16.11.2019, Nationalpark Tsavo-West

Schon so lange ist es her, 10Tage, dass wir etwas zu berichten bzw. auch Internet hatten, um euch zu schreiben.

Nach dem Städtchen Eldoret fuhren wir ostwärts Richtung Nairobi, aber schon nach 150 km in Nakuru meinte Niggi, jetzt braucht er Pause. Der Linksverkehr mit linksgesteuertem Auto bei einem starkem Verkehr mit selbstmörderischen hochgegeschwindigkeitsfahrenden PKW-Autolenker, langsam dahintrottenden überbeladenen LKW-Fahrer und mit dazwischen liegenden Pumps, die man manchmal an die Käufer erkennt, die in der Mitte der Straßen stehen und ihre Ware an die langsam holpernden Autoinsassen feilbieten, oder gar nicht, weil sie so schwarz wie die Straßen sind, um Autofahrer zu überraschen, das erfordert Konzentration vom Lenker und Beifahrer, denn LKWs können nur überholt werden, wenn der Beifahrer sein Gesicht ans Fenster drückt, um rechts vom riesengroßen, langsamen, mit kaum Geschwindigkeit fahrenden LKW vorbeischauen versucht und sein o.k. gibt. Oder es tönt so, nein noch nicht, LKW mit einer Schlange von Autos kommt entgegen, oder neiiiiiin, Kamikaze PKW.

So übernachteten wir am Lake Elementeita, einen von drei Seen im Riffvalley, mit vielen Flamingos, Pelikane, Ibisse, …. Eine Frauengruppe genoss zusammen ein verlängertes Weekend und bestaunten unser „Haus“.

Es wurde gescherzt, gelacht, Kinder geherzt, fotografiert, Selfies aufgenommen und viele Fragen an uns gestellt, einfach ein Frauenpalaver abgehalten.

Am nächsten Tag gelangten wir nach Nairobi und stellten unser „Haus“ für drei Tage auf dem Campingplatz mit dem tollen Namen „Jungel Junction“ ab.

Jeder könnte meinen, dass wir auf einem Campingplatz mit diesem Namen von Wildtieren und Urwald umgeben gewesen wären, aber so war das nicht. Leider? Nun der Campingplatz liegt im vornehmsten Viertel von Nairobi mit schönen Villen, wunderbarer Vegetation und Sicherheitspersonal, Alarmanlagen, hohen Mauern, Stacheldraht, privaten Strassenkontrollen, vielen Pumps, um Schnellfahrer zu belehren, wo sie sich aufhalten, kaum Verkehr, keine Gehupe. Übrigens, gehupt wird in Kenia selten! Kann ein ägyptischer Autofahrer nur dann fahren, wenn er gleichzeitig auf die Hupe drückt, muss ein äthiopischer Lenker hupen, weil alle auf der Straße leben und laufen, sei es Tiere oder Menschen, so braucht ein Kenianer nur seine Hupe im äußersten Notfall, weil Tiere so erzogen wurden, neben der Straße zu laufen und zu grasen, sich nicht auf der Straße auszuruhen und auf kürzestem Weg schnell die Straße zu überqueren.

Shopping malls sind super in Nairobi. Was soll ich mehr sagen?

Um Geld anders auszugeben, fuhren wir südwärts zu unserem 1. Nationalpark, dem Amboseli Nationalpark, der eigentlich eher ein Tierpark ist, so viele Elefanten, Zebras, Impalas, Gnus etc. hat es, dass die Kamera nach dem 10. Elefant weggelegt wurde und Niggi meinte, schon wieder ….

Checkliste der möglichen zu entdeckenden Tiere

Wir übernachteten im Park, damit wir bei Sonnenaufgang zur Pirsch antreten konnten. Niggi fuhr zum Weg zum Camp beinahe eine Giraffe an, die plötzlich in einer Kurve stand, und am Morgen im Camp beinahe einen Elefanten.

