja nicht vorbei fahren, oder? Auf steinigem Untergrund, kaum Wasser, junge, alte Pflanzen, nicht mehr zum Zählen, sehr frühmorgens wandern und bestaunen und dann geht es schon weiter.

Langsam wird es richtig heiss. Der Morgen ist angenehm kühl, aber gegen Mittag wird es 40° heiss, so dass wir die Klimaanlage im Auto schätzen. Erst gegen Abend um 6:00 Uhr kühlt es sich ab. Nach der abendlichen Dusche muss man sich ganz schnell abtrocknen, sonst wird das Badetuch nicht nass.

So bewundern wir den Fish River Canyon, den zweit größten Canyon der Welt nach dem Gran Canyon in den USA, am Vormittag, wenn das Licht noch nicht so grell ist und vor allem, wenn es noch nicht so heiss ist. In den Canyon zu steigen, ist von November bis April strengstens verboten, schon viele Menschen sind dann verdurstet. Vorsichtig schaue ich 500 m hinab. Weil es so stark regnete, führt der Fluss Wasser, nicht klar, sondern mit viel Sediment.

Heute konnte ich mich im Oranje-Fluss abkühlen und morgen geht das Abenteuer weiter. Wir wollen eine Kanufahrt unternehmen, natürlich mit Guide.

Abendstimmung im Köcherwald

24.01.2021 Maltahöhe

Schon wieder Blumen! Aber wir konnten gestern Namibias einzigartiges kurzlebiges Wunder mit Staunen betrachten.

Wir verliessen schon früh morgens den Campingplatz und schon am Eingang musste Niggi anhalten, die Königin der Nacht (Cereus jamacaru) blühte noch! Eine Nacht lang öffnet sie ihre Blüte und dann ist es vorbei! Welches Glück ich doch hatte. Übrigens es ist ein eingeschleppter Kaktus aus Südamerika.

Dann, kaum aus Windhoek heraus, musste Niggi schon wieder eine Vollbremsung einleiten: Ammocharis coranica (Erdlilie) aus der Familie der Amaryllis. Und das am Straßenrand! Und nicht nur eine!

So fuhren wir endlich weiter und erreichten gegen Mittag Maltahöhe, die nicht nach der Insel Malta benannt wurde, nein denkste, ein Kommandant der deutschen Schutzgruppe wollte seine Ehefrau Malta verewigen. Das nenn ich Liebe!

Und da war es! Auf einer Farm kann man das weisse und rosafarbige Wunder auf einem Gebiet von 700 ha! ca. fünf Tage bewundern. Danach sind die Blüten verblüht und verschwinden, bis vielleicht im nächsten Jahr zur Regenzeit, aber nur dann, wenn es mindestens 30 mm Wasser nach einem kurzen und heftigen Gewitter auf der Ebene stehen bleibt. Also nicht jedes Jahr!

Und wir konnten es erleben, betrachten, bewundern, bestaunen.

Und hier ist sie!

Crinum paludosum (Amarylilis)
So weit das Auge reicht!

Wir waren nicht allein!

Es roch nach Holzkohle, gegrilltem Fleisch, so wie es die Namibier lieben.

Und überall kann man spielen!

Und das schönste! Keiner weiss warum, wieso diese Pflanze sich hier so wohl fühlt, dass sie sich seit Jahrhunderten hier vermehrt.

22.01.2021, Windhoek, Teil 2

Ja, Welwitschia mirabilis ist etwas besonderes und selbst Niggi fand es phantastisch, sie zu sehen, nur er meint 100 Fotos sind für den Blogg zu viel. So möchte ich euch nur noch zwei zeigen.

Welwitschia braucht auch Wasser zum Leben, so hat sie eine Pfahlwurzel wie eine Karotte, die tief in die Erde geht und oberflächliche Wurzeln, die wie ein Netz um die Pflanze gehen, um den Tau am morgen aufnehmen zu können. Der Nebel von der Küste schlägt sich auf ihre 2 Blätter, sie besitzt nur diese, und auf den Sand nieder. Dieses Wasser langt ihr! für ihr jährliches Wachstum von 4 mm bis 4 cm.

