19.01.2019, Ankunft in Alexandria

Gestern fuhren wir mit dem Zug von Kairo nach Alexandria. Der Bahnhof in Kairo zeigt noch wunderschönes Jugendstil Dekor.

Schnell noch einen Kaffee geholt und schon ratterte der Zug den Nil entlang durch grüne kleine Felder. Nach der Megapolis Kairo war es eine Wohltat das satte Grün der Felder zu sehen.

Hier in Alexandria geniessen wir die Spaziergänge durch die Stadt, weniger Autos, weniger lautes, anhaltendes Hupen, bessere Luft dank Mittelmeer.

Die Stadt duftet nach frisch gerösteten Kaffee und an jeder Strassenecke laden Cafés zum Bleiben ein. Und erst die Cafés mit Kuchenverkauf! Es ist eine Wucht. Die Vielzahl an Kuchen und Kekse, himmlisch! Heute musste Niggi sich zwischen 10 Arten von Cremeschnitten entscheidenden oder sollte er lieber eine Erdbeertorte nehmen? Auch hier bewundern wir Dekors in Jugendstil.

Die Ägypter freuen sich, dass Touristen ihr Land besuchen. Oft werden wir um ein Selfie mit ihnen gefragt.

Die Wirtschaft leidet an den fehlenden Devisen und es fehlt an Geld, die wunderbaren Bauten des letzten Jahrhunderts zu erhalten. Auch hier in Alexandria zerfallen wunderschöne Häuser. Ganz traurig werde ich, wenn ich starr blickend an die vielen Bettler vorbei gehen muss. So viele Menschen, Kinder, Junge und Alte, müssen auf der Strasse die Hand offen halten. Ich schäme mich über meinen Reichtum, wenn ich Ihnen ein paar Pfund gebe und sie sich noch bedanken.

Bevor wir nach Alexandria reisten, besuchten wir die Pyramiden von Gize. Es ist wirklich so, die Pyramiden liegen heute in ! Kairo, nicht ausserhalb in der Wüste sondern direkt im Häusermeer. Das letzte der 7 Weltwunder der Antike wird von der Neuzeit umschlossen.

Selbst wir können es verstehen, dass manche meinen, dass Ausserirdische beim Bau der Pyramiden mithalfen, so perfekt wurden die grossen Steinblöcke aufeinander gestellt.

Natürlich mussten wir an „Asterix und Obelix bei Kleopatra“ denken, als wir die Sphinx ohne Nase sahen.

Auch Niggi fühlte sich heute erleichtert, „mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“ meinte er. Wir bekamen das Carnet de Passage zurück. In Venedig musste er es im Hafen dem Spediteur abgeben, was eigentlich ganz ungewöhnlich war. Nun haben wir es per Kurier wieder erhalten. Nun fehlt uns nur noch das Auto. Das Schiff soll am 22.02.2019 einlaufen. Inshallah.

18.02.2019, Letzte Nacht in Kairo

Jeden Morgen verlassen wir das Hotel, gestärkt mit Omlett und Fladenbrot und einer Tasse Tee, um ein Viertel der riesigen Metropole mit über 22 Millionen Einwohner zu erkunden.

Kairo im Mogendunst

Am 1. Tag hatten wir das Alte Ägypten der Pharoenen angesehen und am 2. Tag entschieden wir uns das koptische zu erkundigen. Wir liefen fast 3 km am Nil entlang bis wir das Ziel erreichten. Dachten wir, es gäbe eine Promenade mit Spaziergänger, dann täuschten wir uns gewaltig. Kaum Jemand schlenderte mit uns und genoss den Blick auf den längsten Fluss der Erde, mit seinen kleinen, schmalen Gärten an den Ufern. Die Bänke waren Schlafbetten für Obdachlose, eingehüllt in Decken mit leeren Wasserflaschen als Kopfkissen.

Das koptische Viertel wurde streng bewacht und trotzdem waren die Besucher nervös. Als ein kleines Kind eine Zuckerwattetüte platzen liess, erstarrten alle und blickten ängstlich zum Ort des Knalles. Lächeln entspannten sie sich, als sie merkten, dass nichts passiert war.

