04.12.2021, Südafrika again

Nach zwei Tagen warten in Lusaka auf eine Reaktion von Malawi, nachdem wir versucht haben zu telefonieren (falsche Nummer auf Webseite), Helpcenter anzuschreiben (falsche email-Adresse bzw. keine Antwort von der endlich gefundenen richtigen Adresse), gaben wir auf, uns vorzustellen und vorzubereiten, was würden wir unternehmen, wenn wir in Malawi sind. Nein, es sollte nicht sein. Malawi, will uns nicht. Gut, das Warten war ja nicht schlimm. Es gibt ja immer etwas zu tun wie Kühlschrank putzen, Wäsche waschen, Kaffee trinken, schoppen, … Der Entschluss war schnell gefasst, auf nach Zimbabwe!

So schön Sambia auch ist, macht es mich enorm traurig, wenn ich in jedem Dörfchen, Weiler, Kral die vielen Holzkohlensäcke zum Verkauf sehe. Jeder brennt Wälder ab und versucht so ein paar Kwachas zu verdienen und bedient sich in der Natur. Sambia brennt!

Solch versteinertes Holz wird man in Millionen von Jahren nicht finden.

Bevor wir zum PCR-Testcenter in Livingston, dem Grenzort zu Zimbabwe gehen, lassen wir uns (unfreiwillig) in einen Partnerlook versetzen.

So kurze Haare hatte ich noch nie. Aber praktisch ist es bei dieser Hitze schon!

Das wichtigste Dokument bei einem Grenzübertritt ist heute ein negativer PCR-Test. So fuhren wir zum Krankenhaus und bekamen am Eingangstor die Anweisung, als erstes zur Administration zu gehen, das mit großen Buchstaben sehr gut ausgeschildert war. Dort angekommen bekamen wir die Auskunft, der Preis wäre 1000 Kwachas (ca. 50 US$) pro Person und das natürlich Cash. So mussten wir erst zur Bank, dann konnten wir wieder zum Startpunkt zurück kehren. Nachdem wir gezahlt hatten, wurde uns die Lage des Testortes geschildert. Dort hinten, die Straße entlang!

Also wieder ins Auto und die Straße weiterfahren. So lernten wir die verschiedenen Häuser des Krankenhauses kennen, das Totenaufbewahrungshaus, daneben das Geburtshaus, dahinter das Wartehaus für die hochschwangeren Frauen. Aber kein Testcenter. Nach ein paar Schulternzucken bekamen wir doch den Hinweis, viel zu weit zu sein und zum kleinen Häuschen zwischen den Mangobäumen, umgeben von einem hohen Sicherheitszaun, zurückzufahren.

Nur vor dem Eingang des Areals war ein riesiges Plakat “Achtung! Höchste Gefahr! Quarantäneort für Covidpatienten!” Gut, mit der Gewissheit wir sind am richtigen Ort, fuhren wir auf den Parkplatz. Ja, goldrichtig, meinte die Sekretärin, schrieb uns in ein großes Buch, nahm sehr vorsichtig den Test in der Nase vor und schon waren wir draußen, aber nicht bevor zu fragen, wo und wann wir das Testergebnis bekämen, natürlich an einen ganz anderen Ort mitten in der Stadt um 9:00 Uhr.

Den Abend genossen wir bei einem Gintonic im The Victorian Waterfronts Hotel, einem vornehmen, alten Kasten, wo wir schon letztes Mal waren.

Wasser tischt von den Fällen in der Abendsonne

Als wir wieder auf den Parkplatz wollten, versperrten uns Giraffen den Weg. Wie groß sie in Wirklichkeit sind, weiß man erst, wenn man sich am Laternenpfahl festhalten will und merkt, dass es ein Giraffenbein ist!

Pünktlich standen wir mit vielen anderen Leidensgenossen vor einem Container und warteten bis 10:00 Uhr auf die Ergebnisse, die mit einem Courier ankamen. Laut wurden die Namen aller vorgelesen. Damit wir nichts verpassten, standen wir alle dicht gedrängt. Ich konnte mich bei Maria und Niggi bei Frank melden. Danach mussten wir unsere Passnummern auf die Rechnungsquittung vom letzten Tag schreiben und mit dem Testergebnis wieder abgeben. Nach 1 1/2 Stunden warten bekamen wir das Blatt mit dem negativen Ergebnis wieder zurück, aber dieses Mal mit Stempel! Und wieder standen wir dicht gedrängt.

Diesen Abend verbrachten wir oberhalb des Sambesi, der sehr wenig Wasser zu dieser Zeit führt.

Der Grenzübertritt war schnell vorüber und wir waren überrascht, dass uns keine Geldwechsler in Zimbabwe behelligten. Hier wird alles in US$ gezahlt.

Nach diesen anstrengenden Tagen suchten wir uns einen Campingplatz nach unserer Vorstellung, in der Natur mit vielen Tieren.

Elefanten hört man nicht, außer sie vergnügen sich im Wasser.

Unser Hauptziel in Zimbabwe war Kultur zu sehen. So waren wir überrascht eine kleine Kapelle in Nirgendwo zu finden, die wunderschön bemalt wurde. Sogar außen! Wie wir es schon in Rumänien sehen durften, nur hier mit Menschen aus Afrika!