Kondensierter Tau auf einem Blatt
Letzter Blick auf das Welwitschia mirabilis Tal

Das nächste Ziel hieß: weiter die Namibwüste erkunden. So fuhren wir zu einem Arche, der von Wind geschaffen wurde. Ein weiteres Wunderwerk der Natur!

In der Nähe gab es ein „rock sculpture trail“, Skulpturen, die durch Wind und besonderer Gesteinsart entstanden sind. Natürlich mussten wir diesen ablaufen, kann man doch auf diese Weise besser Wüstenpflanzen entdecken, nicht wahr?

Eine andere Aloeart, kurz vor der Blüte
Sieht wie ein Kaktus aus, ist aber eine Hoodia gordonii
Durch dieses enge Loch in der Blüte muss die Fliege zum Bestäuben gelangen
Junger Köcherbaum, vor dem Verzweigen
Und dann kann man sich nur wundern, wie sie auf Felsen stehen können
Ein kleiner Gecko

Habe ich euch nicht erzählt, dass es regnet? Es regnete so stark, dass der berühmte Sossusvlei Canyon, der mitten in den Sanddünen liegt, überschwemmt wurde und tagelang nicht befahrbar war. Nichts wie hin, entschlossen wir uns, denn nach dem Regen kommen die Pflanzen und mit den Pflanzen kommen die Tiere!

Auf dem Weg zum Canyon überquerten wir den Wendekreis des Steinbocks. Das ist unser südlichster Punkt der Erde auf all unseren Reisen, südlicher waren wir noch nie!

Der Eingang vom Dorf Solitaire liegt verlassen. Außer einer Tankstelle, einem kleinem Hotel gibt es eine Bäckerei und dort gibt es einen super leckeren Apfelkuchen!

Und dann sahen wir die grüne Wüste! Einfach einmalig! Wie grüner Nebel schwebte das grüne Gras über dem Boden. Richtig kitschig!

Und dann entdeckten wir die Orynx
Genüsslich knabberten sie am frischen Gras
Sossusvlei unter Wasser
Auf eine Düne zu klettern ist ein besonderes Erlebnis, zwei Schritte vorwärts und ein Schritt zurück rutschen. Das geht schön in die Wadeln!
Rundherum Wasser!
Eigentlich sieht die Wüste so aus wie das Death Vlei! am Ende des Canyons
Und schon nach ein paar Tagen ist der Boden getrocknet

Nun sind wir in Windhoek wieder einmal gelandet und haben unserem Auto einen grossen Service gegönnt, Wäsche gewaschen und für die nächsten Tage eingekauft. Morgen geht es südwärts und wir sind schon gespannt, was auf uns zukommt. Wir freuen uns schon riesig!

21.01.2021 Windhoek, Teil 1

Schon so lange habe ich euch nicht geschrieben und erzählt, was wir erleben. Es tut unserer Seele gut, dass wir nicht in Vergessenheit geraten sind, wie aus den Augen, aus dem Sinn, (das darf ich schon einmal sagen, gell), wenn wir von überall Anfragen bekommen, wie geht es euch? wo seid ihr?

Uns geht es blendend! Wir sind in einem Vorhimmelparadies, in Namibia, nach vielen Dezember-, Januarregen. (Es regnet immer noch und alle finden es ist langsam genug, da alle Stauseen über 100 % voll sind und sehr viele Straßen zerstört sind. Das sind Kosten und das in dieser Corona bedingter schlechter Wirtschaftslage.)

Zum zweiten ! Frühstück gibt es bayerische Brotzeit, wie es sich gehört mit süßem Senf, und für Niggi dazu ein kleines Helles zum Genießen. Wir schwelgen zwischen zünftigen Mahlzeiten und Einsamkeiten in der Wüste Namib. Das einzige Negative, (man muss ja immer etwas zum Bremsen der Euphorie bekennen), ist, dass wir unser Englisch nicht mehr praktizieren können, es wird deutsch gesprochen.

Am 31. Dezember verließen wir Botswana mit einem negativen PCR-Test in der Tasche. Der Grenzübertritt dauerte nur 2 1/2 Stunden, ohne Ärger, Warten, Diskussionen, eine Rekordzeit! In Namibia begrüßten uns sociable weavers, sehr unscheinbare kleine Vögel, die aber zusammen zu Hunderten Reihenhäusernester bauen und miteinander leben.Und wenn kein Baum zur Verfügung steht, was in der Trockensavanne sehr schnell möglich ist, wird zusammen eine Telefonstange oder Elektromasten auserkoren.

