17.08. Almaty – the town of milk and honey

Wir sind im Schlaraffenland (-stadt) angekommen. Ich schwebe von einem Luxus zum nächsten. Jetzt sitze ich gerade in einem klimatisierten Café (gerade angenehm kühl), draussen herrschen Temperaturen von 38°, vor mir steht ein eisgekühlter Kaffe Latte und das Internet ist so stark, dass ich bloggen kann. Was will man mehr?

Gestern morgen besuchten wir Tamgaly, einem Ort mit über 5000 Felsgravuren aus Stein-, Bronze- und Eisenzeit (UNESCO Weltkulturerbe). Dann ging es nach Almaty, um unser Auto auf Vordermann zu bringen. Schon die Ankunft in die Stadt, der Verkehr, war atemberaubend, waren wir die Begegnung von einem Auto alle halbe Stunde gewöhnt. Zum Glück kann Niggi seine Fahrweise anpassen.

Und dann kam die erste Begegnung mit Luxus: Einkaufen.

4 verschiedene Cherrytomaten, 7 Tomatensorten, Brokkoli, Blumenkohl. Was will ich?

150 Tenge entsprechen 40 Rappen.

Am Abend gab es Spaghetti mit Brokkoli mit frisch geriebenen Parmesan (auch gefunden!). Auf Rotwein haben wir verzichtet und genossen dazu kaltes Bier.

Heute waren wir in der Mercedes Garage. Die helfende Hand von Urs hat uns Kontakt in Almaty besorgt, so dass wir ohne Probleme ein Termin mit der Garage bekommen haben und begleitet wurden. Wir sind so froh, da die englisch sprechenden Mitarbeiter der Garage gerade in den Ferien sind. Unser Problem mit unserem Auto wird nicht kleiner, aber wir stehen nicht alleine da.

Nun geht es ins „Interfood“, um Käse, Apero und andere leckere Sachen zu kaufen. Schweben!

13.08. – 15.08. Grenze Kirgistan – Kasachstan

Es ist früh am Morgen und kühl, nur 21° warm. Wir waren in Osch 40° gewohnt und selbst in der Nacht hatte es über 30°.

Am Freitag ging es ja weiter Richtung Norden, Richtung Kasachstan. In Dschalal Abad übernachteten wir im Park eines Sanatorium aus Sowjetischer Zeit. Alles war noch gut erhalten, aber eben über 30 Jahre alt. Wir kamen uns vor wie in einem Freilichtmuseum mit Statisten. Eine riesige Kantine, in denen das Essen mit Rollwägen serviert wird, ein Menü wird vom Personal mit weissen Schürzen serviert, dIe Halle so riesig und hoch, dass die Menschen klitzeklein vorkommen.

Kurgäste wandelten von einer Quelle zur anderen, um schwefelhaltiges, gesundes Wasser zu trinken oder badeten in diesem. Natürlich in einem Bad, streng getrennt zwischen Mann und Frau, mit kleinen, engen Türen, die vom Personal mit weissen Schürzen streng bewacht werden.

Am Abend gab es auf der Piazza Disco, Bewegungstherapie für Nacken, Arme und Füsse. Hier wird beim Tanzen der Körper mehr oder weniger starr gehalten und nur Hände, Arme und Schultern werden bewegt.Keine sexy Verrenkungen mit der Hüfte, sondern grazile, kleine Schritte zeigt der Tänzer und die Tänzerin.

Am nächsten Tag ging es in ein Gebiet mit Walnusswälder. Wirklich Wälder aus uralten riesigen Walnuss- und Wildobstbäumen! Im Frühling muss es hier wunderschön sein, wenn die Bäume blühen, wilder Äpfel-, Pflaumen- und Birnbäume. Wir geniessen der Jahreszeit entsprechend zuckersüsse Wassermelonen, Pfirsiche und Weintrauben.

Am Abend entdeckten wir eine Badi ! am Toktogul-Stausee. Nichts wie hin, ins Wasser! Schliesslich war es immer noch 36° warm. Mit langem T-Shirt habe ich als Frau auch ins Wasser gehen können. Normalerweise stehen die Frauen nur im Wasser, angezogen und die Hosenbeine hochgekrempelt. Männer dürfen Badehosen, Unterhosen tragen. Eine gegrillte Forelle war dann das absolute Highlight von diesem Abend.

Auf den Strassen sehen wir Heutransporte, denn das Getreide ist reif und das Heu wird in die ärmeren Regionen transportiert.