Altarraum

Im Matobo NP, im südlichen Zimbabwe, gibt es die größte Ansammlung von Höhlen mit Felsbildern im südlichen Afrika, die ca. vor 10 000 Jahren von San gezeichnet wurden. Nichts wie hin!

Der Aufstieg zu einer diesen vielen Höhlen begann wunderschön an einem kleinen Fluss entlang.

Danach ging es steil bergauf.

Dazwischen wurden wir mit Feuerball-Lilien belohnt.

Und dann erreichten wir unser Ziel! Eine riesige Höhle, Felsüberhang, mit sehr vielen Felszeichnungen. Leider waren die Bilder der unteren Hälfte des Fries von Neuzeitmenschen zerstört worden.

In einer zweiten Höhle waren die Tiere sogar in Bewegung gezeichnet worden. Galoppierende Giraffen, fliehende Rinder, Menschen bei der Jagd gaben den Eindruck von einer Lebendigkeit, die uns staunen ließ.

Diese Landschaft erinnerte uns an Myanmar! Wäre der balancierende Stein mit Goldblättchen beklebt worden, dann hätten wir geglaubt, dass der Fels wie der “Golden Rock”mit drei Haaren von Buddha hält!

Und dann kam die Nachricht von Omicron, der neuen Variante des Coronavirus. Wir stellten uns die Frage, wollen wir bleiben und eventuell hier in Zimbabwe in Lockdown eingeschlossen werden oder so schnell wie möglich das Land verlassen und nach Südafrika reisen. Südafrika ist größer und beim letzten Lockdown war Zimbabwe eines der Länder, die am längsten die Grenzen geschlossen behielt. So war unsere Entscheidung schnell gefallen.

Nun sind wir in Limpopo, der nördlichsten Provinz von Südafrika. Morgen geht es in den Krugerpark. Freue mich schon riesig auf das Treffen von Tieren und Beobachtung von Vögel!

14.11.2021, Lusaka

Ich habe ein neues Game! Ich habe das App “Roberts Bird Guide 2” heruntergeladen und nun “birde” ich noch mehr. Mich hat es wie viele Südafrikaner gepackt, die “birding” betreiben, mit Fernglas die Bäume betrachten und diskutieren, welcher Vogel dies sein könnte. Zum Glück habe ich kein meterlanges Objektiv, wie so viele andere “Birder”, sonst hätte ich enorme Arbeit all die Fotos zu sichten und zu selektionieren.

Sambesi

Der Grenzübertritt Namibia – Sambia verlief super, nur 3 Stunden dauerte er. Die Straßen zu den Liuwa Plains NP waren bis Kalabo, ungefähr 100 km vom NP entfernt, geteert. Welch ein Luxus!

Eine mit Hand betriebene Fähre brachte uns über den Luanginga Fluss

und dann musste sich unser Bänz die letzten 100 km durch den Sand wühlen. Vier Tage lang erlebten wir die kleine Migration von Gnus und Zebras. (Die große findet in der Serengeti statt.) Tausende Gnus wandern zu Beginn der Regenzeit vom Norden in die Liuwa Plains, um dort ihre Jungen zu gebären. Es war interessant die Herden zu beobachten und das Mutter-Kind-Verhalten zu sehen.

Gnu-Kinder gehen auch in einen Kindergarten
und dürfen sich in kleinen Gruppen von der Mami entfernen

Gibt es Wasser, so sind Vögel nicht weit.

Senegal Coucal (Spornkuckuck)
Tawny Eagle (Savannen Adler)
Great white Pelican (Rosa Pelikan). Weiß jetzt nicht, warum der Pelikan zwei verschiedene Farben als Namensgebung besitzt.
Long-tailed Widowbird (Hahnenschweifweber) Ich bin so glücklich, dass wir dieses Männchen so sehen konnten. Nach der Paarungszeit verwandelt er sich wieder in ein unauffälligen braunen Vogel, kaum vom Weibchen zu unterscheiden. Diese Hochzeitspracht dient zum Weibchen anzulocken.
Grey Crowned Crane (Kronenkranich)
Versammlung von Marabou Storcs

Da es schon ein paar Mal regnete sahen wir auch Blumen sprießen.

Lilie
Narzisse
Feuerball-Lilie

Die Landschaft vom Boot aus betrachtet ist immer wieder faszinierend.

Plötzlich tauchte vor uns dieses tote Hippo auf, das höchstwahrscheinlich bei einem Kampf zu schwer verletzt wurde. Leider war es noch nicht lang genug tot, so dass sich noch keine Krokodile zu diesem Festschmaus versammelten.

Nun sind wir in Lusaka auf einem schönen Campingplatz und probieren ein e-Visa für Malawi zu bekommen. Niggi arbeitete gestern 5 h am Computer, leider mit mäßigem Erfolg. Die Applikation von fünf Seiten schaffte er, aber leider nicht die Bezahlung mit der Kreditkarte. So ist es noch ungewiss, wohin unsere Reise uns führt. Malawi? Oder Simbabwe? Oder wieder Botswana? Wir warten gelassen den morgigen Tag ab und sehen, was uns die Administration von Malawi antwortet, falls sie es tut.