Auch konnten wir lange ein pale chanting goshawk Pärchen beim Jagen beobachten.

Das neue Jahr wollten wir gerne ein wenig feiern, so entschlossen wir uns in ein Game Lodge (Lodge mit Wildtieren) zu besuchen und uns ein wenig verwöhnen zu lassen. Und das in der Wüste!, was gar nicht ungewöhnlich hier in Namibia ist. Namibia ist ein Highlight für Touristen. Campingplätze mit eignem Bad, eigenem Trog für den Abwasch, eigener Grillstelle und der Nachbar gerade noch in Sichtweite.

Natürlich versuchen die Lodges auch Wildtiere zu schützen. Diese ist bekannt für ihre Geparden. Wir waren von der Arbeit mit diesen Tieren enorm begeistert.

Ich durfte auch ein Kätzchen streicheln.

Bald hieß es aber wieder back to the Road, die hier super sind. Selbst die Nebenstraßen, die Pisten, sind phantastisch, kaum Wellblech und perfekt unterhalten.

Jetzt war Wüste angesagt und es stimmt, jetzt kommen viele Pflanzenfotos, aber es ist ein Erlebnis der besonderen Art, wenn die Wüste blüht. Wie viele verschiedene Arten sich an die Lebensbedingungen der Trockenheit angepasst haben und wie wir auf Pflanzen reagieren. Grün heisst Leben, Farben dienen zum Anlocken um sich fortpflanzen zu können. Und das in kurzer Zeit, denn bald ist das Wasser versickert oder verdunstet, denn bald muss wieder eine lange Dürreperiode ausgehalten werden.

Aloe! Eine Blütenpflanze / kein Baum!

Wasser kann auch im Stamm gesammelt werden.

Auch Tiere genießen das viele Grün.

Einen besonderen Campingplatz, in Felsen angelegt, fanden wir und wir fühlten uns wie Höhlenbewohner, nur luxuriöser, mit Warmwasser Dusche und Toilette.

Ein Trekking führte uns zu einem uralten Köcherbaum, der kein Baum, sondern eine Aloe, eine Blütenpflanze ist.

Auch hier waren wir nicht allein, sondern die Hunde der Lodgebesitzer begleiteten uns, die zur Belohnung Wasser und Fleisch bekamen. Liebe geht ja durch den Magen!

Nun kam der Höhepunkt meines botanischem Lebens! Seit meinem Studium an der Uni Zürich träume ich davon, einmal in meinem Leben Welwischia mirabilis in der Natur, wild, sehen zu dürfen, die nur hier in Namibia, in der Namibwüste (und Südangola) vorkommt. Sie ist die einzige Art ihrer Gattung und ihrer Familie, eine Pflanze, die ein lebendes Fossil ist, die Merkmale von Nadelbäume und Blattpflanzen besitzt, also in der Evolution zwischen diesen beiden stecken blieb.

Zuerst mussten wir Flüsse durchqueren,

Euphorbien bewundern, die wie Kakteen aussehen,

Flechten bestaunen, die vertrocknet erscheinen, aber mit ein paar Tropfen Wasser sich strecken und zeigen, welche Kraft in ihnen steckt,

oder den Dollarbusch, dessen Blätter wie Münzen aussehen.

Aber dann kam sie! Welwitschia mirabilis! Ist sie nicht wunderbar?!

Dieses Individuum ist 1 500 Jahre alt!

Es ist ein Baum mit Jahresringen, wie der verholzte Stamm es beweist.

Wie beim Nadelbaum sind die Geschlechter getrennt.

Weibliche Pflanze mit Zapfen

29.12.2020, Maun

Heute Nacht erwachten wir von einem Gewitter direkt über unser Auto. Ich habe noch nie so etwas erlebt! Die Blitze erhellten unser Bett durch das Autodach, so dass wir geblendet wurden und gleich darauf dröhnte der Donner und das Auto erzitterte vom Knall. Rechts und links von uns krachten riesige Dumpalmenblätter und ihre Tennisball grosse Früchte auf die Erde. Niggi parkte das Auto zum Glück nicht unter den Palmen. Schon die ganze Woche regnet es jeden Tag, ein kleiner Schauer oder ein Gewitter zieht vorbei, aber so stark hatten wir es bis anhin noch nicht erlebt.