Auch wenn die Tiere die vielen Autos gewohnt sind, die tagtäglich den Park besuchen, können sie doch ungeduldig werden, wenn man zu lange für das ideale Foto braucht, wie der Elefant, der die Ohren stellte, um uns zu sagen, haut ab, ich will meine Ruhe haben. Verständlich!

Das Foto mit Elefant im Vordergrund und Kilimandscharo im Hintergrund konnten wir leider nicht aufnehmen, da wir Regenzeit haben und der Berg sich immer hinter Wolken versteckte. Aber ein Gnu fand sich bereit vor dem Kilimandscharo zu posieren.

Zum Glück ist der Amboseli Nationalpark so flach, so dass wir die vielen stehenden Besucherautos orten konnten, die so mitteilten, da gibt es interessante Tiere zu sehen. Die Touristenbusse verfügen über Funkgeräte und übermitteln sich gegenseitig, wo interessante Tiere zu sehen sind. Und das sahen wir:

Der König der Tiere vor dem Kilimandscharo!

Am nächsten Tag fuhren wir zum Tsavo-West Nationalpark. Nach einigen Schwierigkeiten erreichten wir ihn wohlbehalten.

Andere Tierarten waren zu entdecken wie Dikdik.

War der Amboseli Nationalpark flach, sumpfig und mit vielen Seen, so ist der Tsavo-West hügelig und grün.

Das Highlight war die Beobachtung eines Leopardenmännchen, der auf seinen Lieblingsbaum eine erbeutete Antilope vor den gefräßigen Hyänen auf einer Astgabel versteckte.

Faul lag er am Abend auf dem Ast, alle vier Beine von sich gestreckt, aber am Morgen als wir ihn wieder besuchten, machte er sich zu einem Morgenspaziergang auf. So konnte auch ich ihn noch mit meiner kleinen Kamera ablichten.

6.11.2019, Eldoret

Eldoret ist die 5. größte Stadt in Kenia und für uns ein kleines Schlaraffenland, Supermärkte mit Butter, Käse, Milch, Speck und vieles mehr. Zum Glück ist der Stauraum im Auto begrenzt, so dass mein Shoppingenthuasmus nicht überhand nimmt.

Wir übernachten in einem paradiesisch schönem Camp mit gepflegten Garten, heißer ! Dusche und kaltem Bier.

Ein Unimog von „MuzToo“ ist auch da

und wir freuen uns wieder einmal schweizerdeutsch reden zu können und von Osch (Kirgistan) zu schwärmen, wo wir unser Auto letztes Jahr in ihrer Firma unterstellen durften. Manchmal sind wir selber baff, wie klein die Welt ist.

Heute habe ich doch tatsächlich eine für mich neue Frucht probiert.

Eine Art von Stafeli (Stachelanone), die nach Salatgurke verfeinert mit Zitronengeschmack schmeckte.

Niggi hatte lieber als Nachspeise Papaya gehabt, die wirklich köstlich war.

Auf der Hinfahrt musste wieder einmal ein Stop für eine wunderschöne Pflanze eingelegt werden, einer Glockenblume mit Landebahn für Bienen.

Schon in der Wüste in Nordkenia am Lake Turkana gab es Wüstenlilien zu bewundern, die ähnlich unserem Türkenbund die Blüte geöffnet hatten.

Habe ich euch schon mit dem Foto von einem Kori Bustard gelangweilt?

Ich finde es einfach faszinierend Flora und Fauna zu erleben, die ich als Kind aus Abenteuerbücher kennenlernen durfte.

Zebra am Straßenrand

4.11.2019, Lake Baringo, Nordkenia

Montag ist ja Waschtag, so auch bei uns. Wir gönnen uns einen „Ruhetag“ mit Autoputzen, Wäsche waschen,

Vögel beobachten (fotografieren)

und vor allem bestimmen. Ist es der Southern red-billed Hornbill oder der Southern yellow-billed Hornbill?