31.10.2021, Caprivi Streifen, Cuando River

Langsam nähern wir uns Sambia, wo wir in den Liuwa Plain National Park fahren wollen. Die Regenzeit kündigt sich schon mit Wolken und kleinen Regengüssen an. Morgens ist es angenehm kühl, dagegen wird es Mittags sehr heiss, sodass wir den lauen Abend genießen. Die Sonnenuntergänge sind einfach spektakulär.

Es ist einfach wunderschön hier am Cuando River, der vier verschiedene Namen hat (Kueno, Linyanti oder Chobe). Wir unternehmen Bootstouren, um die Fauna und Flora von diesem riesigen Wassersystem besser kennenzulernen.

Nachts blühende Wasserlilie
Tagblühende Wasserlilie, von beiden Arten können die Stengel als Gemüse verzehrt werden

So ist es auch nicht verwunderlich, dass meine Vogelliste auf 218 von mir bestimmte Vögel angewachsen ist.

Squacco Heron (Rallenreiher)
African Pygmy-Goose (Afrikanische Zwerggans)
Purple Heron (Purpurreiher)

Niggis Lieblingsvögel sind die Eisvögel. Gleich drei verschiedene Arten konnten wir sehen.

Malachite Kingfisher (Malachiteisvogel), ein sehr kleiner Eisvogel
Pied Kingfisher (Graufischer), Männchen, das durch ein zweites, schmales Band über der Brust zu erkennen ist
Weibchen
Woodland Kingfisher (Senegalliest), auch ein Tourist hier. Er brütet im südlichen Afrika zwischen Oktober und April, zieht aber dann nördlicher in andere Gebiete Afrikas. Es war ein Glück ihn zu sehen.

Natürlich habe ich diese Vögel auch in mein Herz geschlossen und finde es einmalig, wenn sie sich von ihrem Beobachtungszweig erheben und in der Luft am gleichen Fleck schwirren, um dann Kopf voran ins Wasser stürzen und mit einem Fisch herauskommen. Trotzdem schlägt mein Herz höher, wenn ich Bee-eater beobachten kann. Leider war das Licht schon so schwach, dass die Fotos ein wenig dunkel geworden sind.

Little Bee-eater (Zwergspint)
Southern Carmine Bee-eater (Scharlachspint), konnten sie auch nur sehen, weil sie hier brüten.

Auch alte Bekannte trafen wir wie der African Openbill (Afrikanischer Klaftschnabel), den wir letztes Jahr im Dezember im Chobe NP schon sahen.

Wandern, Spaziergänge am Ufer oder Schwimmen in diesem warmen Wasser kann man leider nicht. Zu viele Krokodile warten auf ein Essen.

Selbst die Bootstouren sind nicht risikofrei. Elefanten lassen sich ungern beim Trinken oder Baden stören und greifen das Boot an. Büffel in der Herde sind sogar scheuer als einer alleine. Die alten, einsamen Büffel zeigen gerne, wer Herr der Ufer ist.

Aber am meisten muss man sich vor den Herrschern der Flüsse in Acht nehmen, den Hippos. Diese sehen den ganzen Fluss als ihr Revier an und jeder Eindringling wird verjagt. Am liebsten schwimmen sie dann unter das Boot, werfen es um und greifen die im Wasser zappelnden Menschen an.

Jedes Mal mussten wir aufpassen, ob nicht hinter einer Kurve Hippos lauern. Plötzlich strecken kleine Köpfe aus dem Wasser und Augen beobachten dich. Dann wird das Maul aufgerissen, damit jeder die grossen Zähne sehen kann und sich fürchtend zurückweichen kann. Unsere Bootsführer verstehen die Sprache der Hippos. Zuerst wird der Rückwärtsgang eingelegt, um ein paar Meter mehr Distanz zu zeigen. Übersetzt heisst es, wir Haben euch gesehen, wir fürchten uns vor euch, wir erkennen eure Macht. Das finden die Hippos in Ordnung. Sie tauchen nach einer Weile unter und machen den Weg frei, indem sie an ein Ufer oder Seitenarm des Flusses „schwimmen“, um sich zu beraten. Schnell nützt unser Bootsfahrern die Situation aus und düst mit Höchstgeschwindigkeit vorbei, immer zurückschauend, ob nicht doch noch ein Hippo nachrennt, um seine Grösse und Macht zu zeigen.

Rotschnabelmadenhacker (Red-billed Oxpecker) dürfen auf die Köpfe der Hippos Platz nehmen

Auf Reisen lernt man sehr viele interessante Menschen kennen. Man kommt ins Gespräch und da erfährt man aussergewöhnliches, wie z.B. von Dedré und Chris, die Agrar-Ingenieure sind und in der Nähe von Rundu eine Heidelbeerfarm leiten (48 ha gross!). Wir verabreden uns und sie nehmen sich Zeit, uns die Farm zu zeigen. Danke vielmals!

So klein beginnt es. Die Pflanzen werden aus Spanien eingeflogen und gepflanzt.
Mit Segeltücher werden sie von der Sonne geschützt, Wasser und Nährstoffe werden unterirdisch dazu geleitet.
Riesige, süsse Heidelbeeren können 4 Monate lang gepflückt werden,
dann werden sie gekühlt,
sortiert und verpackt,
bereit für Namibia, Südafrika und dem internationalen Markt.