Wenn es regnet, dann verwandelt sich die Umgebung in riesige Seen und Flüsse. Das Wasser kann nicht mehr von der Erde aufgenommen werden oder abfließen, weil Botswana so flach ist. Auf Straßen bleiben Autos stecken, die Besitzer lassen es stehen, um Hilfe zu holen oder abzuwarten und die dazu kommenden Autos müssen dann auch warten oder ungeduldige versuchen auf Umwegen weiterzukommen, wie wir.

Ein leerer kleiner LKW blieb auf der Piste stecken
Unsere Umfahrung endete im Schlamm und dann arbeiteten wir zwei Stunden, um das Auto aus dem Schlamm mit Hilfe von Sandblechen (zur Zeit müssten sie „Batzbleche“ heissen) zu bekommen.
Unsere Spuren nach getaner Arbeit
Zuerst muss das Auto um möglichst viel Ballast erleichtert werden, dann wenn es wieder sicher auf festen Untergrund steht, muss der Ballast wieder eingeladen und Sandbleche im Wasser (gibt es ja zu genüge) gewaschen werden. Zum Glück ist es nicht so kalt wie in Tadschikistan, wo wir einmal das Gleiche erlebt hatten, aber nur auf 4000 m Höhe und bei einer Kälte, dass mir die Finger beim Waschen der Sandbleche fast abfroren.

Aber das Wasser ist ein Segen. Alle in Botswana freuen sich nach fast 3 jähriger Trockenheit auf das Nass. Botswana erscheint in einem satten Grün und wir können das Gras fast wachsen sehen.

Baobabs strecken keine kahlen Äste gegen den Himmel
Annemone
Büsche mit filigranen Blüten
Wilde Kürbisse blühen

Der Regen kommt nicht wie in den Tropen pünktlich am Nachmittag, sondern überrascht einen beim Zubereiten des Essen. Es braucht Regenschirm und Abfalltonnendeckel zum Schutz vom Koch und Feuer.

Als Belohnung gibt es die letzte Schokolade aus der Schweiz
Und ein Nickerchen
Ein Woodland Kingfisher nistet vom November bis April in Botswana

Weihnachten feierten wir im Elephant Sand Camp, einem besonderen Camp, das viele Wasserlöcher in seiner Umgebung gelegt hatte, um den riesigen Durst, der dort lebenden Elefanten zu stillen, und wo Elefanten ihr Spa geniessen können. Mit einem kühlen Bier in der Hand, konnten wir Elefanten beobachten und zusehen, wie sie im Wasser sich vergnügten und planschten.

Das Weihnachtsmenu bestand aus Fleisch, das der Besitzer Mike gekonnt den ganzen Morgen grillte. Wir sind hier in einem Land, das für Vegetarier nicht so einfach ist.

Unterwegs besuchten wir eine Krokodilfarm. Der Besitzer zeigte uns seine Farm und sprach so liebevoll und respektvoll von seinen 1600 Tieren, erzählte so enthusiastisch von seiner Arbeit und seiner Forschung über die Aufzucht von Krokodilen, erklärte begeistert die Anatomie und das Leben der Reptilien, dass selbst Niggi nach der Führung fand, es war phantastisch.

So klein wie mein Daume sind die Eier
Ein paar Monate später kann man sie noch streicheln, aber dann
Werden sie einfach zu gross
Sie warten auf das Huhn
Krokodilfleisch wird in Botswana geschätzt, die Haut kommt nach Europa für Taschen, Schuhe oder Jacken
Auf der Farm wird auch die Leopardschildkröte gezüchtet

In den nächsten Tage wollen wir nach Namibia, Windhoek reisen. Der Regen verhindert zur Zeit das Weiterreisen in Botswana. Auf alle Fälle wollen wir im Mai wieder in dieses wunderschöne Land reisen, falls es geht. Inshallah!