Am Sonntag erlebten wir Regen. Seit dem 16. April hatten wir die Scheibenwischer nur zum Putzen für die Frontscheibe laufen lassen. Wir überquerten die kirgisische Kette mit Pässen von 3100m und 3500 m und zogen Socken und Jacken an, denn es war 9° warm! 30° Unterschied zu den vorherigen Tagen!

Zwischen den zwei Pässen liegt eine riesige Hochebene.

Kirgisische Nomaden lassen ihre Tiere hier im Sommer weiden. Es gab riesige Schafherde und mehr Pferde als Kühe! Nun verstehen wir auch die kirgisische Autofahrweise, sie fahren als ob sie reiten würden. Der schnellere, stärkere, grössere gewinnt!

Auf der Passhöhe hätten wir kugelförmige Schafskäse kaufen können, die ewig haltbar sind und sehr eigentümlich schmecken. Am Besten mit viel Bier! Seit Usbekistan gibt es immer wieder diesen Käse zu kaufen, aber nachdem wir einen gekostet haben, zieht Niggi alles andere vor.

Der Grenzübergang Kayyngdy (Kirgistan) – Merke (Kasachstan) verlief super schnell. Nach einer Stunde waren wir in Kasachstan. Was für ein Unterschied zu Kirgistan und erst recht zu Tadschikistan! Eine Autobahn, tolle Strassen, Supermärkte (Plural!). Man merkt den Reichtum des Landes.

In der Nähe von Talas besuchten wir das Grabmal von Aischa Bibi, das gerne als Hochzeitsujet benutzt wird. Die Liebesgeschichte von der usbekischen Fürstentochter Aischa und dem kasachischen, aus Talas stammenden Kasachen Karachan kennt jeder Kasache. Der Vater von Aischa war gegen ihre Hochzeit, sie floh und kurz bevor sie in Talas ankam, wurde sie von einer giftigen Schlange gebissen. Im Sterben gab sie ihm ihr Jawort. Er heiratete keine andere und wurde 100 Jahre alt (deshalb?), war ein gerechter und weiser Herrscher, der Aulie Alta (Heilige Vater) genannt wurde.

Am Dienstag, den 14.08., kamen wir nach Türkistan an, um die Grabmoschee von Hodzha Achmed Jassawi in unsere UNESCO Weltkulturerbe Liste aufzunehmen. Endlich wieder Kultur! Kinder beim Schaukeln!

Türkistan war eine wichtige Oase nebst Samarkand und Buchara an der Seidenstrasse.

Die Grabmoschee gilt als eines der schönsten Bauwerke aus der Zeit der Temuriden (14. Jahrhundert).

Majolika Fragmente, einfach schön!

Heute 15.08. fahren wir nach Almaty um unser Auto auf zu frischen. Es leidet an plötzlicher Müdigkeit. Der Turbo wird ausgestellt, so dass wir mit einerEselsgeschwindigkeit die Berge erklimmen.

10.08. Osch Ade – hello Dschalal Abad

Heute passierte etwas eigenartiges: wir wollten unsere Schulden bei MuzToo (Motorrad Garage und Motorradverleih in Osch) begleichen, weil sie gestern Nacht die Stossdämpfer ausgewechselt haben, die sich nicht so stabil herausgestellt haben.

So standen wir dort und quasselten, als 2Motorräder mit CH-Nummernschildern, ein Päarchen, eintrudelten. Wir kamen in das Gespräch und da fragte mich der junge Mann, ob ich nicht Lehrerin an der BM in Obwalden wäre. Er war vor ungefähr 8 Jahren ein Schüler von mir! Welcher Zufall!

Brot ist hier etwas besonderes. Man isst zu jeder Mahlzeit Brot oder auch nur zum Tee.

Es wird gestempelt und mit schwarzen Sesamkörner bestreut. Dann kommt es in den Backofen.

Der Bäcker hat nur 3 Werkzeuge, die er zum Backen braucht, Wasser zum Beträufeln, ein Spaten für die Kohle und eine Schaufel zum Herausholen des Brotes.

Das ganze kostet dann 30 Rappen, aber schmeckt je nach Bäcker super. Vor allem wenn es noch ganz heiss aus dem Ofen kommt.

So nun heisst es wieder on the road again. Wir fuhren von Osch nach Uzgen und bewunderten ein 28 m hohes Minarett aus dem 11./12. Jahrhundert. So hatten wir nach langer Zeit wieder Kontakt mit der Seidenstrasse.