Der Heilige Georg wir auch hier sehr verehrt
Adam und Eva im Paradies

Das koptische Museum war ein kleines Highlight, sahen wir doch Objekte aus dem Beginn des Christentums.

Kairo ist eine chaotische, überbordende, lebendige Stadt mit einem nicht endenden Verkehr. Die Autofahrer kommunizieren mit der Hupe, die Fussgänger überqueren die Strassen todesmutig in der Hoffnung, dass die Bremsen der Autos Das moslemische funktionieren. Eigentlich wird mit allen Möglichen Transportmittel gefahren, transportiert oder von diesem Waren verkauft.

22 Millionen Tuktuks schwirren durch die Gassen
Einhändig ! flitzen Brotausträger durch das Getümmel und können uns mit der Fahrradklingel zur Seite scheuchen
Durch die engen Gassen quetscht sich derTouristenbus

Das moslemische Viertel mit seinen Moscheen gefiel uns ausserordentlich.

Auch hier gibt es ein Museum, das uns zum Staunen brachte.

14.02.2019, Ankunft in Kairo

Wir sind wieder unterwegs! Diesmal geht es nach Afrika! Für wie lange? Das wissen wir nicht. Wir wollen bis Südafrika, Namibia fahren, aber wer weiss schon, was uns morgen erwartet? Wir haben auf der letzten Reise gelernt, je langsamer, desto besser. Die Gebiete, die wir uns näher, länger angesehen haben, blieben in lebhafter Erinnerung. So lautet dieses Mal die Devise gemütlich, sich Zeit nehmen und die Tage geniessen.

Aber schon der Abschied aus der Schweiz zeigte uns, man kann nicht alles vorbestimmen. Er verlief gar nicht so geruhsam wie wir es vorbereitet hatten. Das Schiff, das unser Auto nach Alexandria bringt, war gefunden, die Agentur in Venedig und wir waren bereit, die Weiterreise von Venedig nach Kairo war gebucht, aber plötzlich gab es Komplikationen. Wir hatten keine Visa, unsere Pässe waren in der ägyptischen Botschaft in Bern, der Konsul war nicht da, d.h. keine Unterschrift. Nun hiess es zu improvisieren. Niggi fuhr alleine am Montag nach Venedig und verlud am Dienstag das Auto und fuhr mit dem Zug nach Mailand, während ich nochmals in Sarnen übernachten durfte, am Dienstag nach Luzern fuhr, am Bahnhof vom Kurier die Pässe überreicht bekam, zum Gleis 7 sputete und 5 Minuten später fuhr der Zug nach Mailand ab.

Dieses Mal fahren wir nicht alleine. Freunde aus Sarnen, Heidi und Werner, wagen es mit uns die Reise anzutreten. Werner wollte noch eine schöne Kappe erstehen, aber er war nicht ganz zufrieden.

Nach einem guten italienischen Abendessen flogen wir am Mittwoch von Mailand ohne Probleme nach Kairo.

Heute morgen aus unserem Hotelzimmer in Kairo Downtown. Das alte Kairo zerfällt.

So besuchten wir das alte „ägyptische Altertumsmuseum“, um die Handwerkskunst aus dem Alten Ägypten zu bewundern.

Es ist einfach fantastisch! Die Schätze aus der Grabkammer des Pharaos Tutankhamun bewundern und Nofretete bestaunen zu können. Super! Selbst Niggi war begeistert und so konnte ich zwei Stunden (manche empfehlen zwei Tage) durch das Museum wandeln.

Das Museum ist riesig

und einmalig in seiner Sammlung und in seiner Ausstellung. Wo kann man tausende Kunstschätze in Vitrinen bewundern?

Aber bald gibt es ja eine neues Museum, trotzdem wird das alte mit viel Mut renoviert.

Wer will, kann schon einmal sich in der Entzifferung von Hieroglyphen probieren.