Wir vermissen nicht nur unsere Familie, sondern auch unsere Freunde. So ist es nicht verwunderlich, dass wir ganz schnell 350 km (5 h) fahren, um Kurt und Marlis zu treffen.

Zwei Abende können wir mit ihnen und Barbara und Wolfgang quatschen. Es war unheimlich toll mit euch!

Morgen geht es zur Grenzstadt Katima Mulilo, um den PCR-Test zu machen, damit wir nach Sambia einreisen können.

20.10.2021, Grootfontain

Genau vor einem Monat habe ich zum letzten Mal einen Beitrag geschrieben, um euch von unserer Reise zu erzählen. Wie die Zeit auch hier in Afrika rennt!

Ich war vor einem Monat schon so aufgeregt, dass Simone mit ihrer Familie hierher fliegen will. Ein Fleckenuhu (Spottet Eagle-Owl) kann da nur mitleidig auf mich herabsehen.

So fuhren wir zur Spitzkoppe, um das Gebiet auszukundschaften, ob das für die Kinder etwas wäre. Und wirklich, noch eine Gegend in Namibia, die sich als geeigneter Kinderspielplatz entpuppte.

sichere Kletterfelsen
Buschmannhöhlen mit Felszeichnungen
tolle Felsformationen zum Entdecken
mit Glück Klippspringer zum Beobachten
und vor dem Bettgehen ein romantischen Sonnenuntergang genießen

Ja, wir waren begeistert von dem Naturreservat und wollten noch ein paar Tage bleiben und wandern, bis wir zum Flughafen fahren könnten. Aber aus der ruhigen Wartewoche war nichts, weil Niggi zufällig unter das Auto schaute und plötzlich sah, dass Motorenöl vorne runter tropfte. Kinder, kaputtes Auto, das geht nicht! Schnell zur nächsten Mercedes Garage nach Swakopmund düsen und reparieren lassen, denn wir haben ja noch eine Woche Zeit bis Simone kommt. So packten wir in Windeseile alles zusammen und fuhren nach Swakopmund. Welcher Schock! In der Spitzkoppe war es 35° heiß und in Swakopmund gerade 15° und nebelig. Wo hatten wir die Skiunterwäsche versorgt?

In der Garage waren sie sehr nett, fanden heraus, dass ein kleines Schläuchlein undicht wäre, aber, dass sie so eines nicht hätten, vielleicht Windhoek?? Wieder nach Windhoek fahren. Werden sie dieses Ersatzteil haben? 350 km Ungewissheit, Sorge, Rätseln, Plan B ausdenken (wir mieten dann auch ein Auto mit Dachzelt),…

In Windhoek war es wärmer! Das klitzekleine Schläuchlein konnte die Mercedes Garage ersetzen (wir sind schon fast Stammkunden) und wir erholten uns. Meine Vogelliste wuchs um eine weitere Hornbill-Art.

Und dann war es soweit, die Rasselbande kam an!

Namibia ist einfach ein super mega geiles Reiseland! Ankommen, eine Stunde später das Mietauto in Empfang nehmen, sich von der Reise im Swimmingpool erholen,

gemütlich frühstücken,

Tiere beobachten.

Natürlich waren auch große Tiere angesagt, Game drives wurden durchgeführt und als Highlight Etoscha besucht. Noch nie sahen wir so viele Nashörner!

Gepardenfütterung

Wir hatten viel Spaß miteinander.

Eskarina hat sich als Papi verkleidet

Waschmaschine spielen

Feuer machen und bräteln

von San lernen, wie diese mit Pfeil und Bogen jagen oder Feuer machen.

Es war auch klar, dass wir ein paar Tage in Swakopmund am Meer verbringen, denn unsere Enkelkinder wollten unbedingt schwimmen, was sie auch dann taten. (Meeres Temperatur betrug 8-10° C!). Danach gab es ein Glacé.

Wieder einmal waren wir froh um unseren Bänz, konnten wir im kalten Swakopmund zu siebt ! am morgen im geheizten Auto frühstücken.

Dann hieß es Abschied nehmen. Auf der Fahrt nach Windhoek brach ein Teil vom vorderen Dachfenster und das ganze Fenster flog davon. Zum Glück war Armin mit seinem Auto weit entfernt, so dass das Fenster auf der Straße landete und zersplitterte, zum Glück passierte dies auf der Teerstrasse und nicht auf einer staubigen Piste, wo wir eingestäubt wären, zum Glück regnete es nicht, zum Glück fanden wir eine Reparaturwerkstatt, die ein Kunststoffdach auf unseren neuen Cabriolet bauten. Soviel Glück im Unglück!

Nun fahren wir nordwärts in den Khaudum Nationalpark. Der Sommer kündigt sich an mit blühenden Flammenbäumen und Regen.