19.12.2020 Maun

Diese Woche war für uns eine spezielle Woche. Der Montag fing super an, wir schenkten uns als Weihnachtsgeschenk einen einstündigen Helikopterflug über das Okavangodelta. Früh morgens, als die Sonne aufgegangen war und das Licht noch für das Fotografieren gut war, ging es los. Natürlich war ich sehr aufgeregt und nervös in so einen kleinen Helikopter ohne ! Seitentüren einzusteigen, nur gesichert mit Sicherheitsgurten wie in einem Auto.

Niggi meinte, sitz du nur vorne neben dem Pilot, da hast du eine bessere Aussicht. Ich glaube, das war nicht der Grund, der hintere Sitz war teilweise vom Gehäuse besser geschützt und er hatte wohl auch ein mulmiges Gefühl, nur wollte er es nicht zugeben.

Die letzte Siedlung vor dem Nationalpark Okavango, noch ganz verschlafen

Und dann erreichten wir das Delta. Nach der Trockenzeit, die dieses Jahr von April bis Anfang Dezember gedauert hat, war das Delta ausgetrocknet. Die letzte Woche hat es aber zum ersten Mal wieder geregnet und wir sahen das Delta im üppigen Grün.

Neues Gras schmeckt für Zebras und Gnus einfach am besten
In den noch wenigen Wasserlöcher sammeln sich Büffeln für das morgendliche Schlammbad

Zurück auf der Erde empfang uns ein gut getarntes Chamäleon.

Nun dachten wir die Regenzeit, die seit einer Woche begonnen hatte, ging so weiter, wie wir es erlebt hatten, am Nachmittag ein kleines Gewitter, aber dann Sonne, die schnell die Spuren des Regens verdampfen lässt. So machten wir uns in den Moremi Nationalpark auf. Wir wussten nur nicht, welches Abenteuer uns dort erwartet, keinen Kontakt mit der Aussenwelt, keine Touristen, keine Autos von Touroperators, einfach alleine mit ein paar wilden Tieren.

Zuerst ging die Strasse noch einiger Massen gut, einfach sehr sandig, streckenweise mit tiefen Sandlöcher, wo wir uns fragten, sollen wir Luft ablassen, um so besser durch den Sand schlingern zu können, aber dann waren wieder grosse Wasserstellen zu durchqueren, die wieder aufgeblasene grosse Reifen erforderten, so wurde der Weg nie langweilig und wir hatten etwas zu diskutieren.

Endlich am Abend erreichten wir den Campingplatz „Third Bridge“.

First Bridge
Sie hält!
Jetzt zur Regenzeit haben alle Tiere Junge, da es genügend Futter hat. Dieses junge Gnu war erst ein paar Stunden alt und konnte fast noch nicht richtig stehen. Man konnte noch die Nabelschnur am Bauch sehen.
Schwangere Tüpfelhyäne, die ihren Bauch im Schlamm kühlte

Am Abend gelang es Niggi noch ein kleines Holzkohlenfeuer und das Abendessen war gerettet.

Aber dann …. fing es an in Strömen zu gießen. Die ganze Nacht schüttete es. Zum Glück waren wir in der Nähe der Piste, so dass wir aus der nassen Wiese herausfahren konnten. Und nun ging das Abenteuer los. Die Piste im Nationalpark war durch den starken Regenfall mit Wasser bedeckt. Vor jedem Loch wussten wir nicht, gelangen wir durch das Wasser oder bleiben wir im Loch stecken, weil der Untergrund schlammig ist oder weil ein riesiges Loch auf uns wartet oder liegt ein grosser Stein im Wasser, der uns einen Platten beschert. 60 km in Schritttempo, 60 km ohne jemand zu sehen, 60 km mit Hippos, die sich in den Schlammlöchern neben der Piste suhlten, 60 km mit Elefanten, die genüsslich die frischen Blätter von den Bäumen rissen und mampften. 5 Stunden harte Arbeit für Niggi, der konzentriert fuhr, 5 Stunden hielt ich verkrampft die Halterung der Seitentüre fest, 5 Stunden spürten wir beide unseren hohen Adrenalinspiegel im Blut, 5 Stunden Stress.

Wir waren so froh, als wir am Gate waren, den Nationalpark verlassen konnten ohne stecken geblieben zu sein. Aufatmend dachten wir, auf der Hauptstraße nach Maun sei es besser. Die Wellblechpiste ist frisch geschoben worden und das Wasser könnte an den Seitenrändern ablaufen. Denkste! Die Strasse war nur breiter, keine Hippos oder Elefanten kreuzten unseren Weg, dafür mussten wir weiter durch tiefe Seen fahren.

