15.06.2018 immer noch Osch (Osh, ош)

Da wir ohne Rucksack ankamen, haben wir uns entschlossen die Umgebung von Osch zu erkunden, um die Zeit sinnvoll zu verbringen.

So fuhren wir am Dienstag zum Papan–Stausee ca. 20 km südlich von Osch und erholten uns von dem Nachtflug.

An einem Ort können wir ja nicht bleiben, so ging es ins Pamirgebirge (zum ersten Mal), um die hohen Berge zu „erschnüffeln“ und ein Feeling zu bekommen, ob unser Häuschen auch 4000 Höhenmeter schafft.

Nach dem Sonnenaufgang starteten wir unsere wunderschöne Fahrt, dem Zufluss vom Papansee entlang. Unterwegs grüssten uns Hirten, Nomaden.

Wie bei uns gibt es Sommerlager, um das Vieh in den Bergen weiden zu lassen. Die Runden „Zelte“ nennt man Jurte.

Sie haben nur wenige Kühe in diesem Klima, dafür umso mehr Fettschwanzschafe, Ziegen und Yaks.

Natürlich spielten Murmeltiere mit uns, sehen, gesehen werden und wer kann sich am schnellsten verstecken. Die Pamir–Murmeltiere sind grösser und fetter als unsere und goldrot gefärbt.

Auf dem Pass in 4200 m üM angekommen, überlegten wir, geht die Strasse weiter oder nicht. Nach MapOut war es unmöglich. Niggi meinte, jetzt wäre ein englisch-sprechender Fahrer mit Ortskenntnis von Vorteil. Und siehe da, ein Toyota kam angerollt und englisch–sprechende Russen, die Luftaufnahmen zur Landvermessung machen, stiegen aus. Niet, die Strasse geht zu einer Kohlemiene und dann ist Schluss.

Niggi kontrollierte die Reifen. Auweija, ein Platten! Es zischte aus dem Hinterrad! Also Reifen wechseln auf 4200 m üM. Eine gute Gelegenheit zur Akklimatisation!

Da wir doch die Höhenmeter spürten, ging es zurück auf 3800 m, um zu übernachten. Bei Kartoffel–Auberginen Eintopf liessen wir den Abend verklingen.

Am Donnerstag fuhren wir zurück zum Papansee, in der Hoffnung den Rucksack abholen zu können. Ein Fischer schenkte uns einen Fisch, als ich fragte ob ich einen kaufen könnte! So gab es am Abend Bratkartoffel, Fisch und zum Dessert Melone.

Heute ist Freitag und ich sitze im Café Brio in Osch (Osh, ош), einem Treffpunkt von Traveller und Ausländer. Der Rucksack ist noch nicht da, es ist Nationalfeiertag, Fastenbrechen, Ende des Ramadan und alles ist zu. Nun haben wir eine Schweizer Familie kennengelernt, die hier eine Hühnerfarm leiten. So werden wir den Feiertag bei Kaffee und Kuchen schliessen. Und In S’Allah morgen ist der Rucksack da!

13.06.2018 Osch, on the road again

Der Flug von Zürich nach Osch verlief reibungslos. Blauer Himmel, Sonnenschein, Schneeberge des Pamirs empfingen uns. Schnell war der Stempel in unserem Pass gedrückt worden, ein Lächeln und schon waren wir wieder in Kirgistan. Nur der Rucksack mit den meisten Sachen von uns wollte noch nicht den Weg nach Osch nehmen und gondelt weiter zwischen Zürich – Berlin – Moskau – Osch.

Dafür empfing uns unser Auto, das wir in der Firma „MuzToo“ in Osch abgestellt hatten, ohne Murren. Die Mitarbeiter begrüßten uns mit frisch gepflückten Kirschen (Hmm) und Oibek, der Manager meinte, warum in Osch auf den Rucksack warten,er kenne diese Problematik von seinen anderen Touristenkunden. Er wird sich um unser Gepäck kümmern, während wir doch die wunderschöne Umgebung von Osch erkunden könnten.

Und wirklich er hat Recht. Wir sind am Stausee Papan gefahren, haben gebadet und genießen den Abend.

Bild: Niggi relaxt mit Bier (wird später gezeigt!)