20.09.2021, Spitzkoppe

Ja, wir sind wieder in Namibia und besuchen das Damaraland, wo die Spitzkoppe liegt, ungefähr 200 km nordwestlich von Windhoek. Lange ist es her, dass ich geschrieben habe und ein schlechtes Gewissen plagte mich schon, aber in Südafrika waren wir fast zwei Wochen in Nationalparks und dann kam die Grenzüberschreitung mit neuen Problemen. Aber langsam! der Reihe nach.

Unsere Reise in Südafrika

Nach der wunderbaren Zeit im Namaqualand im Norden von Südafrika bei den „wild flowers“ wollten wir noch die beiden Nationalparks Augrabies Falls NP und Kgalagadi Transfrontier NP besuchen. Natürlich um neue Landschaften zu entdecken, wilde Tiere zu beobachten und Einsamkeit zu geniessen. Und vor allem die „wild card“, die Jahreskarte für alle NP von Südafrika, auszunutzen! Heisst es doch „Return of Investment“.

Ganz ein kleiner Oranje River, der sich herabstürzt
Die Schlucht ist fast leer, kein tobendes Wasser. Im südafrikanischem Sommer kann sie voll sein.

Es hatte nur wenig Wasser im Oranje River, so dass der Wasserfall nur dürftig aussah. Aber wir sahen Fotos von diesem Januar, wo riesige Wassermassen die Schlucht herabstürzten und wir erinnerten uns, dass wir zur selben Zeit am Oranje River auf der Namibischen Seite waren und das Steigen des Flusses miterlebt hatten.

Eigentlich wollten wir zu gerne den fünf tägigen Nossob 4×4 Trail im Kgalagadi Transfrontier NP fahren, der nur in Konvoi mit Führer erlaubt ist, aber dieser war schon seit über einem Jahr ausgebucht. Die Monate Juli, August und September, im Winter von Südafrika, sind die wichtigsten Monate für den NP, denn dann ist kalt, die Nächte „saukalt“. Schon im Oktober verwandelt sich der NP in einen Backofen und von gemütlichen Tierbeobachtungen kann nicht mehr die Rede sein. So waren wir glücklich fünf Nächte hintereinander in zwei Camps buchen zu können. Die Camps waren voll von südafrikanischen 4×4 Autos mit Anhänger. Das zu unserer Suche von Einsamkeit.

Ein Löwe lässt uns und die vielen anderen Touristen stoppen. Wer bekommt den besten Platz?

Es war trotzdem ein Highlight! Schon allein meine Vogelliste erhöhte sich um 15 neu bestimmten Vögel, so dass mir nur noch fünf ! fehlen, damit ich jubeln kann, dass ich die Grenze 200 erreicht habe. Vor allem, dass wir eine Verreux‘s (Giant) Eagle-Owl (Blassuhu) fotografieren konnten, und dass diese riesige Eule am nächsten frühen Morgen nochmals Modell saß auf unserem Grill, war schon toll.

Immer wieder musste Niggi anhalten, damit ich Vögel bestimmen konnte.

Southern Pale Chanting Goshawk (Weissbürzel-Singhabicht)
Einer meiner 195 Lieblingsvögel: Lilac-breasted Roller (Gabelracke)
Immer wieder tauchte ein Black-shouldered Kite (Gleitaar) auf, aber war dann auch schon zu weit weg, um sich mit meiner kleinen Kamera zu erhaschen. Dieser hatte Mitleid mit mir!
Secretarybird (Sekretär), unverwechselbar: der einzige Greifvogel mit so langen Beinen
Auch er muss trinken
Kori Bustard (Riesentrappe)
Hatte ihn schon vermisst: Southern Yellow-billed Hornbill (Südlicher Gelbschnabeltoko)
Crimson-breasted Shrike (Rotbauchwürger), der sehr einfach zum Bestimmen war, leuchted seine Brust von weitem.

Wir haben noch nie so viele Oryxe und Strausse wie in diesem NP bewundern können.

Wie immer gab es auch Springböcke und Gnus.

Dass wir Kuhantilopen sahen, die sehr scheu sind, war ein Stopp wert.

Natürlich wissen wir, dass diese Tiere Nahrung für den „König der Tiere“ sind. Und da war er! Mit Familie!

Junges Männchen

Nicht nur wir waren begeistert von diesen majestätischen Tieren.

Einmalig ist es, wenn “neue” Tiere entdeckt und beobachtet werden können.

Ginsterkatze, die nachtaktiv ist

Nicht immer sind wir es, die die Tiere suchen. Manchmal bekommen wir Besuch wie hier von einer riesigen, uralten Schildkröte.

Nach diesen super schönen Tagen hieß es arbeiten. PCR-Test machen, Auto vom Kalahari-Sand befreien, einkaufen und noch vieles mehr. Auch dieses Mal war ich froh, negativ getestet worden zu sein, um zur Grenze fahren zu können. Die Ausreise dauerte nur 10 Minuten, dafür war die Einreise ein wenig schwieriger, weil die Zöllnerin noch niemals in ihrem Berufsleben ein “Carnet de Passage” gesehen hätte. Sie glaubte den Erklärungen von Niggi nicht, wie sie die Papiere abstempeln muss. Erst nach einigen Rückfragen bei ihren Kollegen sah sie ein, dass Niggi ihr alles richtig erklärt hat.