30.01.2019, Sarnen

Wir sind ganz kribbelig. Bald geht es weiter! Die Überfahrt nach Ägypten klappt, d.h. unser Auto darf von Venedig aus nach Alexandria das Mittelmeer überqueren. Die Abfahrt ist auf den 14.02. geplant. Nur wir dürfen nicht auf das Schiff. Aber wir werden von Venedig mit dem Zug nach Mailand fahren und per Flugzeug nach Kairo fliegen.

Es war so viel vorzubereiten. Das Carne de passage ist fertig, die Visa bekommen wir nächste Woche, das Auto ist kontrolliert, eine Zwischenwand zwischen Fahrerkabine und Wohnraum wird nächste Woche eingeschoben, Kontakte mit Fixer sind erstellt, die uns beim Auslösen vom Auto aus dem ägyptischen Hafen helfen sollen.

Nicht das letzte Selfie!

23.12.2018, Sarnen

Unsere Reiseroute mit dem Auto.

Seit fast einem Monat sind wir wieder „daheim“. Es ist einfach überwältigend so viele Freunde, Bekannte zu treffen und zu hören, schön euch zu sehen, ist die Reise gut verlaufen, bleibt ihr oder wohin geht es als nächstes. Wir haben euren Blog verfolgt, es war spannend eure Berichte zu lesen. Dann erzählen wir von einigen wunderbaren Erlebnissen, von den liebenswürdigen Menschen und tauchen in unseren Erinnerungen ein. Wir sind enorm dankbar für diese Begegnungen auf unserer Reise und freuen uns, das Gute weitergeben zu können.

Wir können bei einem Freund wohnen, der uns grosszügig sein Haus zur Verfügung stellt und uns als WG- Bewohner grossmütig aufgenommen hat. Super, denn so haben wir einen ruhigen Ort unsere nächste Reise in Angriff zu nehmen.

Wir planen mit einem befreundeten Ehepaar, die den gleichen Mercedes Sprinter haben wie wir, im Februar eine Reise nach Südafrika zu starten. Wir wollen die Ostroute nehmen, d.h. die Länder Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, … durchqueren, um nach Kapstadt zu gelangen. Und schon geht die Arbeit los, Schiffsreise nach Ägypten suchen und buchen, Pässe und Impfpässe kontrollieren, Visa beantragen, Moskitonetz einbauen, ……

Anfangs Dezember konnte Niggi noch den Schnee geniessen und ein paar schöne Skitouren unternehmen, aber seit 2 Tagen vernichtet Wärme und Regen das weisse Wunder. Klimaveränderung kann nicht geleugnet werden.

Bild von der Hohmatt ( Obwalden) Richtung Berner Oberland

Wir wünschen allen frohe, besinnliche und friedliche Weihnachten 🎄 und einen guten Start ins Neue Jahr 🎉.

12.11. Daheim in der Schweiz

Nach 9 Monaten sind wir wieder in der Schweiz angekommen. Wir genießen jede Minute mit unseren Kinder und Enkelkinder. Langsam nehmen wir Kontakt mit unseren Freunden auf. Wir haben ja Zeit! Manchmal habe ich das Gefühl, als ob ein schwerer Theatervorhang die Reise und das Jetzt trennt. Wir können ihn kurz aufziehen und auf eine Bühne blicken, wo wir Szenen von Orten und Menschen sehen können, Begegnungen, die durch unsere Erinnerung lebendig werden, aber nur für kurze Zeit, dann fällt der Vorhang wieder zu und wir sind wieder im Jetzt, das uns bekannt ist.

Am liebsten möchte ich die Reise genauso wiederholen und den vielen Menschen nochmals danken, die uns so gut aufgenommen hatten, nur durch sie hatten wir so viele tolle Erlebnisse und haben so gute Erinnerungen. Uns ist es bewusst, wie viel Glück wir hatten. Nur durch die offene Art und Weise der dort lebenden Menschen haben wir Länder entdecken können, können wir jetzt von Städte und Dörfer berichten.

Wie geht es weiter? Wohin zieht es uns hin? Na, das werdet ihr wieder auf unserem Blogg weiterverfolgen können, wenn wir es selber wissen und veröffentlichen.