Übrigens, falls jemand Usbekistan, Kirgistan oder Tajikistan alleine mit Auto erkunden möchte, aber den langen Hinweg scheut, die Firma Muztoo vermietet nicht nur Motorräder, sondern auch Autos.

11.Juni 2018 Schaffhausen

3 Wochen Urlaub in der Schweiz sind vorbei! Wir hatten wunderschönes sommerliches Wetter, wir hatten ganz tolle Begegnungen mit einigen von unseren Freunden und genossen die Zeit mit unserer Familie, besonders mit den Enkeln.

Vielen Freunden und Verwandten haben wir nicht telefoniert oder wir konnten sie nicht treffen, was uns sehr traurig stimmt, aber wir hatten einfach keine Zeit, Musse, Kontakt aufzunehmen, was uns sehr leid tut.

Nun geht es wieder zurück nach Osch über Berlin und Moskau und wir freuen uns auf unser „Haus“. Natürlich geht der Blog weiter und ich werde mich wieder melden, wenn wir WiFi haben.

22.05.2018 Schaffhausen

Die letzte Woche verlief chaotisch. Die Reisevorbereitung ins Pamir (Tadjikistan) zeigte uns, dass wir wegen jahreszeitlichen Bedingungen ein wenig zu früh sind. Schnee auf 4000 m wäre nicht so ein Problem, aber da wir viele Flüsse auch mit dem Auto durchqueren müssen und es gerade Schneeschmelze herrscht, sahen wir dies eher als Problem an. Ausserdem wollen wir ja auch noch Trecken gehen, das wilde wunderschöne Bartangtal durchqueren, wenn es möglich ist, …

So haben wir uns entschlossen das wunderschöne Usbekistan zu verlassen, nach Kirgistan einzureisen und von Osch für 3 Wochen in die Schweiz zu fliegen. Mit modernen Hilfsmitteln ist es uns gelungen einen Flug zu bekommen und das Auto an einem sicheren Platz unterzustellen (ganz vielen Dank an Jon und Regula und an die Firma muztoo in Osch).

Der kirgisische Wächter passt auf unser Auto auf.

Niggi geniesst beim Zwischenstopp in München eine bayrische Brotzeit.

Wir kommen Schweiz!

15.05.2018 Taschkent

In Samarkand habe ich es aufgegeben zu bloggen. Zu langsam war das Internet. Wir fuhren auch weiter ins Farganatal (Osten von Usbekistan) und dann hierher.

In Samarkand hatten wir noch so vieles angesehen und wir denken, ihr findet, langsam reichen die Kulturgüter. Vielleicht eines noch, den Friedhof von Samarkand, der bis ins 14. Jahrhundert zurückgeht und viele Adelige beherbergt. Im Islam ist es zwar nicht erlaubt die Toten pompös zu bestatten, aber …

Der Eingang in die alte Friedhofsgasse.

Viele Usbeken machen einen Ausflug dorthin und es darf auch kein Erinnerungsfoto fehlen.

Auch Schulklassen stellen sich für ein Foto auf. Die Mädchen und Jungen tragen Schuluniform. Die Mädchen haben immer einen riesengrossen weissen „Bombel“ im Haar. Die Lehrerinnen haben es nicht so einfach muntere und lebhafte Schüler zu hüten.

Manchmal träumt Niggi andere Passagiere fahren zu dürfen.

Natürlich gibt es in Samarkand auch einen Bazar. Es gibt das berühmte Brot, Früchte und Gemüse zu kaufen. Ich habe schon lange nicht mehr so süsse Erdbeeren gegessen. Nun muss ich mich immer entscheiden, Kirschen oder Erdbeeren oder Aprikosen? Die grünen kleinen Früchte in der schwarzen Schüssel sind unreife Kirschen, die hier gerne gegessen werden. Ich habe auch eine ! probiert. Brr!

Die Frauen bieten Maulbeerfrüchte an. Auch diese schmecken wunderbar süss. Es ist eine Qual auf dem Markt einzukaufen, denn es gibt so viele verschiedene Leckereien. Usbekistan ist berühmt für seine getrockneten Aprikosen, Melonen und Nüsse.