Dann kam die Immigration. Dort war wieder eine Frau am Schalter, die auch etwas dagegen hatte, uns ein Visa auszuhändigen. Sie meinte, sie könne großzügiger Weise uns für 7 Tage ein Einreisevisa geben. In Windhoek müssten wir im Ministerium für “Home affairs” für eine Visaverlängerung anfragen. So stempelte sie ein Kurzzeitvisa von 6 Tagen in unsere Pässe.

Warum haben wir immer mit Frauen an Schaltern Probleme? Wir schließen schon Wetten ab, wie zügig es voran geht.

Darum waren die nächsten Tage belegt mit Suchen des Ministeriums in Windhoek (ist im Bau), der Ausweichstelle (Container, diese Büros sind nicht für Visa zuständig) und dem Auffinden des richtigen Büros. Und wieder einmal wurden wir angenehm überrascht. Mit Hilfe von Passanten fanden wir die richtige Türe, freundlich wurden unsere Pässe eingefordert und ein paar Stunden später durften wir diese mit Visa für die nächsten drei Monate in Empfang nehmen. Super gelaufen!

Nun vertreiben wir unsere Zeit und bangen bis auf den nächsten Montag, denn da wollen unsere Tochter Simone mit Ehemann und deren drei Kinder nach Namibia kommen. Wir freuen uns riesig!!!

01.09.2021, Calvinia

Alle Südafrikaner haben drei große Hobbys. Zu allererst steht “braaien”(zu gut deutsch grillen vor allem von Fleisch und Bratwürsten mit viel Holz und Holzkohle), dann “zelteln” und zu guter letzt “Off-Road 4×4 fahren”. Das Gute an diesen Hobbys ist, dass man sie mühelos miteinander verbinden kann. Da alle Südafrikaner diese nationale Kultur betreiben, ist es eine Sensation, dass braaien einmal verboten werden kann. ( Hier gab es plötzlich auftretende Winde, die die Brandgefahr erhöhten.) Deshalb versteht ihr auch, dass ein Mann mit Kochschürze abgebildet ist.

Wie unterscheidet sich das Braaing (gesprochen “brai-ing”) vom Grillieren in anderen Ländern wie zum Beispiel Iran? Gemeinsam ist ganz sicher, dass Fleisch auf den Grill kommt und Männer die Hauptpersonen sind. In Südafrika stehen sie zusammen vor dem Braai und haben eine Dose oder Flasche kühles Bier in der Hand. Fachmännisch beobachten und diskutieren sie den Bratvorgang von Fleisch und das von Frauen vorbereitete Gemüse und Kartoffeln in Alufolie. Frauen sitzen ein wenig abseits (Rauchvermeidung!) auf Campingstühlen, genießen ein Glas Weißwein und haben den Tisch mit Tischdecke, Teller und Besteck und den weiteren Zutaten wie Saucen und Salate gedeckt und tratschen über Gott und die Welt. Als Desert gibt es “koeksisters”(klebrig süßes Gebäck) oder “melktart” (Käsekuchen mit Zucker und Zimt).

Im Iran wird Teppiche und Kissen auf dem Boden ausgebreitet. Männer sitzen zusammen in der Nähe der Grillstelle mit einem Glas kühlen Saft oder heißen Tee in der Hand und beobachten und diskutieren das Bräteln der Schaschliks, während die Frauen ein wenig abseits auf den Teppichen sitzen (Rauchvermeidung) und gemütlich mit einem Glas Saft oder heißem Tee über Familienangelegenheiten tratschen. Vor sich auf dem Teppich die Fladenbrote, von ihnen vorbereitete Salate, Tomaten, Kräuter, Obst, je nach Jahreszeit Pfirsiche oder Melonen, ausgebreitet. Gegessen wird mit der Hand. Sehr große Unterschiede!

Vom Meer fuhren wir wieder nordwärts Richtung Stellenbosch, wollten wir doch diese berühmte Weingegend sehen, erleben und vor allem den Wein kosten. Die Weindegustation war eher enttäuschend, weil mir der billigere Wein von dieser Gegend, im Spar gekauft, besser mundet als der neue, speziell gekelterte Wein im Weingut.

So erreichten wir die Klein Karoo, eine Halbwüste und plötzlich kam es uns vor, als wären wir im falschen Film: “Mad Max” mit Tina Turner und Mel Gibson.

Gelandetes UFO mit Außerirdischen
Mutprobe:Verabreichung einer Schnupftabakdosis mit Hammerschlag

Leider waren wir zeitlich zu früh an diesem Platz, denn am 1. Oktober findet ein kleines, intimes, familiäres “burning man” Festival mit nur 800 Personen statt . Vor Covid feierten hier 14 000 Menschen!

Ein klein wehmütig nahmen wir Abschied von diesem speziellen Ort und erinnerten uns daran, dass wir nach Südafrika gereist waren, um die “wild flowers” zu sehen. So reisten wir zurück in die Cederberge. Die wilde Pracht der Blumen empfing uns.

Wir waren gefangen im Duft von Honig, Zwiebeln und Maggikraut. Überall Blumen in allen Farben!

Schon in Vorzeiten haben San (Buschmänner) hier gewohnt. Sie haben

gejagt
getanzt

und gemalt.