Diese frechen Vögel haben auch keine Angst und benutzen unser Auto zum Turteln und sich Brotstücke zu verfüttern. Außerdem muss ja noch im Autospiegel das Aussehen kontrolliert werden. Bin ich der schönste?

Und schon sind wir am Diskutieren, handelt es sich beim Vogel mit schwarzem Schnabel um das Männchen? Um das Weibchen, das gefüttert wird? Ist der rot schnabelige das Männchen, weil er so eitel ist und zuerst im Spiegel sich beobachtet hat? Handelt es sich beim Schwarzschnabeligen um eine Variation, weil im Vogelbuch nichts über schwarzschnabelige Hornbills steht?

Hier um das Camp gibt es so viele Vogelarten, dass ich auf meine Kosten komme, diese zu bestimmen. Wenn ich daran denke, wie Florian sich nerven würde, macht Niggi gute Miene zu meinem Enthuasmus.

Goldschwänziger Specht

Der heutige Morgen fing schon früh an. Wir wurden am frühen Morgen als die Sonne aufging für eine Bootstour abgeholt.

Frauen waren schon auf, um Wasser zu holen. Schließlich gehört dies zu ihrem Job wie Holzsammeln und schleppen, kochen und Kinder erziehen, Garten anpflanzen und …

Gleich zu Anfang sahen wir weissbrüstige Kormorane

Krokodile, die hier eher klein sind und sich von Fische ernähren.

Die Hippos-Foto gelangen mir nicht, aber das macht nichts, denn wir werden diese monströse Tiere noch oft genug zu sehen bekommen, wie heute in der Morgendämmerung vor unserem Auto. (Ein kleiner Hippo-Jugendlicher!).

Aber das Beste war, dass der Führer Fisch von einem Fischer kaufte, der den Fisch entweidete und mit einem Balsahozstückchen füllte. Dann paddelte der Fischer mit seinem Balsaboot und seinen Rudern aus Plastik davon.

Ja und was machten wir mit dem toten Fisch, der im Wasser dank Balsaholz nicht untergehen konnte? Wir fuhren zu einem Fischadlernest. Unser Führer pfiff, um die Aufmerksamkeit des Vogels zu gewinnen, warf den Fisch ins Wasser und dann konnten wir Flug, Fangen und Fressen beobachten.

Ihr fragt euch sicher, wo wir alles nach der Ankunft in Kenia waren.

Zuerst ging es zum Lake Turkana, der wunderschön grün oder blau aus der Wüste in Nordkenia sich erhebt. Auf den Weg dorthin durchquerten wir den größten Windpark Afrikas. Übrigens die Straße ist nur! hier super, weil die Windräder gewartet werden muss.

Lake Turkana

Sollen wir hier übernachten? Bei 40° C Außentemperatur und keinem Schatten? Nein, entschieden wir uns. Schnell die Füße waschen, Krokodile austricksen, Fisch kaufen und zurück an ein Schattenplätzchen

und den Fisch mit Safranrisotto und Tomatensalat verzehren.

Nach einem Mittagsschlaf ging es weiter durch die Wüste, die uns total gefangen genommen hat. Dank kleiner Regenzeit haben wir noch nie so eine blühende und grüne Wüste und Halbwüste gesehen.

Dafür sind die Straßen nicht immer so angenehm. Flussdurchfahrten und Matschdurchquerungen machte die Fahrt abenteuerlich.

Anhalterinnen sind dankbar nicht den Weg zum nächsten Ort zu laufen.

So kamen wir zu unserem letzten Übernachtungsplatz, am Ende der Welt.

Niggi versuchte noch auf den heiligen Berg der Samburu zu laufen, aber er erwies sich als nicht geeignet.

30.10.2019, Kenia, Marsabit

Gestern sind wir von Moyale (Grenzort) kommend nach Kenia eingereist. 3 Wochen, von 8.10. bis 29.10 waren wir in Äthiopien. Das Land ist riesengross und noch nicht alles haben wir gesehen, vor allem der Osten kann von uns noch entdeckt werden. Aber das ein anderes Mal.