Am nächsten Tag besuchten wir in Urgut einen riesigen Markt, in denen Einheimische alltägliche Dinge einkaufen. Vor allem Stoffe, um die schönen Kleider selber zu schneidern. Am liebsten farbige Stoffe, die glitzern und mit Swarovski Steine verziert sind. Für uns überraschend, keine schwarze Stoffe wie in Iran.

Natürlich darf auf einem Markt keine Lebensmittel fehlen.

Wer einkauft hat Hunger. Was kann man essen? Natürlich Plov oder Somsa (Teigtaschen, die in runden Öfen gebacken werden, wie das Brot) oder Schaschlik.

Wir waren nicht nur auf dem Markt, sondern fanden nach einer kleinen Irrfahrt die Grabstätte von einem wichtigen Heiligen. Tausendjährige Platanen säumen sein Grab, Platanen die er vor 1100 Jahren selber gepflanzt hat!

Am Sonntag fuhren wir ins Farganatal. Es war eiskalt, 21°! Es nieselte und so haben wir keine Fotos vom Pass, den wir überqueren mussten. DasFarganatal zeichnet sich von seiner Fruchtbarkeit aus. Überall ist angepflanzt, wenn nicht Gemüse, dann Blumen! Obstbäume stehen dicht aneinander. Selbst die Störche wohnen dreistöckig auf einem Strommasten. In Kokan besuchten wir den Khanpalast. Wir besuchten auch noch die Töpfereien und Seidenproduktionsstätten, aber waren ein wenig enttäuscht, so auch hier keine Bilder.

Der Khanpalast in Kokan.

12.05.2018 Samarkand

Das öffentliches Bestaunen des Autos hält sich in Grenzen. Kamen in Kasachstan immer Menschen, vor allem Männer, vorbei und wollten das Auto sehen, sind die Usbeker gleichgültiger. Sie sind keine Nomaden, sie bauen an. Das sieht man an die riesigen Felder und Obstplantagen. In den Städten sind die Parkanlagen prächtig mit Blumenrabatten gestaltet. Es wird gewässert und gejätet, es wird geputzt. Wir haben noch kein Land gesehen, das so saubere Strassen, Städte hat. Kein Plastik (fast kein Plastik, nur hin und wieder, um ehrlich zu sein) liegt am Strassenrand, keine Plastikfelder zeigen den Ortseingang, Ortsausgang. Wir staunen!

In Sharhisabz waren wir in einer Moschee, wo gerade ein Mann mit einem blauen Becher Wasser über ein Grabstein fliessen liess. Durch das viele Wasser der vielen Jahrzehnten gab es eine Rinne und am Ende des Grabsteins eine kleine Vertiefung. Alle Kinder wurden aufgefordert zu trinken. Es ist sicher für die Gesundheit.

Wir werden viel angesprochen und manchmal kommt es zu einem Gespräch, wie gestern in einem Café mit zwei Russinnen. Die Mutter war in meinem Alter und die Tochter um die Dreissig. Natürlich konnten sie kein Englisch und wir nur ein paar Brocken Russisch. Trotzdem quatschten wir über eine halbe Stunde. Die Gespräche laufen eigentlich immer so ab:Zuerst muss ich mit Händen und Füssen unsere Reiseroute, unseren Campingcar erklären, dann werden Fotos gezeigt, aber dieser Teil dieses Gespräch ist eher bewundern. Wenn es aber dann dazu übergeht, die Familienverhältnisse zu erklären, dann wird es sehr emotionell und herzlich. Wir „alten“ Frauen haben das gleiche Thema. Wir zeigen uns gegenseitig Fotos von Kinder und vor allem von den Enkelkinder. Die Frauen haben volles Verständnis, wenn ich zeige, dass mir das Herz ganz schwer ist und ich meine Familie vermisse. Übrigens ist der kurze Film von E., wie sie sich schämt, der Hit!

Samarkand ist die grösste und schönste Stadt der Seidenstrasse. Sie war zu Timurs Zeiten Hauptstadt und wie bei unseren Königen, sollten die Medresen, die Moscheen und Mausoleen alles übertreffen.

Auch im Innern sind die Räume mit Fliessen geschmückt, mit Gold bemalt, um die Herrlichkeit Allahs und dessen Herrscher zu zeigen.

Samarkand ist eine Universitätsstadt und nein, es zieht mich nicht mehr dorthin!