Hier noch ein paar Leckerbissen aus dem Bartang Tal in Tadschikistan. Wir konnten sie nicht senden, weil wir kein power WiFi hatten. Aber jetzt!

Matterhorn vom Pamir.

Der wilde Batang wird zu einem See.

Blick von oben.

Parkplatz. Eine kleine Wanderung begann über eine schmale Brücke.

Immer wieder wird der Fluss durch Berge eingeengt und wir hatten das Gefühl durch Schluchten zu fahren.

8.08. (2. Teil)

Das untere Bartang Tal ist noch besiedelt, immer wieder durchquerten wir Dörfer mit freundlichen Menschen.

Es war Aprikosenzeit!

Entsteinte Aprikosen wurden zum Trocknen auf Steine, Mauern gelegt,

Um dann in die Vorratsräume gelagert zu werden.

Die Sonnenenergie kann auch zum Kochen genutzt werden.

Oft wurden wir zum Tee eingeladen.

Und dann kam das Highlight für Offroader (und Niggi), aber nicht für mich!

Gegen Ende des Bartang Tal hört die Besiedelung auf und damit die Brücken. Die Flüsse müssen so durchquert werden. Am Abend war der Fluss noch Hüfthoch und so reissend, dass wir die Steine rollend hörten. Also hiess es, übernachten und am nächsten Morgen probieren, wenn der Fluss nur kniehoch ist. Die Flüsse entstehen durch geschmolzenes Gletschereis und der Wasserspiegel sinkt in der Nacht.

Um 6.00 Uhr fuhr ein Jeep aus dem letzten Dorf vorbei und wir fuhren hinter her. Die Männer diskutierten den Weg und das weitere Vorgehen, während unser Auto feststeckte. Ihr Jeep kam mit viel Geholpere und leer gut durch das Wasser. Das Wasser war eiskalt!

Sandbleche können auch bei Wasserdurchquerungen helfen!

Nach gelungener Arbeit das Siegesbild.

Einer hatte sogar eine Skijacke aus der Schweiz an.

Aber dann kam die Strecke, wo ich nicht mehr fotografieren konnte, weil ich mich so am Autositz vor Angst festhielt und nur noch bibberte. Nach zwei Flussdurchquerungen dachte ich, jetzt ist alles wieder gut, aber dann kam der !Bergaufstieg. Eine 1.8 km lange Strecke für die Überwindung von 400 Höhenmeter mit nur 4 Serpentinen. Natürlich nur knapp einspurig, am Hang klebend und immer mit den Blick in den immer grösser werdenden Abgrund!

Gott sei Dank kam kein Auto entgegen.

Auf der Hochebene heil angekommen mussten wir erst ausruhen um den Adrenalinspiegel zu senken.

Tadschikistan ist für Fahrradfahrer eine spezielle Herausforderung, so dass sehr viele diese Herausforderung meistern wollen. Wir luden die 5 jungen Velofahrer zum Mittagessen ein und verbrachten eine schöne Zeit mit ihnen. Zwei radelten von Belgien nach Tadschikistan, zwei andere fanden es toll von Australien aus nach Tadschikistan zu fahren, der fünfte fand, er hätte noch nicht genug und möchte über Afrika wieder nach Europa.

Am Schluss kamen wir zum Karakul See. Ein Hund begrüsste uns.

Nun fuhren wir die gleiche Strecke zurück nach Osch. Wir sind überwältigt vom „grünem“ Kirgistan. Wir freuen uns auf Kirgistan!

8.08. und wieder in Osch (Kirgistan) (1. Teil)

Wir sind wieder zurück in der Zivilisation! Früchte am Strassenrand zu kaufen, ein Café mit drei ! verschiedene Icekaffes, mit eiskaltem Icetea ohne Zucker, WiFi, ….

Eine Woche im Outback, mehrere Situationen mit sehr hohem Adrenalinspiegel, eine beinahe Herzattacke lässt das Café Brio in Osch (mit Klimaanlage) paradiesisch schön erscheinen. Aber ich greife vor. Ich will alles nach der Reihe erzählen…

Am Freitag, den 3.08. sagten wir Khorugh Ade. Bis wir uns von allen verabschiedet hatten, war es schon Mittag. Auf dem Bazar wurde noch Früchte und Gemüse gekauft und dann ging es schon nordwärts Richtung Ruschon in das Bartang Tal.

Mal zwängte sich der Fluss durch enge Schluchten und das Tal wurde ausgefüllt mit Wasser und einer Strasse, die am Felsen klebt. Natürlich nur einspurig! Das führte zu Komplikationen, als tatsächlich ein LKW entgegenkam. Das war dann so eine Stelle, wo mein Herz schneller schlug.