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Kiew, Höhlenkloster

24.10. Kiew, Ukraine

Wir kommen der Schweiz immer näher!

Von Omsk brauchten wir 3 Tage nach Samara, das an der Wolga liegt. Wir wollten russische Freunde, die wir in Mangystau, Kasachstan, kennengelernt hatten, besuchen.

Wolga, in der Nähe von Samara

Aber zuerst mussten wir über den Ural, dem Gebirge das Europa von Asien trennt. Für uns erscheint der südliche Ural nicht sehr hoch, der höchste Punkt mass nur 900 m, aber wenn man wochenlang durch eine Ebene fährt, dann wirken die Höhenunterschiede immens. Auch wirkt sich dies klimatisch aus. Wir konnten uns in der ersten Schneeballschlacht unsere Geschicklichkeit testen.

Waren wir froh endlich im Grossstadtstau von Samara zu stecken, hieß es doch, endlich nicht mehr fahren zu müssen. Ich weiß nicht, wie die Lastwagenfahrer dies aushalten, morgens aufstehen, fahren, Kaffee trinken, fahren, Mittagspause, fahren, Teepause, fahren, Schlafplatz suchen. Kaum Schritte und am Abend ist man müde.

Am Abend besuchten wir mit unseren Freunden die berühmte Bierbrauerei von Samara und testeten das Shiguli Bier, das nach den Bergen in der Nähe Samaras benannt wurde und assen Krebse, die mit Kümmel gekocht worden sind. Hmm!

Samara by night vom 24. Stockwerk.

Wir durften unser Rollinghome im Hof abstellen und bei ihnen in der Wohnung übernachten und von da an liefen wir. Welche Wohltat.

Am nächsten Abend gingen wir in die Oper und sahen die Oper „Barbier von Sevilla“ von Rossini an. Das Angebot von klassischer Kunst ist einfach einmalig in Russland.

Nun hieß es noch mit den anderen Freunden das Wiedersehen mit Wodka zu feiern.

Es wurde ein gemütlicher Abend mit stimmungsvoller Musik und Reisefilmen aus Kasachstan und der Wildnis Sibiriens. Ein Traum! Wilde Landschaften, Einsamkeit, Bären, keine Menschen, Fische, die ins Boot springen, Pilze, Abenteuer pur.

Leider mussten wir „pacca“, tschüss, sagen. Diese Gastfreundschaft werden wir nicht so schnell vergessen!

Dann ging es weiter. Zum letzten Mal erlebten wir die riesige Weite Russlands, bis wir die Grenze Ukraine überqueren konnten. Der Grenzübergang war nach 2 Stunden abgeschlossen und wir waren im 13. Land, seit unserem Reisestart.

Nun sind wir in Kiew und übernachten im Hof eines Hotels mitten in der Stadt. Gestern sind wir angekommen. Niggi träumte von einer Dusche und einer Rasur. Danach hieß es zur Oper zu eilen und Tickets für das Ballett „Spartakus“ von Aram Chatschaturjan zu erstehen. Ein Ballett mit russischer Musikund russischer Aufführung. Wo kann ein Ballett mit 60 männlichen Tänzer und ebenso vielen Tänzerinnen aufgeführt werden?

Auch wir versuchen es wieder einmal ein Selfie aufzunehmen

Hier ein paar Impressionen von Kiew, das uns sehr gefällt, nicht nur weil wir ein Ballett besuchen, japanisch essen, heiße Schokolade trinken konnten,…

Blick auf den Dnjepr
Bürgerhaus aus dem vorherigen Jahrhundert, keine Seltenheit
Alt und neu neben einander
Riesige Wandmalereien, die Stadt liebt Kunst
St. Sofia- Kathedrale (UNESCO Kulturerbe)
St. Sofia-Kathedrale
Menschen, die für die Unabhängigkeit Ukraines ihr Leben liessen. Sie werden nicht vergessen.

Und diese Sightseeing-Tour werden wir nicht machen!