Nach dem Erkunden von frühzeitlicher Kultur fragte ich mich, ob es uns nicht gelänge, andere Orte mit spezielleren Pflanzen zu entdecken. Sollten wir nicht doch noch probieren, Lithops, “lebende Steine” zu finden?

Wer suchet, der findet …
Pflanzen, eingebuddelt in der Erde, 10 Rappen groß.

Und da! Der erste Lithops!

Wieviele Lithops sind auf diesem Foto? Die größten waren 1/2 Rappen groß.

Nach diesem Erfolgserlebnis lachte uns eine Schildkröte, die des Weges kam, aus.

Da hilft nur noch braaien und unter die Bettdecke kriechen. Die Abende sind immer noch sehr kühl. Fiel doch Schnee in den Bergen.

26.08.2021, Stellenbosch

Wir haben einen Ruhetag, es regnet! Der Himmel liebt dieses Jahr das südliche Afrika! Endlich wieder einmal Regen!

Alles ist groß in Südafrika. Immer noch fasziniert uns die Weite, die Massen der Blumen und deren Schönheit. Wir besuchen den West Coast NP.

Auch Buntböcke lieben Blumen
Bin ich gut getarnt?
Niggi’s Lieblingsvogel, Black Korhan, ist auch hier. Er genießt die Blumenwelt wie wir und reklamiert nicht, wenn wir ihn fotografieren. (Sonst fast immer!)
Selbst Leuchttürme stehen mitten im Blumenmeer
Wieder einmal können wir Flamingos bewundern

So fahren wir nach Kapstadt uns können den Tafelberg begrüßen. Wir haben enormes Glück, dass die Wolkenhaube nur wie Wattebausch ihn bedeckt.

So gelangen wir ans Kap der guten Hoffnung, wo sich zwei Ozeane treffen, der Atlantik mit dem kalten Benguela Strom und der warme Indische Ozean.

Der südlichste Punkt unserer Afrikareise ist erreicht! Von nun an geht es für uns nur noch in nördliche Richtung weiter. Für den Continent Afrika ist Cape Agulhas (S 34.829357°, E 20.009001°) südlichster Landzipfel.

Dank der beiden verschiedenen Weltmeere gibt es eine nur hier vorkommende Vegetation. Ein Highlight! Für Niggi heisst es wieder einmal anhalten und geduldig warten.

Aber sind diese Proteen nicht wunderschön? Und sie blühen jetzt! Genau, wenn ich hier bin! Für euch nur eine klitzekleine Auswahl!

Natürlich muss ich den Afrika Pinguin fotographieren, der nur hier an der Küste vorkommt.

Ein Teenager, die restlichen warmen Babyfedern im Nacken, lässt sich geduldig bewundern.
Und auch die Klippschliefer, Dassie, genießen die Sonne.

Und ich? Ich bin am Beobachten von Walen in der Hermanus Bucht, die diesen schönen Tag lieber unter Wasser verbringen wollen und nur ab und zu eine kleine Wasserfontäne in die Luft spritzen, um zu sagen, wir sind da!

Da sind mir die kleinen Vögel, wie der farbenprächtige Southern Red Bishop (Oryxweber) lieber, der sich kurz zeigt und wieder zu seinem Harem, manchmal bis zu sieben Weibchen, verschwindet.

18.08.2021, Lambert‘s Bay

Heute herrscht wirklich kein gutes Wetter. Es ist bedeckt und leichter, feiner Nieselregen lässt uns eher an eine kalte Dusche erinnern. Wir beschliessen die Cederberge zu verlassen und gegen die Küste zu fahren.

Letzer Blick vom Pass nach Wuppertal, einer kleinen Ansiedlung, deren Gründer aus dem deutschen Wuppertal stammten.

Heute sind die meisten Blüten geschlossen, da der Himmel bedeckt ist und ein kühler Wind bläst. Aber wir sind trotzdem fasziniert von der Vielfalt der Pflanzen. Blaue Blumen beherrschen die Szenerie. Wie ein blauer Dunst schweben sie über der Ebene.

Als einzelne Pflanze sind sie so zierlich, klein und zart gebaut.

Heliophila coronopifolia, Brassicaceae

Ein letzter Blick! Mit Wehmut und Begeisterung sehen wir ein riesiges Feld von orangenen Blumen.

Dann geht es zurück in die Zivilisation zu den Webervögeln und Aloen

Aloe khamiesensis

ans Meer, das tosend an den Klippen bricht

zu Meeresvögeln, wie Dominikanermöwen

oder Kaptölpel, die hier in Lambert‘s Bay gerade brüten. Welch ein Glück wir wieder haben!

Eine riesige Kolonie und jeder kennt seinen Platz
Zärtliches Werben zwischen einem Päarchen

Meine Vogelliste wächst heute mit den Eilseeschwalben, die mit ihrem gelben Schnabel und der Sturmfrisur gut zu bestimmen sind. Ein erfolgreicher Tag geht zu Ende.

17.08.2021, Cederberg

Was gibt es schöneres als ein Quivertree-Wald? Wir unternehmen einen kleinen Ausflug dorthin und werden belohnt!