In Maun angekommen kauften wir erst einmal Wein und Bier, da wegen Corona die Alkohol verkaufende Geschäfte nur Donnerstag und Freitag von 9:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet sein dürfen. Wir wollten für die nächsten Regentage gerüstet sein.

Es lässt sich gut mit 3 Besuchern den Regennachmittag in unserem Auto verbringen. Selbst Toto der Hund von Réné hatte Platz. Wegen Corona hielten wir Sozial Distanz, Niggi und ich teilten uns einen Sitz.

12.06.2020, Maun

Auf dem Campingplatz ruhen sich Mungos aus
White-browed Robin-Chat picken unsere Brotreste auf

Nachdem Niggi mit Medizinbomben die Plasmodien in seinem Blut bekämpfen konnte und so nicht mehr unter Fieberschübe litt, machten wir uns auf den Weg in den Chobe NP. Keine Autos kreuzten unsere Wege, keine Touristen waren auf sightseeing tours, nur wir! Es war komisch, als wir auf dem Campground kamen und ein Wächter uns die Plätze zeigte, wo wir schlafen könnten, nämlich überall, und uns ermahnte auf Löwen und Elefanten aufzupassen, die dann auch sofort durch den Campingplatz marschierten, um ihren Standort zu verteidigen.

Beim Abendbad

Wir genossen allein den Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen ging es auf die Pirsch und sahen Giraffen, Giraffen, Giraffen.

Selbst auf der Strasse und noch dazu liegend!
Nicht nur Giraffen lieben den Chobe Fluss
Auch Kudus
Paviane
Southern Carmine Bee-Eater
Lilac breasted Roller
Skarabäus bei der Arbeit

Strassenschilder weisen darauf hin, dass wir in einem Elefantenland sind.

Eine Leopard Schildkröte kreuzte unseren Weg und dann kam er auch noch leibhaftig selbst vorbei

Der Chobe Nationalpark ist riesig und wir kommen uns sehr klein vor. Wir suchten nach 3 000 Jahre alten Felsbilder. Wo sind sie nur?

Gefunden!
Jetzt zur Regenzeit wandern 25000 Zebras in den Süden des N.P. Wir zählten über hunderte und dann hörten wir auf. Gnus ziehen gerne mit Zebras.

Diese Büffel versperrten uns den Weg. Wie kommen wir weiter, war doch die Strasse von mit Wasser gefüllten Löcher versperrt. Solche Löcher sind extrem gefährlich, weiss man nicht wie tief sie sind und wie der Untergrund ist. Wir wollten nicht zwischen Büffel im Morast stecken bleiben. Zum Glück waren sie sehr friedlich aufgelegt und wanderten ein Stück von der Strasse weg. Zählen konnte ich sie nicht, da es hunderte waren. Die Ebene war schwarz von Büffeln.

Nun sind wir in Maun (ausgesprochen Ma-un) angekommen und wir geniessen den Luxus von frisch gezapften kalten Bier. Außerdem können wir sehr viele Dinge wie Gas auffüllen erledigen.

Gas wird per Hand in unsere festinstallierte Gasflasche gepumpt

Heute möchte ich mit einer Karte von Sambia den Blog beenden, damit ihr wisst, wo wir uns herumtreiben.

01.12.2020, Lusaka

Lang ist es her, dass ich euch etwas berichten konnte, aber wir waren im Outback und so wurde mein Blogg immer mehr hinausgezögert, bis ich wieder ein vernünftiges Netz habe, nämlich hier in Lusaka, in Lukasa einem sehr schönem Camp.

Bei uns weihnachtet es auch. Die Mails sind geschmückt, Kinderspielsachen werden am Eingang ausgestellt, Turkey oder Rollschinken liegen in der Gefriertruhe bereit und Weihnachtslieder schallt es aus den Lautsprecher, während draussen es 30° heiß ist.