Die Zollformalitäten begannen sehr gut, schnell war der Stempel im Pass für die Ausreise. Nun hieß es in den 1. Stock zum Autoausreisezoll zu gehen und hier begann die Problematik. Wir mussten 3 1/2 Stunden warten, weil wir keine amharrische Schrift lesen können. Ja, wir haben alles richtig gemacht, um unser Auto so lange Zeit in Äthiopien stehen lassen zu können, die Zollformalitäten waren o.k., nur … ja nur auf den wichtigen Schreiben und auf den versiegelten Briefkuvert stand auf amharrisch: an den Zoll von Metmeta (unser Einreisegrenzort von Sudan kommend). Jetzt fand die Ausreise in Moyale statt und die Zollbeamten meinten, sie sind nicht zuständig. Wir dagegen meinten, 1. Ist das nicht unser Fehler, sondern vom Hauptzoll in Addis, denn auf unseren Einreisepapieren steht Moyale, 2. können wir keine äthiopische Schrift lesen, 3. fahren wir nicht fast 2000 km nach Metmeta und 4. sind wir schon ausgereist und können gar nicht mehr nach Äthiopien, wir sind im Transit. Eine telefonische Rücksprache mit Addis konnten die Beamten leider nicht vornehmen, weil die Telefonnummer auf dem so wichtigen Schreiben nicht mehr richtig war.

Eine Entscheidung zu treffen ist nicht einfach und braucht seine Zeit, eben 3 1/2 Stunden. Kurz vor dem Mittagessen bekamen wir die Ausreisestempeln und so gelangten wir nach Kenia, in deren Mittagspause. Die kenianischen Zollbeamte waren sehr nett und wir hätten auch sehr schnell einreisen können, wären da nicht Computerprobleme gewesen. Aber auch das war nach 3 Stunden gelöst und wir waren in Kenia.

So sieht die Straße von der Grenze nach Marsabit aus! Super! Kein Loch! Keine Tiere, keine Menschen auf der Straße. Keine Ben Hures, die Wagenrennen veranstalten.

Der Abend zeigte es aber doch, dass wir in Afrika sind. Große Käfer umschwirrten die Badezimmerlampe und stürzten ab und zu auf mich und riesige Heuschrecken besuchten uns.

Schon auf der Fahrt zur Grenze „wuchsen“ die Termitenhügel rechts und links der Straße entlang, einer größer als der andere.

Auch wechselte der Baustil schon im Süden von Äthiopien, verzierte Rundhütten, die mit Akaziendornengestrüpp gesichert werden.

Am Ende unserer Äthopienreise genossen wir noch einmal in einem sehr guten Restaurant Injera, das Nationalgericht.

Wir hätten auch selber kochen können. Selbst frische Milch hätten wir kaufen können, aufbewahrt in den gelben Kanister. Niggi meinte, er nimmt nur uperisierte Milch in sein Müsli.

Nun freuen wir uns auf Kenia, mit seinen wilden Tieren. Vor der Grenze sahen wir das 1. Zebra!

Es ist gerade die kleine Regenzeit und am Nachmittag regnet es kurz. So ist die Wüste in Nordkenia grün und es blüht.

24.10.2019, abends

Heute haben wir einen enormen Weg hinter uns. Sage und schreibe 20 km! Wie gestern mussten wir einen Ruhetag einlegen. Die Straßen sind blockiert wegen inneren Unruhen. So übernachten wir luxeriös in Sabana Beach Resort am Langano See. Gestern nahm uns der Abaiya-Shala-Nationalpark auf. Die jungen Oromo, in deren Gebiet wir sind, sind aufgebracht und nervös, weil ihnen die politische Entwicklung nicht gefällt.

So genießen wir die erzwungene Ruhepause und arbeiten an unseren Projekten wie Add Blue ein- und ausschalten, Motorsteuerungfehler löschen, WordPress schreiben und vor allem ein neues Moskitonetz schneidern. Wir hoffen, dass wir morgen früh mehr Glück haben mit dem Weiterkommen.