Hier könnte Niggi noch ausweichen!

Dann ging die Strasse weg vom Fluss in die Höhe.

Kleine Brücken führten über den reissenden Fluss. Diese Mutprobe war nichts für mich!

Manchmal nagte der Fluss so an die Strasse, dass wir Mühe hatten alle 4 Räder auf der Strasse zu haben. Und meistens war ich es, die direkt in das Wasser schauen konnte.

Dann kamen wir ins obere Bartang Tal, zum „Matterhorn“ von Tadschikistan.

Das Getreide war schon reif für die Ernte.

Blick zurück!

2. August Khorugh (2.Teil)

Nach 11 Stunden Fahrt kamen wir um 22:00 Uhr in Ruschon an, noch 80 km von Khorugh entfernt. Wir wären erst nach Mitternacht in Khorugh und da haben wirklich alle Hotels zu, ausser sie wissen von der Ankunft später Gäste. Ein junge Frau meinte, dass ist doch kein Problem, wir könnten im Haus ihrer Eltern in Ruschon gut übernachten. Ich war sehr froh über diese Einladung, war ich nicht nur hungrig sondern auch hundemüde und verschwitzt, die Haare von Staub steif.

Wir stiegen also aus und wurden freundlichst empfangen. Es wurden Eier gebraten, Wurst und getrocknete Früchte aus dem Garten gereicht. Nach einer warmen Dusche krochen wir unter die Decke. Wir durften in der Wohnstube übernachten, während die anderen draussen schliefen.

Am nächsten Morgen gab es selbstverständlich Frühstück und ein Freund der Familie fuhr uns zur Minibusstation, immerhin in 10 km Entfernung. Alle wollten nichts, es wäre eine Freude uns zu helfen.

In Khorugh begrüssten wir unser Auto und stellten fest, es funktioniert wieder. Ein Ölwechsel wurde auch noch gemacht.

Im Hotel, Pamir Lodge, wurden wir herzlich empfangen. Es war wirklich schön wie Freunde begrüsst zu werden. Es war auch das 3. Mal, dass wir auftauchten.

Grosses Thema war die Terrorattacke am Sonntag in der Nähe von Duschanbe. Es ist schrecklich! Wieder leidet die Bevölkerung. Wir sind traurig, dass es Touristen in diesem schönen und freundlichen Land so etwas erleben mussten.

Heute geht es ins Bartang -Valley. Mal sehen, ob wir es schaffen bis zum Karakulsee zu gelangen. Die Strasse soll ein Highlight für offroad Fahrer sein! Ausserdem müssen ein paar Flüsse überquert werden. Essen haben wir genügend dabei, der Tank ist gefüllt, der Autocomputer meint wir sollten Addblue einfüllen, aber das Auto muss sich mit Diesel zufrieden geben.

1. August Khorugh (1. Teil)

Auch wir haben heute den 1. August gefeiert, nicht mit Raketen und Feuer (wäre vermutlich an der afghanischen Grenze nicht so gerne gesehen) sondern mit einem leckeren Kuchen vom Bazar, den wir mit den anderen Lodge—Bewohner teilten.

Am Sonntag verliessen wir Schaffhausen um 11.30 Uhr und landeten dann in Duschanbe um 3:00 Uhr morgens am Montag. Der Flug war angenehm und der Zwischenstopp in Istanbul ging schnell vorbei. Nur die Einreise nach Tadschikistan dauerte 1 Stunde, so dass wir froh waren endlich frische Luft zu atmen.

Wir waren überzeugt, dass wir wieder mit dem kleinen Flugzeug nach Khorugh weiterfliegen können. Um 7.00 Uhr hiess es aber, heute gibt es wegen technischer Wartung keinen Flug. So nahmen wir ein Taxi zum Busbahnhof (Jeepbahnhof), um dort ein Jeeptaxi zu finden. Das war nicht schwierig und der Jeepbesitzer versicherte uns, dass es in 10 Minuten weitergeht. Ich war todmüde, hatte ich seit Schaffhausen nicht mehr geschlafen. 2 Stunden später zerriss mir der Geduldsfaden und ich suchte einen neuen Jeep, der noch gute Reifen hatte und schon fast vollbesetzt war, denn das hiess, dass wir bald losfahren können. Wussten wir doch, dass die Fahrt nach Duschanbe mindestens 12 Stunden dauert.