Nachdem Niggi es geschafft hatte, das Auto zu reparieren und der Vierradantrieb und der Geländegang wieder zu geschaltet werden konnte, verließen wir Lusaka und fuhren in den Kasanka Nationalpark, der eigentlich nur ein kleiner Park ist, aber in November und Dezember eine Besonderheit vorzeigen kann, nämlich die grösste Säugetiermigration der Welt. Anfangs November kommen mehr als 5 Millionen Flughunde (Afrikanischer Palmenflughund, Straw-coloured Fruit Bat, wie Fledermäuse aussehend) aus Zentralafrika in den Kasanka NP, um dort zu gebären und ihre Jungen grosszuziehen. Jeden Abend, wenn die Sonne untergeht, kann man in diesen zwei Monaten beobachten, wie sie in die Umgebung fliegen, um Futter, d.h. Früchte zu finden und am frühen Morgen, wenn die Sonne aufgeht, wieder zurückkehren, um sich auszuruhen. Wenn man bedenkt, dass die Tiere jede Nacht die Hälfte ihres Körpergewichts fressen und ein Tier durchschnittlich 230 g schwer ist, dann fressen diese 5 Millionen Tiere jede Nacht 575 t Früchte. In der Umgebung von 100 km verspeisen sie die Wildfrüchte und die Früchte der Obstplantangen auf.

Das wollten wir natürlich sehen, wie der Himmel schwarz von Flughunden wird, wenn sie den Park verlassen oder wieder zurückkehren.

Ohne zusammenzustossen fliegen die Flughunde weg
Ganz eng hängen sie in den Bäumen, deren Äste manchmal vom Gewicht der Flughunde abbrechen, ein gefundenes Fressen für Schlangen und Leoparden

Auf dem Campground im NP freundeten wir uns mit zwei südafrikanischen Familien an, die mit ihren Kindern auch dieses Spektakel ansehen wollten. Wir grillten zusammen und spielten mit den Kindern „Uno“, so dass die Zeit schnell verflog bis wir abends und früh morgens zu den Ort, wo die Flughunde tagsüber in den Bäumen hängend schlafen, fahren konnten.

Aber nicht nur die Tiere waren faszinierend, sondern auch die Pflanzenwelt beeindruckte uns. In der Umgebung wuchsen Leberwurstbäume und der Name für diesen Baum ist wirklich bezeichnend.

Eine mittlere Leberwurst
Lilien am Wegrand
Eine sehr stachlige Raupe geniesst die Blüte

Vom NP ging es zum Lake Wakawaka. Wir dachten, es ist ein kleiner Ausflug, aber denkste, die Straße war so schlecht, entweder staubig oder mit Wasser wurde der Staub zu Morast oder LKWs spurten die Strasse zu zwei tiefen Rinnen, so dass wir wenn wir in die Rinnen gelangten auf der Mittelspur aufsaßen. So zuckelten wir mit 20 km/h vorwärts.

Als wir endlich wieder auf der Asphaltstraße kamen, meinte Niggi, die Fahrt der beiden letzten Tagen hätte gezeigt, dass die Reparatur gelungen wäre und wir wieder off road fahren könnten, und wozu hätten wir ein Allradauto, wenn wir nur langweilige Teerstrassen fahren würden. Er würde so gerne die Escarpement road durch den Southern Luangwa NP fahren. Ob ich dabei wäre? Was sprach dafür? Die Regenzeit hatte noch nicht eingesetzt und die Flussdurchfahrten wären machbar, da es noch wenig Wasser hat und die grossen Sanddurchquerungen wären durchführbar, weil es doch schon ein bisschen geregnet hat und der Sand so schwerer ist. Außerdem versprach Niggi, dieses Mal die Luft abzulassen, falls wir einsanden würden.

Also wagen wir es, meinte ich und dachte, hoffentlich können wir mit noch jemanden diese Strecke fahren. Ein Wunschtraum bei so wenigen Touristen! Aber wer kommt uns entgegen, Freunde, die wir vor einem Jahr in Nairobi kennengelernt und seit damals keinen Kontakt hatten, da unsere Reisepläne durch Corona verändert wurde.

Jutta und Gerd fahren ein MAN und der ist 2,5 m breit und 4 m hoch, ein richtiger Elefant im Gegenzug zu unserem niedlichen Bänz. Auch sie fanden die Idee super, diese abenteuerliche Strasse zu fahren und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg zur berühmten Escarpment Road, eine Strasse für Allradprofis, wie es in den Reiseführern heisst. Der erste Teil bis zum Scoutcamp am Rande des noch 1180 m hohen Escarpment ging super, Straßenarbeiter bauten gerade die Strasse und der Blick hinab in das Luangwatal war spektakulär.