In Nieuwoudtville, einem kleinen Ort im Namaqualand, bekommen wir sehr gute Informationen über die Region und vor allem kann ich endlich ein Botanikbuch über die „wild flowers“ kaufen, um die Blumen bestimmen zu können. Ich bin in meinem Element, dazu ein Glas Weißwein, was will ich mehr?

Im nahen Oorlogskloof Nature Reserve wollen wir ein wenig wandern. Die kleine Tageswanderung dauert sieben Stunden. Da der Trail Leopardentrail heißt, ist auch klettern und kraxeln angesagt.

Aber auch in anstrengenden Abschnitten erfreuen uns Blumen und Eidechsen, so dass wir eine kurze Zeit zum Atmen kommen.

Zurück auf die Hauptstraße durchfahren wir eine Alle von Zedern, für uns ein Erlebnis, für Europa normal, aber nicht für das südliche Afrika, wo dichter Baumbestand eine Sensation ist, weil entweder das Klima für Bäume zu heiss und zu trocken ist oder weil die menschlich bedingte Abholzung zu gross ist.

So fahren wir in die Cederberge, südlich von Nieuwoodtville. Die tiefen Täler sind atemberaubend.

Es muss einmal gesagt werden, Niggi verdient als Fahrer für seine Geduld mit mir ein enormes Lob. Jedes Mal, wenn ich irgend eine neue Blume entdecke, jedes Mal, wenn ich ein besonders schönes Pflanzenmeer sehe, hält er an und wartet, bis ich fotografiert habe und wieder eingestiegen bin, um beim nächsten Ausruf „Stop“ zu bremsen.

Aber die Fynbosh-Vegetation ist auch einmalig! Nicht wahr?

Die Cerderberge sind nicht nur für BotanikerInnen reizvoll, sondern sie sind ein Eldorado für Mountainbiker, Offroadfahrer und WanderInnen. (Mountainbikerinnen und Offroadfahrerinnen bin ich niemals begegnet.) So packten wir unsere Wanderschuhe aus, um zum Maltese Cross zu gelangen. Mitten in einem Tal ragt ein Fels auf, der an ein Kreuz erinnert.

Wenn wir schon im Wanderparadies sind, müssen wir noch eine weitere Attraktion besuchen, den Wolfsberg Arch. Drei Stunden kraxeln waren angesagt, dann zeigte sich der Felsenbogen in weiter Ferne, um uns nochmals die Dimension seiner Größe zu zeigen und uns daran zu erinnern, dass wir ihn erst in einer Stunde mit zügigem bergauf und bergab erreichen würden. Und wir haben es geschafft! Mittagessen unter einem vom Wind erschaffenem Rock Arch! Imposant reicht das aus einem Fels erschaffene Tor über uns auf!

Eigentlich gab es noch andere schöne Felsformationen, die uns aber erst auf dem Rückweg auffielen.

Nach weiteren vier Stunden laufen kamen wir müde zu unserem treu wartendem Bänz an.

08.08.2021,Strandfontain

Gestern sind wir kurz entschlossen wieder an die Küste gefahren. Die Aussicht auf Muscheln, Austern oder Fisch essen zu können, dafür nahmen wir gern einen Umweg von 100 km in Kauf. Niggi aß zum ersten Mal in seinem Leben Abolone, eine Meeresschnecke, eine Delikatesse, die hier vor der Küste Südafrika gezüchtet und vor allem gewildert wird. Nicht nur Nashörner werden ausgerottet! Unsere waren gezüchtet. Wer sich mehr schreckliche Nachrichten über die Ausrottung von diesen wunderschönen Schnecken zu Gemüte führen möchte, findet ausführliche Artikel auf Wikipedia.

Die Küste, das Meer ist wild und der kalte Benguelastrom sorgt für Nebel. Aber auch hier blühen jetzt Blumen.

Es ist trotz Sonne kalt, wir sitzen lieber im geheiztem Auto.

Nur die Seelöwen fühlen sich wohl. Aber auch sie Sonnen sich gerne auf den Warmen Felsen.

Auf der Fahrt mussten wir natürlich nicht auf Blumen verzichten, Blümli hier, Blümli da, überall Blümli.

Die Umgebung ist nicht nur interessant wegen der zur Zeit „wild flowers“, sondern es gibt tolle Touren durchs Gebirge.

Eine kleine Wanderung führte uns zu einem Wasserfall. Leider war das Wasser zu kalt für ein kleines Bad.

Aber nicht nur die Schönheit von Blumen ließ uns anhalten,

sondern auch Vögel führten zu waghalsigen Stopps.

Paradieskraniche (Blue Crane)
Kapweber

In den höheren Regionen wechselte die Vegetation zur Fynbos, eine Vegetation, die nur hier um Kapstadt gibt. Zum ersten Mal entdeckten wir Proteas. Einfach phantastisch! Nicht eine, sondern Strauchweise!

Aber selbst auf Felsen blühen Blumen.

In den Bergregionen wird Rooibos angepflanzt, der weltweit vermarktet wird, denn nur hier wächst er. Ich trinke ihn sehr gern, Niggi bevorzugt grünen oder schwarzen Tee.

Das waren nicht die letzten Blumenfotos. Wir werden noch länger in diesem Blumenparadies bleiben.