29.12.2020, Maun

Heute Nacht erwachten wir von einem Gewitter direkt über unser Auto. Ich habe noch nie so etwas erlebt! Die Blitze erhellten unser Bett durch das Autodach, so dass wir geblendet wurden und gleich darauf dröhnte der Donner und das Auto erzitterte vom Knall. Rechts und links von uns krachten riesige Dumpalmenblätter und ihre Tennisball grosse Früchte auf die Erde. Niggi parkte das Auto zum Glück nicht unter den Palmen. Schon die ganze Woche regnet es jeden Tag, ein kleiner Schauer oder ein Gewitter zieht vorbei, aber so stark hatten wir es bis anhin noch nicht erlebt.

Wenn es regnet, dann verwandelt sich die Umgebung in riesige Seen und Flüsse. Das Wasser kann nicht mehr von der Erde aufgenommen werden oder abfließen, weil Botswana so flach ist. Auf Straßen bleiben Autos stecken, die Besitzer lassen es stehen, um Hilfe zu holen oder abzuwarten und die dazu kommenden Autos müssen dann auch warten oder ungeduldige versuchen auf Umwegen weiterzukommen, wie wir.

Ein leerer kleiner LKW blieb auf der Piste stecken
Unsere Umfahrung endete im Schlamm und dann arbeiteten wir zwei Stunden, um das Auto aus dem Schlamm mit Hilfe von Sandblechen (zur Zeit müssten sie „Batzbleche“ heissen) zu bekommen.
Unsere Spuren nach getaner Arbeit
Zuerst muss das Auto um möglichst viel Ballast erleichtert werden, dann wenn es wieder sicher auf festen Untergrund steht, muss der Ballast wieder eingeladen und Sandbleche im Wasser (gibt es ja zu genüge) gewaschen werden. Zum Glück ist es nicht so kalt wie in Tadschikistan, wo wir einmal das Gleiche erlebt hatten, aber nur auf 4000 m Höhe und bei einer Kälte, dass mir die Finger beim Waschen der Sandbleche fast abfroren.

Aber das Wasser ist ein Segen. Alle in Botswana freuen sich nach fast 3 jähriger Trockenheit auf das Nass. Botswana erscheint in einem satten Grün und wir können das Gras fast wachsen sehen.

Baobabs strecken keine kahlen Äste gegen den Himmel
Annemone
Büsche mit filigranen Blüten
Wilde Kürbisse blühen

Der Regen kommt nicht wie in den Tropen pünktlich am Nachmittag, sondern überrascht einen beim Zubereiten des Essen. Es braucht Regenschirm und Abfalltonnendeckel zum Schutz vom Koch und Feuer.

Als Belohnung gibt es die letzte Schokolade aus der Schweiz
Und ein Nickerchen
Ein Woodland Kingfisher nistet vom November bis April in Botswana

Weihnachten feierten wir im Elephant Sand Camp, einem besonderen Camp, das viele Wasserlöcher in seiner Umgebung gelegt hatte, um den riesigen Durst, der dort lebenden Elefanten zu stillen, und wo Elefanten ihr Spa geniessen können. Mit einem kühlen Bier in der Hand, konnten wir Elefanten beobachten und zusehen, wie sie im Wasser sich vergnügten und planschten.

Das Weihnachtsmenu bestand aus Fleisch, das der Besitzer Mike gekonnt den ganzen Morgen grillte. Wir sind hier in einem Land, das für Vegetarier nicht so einfach ist.

Unterwegs besuchten wir eine Krokodilfarm. Der Besitzer zeigte uns seine Farm und sprach so liebevoll und respektvoll von seinen 1600 Tieren, erzählte so enthusiastisch von seiner Arbeit und seiner Forschung über die Aufzucht von Krokodilen, erklärte begeistert die Anatomie und das Leben der Reptilien, dass selbst Niggi nach der Führung fand, es war phantastisch.

So klein wie mein Daume sind die Eier
Ein paar Monate später kann man sie noch streicheln, aber dann
Werden sie einfach zu gross
Sie warten auf das Huhn
Krokodilfleisch wird in Botswana geschätzt, die Haut kommt nach Europa für Taschen, Schuhe oder Jacken
Auf der Farm wird auch die Leopardschildkröte gezüchtet

In den nächsten Tage wollen wir nach Namibia, Windhoek reisen. Der Regen verhindert zur Zeit das Weiterreisen in Botswana. Auf alle Fälle wollen wir im Mai wieder in dieses wunderschöne Land reisen, falls es geht. Inshallah!

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