Kinder im Scoutcamp

Dann kam das Erwachen. Der Abstieg von 1180 m auf 750 m in das Luangwatal ist nur 5 km lang, aber die Strasse ist sehr ausgewaschen, steinig, sehr steil, mit engen Serpentinen versehen. Das hieß für mich, Strasse bauen, Löcher mit Steinen auffüllen, Steine wegschleppen, während Niggi in Schritttempo die Strasse herunterbremste. Bänz leistete Superarbeit! Er kraxelte hinab, manchmal nur auf drei oder sogar nur auf 2 Rädern stehend!

Todmüde! Nach 3 Stunden Straßenarbeiten
Angekommen am Gate vom Southern Luangwa NP

Am Gate vom NP genossen wir den Abend und dachten, so das wäre geschafft. Aber der nächste Tag zeigte, was es heisst, mit einem Dinosaurier durch einen Nationalpark zu fahren, der für Toyotas oder für Bänz angelegt ist.

Die 1. Flussdurchfahrt, gar nicht so schwierig
Alle 2 m die Diskussion, wollen wir und wie wollen wir den Baum fällen, zum Glück geht die Motorsäge

So ging das alle paar Meter! Am Morgen um 6 Uhr war es noch angenehm kühl und die Motorsäge sprang sofort an. Welch himmlisches Geräusch! Aber nach zwei Stunden, als es gegen 40° wurde, gab sie den Geist auf, da das Benzin verdampfte. Es blieb uns nichts anderes übrig, als mit vereinten Kräften die Bäume weg zu drücken, weg zu zerren oder mit der Manchete zu fällen. Am Mittag nach 6 Stunden Fahrt hatten wir sage und schreibe 20 km geschafft und wir waren fix und fertig.

So entschieden wir uns, dass Niggi und ich zum Ausgang des NP fahren und dort Hilfe holen sollen, denn wir hatten mit unserem kleinen Bänz keine Schwierigkeiten auf der Piste.

Nur dieser Elefantenbulle drohte uns, wackelte mit den Ohren, trompetete, was wollt ihr denn hier? Wir mussten den Rückwärtsgang einlegen und zeigen, dass wir einsehen, dass er stärker ist.

Im Croq Valley Camp am Luangwa Fluss waren wir an unserem Ziel angekommen und konnten ein Auto mieten. So fuhr Niggi mit 2 starken Männer am nächsten Tag zurück zu unseren Freunden und gemeinsam schafften sie es durch den Park zu fahren. Abends bei einer Flasche kühlen Bier waren wir froh, diese Strecke hinter uns zu haben. Abenteuer sind dann gut, wenn sie heil überstanden sind.

Am nächsten Morgen wurden wir von zwei sich streitenden Hippobullen geweckt. Der rechte hat dann gesiegt, er konnte sein Maul mehr aufreißen und so seine Zähne besser zeigen. Als er wieder ins Wasser zu den anderen Hippos stieg, fing der Tratsch sofort an. 5 Minuten wurde der Kampf von den anderen im Wasser kommentiert.

So fuhren wir nach Lusaka durch aber tausende Schmetterlinge,

tauschten die Vorderreifen mit den Hinterreifen, die sehr gelitten hatten,

kauften ein, machten einen COVID Test und schon ging es nach Livingston, Richtung Botswana.

Victoria Fälle, gesehen von
Royal Livingston Hotel
mit einer wunderschönen Bar

Am 3. Dezember haben wir die Grenze nach Botswana geschafft und sind in Kasanke am Chobe River angekommen. Wir hatten schon die ersten Besucher …

Heute morgen, 4. Dezember wachte Niggi mit Fieber auf. COVID kann es ja nicht sein, haben wir beide doch negative Testergebnisse. Zum Glück kann man hier in der Apotheke einen Malariatest kaufen und so war die Selbstdiagnose schnell gestellt. Malaria! Nun heisst es für ihn, die nächsten 3 Tage Bomben gegen Malaria einnehmen.

Was wollen wir nächstens machen? Wir wollen Chobe Nationalpark und das Okavango-Delta besuchen.