24.10.2019, Abiyata-Shala-Nationalpark (Südäthiopien)

Die moderne Technik ist wunderbar! Mit Freunden und unserer Familie sind wir in Kontakt, vorausgesetzt wir haben Internet.

Unserer Sohn berichtete, dass er und seine Freundin Besuch im Lissaboner Hotelzimmer hatte: 1 Maus. Auch wir hatten Besuch! Tausende Mücken suchten in unserem Auto ein Nachtplatz. Wir wollten eigentlich alleine an den heissen Quellen am Shala-See schlafen, unser Scout hatte sich ein Übernachtungsplätzchen gesucht. Dank Gift sanken die Mücken herab. Am nächsten Morgen mussten wir die Leichen wegputzen.

Hot spring

Nach den Semien Mountains Nationalpark fuhren wir hier ins Rift Valley. Zuerst musste natürlich erst das Auto mal wieder gewaschen werden, nach afrikanischer Art, erst unten, dann oben.

Es ist Erntezeit. Hirse, Mais und andere Getreidearten sind reif.

Zum Schutz vor plötzlichen fremden Abladen von Bier kann das Heraufklettern erschwert werden.

Sehr viele Pflanzen blühen und Niggi muss anhalten, damit ich dies fotografieren kann. Einer meiner Lieblingsbäume, der Tulpenbaum

Mimosen Baum

die zarten Blüten der Distel

und die 4. Art von Aloe, die wir bis jetzt gesehen haben.

Auf den Weg hierher mussten wir den Canyon zum Blauen Nil überwinden, zuerst 1000 m herunter, über die Brücke und dann wieder 1000 m hinauf.

Nicht alle schafften die Serpentinen und die schlechte, löchrige Straße.

So kamen wir nach Addis zum Langano See, um zu übernachten. Heilige Ibise begrüßten uns und zum ersten Mal sahen wir die in tropischen Gewässern allgegenwärtige Wasserhyazinthe, für Schiffer eine unangenehme, für Botaniker eine interessante Pflanze, hat sie doch Luftkammer in ihren schwimmenden Blätter.

Unter riesige Ficusbäume campierten wir.

Die Abendstimmung war wundervoll.

Am Morgen erwärmten wir uns wie die Pelikane in der aufgehenden Sonne.

Hamercok, Marabus und Geier suchen ihr Frühstück.

So kamen wir zum Abiyata-Shala-Nationalpark, der berühmt ist für seinen Reichtum an Flamingos. Am Haupteingang begrüßten uns Strauße, Grand Gazellen und Beeeaters.

Und so kam es, dass wir bei den Hot Springs am Shala See übernachteten und von Moskitos heimgesucht wurden. Aber eigentlich nur ein kleiner Wermutstropfen zu der Abendstimmung mit Flamingos!

18.10.2019, Semien Mountains Nationalpark

3 1/2 Tage waren wir trecken im Nationalpark auf 3000 bis 40000 m Höhe, weg von der Zivilisation, aber zum Glück hatten wir unsere Luxuskarosse dabei, so dass uns an nichts fehlte. Selbst auf das tägliche Feierabendbier mussten wir nicht verzichten. Paar Mal am Tag stieß Niggi seufzend aus, Gott sei Dank haben wir unser Auto dabei. Das startete bei dem täglichen Gang zur Toilette. Da es Hochsaison im Nationalpark ist, sehen die Plumskloos dementsprechend aus, da sich das Nationalparkmenagement sich nicht verpflichtet fühlt in den Camps für funktionierende Plumstoiletten zu sorgen. Es war so grauenhaft, dass selbst Niggi wie die vielen Touristen sich in die Büsche verschlug. Ich war um die in unserem Auto heilfroh.

Am Morgen konnten wir in der Wärme frühstücken, denn draußen war 5° kalt und wir mussten nicht wie die anderen aus den feuchten Schlafsack kriechen und sich in der Sonne aufwärmen. Am Morgen schien jeden Tag die Sonne, aber wie es in den Bergen so an sich ist, wechselte das Wetter am Mittag, Wolken umhüllten die Berge und am Nachmittag regnete es. Wir ruhten uns dann von unserer anstrengenden Wanderung aus, genossen eine Tasse heißen Tee, und Niggi seufzte wieder einmal. Am Abend kochten wir etwas feines, es gab sogar einmal Gschwellti mit Chäs oder Rösti mit Spiegelei, und dann schlüpften wir unter unsere wohlig warme Bettdecke. Das letzte was Niggi sagte, Gott sei Dank …..

Die Fauna in den Semien Mountains ist einfach fantastisch. Als erstes entdeckten wir einen Buschbock, eine Antilopenart, die sehr scheu ist.

Immer wieder stießen wir auf große Truppen von zahlreichen Dscheladas (Blutbrustpaviane), die ab 2500 m Höhe leben und sich von Gräser, Kräutern und Samen ernähren. Es war wirklich ein Erlebnis, ganz nahe an die Tiere sich heranzuschleichen, um sie zu beobachten, denn diese sind gar nicht scheu und sehr friedlich.

Am letzten Tag erklommen wir den Berg Ras Bhawit,

den 2. höchsten Berg von Äthiopien nach Ras Dashen (4554 m), der auch im südlichsten Teil im Nationalpark liegt.

Aber was konnten wir sehen, als wir keuchend langsam bergaufwärts wanderten? Den Äthiopischen Steinbock, der so bejagt wurde, dass er nur noch in den Semien Mountains vorkommt. Die Anzahl von Steinböcken konnte sich ein wenig erholen, da die natürlichen Feinde wie Leopard und Hyänen noch seltener sind.

Ich bin der Chef
Sie riecht fein

Sie gehört zu mir

Leider hatten wir kein Glück den Äthiopischen Wolf zu sichtigen. Diese Raubtiere, die sich von Wühlmäuse ernähren, sind so bejagt worden, dass ihre Population sehr klein ist. (Welche Wolfpopulation nicht?)

Dafür konnten wir weiß-Nacken Raben fotografieren, den einzigen Raben im südlichen Afrika

oder die Speckled Pigeon (Taube)

oder sehr scheue schwarze Vögel, die sich an den Lobelienblüten sich vergnügten.

Einfacher zu fotografieren waren die Pflanzen, wie die Giant Lobelia,

die in dieser Höhe als Schopfbäume vorkommen, wenn man bedenkt, dass sie zu den Glockenblumengewächse gehören. Sie blühen nur einmal und dann gehen sie ein.

Die Menschen schneiden im Innern Blätter ab, um sie an die Schafe zu verfüttern.

Wunderschön waren die verschiedenen Aloearten.

Riesige Erikacee zeigten uns wie niedlich unser Erikakraut ist.

Am mystischsten fanden wir die von Bartflechten voll behangenen Bäume,

ein Zeichen für hohe Luftfeuchtigkeit.

auf 4070 m Höhe

Auch andere Flechtenarten fühlen sich bei dieser feuchten, reinen Luft wohl.

Wasser gibt es zu genüge. Wasserfälle stürzen sich 500 m herab.

Aber am meisten bewunderten wir die grandiose Landschaft.

Werden wir einmal diesen Park unseren Enkelkinder zeigen können? Werden sie auch einmal die Fauna der Semien Mountains entdecken können? Wir glauben nicht sehr daran. Aufgrund der menschlichen Besiedelung, die weit in den Park hereinreicht und die Nutzung des Bodens für Agrikultur, wird der natürliche Lebensraum für Tiere und Pflanzen zerstört. Wird ein Dorf aufgehoben, so entstehen 2 neue. Die Bevölkerung explodiert!

Jetzt sind wir auf den Weg nach Gonder. Der Wagen muss geputzt werden, dann geht es nach Addis und Richtung Kenia.